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Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt

Die Lust zu reisen und längere Zeit im Ausland zu wohnen, gepaart mit der guten finanziellen Unterstützung, die die Universität für Auslandsaufenthalte zur Verfügung stellt, motivierten mich im Januar 2017 kurzerhand, mich für einen Erasmus+-Aufenthalt zu bewerben. Auf den Internetseiten des International Office sowie der fachspezifischen Seite waren alle notwendigen Informationen problemlos zu erlangen. So stellte sich schließlich nur noch die Frage nach einem Ziel. Aber auch dieses war, mit der Intention, mein Englisch weiter zu verbessern, schnell gefunden. Alle notwendigen Unterlagen konnte ich innerhalb eines Tages zusammenstellen und so fand ich schon wenige Tage später die Bestätigung für meinen Erstwunsch Southampton in meinem E-Mail-Postfach. Die University of Southampton nahm ohne mein Zutun nach kurzer Zeit Kontakt zu mir auf und informierte mich über alle noch notwendigen Schritte. Nach der Annahme eines unverbindlichen Angebots und ein paar notwendigen Unterschriften erfolgte bereits die Modulwahl für das kommende Semester und meine Vorfreude stieg weiter an. 


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Auch nach meiner Ankunft und während meines Aufenthalts sendete uns die liebenswürdige Mitarbeiterin des Psychologie-Departments der University of Southampton immer alle notwendigen Informationen zu. Sämtliche organisatorische Angelegenheiten lösten sich dank der dortigen Verwaltung immer problemlos. Dazu gehörten beispielsweise auch Modulwechsel, die zu Beginn des Semesters problemlos vorgenommen werden konnten.
Nicht nur die Organisation, auch das Klima der Universität begeisterte mich von Beginn an. Alle neuen Studierenden wurden in einer Einführungswoche willkommen geheißen. So gab es beispielsweise einen Freshers’ Fayre, mit vielen Spielen und Goodies, durch die sich dortige Organisationen, Restaurants, Societies, usw. vorstellten. Während des gesamten Semesters werden verschiedene Veranstaltungen wie diese von der wunderbaren Students Union organisiert.
In der zweiten Woche begannen dann auch endlich die Lehrveranstaltungen. Obwohl ich in meinem Bachelorstudium zuhause bereits sämtliche Module belegt hatte, begeisterte mich von Anfang an, wie viel ich in den Lehrveranstaltungen in England noch dazu lernen konnte. In den Modulen, die ich dort belegte (Self-conscious Emotions, Developmental Psychopathology & Fornesic Affective and Cognitive Neuroscience) wurde die Modulleistung durch mehrere zu erbringende Leistungen erfasst. Dazu gehörte beispielsweise die Gestaltung eines Posters, einer Powerpoint-Präsentation, eines forensischen Gutachtens oder eines individuellen Blogs und damit ganz andere Leistungserfassungen, als ich es von zuhause gewohnt war. Schon zu Beginn wurde mir gesagt, dass die Leistung an der University of Southampton außerdem wesentlich strenger erfasst wird, als ich es von zu Hause kenne. Die meisten Noten der Klasse fielen zwischen 50 und 70 %, was in Deutschland ungefähr einer 4.0-2.3 entsprechen würde und somit wesentlich unter dem Durchschnitt liegt. Da ich glücklicherweise auf die Noten nicht angewiesen war, lies ich mich auf all das einfach ein und konnte mit großer Freude sehr viel Neues dazulernen, was mein Verständnis von Psychologie und deren Anwendungsfächern um einiges bereicherte.
Die freundlichen und jederzeit zum Kontakt bereitstehenden Dozenten sowie die hervorragende technische Ausstattung, die die Universität zur Verfügung stellte, trugen weiterhin zur problemlosen Bewältigung der Anforderungen bei. Diesen konnte man in der 24-h-geöffnteten Bibliothek auch zu jeder Tageszeit nachgehen.
Nicht nur das eifrige Lernklima, sondern auch die liebevollen Aufforderungen, Pausen einzulegen, Sport zu machen und Freunde zu treffen sowie die große Ausmalwand, an der sich alle Studierenden in der Prüfungsphase entspannten, machten die Bibliothek zu einem liebgewonnenen Ort, der mir positiv in Erinnerung bleibt.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Meine ersten und hauptsächlichen Kontakte während meines Auslandsaufenthalts fanden mit ausländischen Studierenden statt. Dazu zählten insbesondere meine sechs Mitbewohner und Mitbewohnerinnen, die mir von Anfang an ans Herz gewachsen sind. Diese kamen aus Frankreich, Schweden, Brasilien, Kanada und Südafrika, wodurch von Anfang an ein internationales Feeling herrschte. In meiner Zeit dort habe ich durch sie so viel über andere Länder und Kulturen gelernt, wie noch nie zuvor. Zusammen haben wir internationale Gerichte gekocht, zu Musik aus all den Ländern getanzt und Getränke aus all den Ländern getrunken. In kürzester Zeit wurden Mitbewohner zu Freunden, zum Schluss hat es sich wie Familie angefühlt. Das werde ich nie vergessen und noch jetzt habe ich ein großes Lächeln im Gesicht, wenn ich an sie denke.
Mindestens genauso viel Glück hatte ich mit meinem Language-Buddy, der mir vor Ort basierend auf ähnlichen Interessen zugeteilt wurde. Von Anfang an beschränkte sich diese Beziehung nicht nur auf Sprache, obgleich sich meine Sprache dadurch wesentlich verbessert hat. Mein Buddy zeigte mir die Stadt und die Umgebung, aber insbesondere auch die guten Unterhaltungen werden mir ewig in Erinnerung bleiben und sich mit Sicherheit nicht auf das Semester dort beschränken.
Schließlich entstanden auch im Studiengang tolle neue Freundschaften. Allerdings wiederum mit Erasmusstudierenden, da ich auch in vielen Gruppenarbeiten mit diesen zusammengruppiert wurde.
Der Kontakt zu einheimischen Studierenden fiel leider nicht so ausgiebig aus. Auch in Gruppenarbeiten zeigten diese sich nicht besonders offen. Auch wenn sie immer freundlich waren, waren sie nicht an einem Kontakt interessiert, der über die Studiums-Inhalte hinausging. Zugegebenermaßen war mein soziales Leben aber auch durch alle anderen neuen Freundschaften schon so ausgefüllt, dass ich mich nicht übermäßig darum bemüht habe.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich denke, durch das Abitur war mein Englisch nie grauenhaft schlecht. Trotzdem war ich oft schüchtern bezüglich des Sprechens, insbesondere lange Gespräche fand ich schwierig und auch englische Filme zu schauen, strengte mich ziemlich an. Dies motivierte mich schließlich dazu, mein Erasmus in England zu verbringen und ich denke, meine Hoffnungen dahingehend wurden erfüllt. Binnen kürzester Zeit fiel mir das Sprechen und Verstehen wesentlich leichter und auch mein Akzent wurde besser. Im Alltag lernt man auch zahlreiche neue Vokabeln und Ausdrücke. Nach Abschluss des Semesters macht es für mich fast keinen Unterschied mehr, in welcher Sprache ich das Gespräch führte oder den Film schaute. Mein Englisch ist immer noch weit entfernt von Perfektion. Aber das Erasmussemester hat mir gezeigt, dass Perfektion auch überhaupt nicht das ist, worauf es ankommt. Sprache ist dazu da, um Kontakte zu knüpfen, um sich mit neuen Menschen über neue Themen auszutauschen und dadurch neue Horizonte zu entdecken. All das konnte ich im Erasmus mit meinem Englisch erreichen. Ich habe Vorträge vor vielen Leuten gehalten und es gab kein Thema, für das mir die Worte fehlten. Und wenn doch, gab es andere Leute, die mir sofort halfen. Besonders in Deutschland habe ich oft das Gefühl, bevor Menschen etwas in Englisch sagen, was nicht hundert prozentig korrekt ist, sagen sie lieber gar nichts. Dieser Anspruch hat auch mich sehr oft gehemmt. Leider entgeht einem dadurch total viel. Das Erasmus hat mein Englisch nicht nur verbessert, sondern auch die Angst v or dem Sprechen genommen. Dieser Mut hat mir viele wunderbare Abenteuer und Gespräche beschert, für die ich mehr als dankbar bin.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche gestaltete sich zu Beginn kurz holprig. Zuerst bin ich an jemanden geraten, der absurde Geldbeträge für schlechtmöglichste Unterbringungsbedingungen verlangt. Glücklicherweise habe ich den Namen (Tarlok Kalirai) vor Überweisung irgendwelcher Gelder gegoogelt und bin so durch einen anderen Erasmusbericht in letzter Sekunde der Falle entgangen. Wir haben vorher sogar mal über 20 Minuten telefoniert, und er schien super freundlich. Auch bestätigte mir die englische Landlord-Vereinigung, dass er als Landlord registriert ist. Trotzdem ist hier Vorsicht geboten und ich würde empfehlen, möglichst niemandem Geld im Voraus zu überweisen, wenn vorher keine Möglichkeit zur Besichtigung besteht.
Im Nachhinein war die Wohnungssuche aber viel einfacher, als zu diesem Zeitpunkt gedacht. Vor Ort gibt es zahlreiche Häuser mit Zimmern für Studierende und alle suchen Mieter.
Kurz vor dem Aufenthalt hatte ich sogar noch eine Zusage für ein Zimmer im Wohnheim bekommen. Im Nachhinein bin ich aber froh, dass ich diese nicht angenommen habe. Ich habe meine Mitbewohner/-innen schließlich über die Erasmusgruppe auf Facebook gefunden und wir haben zusammen ein Haus über ‚The Student Quarter’ gemietet. Die waren echt freundlich und unkompliziert. Wir mussten die Miete zwar für drei Monate im Voraus zahlen, durften aber das Haus bei Ankunft erst einmal anschauen und mussten auch dann erst unterschreiben. Das hat alles problemlos geklappt und ich hatte mit Haus und Bewohnern unglaublich Glück. Auch wenn ich erst ein mulmiges Gefühl hatte und befürchtete, im Zweifelsfall ohne Unterkunft dazustehen, hat sich das Warten bis zur Ankunft also gelohnt, bevor alles feststand.
Das Haus stand in Portswood, dort gab es nicht nur zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch eine super Verkehrsanbindung zur Uni und in die Innenstadt. Ich habe mir außerdem ein Fahrrad gekauft. Auch im Winter wurde es dort ja nicht so kalt, sodass ich immer und überall hin damit fahren konnte Es war günstiger als einen Buspass für die Zeit zu kaufen und am Ende konnte ich es für den Einkaufspreis problemlos wiederverkaufen. Für mich hat es sich also gelohnt, Freunde von mir sind aber auch ohne Fahrrad gut ausgekommen, da man die Uni auch zu Fuß von dort erreicht.
Für die Bankgeschäfte hatte ich eine Kreditkarte, die keine Gebühren für das Abheben im Ausland berechnet. Daher habe ich kein Konto eröffnet. Dies ist allerdings kostenlos und problemlos vor Ort möglich, also auch eine Überlegung wert. Für Überweisungen kann ich Transferwise empfehlen. Diese überweisen Geld für geringere Beträge, als herkömmliche Banken dies tun und das Geld ist immer noch am selben Tag angekommen - wirklich unkompliziert und günstig.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Neben einzelnen Tipps, die ich im bisherigen Text, soweit es ging, einfließen ließ, kann ich rückblickend nur das sagen, was ich bis jetzt von vielen Leuten nach ihrem Erasmus+-Auslandsaufenthalt gehört habe: es war eine der besten Erfahrungen meines Lebens, die ich nicht missen möchte und jedem empfehlen würde. Das Erasmus hat mich nicht nur sprachlich und fachlich wirklich weitergebracht, sondern mir Freunde überall auf der Welt geschenkt, unvergessliche Momente beschert und mir weit weg von hier ein Zuhause geschaffen, das ich immer in meinem Herzen tragen werde. Ich glaube sagen zu können, dass ich mich auch persönlich weiterentwickelt habe, Ängste überwunden habe, neue Seiten von mir selbst kennengelernt habe und über mich hinausgewachsen bin. Natürlich können hier und da Probleme und Stress auftreten, aber auch diese ließen mich wachsen. Am Ende bleibt zumindest für mich nur Positives, auf das ich immer mit Freude zurückblicken werde!

Großbritannien

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