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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich erfuhr von den Möglichkeiten des Erasmus+ Programmes beim International Day der Universität Potsdam. Dort wurden Präsentationen gehalten und ich konnte mich mit Studierenden unterhalten, die bereits einen Auslandsaufenthalt hinter sich hatten.
Die Termine sowie weitere wichtige Informationen zu den Fristen für die Bewerbung, welche Unterlagen genau eingereicht werden sollen sowie zu den Partnerhochschulen europa- und weltweilt für jeden Fachbereich, findet man auf der Homepage des International Office der Uni Potsdam.
Die erste Bewerbung richtet sich an den Erasmus Koordinator an der Heimatuni. An der Uni Potsdam ist es für Psychologie Studierende Herr Dr. Soemer. Erst wenn die Nominierung durch die Heimatuni erfolgt ist, richten sich die nächsten Bewerbungsunterlagen an die Gastuniversität.
Nachdem ich von meinem Erasmus-Koordinator an der Gasthochschule nominiert wurde, erhielt ich wenige Wochen später eine E-mail von der University of Southampton.
In dieser Mail wird der Bewerber über alle einzureichenden Bewerbungsunterlagen für die Gasthochschule informiert und erhält zugleich Links zum Welcome Calender, Guidelines und eine Website, die schrittweise durch den Prozess der Bewerbung führt. Zu einem weiteren Zeitpunkt erhält man eine zweite E-mail mit dem Offer Letter.

Bei den einzureichenden Bewerbungsunterlagen an der University of Southampton handelt es sich neben dem Transcript of records um ein Formular, das ausgefüllt werden muss und sich auch entsprechend Application Form nennt. Auf diesem sind alle wichtigen Formalien wie die Angabe des Erasmus Koordinators, der Personalausweisnummer und des Visa Status zu klären. Des Weiteren ist auf dem Formular die erste Kurswahl für den Auslandsaufenthalt vorzunehmen. Es gilt an der University of Southampton, zumindest für Psychologie Studierende, dass man drei Lehrveranstaltungen aus dem eigenen Fachbereich und einen Kurs aus irgendeinem anderen Fach wählen darf, inklusive Sprachen (Achtung: Vorlesung nennt sich hier Module).
Unter diesem Link  ist es möglich, alle Bachelor (= Undergraduate) Kurse rauszusuchen und auch schon einen Blick auf das Vorlesungsverzeichnis, die Lehrperson, den Syllabus, die Leistungserfassung und Notenzusammensetzung zu werfen. Zu erwähnen an dieser Stelle: ich empfehle herzlichst, sich für die Wahl des Kurses außerhalb des Fachbereichs genug Zeit zu nehmen und viele Kursbeschreibungen durchzusuchen. Sobald der eigene SUSSED Account (vergleichbar mit unserem PULS) erstellt ist, kann man unter „Timetable“ und der Semesteransicht das Fach oben links ändern und schauen, welche intra- und außerdisziplinären Kurse zu welchen Zeiten im Semester gehalten werden.
Parallel dazu kann man dann immernoch einen Blick auf die Leistungserfassungen und Anforderungen im jeweiligen Kurs werfen, da der Code für jede Veranstaltung in der Timetable angeben wird.

Im Learning Agreement BEFORE mobility, welches beim International Office der Heimatuni eingereicht werden muss, soll ebenfalls die Kurswahl angegeben werden. Diese sollte der Wahl im Application Form entsprechen.
Falls sich kurz vor Vorlesungsbeginn oder in den ersten vier Wochen danach noch etwas ändern muss, da im Stundenplan Kurse überlappen oder einem die Veranstaltung nicht gefällt, kann man diese Änderungen problemlos im Student Office für Psychologie Studierende an der Uni of Southampton vornehmen (Gebäude 44, Shackelton Building am Highfield Campus). Diese Änderungen müssen aber auf dem Learning Agreement DURING mobility dokumentiert und mit Unterschrift an das International Office der Uni Potsdam geschickt werden.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Die Betreuung durch dortige Verwaltungsmitarbeiter, Dozenten und Studierende würde ich als sehr ausgeprägt beschreiben. Für gewöhnlich werden Mails von Mitarbeitern noch am selben Tag oder am darauffolgenden Tag beantwortet. Selbst wenn ich mit meinen Anfragen (manchmal vor ganzer Vorfreude viel zu früh im Prozess), mal bei der falschen Adresse war, wurde ich stets auf die korrekten Ansprechpartner mit Kontaktdetails hingewiesen. Es kann auch sein, dass einem die Fragen beantwortet werden, wenn man mal spontan im Büro vorbeischaut. Auch das Ansprechen von Dozenten am Ort erwies sich als problemlos und sie sind hilfsbereit.
Alle ProfessorInnen haben zwar ihre festen Sprechzeiten in der Woche, sind aber auch oft bereit, sich mit Studierenden zu anderen Zeiten zu treffen. Jedoch ist es vorteilhaft, dies vorher per Mail o. Ä. abzuklären.
Der Erasmus Koordinator für Psychologie Studierende an der University of Southampton ist Dr. Denis Drieghe und somit auch primärer Ansprechpartner.
Es befinden sich verschiedene 24/7 Anlaufstellen sowie StudentLife für Beratung rund um das Student Life halt und Nightline, welches einem Seelsorgetelefon entspricht, nur dass es von Studierenden selbst betreut wird.

Die Kurse, die ich für meinen Aufenthalt gewählt habe sind:
'Introduction to Educational Psychology' (entspricht pädagogischer Psychologie I an UP), 'Perspectives in Human Animal Interactions', 'Current and Emerging Issues in Psycho-Oncology and Pain Resarch' und 'Race and Ethnicity in Society' (ein Kurs aus der Soziologie).

In der Studienordnung und der Kurzbeschreibung kann man sehen, in welchen Kursen Klausuren geschrieben werden und in welchen nicht. Ich habe in zwei von meinen Kursen am Ende des Semesters eine Klausur geschrieben.
Das Studieren in England ist etwas schulischer und interaktiver gestaltet als in Deutschland. In manchen Kursen werden Anwesenheitslisten geführt, in meinen Vorlesungen waren Diskussionen sehr erwünscht und in den Seminaren wird manchmal neben einer Gruppenpräsentation auch öfter mal eine Fragenrunde gemacht, in der ProfessorInnen Aufgaben vorbereitet haben. Die Klausuren sind häufig nicht die einzige Note, die man in einem Fach bekommt.
Somit setzt sich die Endnote meist zusätzlich aus einer Präsentationsnote, einer Note aus einem Essay, Poster oder einer anderen Form von schriftlicher Ausarbeitung zusammen. Zeitlich investiert man durch die Mid-term Assignments also auch mehr in die Uni Vor- und Nachbereitung. Das soll aber keinem Angst machen, denn die individuelle Betreuung durch Lehrkräfte zur Anfertigung all der Assignments war immer gegeben. Man kann sogenannte Essay Plans vorlegen und sich inhaltlich sowie strukturell beraten lassen. Die Bewertung und den Bewertungsprozess finde ich fair und transparent und wenn mal eine Note gar nicht verständlich ist, kann man sich mit der Lehrkraft verabreden und die Bewertung gemeinsam am Assignment durchgehen.
Außerdem zählt die Klausur am Ende nicht zu 100% und fragt nicht den Inhalt des ganzen Semesters ab.

Die Öffnungszeiten von den Bibliotheken sind recht zuvorkommend, vor allem die der Hauptbibliothek, the Hartley Library. Diese hat nämlich vor und während der Prüfungsphase 24 Stunden geöffnet. Zudem kann man Lernräume und Schreibtische in der Bibliothek und überhaupt auf dem Campus (über SUSSED) vorher unter den Links libcal.soton.ac.uk/booking/hartleyrooms und libcal.soton.ac.uk/booking/studydesks buchen. Die zu buchenden Räume und die Bibliothek sind mit Computern ausgestattet, auf die jeder mit seinem Uni Log-in Zugriff hat. Zudem sind in der Bibliothek und auf dem Campus viele Computer Pools zu finden. Für den einen oder anderen mag es interessant sein, dass das Essen und Trinken in der Bibliothek auf zwei Stockwerken erlaubt ist. Zusätzlich gibt es an einigen Orten in  der Bibliothek die Möglichkeit, sein Mittagessen in einer Mikrowelle aufzuwärmen, und ein Café gibt’s auch.

In England ist es eher so, dass viele Studierende, vor allem StudienanfängerInnen, auf dem Campus leben. Dadurch findet auch viel vom Sudentenleben auf dem Campus statt. Neben dem SUSU Shop, ein kleiner jedoch teurer Supermarkt, befindet sich ein Kino, ein Friseursalon, der unieigene Pub, ein Fitnessstudio mit Schwimmhalle, zwei Restaurants und die Student Union, die mit dem unieigenen Studentenwerk zu vergleichen ist, auf dem Campus. Es handelt sich bei den Mitarbeitern in all diesen Einrichtungen ausschließlich um Studierende selbst. Dies lässt meiner Meinung nach auch eine etwas andere Stimmung entstehen, die lockerer und vertrauter scheint als an anderen Orten.

Da Southampton eine recht kleine Stadt mit zwei großen Universitäten ist, finden sich Studenten eigentlich überall. Demnach ist die Stadt auch gestaltet.

Wohn- und Lebenssituation

Im Juli war ich bei den Open Days der Uni of Southampton und konnte mir dort schon einen Eindruck von den Uniräumlichkeiten und Angeboten machen.
In sogenannten  Viewings konnte ich mir die verschiedenen Zimmer in den Studentenwohnheimen auf dem Campus ansehen. Unter diesem Link  kann man auch online Rundtouren machen und sich die Preislisten ansehen. 
Dadurch, dass wir als Erasmus Studenten jedoch keine Garantie auf einen Uni-Wohnheimplatz haben, habe ich für dieses Open Day Wochenende auch Viewing Termine in privaten Studentenwohnheimen geplant. Letztendlich entscheid ich mich auch für ein privates Studentenwohnheim, da die Zusage/Absage für die Uni-Wohnheime erst Mitte August kam. Das wär mir zu knapp gewesen, auch wenn es heute anders ist.

Man muss jedoch erwähnen, dass die Miete in Wohnheimen generell viel teurer ist als in privaten Häusern, in denen man sich bis auf das Zimmer alles andere mit oft 5 Leuten teilt. Die meisten, die ich kennengelernt habe, wohnten auch in einer Wohngemeinschaft im geteilten privaten Haus.
Dennoch bereue ich es nicht, da mir persönlich die Sicherheit und vertragliche Verlässlichkeit von Wartungsarbeiten oder anderen Problemen, die auftreten können, wichtig war. Vielleicht war das aber auch zu vorsichtig.
Beim nächsten Mal würde ich mich eher für das Mieten eines Zimmers im privaten Haus entscheiden. Denn nun habe ich gesehen, dass man über Facebook oder Bekanntschaften an die richtigen Vermieter kommt und man lieber von Vermietungsagenturen die Finger lassen sollte.
Außerdem ist das Knüpfen von sozialen Kontakten in solchen Wohngemeinschaften einfacher, denn im privaten Wohnheim erlebte ich es eher distanziert und selbst bei meinen Versuchen, WG-Aktivitäten zu planen, kann man Pech haben und die Mitbewohner sind nicht interessiert und/oder gerade deshalb im privaten Wohnheim.

Die Miete wird in England meist per Woche angegeben statt wie bei uns per Monat, daher aufgepasst. Man muss auch drauf achten, ob bei der Angabe des Mietpreises „with“ oder „without bills“  steht, welches den Strom und Wasserkosten entspricht, die noch hinzukommen können. Bei internationalen Studenten verlangen einige Vermieter neben dem Deposit (= Kaution) auch schon die erste oder ersten zwei Monatsmieten. Das ist nichts Ungewöhnliches. Es empfiehlt sich aber, zur Wohnberatung im SUSU Gebäude zu gehen, falls etwas unklar ist oder einem etwas spanisch vorkommt.

Ich war aufgrund meines Mietvertrages im Wohnheim sogar schon zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn in Southampton. Es erwies sich als recht vorteilhaft, da die ganzen Freshers Parties und  Welcome Activities schon starten und man bereits viele tolle Leute kennenlernen kann.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Southampton gibt es lediglich Busse, die einen von A nach B bringen. Die meisten von denen halten an der Uni am Interchange. Aber auch mit dem Fahrrad ist alles gut erreichbar und im Sommer besonders empfehlenswert. Wer keine Busjahresfahrkarte durch das Uni-Wohnheim erhält, dem empfehle ich das Busticket nicht online, sondern im Unilink Office auf dem Highfield Campus zu kaufen, da Studenten einen Rabatt von 30% erhalten.

Banking

Für's Banking ist es gut, bereits eine Kreditkarte zu haben, da sich nicht alles mit der EC Karte zahlen lässt. Wer länger als 6 Monate im Ausland ist, kann bei einigen Banken auch schon ein Bankkonto eröffnen. Dieser Prozess kann jedoch bis zu 4 Wochen dauern und für die Initiierung dessen braucht man die Studienbescheinigung der Uni of Southampton. Für das Bezahlen in einer anderen Währung (Pounds) ohne Gebühren bietet sich die App Revolut an, welche wie Paypal handzuhaben ist und einem auch für 5£ eine to-up Kreditkarte schickt. Das Splitten von Rechnungen im Restaurant, wenn man in der Gruppe essen geht, ist damit auch vereinfacht.

In Bezug auf Lebenserhaltungskosten, ist das Leben in England teurer ist, als in Deutschland. Billige Einkaufsmöglichkeiten bieten in Southampton eine Aldi Filiale in Portswood und ein Lidl im Zentrum der Stadt. Beim Essen in gewöhnlichen Restaurants kommt man schnell mit Hauptgericht und Getränk (ohne Vorspeise) auf 18£.
Je nach dem Wechselkurs ist die Miete dann mal teurer und mal billiger.
Wer Glück hat, kann mit dem Vermieter eine Zahlungsmethode der Wahl vereinbaren, wie z.B. mit Revolut, wo keine zusätzlichen Gebühren für Auslandsüberweisungen anfallen. Selbst in der Universität ist es nicht viel billiger. Wo wir für Gerichte in der Mensa manchmal nur 1,50€ bis 3,50€ zahlen, beträgt der Grundpreis für ein warmes Gericht in der Mensa in Southampton 5,50£.
Für den, der gern ins Kino geht: es lohnt sich eine Woche nach Filmpremiere zu warten, sodass man Filme im Uni Kino für 3£ anstelle von 10£ in der Stadt sehen kann.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Durch die Erasmus Society und International Facebook Group, zu denen man dann gehört, hat man zu Beginn überwiegenden Kontakt zu internationalen Studierenden. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes und sehr interessant.

Leider gestaltet es sich jedoch bei vielen so, dass die zuerst geschlossenen Freundschaften die einzigen bleiben. Dabei hab ich das Gefühl, dass englische Studierende nicht abweisend darauf reagieren, wenn man sie anspricht. Vielmehr sogar empfand ich es so, als würde es die meisten sehr interessieren woher man kommt und wohin man will.
Durch die Societies, die an englischen Unis angeboten werden und an der Uni of Southampton ein sehr ausgeprägtes Angebot haben (über 300 Societies), bekommt man zusätzliche Möglichkeiten, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen. Societies sind so etwas wie AGs. An der Uni of Southampton finden sich Societies u.a. für jede Nationalitäts- oder Religionsgruppe, für mehr Sportarten als mir bekannt waren (darunter auch viele Wassersportarten), für verschiedene Tanzarten, Instrumente und fachliche Gruppen. Es ist eigentlich für jeden etwas dabei, und die Societies veranstalten regelmäßige Socials.
Ich habe zudem bei den Vorbereitungen für Gruppenpräsentationen Freundschaften mit Einheimischen schließen können.
Ich würde zukünftigen Erasmus Studierenden empfehlen, sich für das Buddy Programm an der Uni of Southampton registrieren zu lassen. Leider gab es dieses Angebot in dem Semester als ich da war, nicht. Im Buddy Programm werden Austauschstudenten einem einheimischen Studenten zugeordnet, der einem die Stadt, die Uni und das Studentenleben dort zeigt.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

 Nach Ergebnis des OLS Sprachtests, den alle Erasmus Studenten vor und nach dem Auslandsaufenthalt absolvieren müssen, hat sich meine Sprachkompetenz von B2 auf C1 verbessert. Jedoch kann ich nicht sagen, dass sich mein Englisch spürbar verbessert hat. Ich kann eine differenziertere  Aussage dazu treffen, dass ich mich mit Sicherheit etwas an den englischen Akzent gewöhnt habe und auch den englischen Slang durch das Sprechen mit Einheimischen etwas verinnerlicht habe.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Wenn ich auf die Zeit in Southampton zurückblicke, kann ich nur sagen, dass ich es gar nicht bereue, ins Ausland gegangen zu sein. Die Uni of Southampton gab mir mit ihrem vielfältigen und interdisziplinären Lehrangebot und sehr engagierten ProfessorInnen wertvolle Eindrücke und Impulse für meinen zukünftigen Studienweg. Ich habe viel über das Fach, welches ich studiere, andere Menschen und über mich selbst lernen können.

Ich empfehle es jedem, ins Ausland zu gehen und neue Perspektiven zu erlangen sowie anderen Leuten aus den verschiedensten Orten der Welt zu begegnen. Für einen Auslandsaufenthalt bot die Uni of Southampton meines Erachtens die besten Bedingungen und viel Flexibilität.

 

Großbritannien

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