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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich hatte schon zu Beginn des Studiums vor, ein Auslandssemester zu machen, um die englische Sprache zu vertiefen, persönliche Erfahrungen zu sammeln und Fachkenntnisse zu erweitern.  Etwa ein Jahr vor meinem Auslandssemester begannen die Vorbereitungen. Zunächst bewarb ich mich bei meiner Koordinatorin innerhalb des Studienganges. Nachdem die Zusage ihrerseits bestand, bewarb ich mich einige Monate später erneut in Newcastle. Dies ist eher eine formale Sache- in der Regel besteht durch die Zusage der Koordinatorin auch automatisch eine Zusage in Newcastle direkt. Jedoch sollte man sicher gehen, dass man die Bewerbungsunterlagen online fristgerecht einreicht, sonst könnte es Probleme geben.

Für die Patholinguisten: Da die Newcastle University bereits als eine der besten Universitäten weltweit gekürt wurde und die erste im Vereinigten Königreich war, welche die Möglichkeit eines Abschlusses in der Richtung ,,Speech and Language Therapy“ anbot, war meine Entscheidung schnell getroffen. Außerdem werden viele interessante Kurse zu Themen wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Laryngektomie, Autismus, Demenz und Pragmatischen Störungen angeboten, welche wir hier bei uns nicht oder nicht ausführlich behandeln.

 


Studienfach: Patholinguistik

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Newcastle University

Gastland: Großbritannien

 

Studium an der Gastuniversität

Der Campus der Uni ist mitten in der Stadt und wirklich schön. Es gibt viele alte Gebäude, die an Hogwarts erinnern und trotzdem von innen hochtechnisch ausgestattet sind. Überall auf dem Campus  findest du auch Computer, sei es in der ,,Students Union“, in der Bibliothek oder in anderen Uni-Gebäuden. Die Uni ist im Allgemeinen sehr gut organisiert. Es gibt zu jedem Thema einen Ansprechpartner. Die „Students Union“ bietet sehr viel für Studenten an. Hier gibt es ein Beratungscenter, bei dem dir mit verschiedensten Problemen geholfen wird. Seien es psychologische Probleme, Hilfe bei der Unterkunftssuche, finanzielle Schwierigkeiten oder eine Beratung zwecks der Studienleistungen. Ebenfalls werden Kurse angeboten zu Themen wie ,,Essays schreiben“. 
Im ständigen Kontakt steht man durch Emails von Dozenten und Mitarbeitern, checke also deine Mails regelmäßig, um auf dem neuesten Stand zu bleiben (auch Nachrichten zu Wetterwarnungen, Streiks, Klausuren, …). Die Dozenten wollen auch mit dem Vornamen angesprochen werden, woran man sich auch erst einmal gewöhnen muss. Sie waren alle sehr nett und hilfsbereit, sei es bei persönlichen Gesprächen oder bei Nachfragen per E-Mail. Über ,,Blackboard“ (etwa so wie unser Moodle), werden Kursinhalte hochgeladen und Aufgaben eingereicht.
Des Weiteren kann ich die Newcastle University App empfehlen. Hier kannst du einsehen, wann du deine Bücher zurückbringen musst und kannst sie verlängern. Außerdem werden Öffnungszeiten von verschiedenen Gebäuden angezeigt.
Die Newcastle University verfügt über mehrere Bibliotheken, wobei die „Robinson Library“ die größte ist und diejenige, in der sich die meisten Bücher befinden. Hier findest du so ziemlich alles und kannst dir so viele Bücher wie gewünscht ausleihen. Diese Bibliothek hat sogar 24 Stunden geöffnet. 
Im Language Ressource Centre ist es möglich, neue Sprachen zu erleneren oder auch bereits erlernte zu vertiefen. Hier kannst du verschiedenste Übungsprogramme nutzen, sowie eine Auswahl an Filmen, Büchern usw. ausleihen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, einen Tandempartner zu suchen, mit dem du dich in deiner gewünschten Sprache austauschen kannst.
Zu Beginn des Semesters bekommst du eine Student Card. Damit kannst du nicht nur Türen öffnen und Rabatte bekommen, du benötigst sie auch, um dich in Kursen „einzuchecken“. Vor Beginn jeder Vorlesung hältst du die Karte an einen Schalter und so weiß die Uni Bescheid, ob du da gewesen bist.
Das Semester begann im Januar und endete im Juni, was ein bisschen schwierig zu koordinieren war, da unser Semester hier ja von April bis Juli läuft.  Von März bis April gab es einen Monat Ferien.
Die Vorlesungen dauerten bei mir meist 2 – 3 Zeitstunden. Dies lag jedoch vermutlich auch daran, dass wir vor den Ferien aufgrund des Praktikums der anderen Studenten weniger Vorlesungen hatten und dafür nach den Ferien mehr Stoff in weniger Zeit schaffen mussten.
Allgemein gab es sehr viele Gruppenarbeiten und –vorträge während des Semesters.

Für die Pathologen: Was mir gut gefiel war auch, dass die Kurse immer sehr praktisch waren und wir viel mit Fallbeispielen gearbeitet haben. Wir hatten beispielsweise auch stotternde und laryngektomierte Personen bei uns zu Gast.  
       
Am Ende des Semesters schrieb ich mehrere Essays als Leistungsnachweise für meine Kurse.  Die Essays werden online bei ,,Blackboard“ hochgeladen. Dabei durchlaufen sie eine Art Plagiat-Check-Programm. Pass also auf, dass du alles was du nutzt umformulierst und korrekt zitierst. Jede Fakultät hat auch ihren eigenen Zitierstil, informiere dich also vorher darüber. Da ich vorher leider noch gar keine Erfahrung mit Hausarbeiten hatte, fiel mir das ein bisschen auf die Füße.
Bewertet wird mit einem Punktesystem, wobei eine 100 die beste Note und eine Punktzahl unter 40 ein durchgefallen wäre. Die genaue Umrechnung der Noten findet man hier. Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass meine Noten etwas schlechter ausfielen als in Potsdam, ich habe jedoch alle Kurse ohne Probleme bestehen können.

Leben auf dem Campus

Des Weiteren gibt es sogenannte Societies, welchen man für einen kleinen Beitrag beitreten kann. Das sind AG’s / Clubs die sich meist einmal in der Woche treffen. Hier wird jeder fündig. So gibt es zum Beispiel die Klassiker wie Chor, Orchester und verschiedene Sportarten, auch haben aber viele Studiengänge ihre eigene Society. Ebenfalls gab es eine ,,Cheese and Wine society”, eine ,,Student brew society“, ,,vegan and vegetarian society“, ,,fashion society“ und viele mehr. Diese Societies sind abgesehen vom Spaß an der Sache so toll, weil du schnell viele Leute kennen lernen kannst. Meist gibt es auch regelmäßig ,,Socials“ bei denen gemeinsam Dinge unternommen werden (beim Chor z.B. Karaoke singen, bei der Vegan & Vegetarin society Essen gehen usw.) Es gibt zu Beginn des Semesters einen ,,Freshers Fair“ bzw. ,,Refreshers Fair“, auf dem sich die verschiedenen Societies vorstellen. Ich empfehle dir auf jeden Fall dort hinzugehen und dich umzusehen. Bestimmt ist auch etwas für dich dabei!
Zusätzlich stehen einige Wochen an der Newcastle University unter einem bestimmten Motto. So gab es zum Beispiel eine ,,Disability awarenes week“, in der Vorträge gehalten und Filme gezeigt wurden oder eine „Islam Week“ in der der Islam näher vorgestellt und auch typisches Essen angeboten wurde.
Im Keller der Students Union gibt es die „Venue“, wo öfter mal etwas los ist. So sind hier Partys, Talent Shows oder auch Bingo Abende, welche du mindestens einmal besuchen solltest. Daneben gibt es die „Luthers“ Bar. Hier kann man zu allen möglichen Tageszeiten Studierende antreffen, welche sich einen Kaffee, eine Cola oder auch ein Pint (etwas über einen halben Liter – die typische Maßeinheit hier ) Bier oder Cider gönnen.  

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Gleich zu Beginn des Semesters gab es ein paar „Kennlerntage“, an denen Informationsveranstaltungen für alle internationalen Studierenden angeboten wurden. Diese waren nicht nur hilfreich, um mehr über die Universität und das Gastland zu erfahren, sondern insbesondere auch, um andere ausländische Studierende kennenzulernen. Schnell konnte man so neue Bekanntschaften schließen und sich austauschen. Allein in diesen ersten Tagen schlossen sich Freundschaften und bildeten sich Gruppen, welche den Rest des Semesters über bestehen blieben. Deshalb empfehle ich dir definitiv, zu diesen Veranstaltungen zu gehen. Der Kontakt zu den anderen Erasmus-Studierenden war sehr ausgeprägt und man fand schnell Anschluss.
Bezüglich der englischen Studierenden sah es ein wenig anders aus. Zwar lernte man von ihnen auch einige kennen, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie nicht so offen mir gegenüber waren, wie die anderen Erasmus Studierenden bzw. länger brauchten, um auf neue Gesichter zuzugehen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich bereits während der Schulzeit ein Jahr im englischsprachigen Ausland verbracht hatte, waren meine Englischkenntnisse schon vor dem Auslandssemester recht gut. Jedoch hat es definitiv geholfen mein (Fach-)Englisch aufzufrischen und zu vertiefen. Außerdem konnte man sich so einerseits besser in das British English hinein hören, andererseits auch in viele verschiedene Akzente der anderen Erasmus Studierenden.

Wohn- und Lebenssituation

Mir hat die Stadt Newcastle wirklich sehr gut gefallen. Sie ist nicht zu klein und nicht zu groß. Man kann zu Fuß vieles gut erreichen. Es ist generell eine junge Stadt, da die Studierenden einen Großteil der Bevölkerung ausmachen. Es gibt wirklich viel zu unternehmen, seien es Kino-oder Pubbesuche oder Angebote der Uni. Die ,,Geordies“ (Einwohner von Newcastle mit dem gleichnamigen Dialekt) sind wirklich nett, wenn man sich erst einmal an ihren Dialekt gewöhnt.
Schau definitiv mal bei „Wetherspoons“ vorbei, davon gibt es drei in Newcastle und das Essen ist super lecker und super günstig! Außerdem kann ich das ,,Hancock“ empfehlen. Apropos Pub: Auch in Großbritannien ist das ,,Drinking Age“ 18, jedoch gilt die Faustregel, dass man ,,wie über 25 aussehen muss“, um Alkohol ausgeschenkt zu bekommen / kaufen zu können. Sei also nicht beleidigt, wenn du beim Kauf eines Bieres nach dem Ausweis gefragt wirst und hab ihn am besten immer dabei.
Man muss auch bedenken, dass es in England immer etwas kälter ist und dass Newcastle nicht weit entfernt vom Meer liegt- der Wind ist also etwas stärker und frischer. Man sollte dies also nicht unterschätzen.
In der Stadt kann man viel unternehmen. Ich empfehle dir den ,,Victoria Tunnel“, das ,,Baltic“, die ,,Sage“ und den ,,Quayside Market“ zu besuchen. Letzter findet jeden Sonntag an der Tyne statt. Auch gibt es einen Markt in Tynemouth am Bahnhof. Beide lohnen sich wirklich. Hier gibt es alles von Essen über Bücher, Schmuck und Kleidung. Tynemouth solltest du sowieso besuchen, die Stadt ist nur 20 Minuten mit der Metro entfernt und liegt direkt am Meer. Auch South Shields ist einen Besuch wert, hier gibt es einen kleinen Freizeitpark und Klippen am Meer.

Ich habe mir kein Bankkonto dort eröffnet, da es für mich nicht notwendig war. Manche Wohnungsanbieter verlangen aber eventuell ein britisches Konto. Ich habe seltener aber dafür größere Beträge an Bargeld abgehoben, da dadurch die Gebühren am geringsten waren, dies ist jedoch von Bank zu Bank unterschiedlich.  Informiere dich am besten bei deiner Bank über etwaige Gebühren beim Abheben / bei Kartenzahlungen.
Lebensmittel sind in England generell etwas teurer als in Deutschland. Dazu kommt ja noch die Umrechnung von Pfund in Euro, die man gerne mal vergisst. Kleine Supermärkte in der Stadt wie Sainsbury’s oder Tesco sind eher teuer. Es gibt etwas außerhalb Lidl und Aldi, mit Preisen fast wie in Deutschland. Es lohnt sich, ab und zu mit dem Bus oder einem Uber dort hinzufahren und einen Großeinkauf zu machen, man spart wirklich viel.
Über meine Krankenversicherung war ich automatisch in der ganzen EU versichert. Dies kann jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich sein, informiere dich also rechtzeitig.

Nach einer Wohnung kannst du am besten in den verschiedensten Facebook-Gruppen zum Thema Wohnungssuche in Newcastle suchen oder bei spare room (das ist so etwas wie das englische WG-gesucht).
 Letztlich habe ich meine Wohnung dann über Facebook gefunden. Ich habe mir für die erste Woche ein AirBnB genommen und bin dann jeden Tag zu mehreren Besichtigungen gefahren, da ich die Wohnungen vorher sehen wollte, bevor ich mich entscheide. Das würde ich auch jedem empfehlen. Ich würde nicht irgendwo hin Geld überweisen und einen Vertrag unterschreiben, ohne die Wohnung vorher gesehen zu haben. Manche Dinge kann man nicht nur über Fotos sehen wie z.B. Schimmel, Geruch, Lage etc.
In die Wohnung konnte ich dann letztendlich etwa 1,5 Wochen nach meiner Anreise einziehen. Deshalb würde ich empfehlen, rechtzeitig anzureisen, um genug Zeit für die Wohnungssuche zu haben, denn wenn die Uni schon begonnen hat, möchte man sich nicht noch gleichzeitig mit so etwas herumschlagen.
Meistens wird die Miete pro Woche berechnet, achte also vorher darauf und vergiss nicht, sie noch in Euro umzurechnen, damit du weißt , womit du monatlich rechnen musst. Mieten sind generell etwas höher und auch musst du drauf achten, ob die Nebenkosten schon enthalten sind oder noch hinzu kommen.
Es gibt auch Studentenunterkünfte direkt von der Uni aus, diese waren mir persönlich jedoch alle etwas zu teuer, diesbezüglich kann ich also leider nichts sagen. Sie sind aber sicher auch eine gute Möglichkeit, um schnell Leute kennenzulernen. Die Wohnheime, die ich gesehen habe, waren jedoch sehr einfach gehalten.
Achte am besten darauf, eine Wohnung in Laufnähe zur Uni zu bekommen, da die öffentlichen Verkehrsmittel (Bus & Metro) relativ teuer sind, da es keine Studententickets oder Ähnliches dafür gibt. Meine Wohnung war etwa 20 min zu Fuß von der Uni entfernt, das war völlig okay. Musst du aber jeden Tag viel mit den Öffis fahren, wird’s teuer.
Die Busse fahren übrigens auch abends nur bis etwa 23 Uhr. Wenn du also spät abends mal bequem nach Hause möchtest, kannst du dir ruhig ein Taxi rufen. Die Preise sind im Gegensatz zu Deutschland viel günstiger und viele nutzen sogar tagsüber Taxis. Nutze am besten Apps wie,,Uber“ oder ,,BlueLine“.


Wenn du vorhast, England und Schottland während deiner Zeit dort etwas zu erkunden, würde ich dir empfehlen, dir eine Railcard zu kaufen. Diese kostet etwa 30 Pfund und gibt dir Rabatt auf jede Fahrt mit dem Zug.
Außerdem empfehle ich Alnwick (Alnwick Catsle), York (Einkaufsstraße und Läden), Durham (Kathedrale) und Oxford (Christ Church, New College, Divinity School, Boldleian Library). Außerdem sind Manchester, Liverpool, Edinburgh und Glasgow einen Ausflug wert. Weite Strecken wie London und Oxford kannst du mit dem Zug recht günstig zurücklegen, solltest du früh genug buchen.
Ansonsten gibt es noch Mega Bus, der auch kurzfristig recht günstig ist, nur eben natürlich sehr viel länger braucht.

Studienfach: Patholinguistik

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Newcastle University

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Insgesamt kann ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, mein Auslandssemester in Newcastle verbracht zu haben. Ich habe nicht nur meine sprachlichen Fähigkeiten verbessert und viele interessante fachliche Dinge gelernt, sondern zusätzlich viele neue Menschen kennengelernt, viel vom Land und der Kultur gesehen und mich persönlich weiter entwickelt. Ich würde jedem, der mit dem Gendanken spielt, ein Auslandssemester an der Newcastle University zu verbringen dazu raten es zu tun.

 

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