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Studienfach: Patholinguistik / Speech and Language Sciences

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Newcastle University

Gastland: Großbritannien

 

Vorbereitung des Auslandaufenhaltes

Durch Erasmus+ - Informationsveranstaltungen in Potsdam vor Antritt des Auslandssemesters konnten viele organisatorische Dinge wie die einzureichenden Unterlagen, die Zahl zu erreichender Credits an der Gastuni sowie das Ausfüllen des Learning Agreements geklärt werden, sodass ich mit einem sicheren Gefühl nach Newcastle fliegen konnte. Das International Office war bei allen Fragen stets eine große und geduldige Hilfe. Die Kontaktaufnahme mit der Gastuni erwies sich als unproblematisch und alle Fragen konnten per Email geklärt werden. Allerdings ergaben sich durch die Umstellung meines Studienganges in Newcastle von „Speech and Language Sciences“ auf „Speech and Language Therapy“ Uneindeutigkeiten mit der Kurswahl, da einige Kurse nicht mehr angeboten wurden, die ich belegen wollte. Die endgültige Kurswahl fand jedoch an der Gastuni in einem persönlichen Gespräch statt, sodass die Module sinnvoll ausgewählt werden konnten. An der Gastuni fanden kurz nach der Anreise Einführungstage statt, an denen die Uni, das Benotungssystem, aber auch kulturelle Besonderheiten der Region und Großbritanniens vorgestellt wurden. Außerdem fand ein Begrüßungsfrühstück für internationale und Erasmus+ - Studierende statt, wodurch ich das erste Mal in Kontakt mit anderen Erasmus-Studierenden kommen konnte.

Studium an der Gastuniversität

Vor jedem Seminar musste man seinen Studentenausweis an ein kleines Gerät halten, um die Anwesenheit zur Lehrveranstaltung, die obligatorisch war, zu bestätigen. Teilweise musste man sich auch handschriftlich in eine Liste eintragen. Die Vorlesungen und Seminare gingen meist 2 bis 3 Stunden mit einer kurzen Pause. Teilweise gab es auch Blockveranstaltungen, die von 9 – 16 Uhr gingen. Die Folien wurden meist als Ausdruck im Seminar verteilt, sodass man sich währenddessen Notizen machen konnte. Zudem wurden in den Seminaren viele Videobeispiele gezeigt und Fallstudien besprochen, um den Stoff anschaulicher zu gestalten. Weiterhin kamen wir in den Kursen „Voice“, „Laryngectomy“ und „Fluency“ direkt mit Patienten in Kontakt. Sie berichteten von den Reaktionen anderer Personen und ihrer eigenen Wahrnehmung der Stimmstörung, des Stotterns sowie der Benutzung einer Stimmprothese. Durch Gruppenarbeiten in jedem Seminar kam ich recht schnell mit anderen Studierenden meines Studienganges in Kontakt. In jedem Seminar sollte zu einem bestimmten Thema ein Vortrag ausgearbeitet bzw. ein Fallbeispiel bearbeitet und präsentiert werden. Ich erhielt viel Unterstützung von den anderen Gruppenmitgliedern, wenn ich Fragen oder Schwierigkeiten hatte. Alle waren stets sehr hilfsbereit. Auch die Dozenten waren aufgeschlossen und engagiert, als Fragen zur Leistungserfassung auftraten. Die Erasmusstudenten meines Studienganges mussten im Gegensatz zu den einheimischen Studenten keine Klausuren schreiben, sondern Hausarbeiten. Die Leistungsanforderungen scheinen an der Newcastle University höher zu sein als in Potsdam. Es existiert zudem ein anderes Bewertungssystem, das von <40 (entspricht 5,0) bis >70 (entspricht 1,0) reicht. Außerdem erhält jeder Studierende ein individuelles schriftliches Feedback, was sehr hilfreich für zukünftige Arbeiten ist. Weiterhin erhält jeder Studierende am Anfang des Semesters ein Druckguthaben von etwa £35, das auf dem Studentenausweis gespeichert ist. An mehreren Stellen auf dem Campus gibt es die Möglichkeit, Dokumente in schwarz-weiß oder Farbe zu drucken. Weiterhin gibt es mehrere Bibliotheken, die über ein breites Spektrum an Literatur sowie über zahlreiche Computerarbeitsplätze verfügen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Durch die Gruppenarbeiten konnte ich Kontakte zu einheimischen Studenten knüpfen und auch außerhalb der Uni mit ihnen Zeit verbringen.
Die meisten Studierenden, die ich kennengelernt habe, waren jedoch internationale oder Erasmus+ - Studenten. Durch die Einführungstage, organisierte Veranstaltungen und Kneipentouren kam man schnell mit anderen in Kontakt.
Außerdem konnte ich durch meinen Buddy mehr über Newcastle erfahren und Tipps zu sehenswerten Orten und Plätzen in der Umgebung sowie zum System der Uni erhalten.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Zu Beginn des Aufenthaltes war ich noch relativ zurückhaltend, was das Sprechen anbelangte. Doch mit der Zeit wurde ich immer sicherer, konnte typische Floskeln einbauen und mein Vokabular immer weiter aufbauen. Gegen Ende des Aufenthaltes merkte nicht nur ich selbst, wie flüssig mein Englisch nun war, sondern ich hörte auch von anderen Erasmus+- Studenten, dass ihnen mein sprachlicher Fortschritt aufgefallen war.
Dieser Fortschritt war sicherlich auch dadurch bedingt, dass ich mit meiner Mitbewohnerin, die auch aus Deutschland kam, versucht habe, durchgängig Englisch zu reden, um mein Sprachniveau zu verbessern.

Wohn- und Lebenssituation

Ich fing schon ca. 2 Monate vor der Hinreise mit der Wohnungssuche an. Dazu gab ich Inserate in verschiedenen Facebook-Wohnungsgruppen und der Immobilienseite „spareroom“ auf, schrieb dort aber auch regelmäßig Personen an, die Zimmer vermieten wollten. Für die erste Woche in Newcastle vereinbarte ich alle Besichtigungstermine und fand dadurch auch eine Wohnung. Schwierig erwies sich das Lesen des 20-seitigen Mietvertrages, der unendlich viele Paragraphen und Fremdwörter enthielt. Immer wieder ergaben sich neue Fragen, die geklärt werden mussten, bevor ich den Vertrag unterschrieb. Wenn man als Erasmus+ - Student in Großbritannien eine Wohnung mieten möchte und die Miete monatlich zahlen will, braucht man einen Garanten, der auch in dem Land leben muss. Das macht es Austauschstudenten sehr schwer, da man normalerweise niemanden in dem Land kennt, der für einen bürgen könnte. Aus diesem Grund hat man die Möglichkeit, gegen eine relativ hohe Summe eine Agentur (z.B. „Housing Hands“) zu beauftragen, die dem Vermieter garantiert, dass man die Miete monatlich aufbringen kann. Ich zog diese Firma erst in Betracht, entschied mich wegen der hohen Zusatzkosten jedoch dafür, die Miete komplett im Vorhinein zu bezahlen, was auch möglich war. Natürlich war das mit einem gewissen Risiko verbunden, falls es Probleme mit den Mitbewohnern gegeben hätte oder ich aus etwaigen Gründen früher als geplant hätte abreisen müssen.
Im Nachhinein bin ich froh, die Miete vorab gezahlt zu haben und mir die Extrakosten für „Housing Hands“ dadurch gespart zu haben. In Newcastle kann man alles im Zentrum zu Fuß erreichen. Von meiner Wohnung aus war ich in 10 min in der Innenstadt und in 20 min an der Uni.
Es gibt auch verschiedene Busunternehmen wie „Stagecouch“. Dort kostet ein Einzelticket ungefähr £1,70 und ein Tagesticket ca. £4. Außerdem gibt es die Metro, die vom Flughafen in die Innenstadt etwa 25 min und von der Innenstadt zum Meer ungefähr 25 min braucht. Wenn man plant, auch viele andere Städte in Großbritannien zu besichtigen, lohnt sich eine Railcard 16-25. Diese kann man für £30 kaufen und erhält damit bei jeder Zugfahrt Vergünstigungen. Zudem kann man in Newcastle fast überall mit Karte bezahlen, was auch die gängigste Methode ist. Ich habe in Großbritannien kein neues Konto eröffnet, sondern regelmäßig die höchstmöglichste Summe an Bargeld abgehoben, um mir die Zusatztransaktionsgebühren zu sparen. Vor dem Auslandsantritt habe ich zudem eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen. Weiterhin bietet die Uni verschiedene „Societies“ an, bei denen man mitwirken kann. Neben diversen Sportkursen und Chören kann man auch Pilates machen oder sich in der Cheese & Wine Society bei einem Glas Wein durch verschiedene Käsesorten probieren.
Zudem gibt es das Angebot „Give it a go“. Bei diesem kann man gegen einen geringen Preis Aktivitäten wie Cocktails mixen oder Badebombenherstellung ausprobieren. Zum Einkaufen von Lebensmitteln eignen sich Supermärkte wie Tesco Metro oder Morrisons. Etwas teurer sind hingegen Tesco Express oder Sainsbury’s Local. Generell sind die Lebenshaltungskosten in Großbritannien durch höhere Lebensmittelpreise etwas höher als in Deutschland. Dafür ist man jedoch nicht weit von der Nordsee entfernt, erlebt eine unvergessliche Partyszene und findet auch eine kulinarische Vielfalt in der Stadt.

Studienfach: Patholinguistik / Speech and Language Sciences

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Newcastle University

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Bei aufkommenden Fragen oder Unsicherheiten sollte man auf jeden Fall die Dozenten oder die Verantwortlichen  der Studiengangsorganisation kontaktieren. Sie werden einem umgehend helfen. Bei den Hausarbeiten ist es sehr wichtig, auf die formalen Vorgaben wie Deckblatt und Seitenzahlen sowie die Deadline zu achten, da das Nichtbeachten zu hohem Punktabzug führen kann.

Ich kann nur empfehlen, vor der Anreise Besichtigungstermine für Wohnungen zu vereinbaren, um sich diese persönlich anzusehen, bevor man einen Vertrag unterschreibt oder Geld für die Miete überweist. Ich war bei mehreren Wohnungsbesichtigungen und habe viele heruntergekommene Wohnungen gesehen, die auf den Bildern ganz anders aussahen. Außerdem spielt auch die Wohngegend eine Rolle, die man meist erst direkt vor Ort einschätzen kann. Weiterhin kann man durch eine Besichtigung meist auch mit den Mitbewohnern in Kontakt kommen und einen Eindruck davon bekommen, ob man sich mit ihnen für die Zeit des Aufenthaltes verstehen wird.
 Um schnell in Kontakt mit anderen Austauschstudenten zu kommen, sollte man definitiv die Willkommensveranstaltungen der Uni wahrnehmen und sich beim „Buddy Scheme“ anmelden, bei dem man einen Buddy bekommt, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem betreut der Buddy noch andere Austauschstudenten, sodass man durch ein gemeinsames Treffen auch mit ihnen in Kontakt treten kann.

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