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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Über das Institut für Anglistik und Amerikanistik hatte ich mich für ein Auslandssemester an der Universität Hull in England beworben. Kurz nachdem ich das OK aus Potsdam erhalten hatte, kamen bereits die ersten E-Mails aus Hull. Unter anderem wurde angeboten, in ein Wohnheim zu ziehen - dazu später mehr.

Von Berlin-Schönefeld aus bin ich nach Manchester geflogen. Von dort hat die Uni Hull einen  kostenlosen Shuttleservice mit Bussen organisiert, der einen nach Hull bringt. Diejenigen, die im Wohnheim wohnen, werden auch dort abgesetzt. Wichtig ist, dass man sich zuvor über einen Link, den man per E-Mail erhält, anmeldet und dabei u.a die Ankunftszeit in Manchester angibt. Wer an einem anderen Flughafen landen oder früher bzw. später anreisen möchte, kann das natürlich tun, muss die Fahrt nach Hull dann aber selbst organisieren.


Studienfach: Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Hull

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

 Anders als in Potsdam gibt es in Hull lediglich einen Campus. Die Kurse finden dabei teilweise von Woche zu Woche in unterschiedlichen Gebäuden statt, was etwas verwirrend sein kann; es gibt aber eine gute Campus Map, die bei der Orientierung hilft. Die Bibliothek hat 24 Stunden am Tag geöffnet und bietet mit insgesamt 7 Stockwerken einen schönen Blick über die Stadt. Beeindruckend war auch, dass sich auf dem Campus statt einer zentralen Mensa verschiedene Restaurants und auch ein Supermarkt befinden.
Die Kurse selbst waren gut und deutlich kleiner, als in Potsdam. Die Dozenten brennen für ihr Fach und sind generell mit viel Freude dabei. Da die Kurse - bis auf wenige Ausnahmen - 10 ECTS (20 Hull Credit Points) bringen, muss man sich darauf einstellen, recht viel zu lesen - man kann, zumindest in den Literaturkursen, wöchentlich mit einem Buch pro Kurs rechnen. Prinzipiell herrscht in England zudem Anwesenheitspflicht: Zu Beginn des Kurses muss man den Studentenausweis an einen Kartenleser halten, der die Anwesenheit kontrolliert.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ein Vorteil am Wohnheim ist sicherlich, dass man auf andere Studierende trifft. In den Gemeinschaftsküchen fanden regelmäßig Partys statt, auf denen man neue Leute kennen lernen konnte. Die Uni (bzw. die student union) war zudem bemüht, schnell Kontakt zwischen den Studierenden herzustellen und organisiert Veranstaltungen wie z.B. speed-datings (mit Pizza!) oder Reisen nach Manchester oder London. Typisch für englische Unis sind zudem die societies, in denen man neue Leute mit dem gleichen Hobby kennen lernen kann - eine Übersicht über die societies gibt’s hier.

Wohn- und Lebenssituation

Aktuell können sich internationale Studierende lediglich auf das Wohnheim “The Lawns” bewerben. Über mehrere Wohnblöcke verteilt leben dort insgesamt rund 1.000 Studenten.  Englische Studis können sich dabei auch auf en-suite rooms bewerben, die zwar etwas teurer sind, dafür aber eine eigene Dusche enthalten. Alle anderen teilen sich mit ca. 6 Leuten je ein Bad (Dusche und Toilette); in jedem Zimmer befindet sich aber ein Waschbecken. Gegessen wird im Lawns Center, wo sich neben der Mensa auch ein Fitnessraum und Waschmaschinen befinden. Wem das Mensaangebot nicht zusagt, der kann sich kostenlos ein Sandwich oder eine Dose Cola holen oder in der Gemeinschaftsküche in der Unterkunft was eigenes zubereiten.
Die Qualität liegt unter deutschen Standards: Sowohl das Essen als auch das Wohnheim selbst sind schlechter, als aus Potsdam gewohnt. Das Bett hat deutlich spürbare Federkerne, auf dem Fußboden befinden sich Farbklekse und Haare, die Wäsche riecht nach dem Waschen unangenehm. Anfangs ging zudem die Heizung nicht an, weil die Außentemperatur noch zu “warm” war. Für die gemeinsamen Räume (Flur, Bad, Küche) gibt es einen Putzdienst, der aber nur grob arbeitet und so laut ist, sodass man morgens durch den Lärm der Putzleute geweckt wird. Gleichzeitig ist das Wohnheim aber deutlich teurer als in Deutschland und liegt zum Teil auch über dem Preis der privaten Unterkünfte in Hull; das Essen und eine Busfahrkarte zur Uni (ca. 15 Minuten Fahrzeit) sind im Preis aber immerhin schon enthalten.
Vom Wohnheim “The Lawns” würde ich deshalb eher abraten. Soweit ich weiß, soll es aber demnächst ohnehin geschlossen werden, weil ein neues Wohnheim direkt auf dem Campus eröffnet wird - dort dürfte die Qualität dann deutlich besser sein. Wer lieber eine private Unterkunft möchte, kann z.B. auf gumtree.co.uk Kontakt zu private landlords aufnehmen.

Hull selbst ist zwar UK City of Culture 2017, aber nicht besonders schön. Empfehlenswerte Städte in der Nähe sind etwa York (besonders für Fans von Harry Potter), Hornsea oder Scarborough.
Die Einkaufsläden (grocery stores) in England haben etwa die Größe eines normalen deutschen Aldis. Wer etwas mehr Auswahl sucht, kann z.B. zu Tesco Extra am Hull Interchange, dem Bahnhof, fahren. Dort gibt es über Weihnachten auch deutsche Lebkuchen.
Das Gesundheitssystem läuft über den National Healthcare Service (NHS). Zu Beginn des Aufenthalts muss man sich bei einem GP anmelden (‘register with a GP’) und kann sich anschließend, falls nötig, einen Termin holen. In meinem Fall bin ich noch am gleichen Tag rangekommen; ich kann aber nicht sagen, ob ich einfach Glück hatte oder ob die Wartezeit immer so kurz ist.
Das Busfahren ist anfangs etwas kompliziert: Die Haltestellen werden weder angezeigt noch angesagt, sodass man aufpassen muss, um den Ausstieg nicht zu verpassen. Zudem gibt es verschiedene Anbieter (z.B. EYMS, Stagecoach), für die man jeweils einzeln Fahrkarten kaufen muss. Typisch für England ist, dass man an der Bushaltestelle die Hand raushalten muss, wenn man einsteigen möchte.
Private Unterkünfte sucht man sich am besten in der Nähe der Newland Avenue - die ist in der Nähe der Uni und hat diverse Shops, Restaurants, den empfehlenswerten ‘The Boardroom’ mit einer Vielzahl an Spielen und den Club ‘The Piper’.
In England wird viel mit Kreditkarte bezahlt. Ich habe mir eine kostenlose Kreditkarte von der DKB geholt; es gibt aber auch diverse andere Anbieter.
Das Wetter war erstaunlich gut - wärmer und trockener als zur gleichen Zeit in Deutschland.

Nützliche Links

Abschließend noch ein paar nützliche, uni-bezogene Links:
i.hull.ac.uk        - Startseite für Canvas, den Stundenplan, Emails, die Bibliothek usw.
canvas.hull.ac.uk    - quasi wie Moodle
mobileprint.hull.ac.uk    - fürs Drucken in der Uni
hull.seats.cloud    - Übersicht über die eigene An-/Abwesenheit in den Kursen

Studienfach: Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: University of Hull

Gastland: Großbritannien


Großbritannien

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