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Vorbereitung auf das Auslandsstudium

Meine Entscheidung, mich für einen Auslandsaufenthalt während des Studiums zu bewerben, war eher spontan. Ich wusste schon früh, dass ich diese Erfahrung machen möchte, jedoch erfolgte der endgültige Entschluss dazu erst in meinem 3. Fachsemester. Dann musste ich mich schnell informieren und mir bewusst werden, wohin es mich für das Erasmus-Semester ziehen wird. Da ich schon immer eine solche Erfahrung im Vereinigten Königreich machen wollte, suchte ich mir die dafür in Frage kommenden Universitäten heraus. Letztendlich entschied ich mich für meinen Erstwunsch, die University of Manchester, und habe es nicht bereut! Ich habe dort für mein Fach Geschichte Kurse belegt und war wirklich sehr zufrieden. Im Vorfeld habe ich mich zu der Uni informiert und festgestellt, was für einen hohen Stellenwert ein Studium dort hat. Das hat mich natürlich darin bekräftigt, dort hin zugehen, da das Auslandssemester nicht nur eine coole, sondern genauso eine wissenschaftlich weiterbringende Erfahrung sein soll. Die zu belegenden Kurse spielen eine wichtige Rolle für das Erreichen nötiger Credit Points, denn man muss mindestens Interesse vorweisen, damit man am Ende die Punkte erreicht.
Nach meiner Zusage, wurde ich per Mail über Wichtiges der Uni informiert und es erfolgte die erste Kontaktaufnahme. Darüber hinaus musste ich mich auch offiziell bei der Universität bewerben und verschiedene Dokumente einreichen (zum Beispiel ein Personal Statement ähnlich dem Motivationsschreiben für Erasmus+ oder meine vorläufige Auswahl der Kurse, die ich belegen wollte).
Vor meiner Abreise wurde ich vom International Office gut betreut was Dokumente für Erasmus+ oder Deadlines für die Universität Potsdam selbst angeht. Es gab Veranstaltungen und Checklisten, sowie Erinnerungsmails, sodass es quasi unmöglich war, nicht richtig vorbereitet zu sein. Nichtsdestotrotz hängt es auch immer sehr an einem selbst, wie investiert man in sein bevorstehendes Auslandssemester ist und wie sehr man mitdenkt.
So habe ich mich bereits 4 Monate vor meiner Abreise um eine Unterkunft in Manchester gekümmert. Da ich nur ein Semester in Manchester studieren wollte, konnte ich nicht sicher sein, einen Wohnheimplatz zu bekommen. Diese waren nur für full-term-Studenten sicher. Ich habe mich trotzdem beworben und hätte sogar eine Woche vor Studienstart ein Zimmer bekommen. Da mir dies im Vorfeld aber zu unsicher war und ich am Ende nicht ohne ein Dach über dem Kopf dastehen wollte, meldete ich mich bei verschiedenen Internetportalen zur Zimmersuche in Manchester an. Anfangs war es nicht so einfach durchzusehen und nicht neben der Studientätigkeit darin im Stress zu versinken. Im Juli hatte ich dann schon ein Zimmer in einem Studentenhaus sicher!


Studienfach: Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Manchester

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

An der University of Manchester studiert man das akademische Jahr lang in zwei Semestern. Ich war für das erste Semester (Wintersemester) an der Uni eingeschrieben. Pro Semester sollte man auf 60 Manchester Credits kommen, was umgerechnet 30 ECTS sind. Je nach Kursstruktur und Inhalten kann man 10 oder 20 Manchester Credits pro Kurs erreichen. Ich habe drei Kurse mit jeweils einem Aufwand von 20 Credits gewählt. Diese Kurse unterscheiden sich dann jeweils in Year 1, Year 2 und Year 3 Kurse. Year 1 sind die Studienanfänger, die pro Kurs gewöhnlich zwei Vorlesungen und ein Seminar besuchen müssen. Das gleiche gilt für die Year 2 Studierenden. Normalerweise gehen Vorlesungen und Seminare jeweils eine Stunde. Bei Year 3 handelt es sich um Studierende kurz vor der Dissertation, sodass sie pro Kurs meist nur ein Seminar haben, welches dann jedoch eine Länge von drei Stunden hat. Da ich meine Kurse nach Interesse gewählt habe und nicht nach den drei „Schwierigkeitsstufen“, besuchte ich am Ende zwei Year 1 Kurse und einen Year 3 Kurs. Man muss in jedem Fall viel lesen und kann schon mal mit einer workload von über 1000 Seiten Lesematerial pro Woche rechnen. Pro Kurs schreibt man während des Semesters etwa 2-3 Essays, deren Umfang zwischen 1000-3000 Wörtern liegt. Dazu kommt am Ende des Semesters eine zweistündige Klausur. Die Essays zählen zusammen 50% der Endnote und die Klausur ebenfalls 50%. Da die Anforderungen in Geschichte ziemlich hoch sind, musste ich mich schon sehr ranhalten und hatte des Öfteren enormen Druck, da sich einige Deadlines überschnitten. Trotzdem ich dieses Gefühl hatte, hat mir das Studium an der University of Manchester großen Spaß gemacht, denn ich habe in kurzer Zeit sehr intensiv sehr viel gelernt. Dazu kommt, dass das Benotungssystem dort relativ kulant ist. Ein Bestanden erreicht man zum Beispiel schon bei 40%. Dadurch fällt es nicht schwer zu bestehen. Das schwierige ist dann jedoch mehr als 70% zu erhalten, da die Note 1 so gut wie kaum realisierbar ist. Meine eine Seminarleiterin erklärte mir, dass die Arbeit für eine „Class 1“ so gut sein muss, dass sie als wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht werden könnte und das wäre nur bei den wenigsten Studierenden der Fall. Viele der Masterstudenten erreichen nicht einmal 80%.

Das Studienklima an der Universität war sehr entspannt, freundlich und modern. Studierende sprechen ihre Dozenten überwiegend mit dem Vornamen an und auf die Nennung der Doktortitel wird dann meist verzichtet. Die Offices der Dozenten und studentischen Hilfskräfte stehen jederzeit offen und auch per Mail wird einem schnell geantwortet. Dies ist bei der Anzahl der Studenten schon recht bemerkenswert. Man hatte so das Gefühl, stets priorisiert zu werden. Ich konnte mir bei Problemen immer Unterstützung sicher sein.

Die Ausstattung der Uni war wirklich hochwertig. Es war sofort ersichtlich, dass die 9000£, die jeder Studierende hier im Jahr zahlen muss, gut angelegt wurden. Die Gebäude und Räumlichkeiten waren modern, die größeren Gebäude hatten jeweils eigene Cafeterien und Computer-Pools. Die Student Union war ein Treffpunkt für alle Studierenden mit einem Food-Court, Information und eigener Bar. Die Bibliothek auf dem Hauptcampus war gut zu erreichen und bot eine Menge an Literatur. Zusätzlich konnte man die Bibliotheken im Stadtzentrum oder die Learning Commons nutzen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Bereits in der Einführungswoche hat man die Möglichkeit erste Kontakte zu knüpfen. Es gab eine Hauptveranstaltung für die Erasmus-Studenten, bei der man wichtige Informationen zum Aufenthalt und Studium erhielt. Auch konnte jeder Studierende an Workshops und Fairs teilnehmen. Die University of Manchester bot darüber hinaus auch Touren durch Manchester oder zu den Stadien der Fußballclubs an, die für einen guten Studentenpreis gebucht werden konnten. Ich habe daran teilgenommen und war begeistert, zumal man somit weitere Leute kennenlernen konnte. Die gesamte Zeit wurde ich freundlich behandelt. Ebenfalls hatte ich eine gute Zusammensetzung in meinem Wohnhaus mit meinen Mitbewohnern, die mehrere Nationalitäten aufwiesen. Daher konnte man auch zu ihnen und deren Freunden Kontakte aufbauen.
Was mich ein wenig gestört hat, war die Schwierigkeit über mein Semester mit den Leuten in Kontakt zu bleiben. Ich habe nicht nur Erstsemester und Erasmus-Studenten kennengelernt, sondern eine bunte Mischung aus allem, was an der Uni möglich ist. Jedoch merkt man schnell, dass man mit den 18-jährigen Studienanfängern eher weniger gemeinsam hat und die Planung für Unternehmungen mit Studierenden anderer Fächer nicht immer leicht war. Darüber hinaus sind leider einige nicht sonderlich darauf aus, lange Freundschaften zu knüpfen, wenn man nur ein halbes Jahr vor Ort ist und sie selbst für mindestens drei Jahre immatrikuliert sind. So hatte man oft nur über einen kurzen Zeitraum Kontakt, bis es sich verlief. Das fand ich bei einigen Leuten sehr schade. Trotzdem habe ich genug Freunde gefunden, mit denen ich dort meine (wenn auch manchmal spärliche) Freizeit genießen konnte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich vor meinem Auslandsaufenthalt bereits über sehr gute Englischkenntnisse verfügte und das Level C2 im Erasmus+ OLS-Test erreichte, habe ich mir kaum Sorgen gemacht. Bis auf den Kontakt zu Freunden und Familie zuhause, ist man ja täglich am Englischsprechen. Das hat mir als großem Englischfan viel Freude bereitet. Ich kam auch sehr gut zurecht, habe es genossen und lernte nur neue typische Manchester-Vokabeln. Da ich auch kaum deutsche Erasmus-Studenten kennenlernte, war dies nur von Vorteil für mein Sprechen der englischen Sprache.

Wohn- und Lebenssituation

Wie bereits im ersten Abschnitt beschrieben, habe ich meine Unterkunft im Internet gefunden. Ich habe auf mehreren Seiten ein Gesuch aufgegeben und meine Vermieterin hat mir schließlich geantwortet. Vor ihr hatte ich auch mit anderen Vermietern Kontakt, also man sollte schon nicht gleich auf das erstbeste Angebot eingehen. Der Wohnungsmarkt in Manchester ist zwar sehr gefragt, jedoch finden sich immer Alternativen. Ich habe das Zimmer dann genommen, ohne es in Person besichtigt zu haben (für solch einen Kurztrip haben mir im Juli einfach Zeit und Geld gefehlt). Allerdings war ich zufrieden mit der Unterkunft, mein Zimmer war groß und die Mitbewohner nett. Der einzige Knackpunkt war der Mietpreis, der bei etwa 440£ pro Monat lag. Es war zwar alles im Preis enthalten, also Nebenkosten entfielen und Manchester ist ja generell nicht günstig, trotzdem ist es ein drastischer Unterschied zu Deutschland. Ich hatte schließlich nur ein eigenes Zimmer und teilte mir 2 Bäder, Küche und Wohnzimmer mit 6 weiteren Mitbewohnern. Jedoch hat eine Freundin, die ich an der Uni kennenlernte, im Wohnheim direkt an dem Hauptcampus gewohnt, was vergleichsweise wirklich schlechter war. Zum einen wohnte sie direkt an der Oxford Road, wodurch es rund um die Uhr durch Verkehrslärm sehr laut war, zum anderen war ihr kleines Zimmer mit extra gelegenen Duschen und WCs teurer als meines – und ich wohnte in einem Einfamilienhaus. Daher würde ich von einem Wohnheim abraten, da die zahlreichen Wohnheime dort wirklich von verschiedener Qualität sind und man nie weiß, wo man einen Platz bekommt.
Gute Studentenviertel sind beispielsweise Rusholme und Fallowfield. Ich habe bei der Curry Mile in Rusholme gewohnt, etwa 15-20 Gehminuten von der Uni entfernt. Was die hohe Kriminalitätsrate anging, habe ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Das heißt nicht, dass man in Manchester unvorsichtig sein sollte. Wertsachen stets im Auge behalten, Haustüren immer gut verschließen und das Smartphone möglichst an Kopfhörern in der Hand halten, so kann es schwieriger entrissen werden. Ich habe mich jedoch ziemlich sicher gefühlt. Nachts ist auch immer etwas los, sodass die Straßen nie zu verlassen sind, wenn man mal allein unterwegs sein sollte.
Öffentliche Verkehrsmittel in Manchester, wie zum Beispiel Busunternehmen, gibt es en masse (Stagecoach, Magic Bus, First, Arriva etc.). Stagecoach- und Magic Bus-Busse gehören demselben Unternehmen an und können somit zusammen mit einem Ticket genutzt werden. Beide Busunternehmen fahren auch die meisten wichtigen Routen in der Stadt, sodass sich ein Wochenticket (15£) oder ein Studententicket „Unirider“ lohnt. Den „Unirider“ kann man sich für etwa 110£ für das Wintersemester in der Student’s Union kaufen.
Da ich nur für ein Semester in Manchester war, fand ich es nicht notwendig, ein britisches Bankkonto einzurichten. Ich hatte bereits von vorherigen Auslandsreisen eine Visa-Kreditkarte und verwendete diese. Im Vorfeld habe ich auch schon Euros in Pfund umtauschen lassen. Ich bin mit dieser Variante gut klargekommen und bei einigen Kreditkarten ist das Geldabheben im Ausland gebührenfrei (z.B. DKB). Für das Bezahlen meiner Miete habe ich den Service von www.transferwise.com in Anspruch genommen, da das Überweisen größerer Summen mit günstiger Umrechnung hier gegeben ist. Das hat bei mir super funktioniert und das Geld ist schon innerhalb weniger Minuten auf das Empfängerkonto übertragen. Die Nutzung kann ich also nur empfehlen.
Da Großbritannien während meines Aufenthaltes weiter EU-Mitglied war, konnte ich einer kostenlosen Arztbehandlung bei Bedarf sicher sein. Eine Auslandskrankenversicherung sollte man dementsprechend besitzen.
Lebenshaltungskosten sind etwas höher als in Deutschland und ich kann nur wärmstens empfehlen, den Umrechnungskurs immer irgendwie im Kopf zu haben. Wenn nicht im Kopf, dann wenigstens auf dem Smartphone. Hier haben mir Apps wie MyCurrency oder Units Plus geholfen. Da ich aufgrund der hohen Kosten eines Auslandsemesters schon auf meine Ausgaben achten musste und ich ein möglichst nicht zu überscheitendes Budget hatte, habe ich die Nutzung der App MoneyControl sehr geschätzt. So konnte ich mein Monatsbudget, alle Ausgaben sowie eventuelle Einnahmen festhalten. Ich habe meine Lebensmittel fast ausschließlich bei Lidl eingekauft, da es sehr günstig war und immer direkt auf meinem Heimweg lag. Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten - die günstigsten wären Asda, Spar, Poundland oder auch Tesco.
Was Freizeitangebote betrifft, hat Manchester wirklich viel zu bieten. Kinos, Museen, Bars, Shoppingmeilen und Sporteinrichtungen sind alle in Uninähe. Für Ausflüge außerhalb Manchesters kann ich die International Society wirklich sehr empfehlen. Darüber hinaus hat Manchester Fußball, Kultur und Kunst zu bieten. Fast alle Museen sind hier kostenlos. Manchester verfügt über drei beeindruckende Bibliotheken, die auch geschichtlich einiges zu bieten haben (Chetham’s, John Rylands, Central Library). Das Northern Quarter ist wirklich hübsch mit netten Cafés. Auch Clubs und Bars gibt es viele, sodass wirklich jeden Tag etwas los ist. Manchester ist eine bunte, vielfältige und wache Stadt. Ich konnte meine Freizeit dort sehr genießen.

Studienfach: Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Manchester

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Rückblickend kann ich nicht nur die University of Manchester empfehlen, sondern auch Manchester selbst. Trotz des Rufes einer tristen Industriestadt, habe ich ihren Charme erkannt.
Mein Tipp sind Trips mit der International Society zu unternehmen. Diese sind jedoch begehrt und schnell ausgebucht, da sie wirklich kostengünstiger sind und man mit ihnen viel erlebt. Man kann natürlich auch Tagestrips selbst planen, sollte dies aber längerfristig im Vorfeld machen, da Bus- und besonders Bahnfahrten dann günstiger sind.
Ich würde raten, lieber in einem Studentenhaus zu wohnen als im Wohnheim, da es einfach eine bessere Erfahrung bietet und ein WG-Leben schöner ist. Trotzdem ist es nicht immer einfach, mit vielen verschiedenen Personen und Kulturen unter einem Dach zu leben, da sich hier die Hygienevorstellungen teils stark unterscheiden. Auch der Standard der Wohnungen in Großbritannien ist auch nicht mit dem deutschen zu vergleichen. So kann es beispielsweise schlechte Isolation der Häuser sowie Begegnungen mit Ratten an den Mülltonnen geben. Also man sollte schon wissen, dass es in England zwar teurer, aber keinesfalls hochwertiger ist.
Alles in allem ist es wichtig, auf das Auslandssemester vorbereitet zu sein, allerdings sollte man sich auch nicht zu viele Sorgen machen!

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