Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Besonders hilfreich für die Vorbereitung meines Erasmus-Aufenthaltes war ein Gespräch mit dem Erasmusbetreuer aus meinem Fachbereich. Dieser ist mit mir Schritt für Schritt das Verfahren durchgegangen. Die Fülle an Dokumenten, welche beide Unis, sowie andere Stellen von mir verlangt hatten, war doch zunächst etwas überfordernd. Sobald ich dann angefangen hatte, alles abzuarbeiten, ging es doch einfacher als gedacht, ratsam ist es auch, dem auf der Website bereitgestellten Leitfaden zu folgen. Ansonsten ist noch eine Auslandskrankenversicherung zu empfehlen, sowie eine Kreditkarte, mit der sich im Ausland kostenlos Geld abheben und bezahlen lässt. Besonders letzteres war in England sehr wichtig, dort wurde kaum Bargeld akzeptiert. Eventuell war das aber auch der Pandemie geschuldet. Diese hatte auch dazu geführt, dass lange auf der Kippe stand, ob ich den Auslandsaufenthalt überhaupt antreten kann. Als es endlich losging, war ich sehr erleichtert.


Studienfach: Philosophie (Master)

Aufenthaltsdauer: 09/2020 - 04/2021

Gastuniversität: University of Kent

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Ich hoffe wirklich, dass mein Aufenthalt nicht sonderlich repräsentativ sein wird: Alles stand ganz im Zeichen der Pandemie. Zunächst war es daher etwas kompliziert, den Studierendenausweis sowie notwendige Unterschriften zu bekommen, da die offiziellen Stellen geschlossen waren. Da es jedoch allen so ging, konnte sich gegenseitig weitergeholfen werden. Die Seminare haben dann fast
ausschließlich digital stattgefunden. Lediglich zwei Präsentsitzungen waren möglich. Auch die ganzen Begrüßungsevents waren online, an einem habe ich kurz teilgenommen, das war aber ziemlich langweilig. Daher - und natürlich auch aufgrund der Kontaktbeschränkungen – war es schwierig, viele Leute kennenzulernen. Jedoch hatte ich zum Glück nette Mitbewohner und Nachbarinnen auf dem Campus, so dass ich zumindest ein wenig Kontakt zu fachfremden Engländer/innen hatte. Ansonsten habe ich mich mit Mitstudierenden getroffen, zumindest am Anfang hatten auch die Pubs und Kaffees noch geöffnet. Die Uni hat sich den Umständen entsprechend schon Mühe gegeben, eine gute Studiererfahrung zu bieten. Neben den Pflichtseminaren gab es die Möglichkeit, an einigen freiwilligen Veranstaltungen, in welchen zu verschiedenen Themen diskutiert wurde, teilzunehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das normalerweise eine nette Community ist. Die Anforderungen waren vergleichbar mit denen an der Uni Potsdam. Ein eindeutiger Vorteil ist die große Bibliothek sowie die Campus-Atmosphäre, welche laut Erzählungen sonst deutlich lebhafter ist.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Sprachlich hat mich der Aufenthalt doch deutlich weitergebracht, auch wenn ich natürlich gerne deutlich sozialer unterwegs gewesen wäre. Ich war es bereits recht gewöhnt, philosophische Texte auf Englisch zu lesen und auch Diskussionen zumindest zu folgen. Sehr hilfreich war aber besonders zweierlei: Durch den ständigen Kontakt mit meinen Mitbewohnern wurde ich sehr viel sicherer im "Einfachdrauflosreden", zwischendurch habe ich immer wieder mal vergessen, dass ich gerade Englisch rede. Auf jeden Fall traue ich mich mittlerweile viel eher, mich einfach auszudrücken, wie ich denke, dass es passen könnte, ohne ständig im mentalen Wörter– und Grammatikbuch nachzuschlagen. Zudem war es neu für mich, dass ich selbst in Englisch schreibe. Die erste Arbeit ging noch sehr langsam vonstatten, zunehmen kam (und komme) ich aber in einen Schreibfluss hinein.

Wohn- und Lebenssituation

Ich hatte ein Zimmer in einer WG auf dem Campus. Das kann ich weiterempfehlen, zum einen, da ich dadurch interessante Leute kennengelernt habe, aber auch, da der Campus sehr schön ist und es von Vorteil ist, nah an allem dran zu sein. Zum Teil konnte ich so kurz zumindest von Angeboten wie Kaffees oder dem Fitnessstudio profitieren, normalerweise hat der Campus deutlich mehr zu bieten. Im Vergleich zu Deutschland ist die Unterbringung extrem teuer, soweit ich weiß sind die Zimmer außerhalb des Campus jedoch nicht viel billiger. Auch die Lebenshaltungskosten sind etwas höher, durch den fallenden Pfund relativiert sich das aber zunehmend.

Studienfach: Philosophie (Master)

Aufenthaltsdauer: 09/2020 - 04/2021

Gastuniversität: University of Kent

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Aufgrund der Pandemie hat sich meine Erfahrung vermutlich weniger von meinem Alltag, wie er in Potsdam gewesen wäre und ist, unterschieden: Das Meiste fand nun mal vor dem Laptop statt. Trotzdem bin ich unter dem Strich sehr froh, das gemacht zu haben. Nicht nur, weil es zumindest für ein bisschen Abwechslung gesorgt hat, sondern auch, da ich tatsächlich einige schöne Dinge mitnehmen konnte: Die Kontakte waren wenig, dafür intensiv. Das Diskutieren mit anderen Studierenden und Dozierenden hat mir neue Blickwinkel eröffnet. Mein Englisch hat sich verbessert. Und meine Vorfreude, dieses tolle Land hoffentlich bald wieder zu besuchen und besser kennenzulernen, ist groß.

Großbritannien

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