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Erasmus+ Erfahrungsbericht - University of Aberdeen

Das Erasmussemester in Schottland war eine meiner besten Erfahrungen sowohl fürs Studium als auch fürs Leben. Ich kann es nur jedem weiterempfehlen. Man lernt mit neuen Situationen umzugehen und Probleme alleine in einem fremden Land zu bewältigen. Man sieht viele Unterschiede zwischen seiner eigenen Universität und der des Gastgebers. Viele Dinge, die die eigene Universität besser machen könnte, aber auch die man an der eigenen wertschätzen kann. Die Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität war auch gut aber sehr nervenaufreibend, da die Universität Aberdeen bei allen Fristen etwas später dran war als z.B. die Universität in Cork. Dort ist eine Kommilitonin hingegangen und wir haben uns immer ausgetauscht. Die Uni Cork war immer etwas früher dran, was mich zwischenzeitlich doch sehr nervös gemacht hatte, wenn die Uni Aberdeen mit ihren Zusagen auf sich warten ließ. Die Bewerbungsunterlagen waren okay, alles logisch und nicht unnötig kompliziert. Es gab ein Onlineportal. Das Ausfüllen des Learning Agreements und die Kurswahl vorher waren unnötig kompliziert, da sich am Ende doch eh alle Kurse geändert haben, aber man sich trotzdem vorher schon auf Kurse festlegen musste.


Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: University of Aberdeen

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Studiensystem und Organisation waren gut. Es gab am Anfang des Semesters eine Infoveranstaltung und für die ersten beiden Wochen wurden Sonderbürozeiten für einen schnelleren Ablauf eingerichtet. Dort hat man dann auch seinen Studentenausweis erhalten. Verlängern des Auslandsaufenthalts war allerdings leider nicht möglich. Das hatte ich nämlich versucht, lehnte die Universität Aberdeen allerdings von vornherein ab. Man muss sich also vorher im Klaren sein wie lange man bleiben möchte. Bei erneuter Nachfrage meinerseits im International Office wurde die Officedame sogar richtig unhöflich. Daran hat man dann schon bemerkt, dass man eigentlich nur ein kleiner Erasmusstudent ist, der der Universität kein Geld einbringt.

Die Dozenten sind sehr nett und auf einer Ebene mit den Studenten. Ich liebe das englische Wort „you“, das bringt einen nicht in die Zwangslage sich zwischen Sie und Du entscheiden zu müssen. Außerdem wurden alle Dozenten mit Vornamen angesprochen, was auch sehr angenehm war und so  eine super Lernatmosphäre geschaffen hatte. Das Studienklima war also sehr gut. Nur die „Workload“ war sehr hoch. In jedem Fach musste ich ein Essay schreiben und zusätzlich noch eine Klausur. Da das Semester viel kürzer als in Deutschland war, war es am Ende sehr anstrengend und arbeitsintensiv. Die Klausuren fanden anders als in Deutschland alle in den letzten beiden Wochen des Semesters statt und die Woche davor war als „Revision Week“ nur zum Lernen gedacht. Zu dieser Zeit herrschte an der Universität „Ausnahmezustand“, das heißt die Bibliothek und vieles andere waren rund um die Uhr geöffnet. Im normalen Unialltag war sie leider nur bis 22 Uhr offen. Im Semester gab es im „MacRobert Building“ allerdings Computerräume die 24/7 geöffnet waren, für Studenten die nachts besser arbeiten können oder eine anstehende Frist auf sich zukommen sahen. Dort wurde nachts sogar der Studentenausweis kontrolliert. Die technische Ausstattung der Uni war, soweit ich das erlebt habe, sehr gut. Ich musste allerdings nicht in einem Labor arbeiten und kann daher nicht sagen wie die Labors dort so ausgestattet sind.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich hatte guten Kontakt sowohl zu Einheimischen als auch zu ausländischen Studenten. Ich bin mehreren „Societies“ beigetreten und habe dadurch ganz viele Kontakte zu regulär dort Studierenden knüpfen können. Sie waren auch alle sehr freundlich und offen und es war leicht mit „Fremden“ ein Gespräch anzufangen. Insgesamt hatte ich aber mehr zu ausländischen Studierenden Kontakt, das lag aber schlicht und ergreifend daran, dass die Universität Aberdeen sehr international aufgestellt ist und viele Studenten aus dem Ausland aufnimmt. Ich hatte also viel Kontakt zu ausländischen Studenten, allerdings insgesamt recht wenig zu den anderen Erasmusstudenten. Das war aber auch von vornherein mein Ziel. Ich wollte nicht nur in einer „Erasmusblase“ bleiben, sondern den Kontakt zu anderen „regulären“ Studierenden suchen. Da drei meiner Mitbewohner dort ihr Studium regulär angefangen haben, hatte ich auch Glück und habe viel mit Ihnen unternehmen können und wir haben uns zusammen einen Freundeskreis aufgebaut. Ich habe sie sogar nach meinem Erasmussemester noch einmal besucht und hoffe dass

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich fand, ich hatte ein gutes Sprachniveau und konnte mich immer verständlich machen und den Dozenten gut folgen. Natürlich bin ich auch an meine Grenzen gestoßen und  habe auch gemerkt, dass ich mich noch verbessern könnte. In den manchmal doch sehr starken schottischen Akzent musste ich mich zum Teil erst einfinden. Da ich mit vielen Studierenden Kontakt hatte, die Englisch nicht als Muttersprache hatten war das Sprachniveau sehr unterschiedlich. Es sprachen also nicht alle perfekt Englisch, was Hemmungen nahm und es fiel mir leichter mich am Gespräch zu beteiligen. Ich fand auch dass ich mein Niveau in diesen drei Monaten sehr verbessert habe. Lustigerweise habe ich bei dem OLS-Sprachtest vorher besser abgeschnitten als nach dem Auslandsaufenthalt. Das kann aber auch sehr gut daran gelegen haben, dass ich nach meinem Aufenthalt nicht übermäßig begeistert den zweiten Sprachtest absolviert habe und ihn demnach recht schnell hinter mich brachte. Ich war vorher C1 Niveau und ha

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe im Studentenwohnheim gewohnt. Aberdeen hat mehrere Studentenwohnheime und ein großes Studentendorf, „Hillhead Student Village“ genannt. Wenn du dir einen Wohnplatz über die Uni organisieren lässt wirst du höchstwahrscheinlich dort landen. Man konnte sich bei der Bewerbung auf drei verschiedene Präferenzen festlegen. Ich habe weder das ganz Günstige genommen (dem habe ich dann doch nicht getraut, was auch gut war) noch die Allerteuersten.  Ich bin dann im Endeffekt im „South House“ in einer 7er WG gelandet. Das Günstigste wäre ein Zimmer in einem Flur ohne Wohnung mit einer Küche und Badezimmern auf dem Flur gewesen. Ich war wirklich glücklich dass ich da nicht wohnen musste. Die beiden günstigsten Studentenwohnhäuser hießen „Fyfe House“ und „Wavell House“. Ich kannte aber ein paar Erasmusstudenten die dort gewohnt haben und die fanden es nicht allzu schlimm. Bemängelt haben sie nur dass es dort wie in einem Gefängnis aussah. Später habe ich erfahren, dass es früher auch mal ein Frauengefängnis WAR.

Zuerst wollte ich nicht in Hillhead wohnen, weil ich mir ebenfalls Erfahrungsberichte durchgelesen hatte und alle besagten, dass die Studenten dort ziemlich jung und kindisch seien, da man in Schottland mit 17/18 Jahren anfangen kann zu studieren. Dementsprechend fühlten sie sich dort etwas alt. Das hat mir dann auch Sorgen bereitet und ich habe mich nach einer privaten WG umgehört, aber was anderes zu finden war mir zu anstrengend und kompliziert. Im Endeffekt bin ich letztendlich doch in Hillhead eingezogen. Ein Glück, denn ich habe mich super mit meinen Mitbewohnern angefreundet und das wirklich nicht bereut! Versucht habe ich also anfangs was anderes zu finden. Es war allerdings schwer einen Vermieter, genannt „Landlord“ zu finden, der einen nur für drei Monate einziehen lässt. Im Endeffekt war es dann wie gesagt gut, dass ich im Studentenwohnheim gewohnt habe, weil ich sonst meine zwei besten Freunde nicht kennengelernt hätte. Außerdem war ich so genau dort, wo alle Freundschaften geknüpft wurden und wo man all die Informationen zu Veranstaltungen erhalten hatte. Und ja es stimmt schon, viele in den Wohnheimen waren sehr jung. Und vor allem in der Erstiwoche, hier „Freshers Week“ gab es viele Flatpartys, aber sie waren schon lustiges Völkchen und nicht allzu anstrengend. Außerdem wurde man dann manchmal einfach selbst auf eine WG-Party eingeladen.^^ Mein Wohnheim war erstaunlich ruhig, die größten Partys wurden in den anderen Studentenhäusern gefeiert, wobei ich sagen muss, dass wir selber zwei WG-Partys geschmissen haben. Außerdem wurde schon drauf geachtet, Studenten im gleichen Alter in eine Wohnung zusammenzustecken. Also war ich mit 25 zwar immer noch die Älteste, aber die anderen waren mit 21-24 sehr dicht dran.

Ein Haken war allerdings, dass Hillhead wirklich sehr teuer war. Man hatte dort weder Geschirr noch Decke und Kopfkissen, geschweige denn Bettbezüge bekommen. Man musste dort auch für  die Waschmaschine und den Trockner zahlen. Es gab zwei „Waschhäuser“ mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestattet.

Ich habe mit sieben Personen zusammengewohnt. Anfangs dachte ich das wären zu viele, aber weder die Küche war dreckig noch gab es Konflikte bei der Toiletten- und Duschroutine. Ich habe mich mit zweien, wie schon erwähnt, richtig gut angefreundet und mich mit den anderen auch sehr gut verstanden. Zusammengewohnt habe ich vor allem mit Internationalen.

Eine zusätzliche Krankenversicherung habe ich nicht abgeschlossen, man war allein schon dadurch versichert, dass man dort eine Wohnung hatte. Bankgeschäfte waren vor allem im Stadtzentrum, aber damit hatte ich nie Probleme. Auch in Hillhead gab es einen Automaten, den ich nie genutzt habe. Lebenserhaltungskosten sind schon hoch gewesen, wenn man auch mal abends weggehen wollte. Freizeitangebote waren sehr gut. Es gibt viele “Societies“ und ich empfehle jedem welchen beizutreten, da man so viele neue Menschen ganz entspannt und unverbindlich kennenlernen konnte. Ich war am Ende mit zwei weiteren Mitbewohnern in der „Taekwon-Do Society“. Außerdem bin ich der „Art-„, „Whisky-„ und „Wine Society“ beigetreten. Sportvereine der Universität waren dort anders aufgebaut als in Deutschland. Man unternimmt auch neben den drei „Sportsessions“ in der Woche einmal im Monat ein „Social“, also ein unverbindliches Treffen in einem Pub oder bei Jemandem zu Hause, wo man soziale Kontakte knüpfen und vertiefen konnte. Clubs und Pubs waren auch sehr gut. Ich liebe ja die britische Pubkultur :)  Es gibt dort neben Ale und IPA auch immer etwas zu essen und die Burger und „Sweet-potatoe chips“ waren sehr gut. Es gab einen „Studi-Pub“ namens „the Bobbins“. Nach der Taekwon-Do-Session sind wir auch traditionell immer noch zusammen auf ein Bier ins Bobbins gegangen. Das „Sports-Village“, eine riesige Sportanlage, war  auch direkt um die Ecke. Ich war auch ganz erstaunt dass die Clubs dort ziemlich gut sind. Wir waren dann ganz oft im „Underground“ und im „Tunnels“.  Ins Underground ist man auch mit seiner „Society Membership Card“, die wir vom Taekwon-Do Club bekommen haben, umsonst reingekommen.

Die Busse dort waren relativ teuer, deshalb sind wir meistens in die Stadt gelaufen. Das hat allerdings bis zu 50 min gedauert hat. Wir waren eben etwas geizig. Von Hillhead in die Innenstadt gab es eine Buslinie. Das war die Linie 20. Die fuhr an der Universität durch die Innenstadt und am  Bahnhof vorbei. Mit vorgezeigten Studentenausweis hat eine Fahrt 2,50 £ gekostet. Wusste man, dass man den Bus auch wieder zurück nehmen würde, konnte man sich auch ein Tagesticket für 3,50 £ kaufen.

Taxis gab es in der Stadt auch. Es gab eine „Taxilane“ an die man sich angestellt hat und dann einem Taxi zugeordnet wurde.  Wenn man mindestens zu dritt war, konnte man sich den Preis teilen. Das waren dann 2-3 £. Das ist schon recht günstig und mit dem Fahrkartenpreis des Busses vergleichbar. Es war also dann angenehmer und günstiger nachts, wenn man nicht laufen wollte, ein Taxi zu nehmen, anstatt mit dem Nachtbus zu fahren.

Mit Fernbus kam man vom Stadtzentrum gut nach Glasgow und mit einem  „Offpeak-Ticket“, also ein Hin- und Rückfahrticket waren es so um die 50 £ nach Edinburgh. Als schöne Sehenswürdigkeit und Wochenendtrip empfehle ich Stonehaven, das war mit dem Zug vom Bahnhof Aberdeen nur 20 min entfernt und wirklich einen Besuch wert. Dort steht eine schöne alte Burgruine zu der man über die Klippen an der Küste hin wandern konnte. Es ist ein super schöner Weg und sehr zu empfehlen. Möchte man nicht laufen, gab es da noch eine Bimmelbahn mit der man hochfahren konnte. Die Burgruine war sehr hübsch und die verschiedenen Räumlichkeiten mit Informationsschildern  zum geschichtlichem Hintergrund ausgestattet. William Wallace war zum Beispiel mal dort, falls jemand Braveheart gesehen hat. Und  wie sollte es anders sein, drei Geistergeschichten gab es in dieser Burg auch. Hin- und Zurück kosteten nur 6,80 £. Also eine schöne Sehenswürdigkeit in der Nähe.

Das „International Team“ hat auch viele Trips zu vielen Sehenswürdigkeiten angeboten. Ich habe die Skye-Tour, die über ein Wochenende ging und die Harry Potter Tages Tour mitgemacht. War ganz schön, aber ich mag diese Bustouren, bei denen man pro Sehenswürdigkeit einmal für 10 min aus dem Bus steigt, um ein paar Fotos zu machen und dann weiter zum nächsten Fotopunkt gefahren wird eigentlich nicht so gerne.

Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: University of Aberdeen

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Schottland bietet auf jeden Fall  viele schöne Sehenswürdigkeiten. Überall gibt es alte Burgen und Whisky Destilleries. Der Cairngorms National Park ist ganz in der Nähe. Dort gibt es viele Wanderwege. Als mich meine Eltern besucht haben, haben wir eine „Speyside“-Whisky Tour mit dem Auto gemacht und sind drei Whiskydestilleries angefahren. Die Glenfiddich Destillery bietet für 11£ eine kleine Walking Tour durch die Destillery mit anschließender Verkostung an. Die war sogar auf Deutsch. Der arme Mensch der fahren muss bekommt sogar eine kleine Probeflasche zum Mitnehmen und später trinken.

Grüßbritannien

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