uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung lief relativ unkompliziert. Zuerst ging die Bewerbung an die Erasmusbeauftragten der Uni Potsdam raus, so ziemlich am letzten Tag. Ich dachte mir zuerst, es würde nicht klappen aber dann hat ihnen wohl mein Bewerbungsschreiben gefallen. Vorher hatte ich mich natürlich über die zur Verfügung stehenden Seiten des International Office und des Erasmus+ Programmes über das Stipendium, die einzelnen Unis und so weiter informiert. Dann ging es weiter mit der Bewerbung an der Gastuni, was sich als reine Formsache herausstellte. Um die Fächer und Kurse rauszusuchen, findet man auf der jeweiligen Website der Partner Uni einen Course Catalogue aus dem man sich passend zu seinem Fach etwas heraussuchen kann. Doch Vorsicht, wie mir im Nachhinein gesagt wurde, werden die Kurse schon vor unserer Ankunft besetzt und so bleibt am Ende, nicht unbedingt das übrig, was man sich gewünscht hat, bei mir zum Beispiel gar nichts bis auf einen Kurs. Dennoch waren die Kollegen im Student Office sehr hilfsbereit das Richtige zu finden.


Studienfach: Anglistik und Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Southamtpon

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

 In England läuft das Studium ganz anders ab, als bei uns. Zumindest meiner Erfahrung nach. Das erste, was mir auffiel, es wird dort nicht geklatscht nach einer Vorlesung. Das war uns Deutschen doch etwas unangenehm. Dann ist der Anspruch während des Semesters etwas anders- während man in Potsdam vielleicht mal einen Vortrag pro Semester hat und vielleicht ein bis maximal zwei Kurzessays schreibt, sieht es dort schon ganz anders aus. Dort werden mal eben pro Fach ein Vortrag (mind.) und 2-3 Kurzessays oder 2 Essays à 10 Seiten fällig. Also, wer das Land erkunden möchte, sollte das vorher tun. Zur Leistungsbewertung lässt sich so viel sagen, dass 70 vollkommen ausreicht. Dort wird ein Notensystem von 0 bis 100 angewendet. Jedoch sind die 100 maximal in einer Klausur mit multiple-choice möglich. In Essays oder der gleichen sind nihct wirklich mehr als 80 möglich und wer dort 70 hat, hätte bei uns eine 1,0.
Ein kleiner Dämpfer war der Kontakt zu den einheimischen Studenten. Es fiel uns International Students relativ schwer. Die meisten hatten schon ihren Freundeskreis und verschwanden sofort wieder nach der Stunde. Das Verhältnis zu anderen International Students war jedoch sehr freundschaftlich. Das lag zum einen daran, dass wir alle im selben Boot saßen und dass das Student Office mehrere Veranstaltungen am Anfang von dem Semester organisiert hat für die IS, so konnte man gute Beziehungen zu Leuten aus aller Welt knüpfen.
Was ich persönlich sehr gut fand, war die Zuweisung eines PAT, nein, kein Haustier, ein Personal Academic Tutor. Das waren Dozenten, die die Rolle einer Bezugsperson für Persönliches, Akademisches etc. übernahmen. Jeder Student hat dort einen PAT. Dieser kümmerte sich um dich, sollte man Probleme mit Dozenten oder Studenten haben oder gesundheitlich etwas nicht stimmt, Mental Health wird dort ganz großgeschrieben.
Was sehr beeindruckend war, war die Ausstattung an Computerräumen- bei der Masse an Studenten aber auch notwendig. Also falls mal ein Laptop ausfallen sollte, findet man mit Sicherheit einen PC, an dem man arbeiten kann, egal an welchem Campus. Die Bibliotheken an beiden Standorten waren super ausgestattet, falls man etwas nicht im kleineren Avenue Campus gefunden hat, hat man es mit Sicherheit in Highfield gefunden. Falls nicht, kann man auch Bücher aus Universitäten des ganzen Landes ausleihen.  
Ein weiterer Bonus war das Angebot an Freizeitmöglichkeiten am Highfield Campus. Es gibt eine Bar, ein Kaffee, eine Cafeteria, einen Shop für Lebensmittel aus aller Welt, haben sie dort etwas nicht, einfach fragen und es wird bestellt. Außerdem gibt es jeden Montag einen Obst- und Gemüsemarkt aus regionalem Anbau und auch exotische Früchte, sowie ein Brotstand, bei dem echtes Brot verkauft wird (auch nach deutschem Rezept), das können die Briten nämlich nicht ganz so gut. Außerdem gibt es dort noch frischen Fisch und das alles zu mehr als moderaten Preisen, verglichen mit den Supermärkten.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Wie schon erwähnt, das Kontakteknüpfen mit Einheimischen war nicht unbedingt einfach. Viel einfacher jedoch war das Kontakteknüpfen mit Studenten aus aller Welt. Dank der vielen Möglichkeiten in den ersten Wochen kamen alle Internationalen Studenten mal zusammen. Falls man hier noch niemanden gefunden hat, sind diverse Kurse eine super Möglichkeit engere Freundschaften zu knüpfen. Und dann gibt es noch die Mitbewohner, die vielleicht auch noch Leute einladen und so kommt man eigentlich ständig mit verschiedenen Leuten in Kontakt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Zur Sprachkompetenz vor und danach lässt sich so viel sagen; man sollte sich nicht abschrecken lassen, wenn man nicht allzu gut Englisch spricht. Niemand nimmt einem das übel, im Gegenteil: alle sind super freundlich und helfen sofort, sollte man Verständnisprobleme haben. Mein größtes Problem war mein Selbstbewusstsein beim Sprechen. Mir ging es so, dass ich alles super verstehe und auch den „perfekten“ Satz im Kopf habe, aber beim Reden kommt dann nur Bla-Bla. Dank des Aufenthaltes fühle ich mich nun viel selbstsicherer beim Reden.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche erwies sich als recht schwierig. Man sollte damit auf jeden Fall rechtzeitig beginnen, auch wenn man noch keine Bestätigung hat, dass man angenommen wurde. Reservieren geht immer. Ansonsten sollte man sich definitiv bei der Uni bewerben, sie haben dort immer eine bestimmte Zahl an Zimmern reserviert für internationale Studenten. Die Zimmer sind dort jedoch relativ teuer, ähnlich wie bei uns aber man bekommt dann dort ein Busticket umsonst. Ansonsten sollte man versuchen von Privatleuten zu mieten, so wie ich es getan habe. Jedoch sollte man sich hier vorher über den Zustand des Hauses informieren. Bei Halls von kommerziellen Unternehmen sollte man definitiv die Onlinerezensionen lesen und dann eine Entscheidung treffen, der Schein kann nämlich oft trügen. Ich hatte das Glück in einem kleinen, typisch britischen Haus unterzukommen mit sehr netten Mitbewohnern. Die Vermieter waren super nett, man konnte sich gut mit ihnen unterhalten und wenn man Probleme hatte oder darauf hinwies, dass die Matratze schon durchgelegen ist, brachten sie umgehend Ersatz.

Das Busnetz ist relativ gut ausgebaut, zumindest was die Innenstadt angeht, man kommt von A nach B. Man braucht jedoch nicht immer einen Bus, wenn man Glück hat und relativ zentral wohnt, ist alles fußläufig zu erreichen.
Geld abheben ist relativ simpel mit einer Kreditkarte, mit verschiedenen EC-Karten könnte es Probleme geben. Worauf man achten sollte, ist der aktuelle Wechselkurs. Mir ist aufgefallen, dass die Automaten, die keine Gebühr berechnen, einen viel höheren Kurs nehmen, als er momentan offiziell gehandelt wird. Man braucht aber relativ selten Bargeld, denn man kann fast überall mit Karte bezahlen, was mit Kredit oder Debit wunderbar funktioniert, sogar bei Marktständen etc.

Die Lebenshaltungskosten in GB sind relativ hoch, gerade in Großstädten. Southampton ist da keine Ausnahme. Ich habe im Schnitt pro Monat gut 300 Euro für Lebensmittel ausgegeben, ich habe mich hauptsächlich vegetarisch ernährt, frisch gekocht und nachhaltig. Einen großen Unterschied macht das aber auch nicht, dank des Wochenmarktes in der Uni waren die Preise zu weniger nachhaltigen Lebensmitteln fast identisch, nur minimal höher.

Freizeitangebote gibt es in Southampton viele. Gerade Kulturelles wie Museen und Theaterhäuser. Aber auch im Umland gibt es viel zu sehen, wie zum Beispiel Winchester mit seiner atemberaubenden Kathedrale oder die Isle of Wight mit ihren atemberaubenden Landschaften direkt vor Southampton. Wer gerne mal einen Tag oder ein Wochenende in London verbringen möchte, kann in 2 h mit dem Zug die Weltstadt erreichen oder in 3 h mit dem Bus. Außerdem werden von Studentengruppen oft Tagestrips ins ganze Königreich organisiert.

Studienfach: Anglistik und Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Southamtpon

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Rückblickend lässt sich sagen, dass sich Southampton lohnt, im Sommer vielleicht mehr als im Winter. Das Studium ist machbar und hilft ungemein mit den Sprachkenntnissen. Was besser laufen könnte, istdie Wohnungssuche. Alles in allem war es eine schöne Zeit, ich habe viel Neues gelernt, über mein Studienfach, England, die Menschen, die Kultur, die Geschichte und vieles mehr. Für mich war es alle Male eine bereichernde Erfahrung mit all ihren Höhen und Tiefen.    

 

Großbritannien

Zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, finden Sie hier.