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Vor dem Auslandsaufenthalt

Informationen zum Erasmus+ Programm waren sowohl auf der Website www.erasmusplus.de, als auch der Website der Universität Potsdam zu finden. Weiterhin wurde die Möglichkeit von Professoren kommuniziert, und Erinnerungs-Emails bezüglich der Bewerbungsfrist gesendet. Die Kontaktaufnahme seitens der Gasthochschule fand nach Empfehlung des Erasmus-Koordinators statt. Bei meiner Bewerbung kam es zu einigen Missverständnissen bezüglich des Zeitraums, welche jedoch sowohl von der Gastuniversität, als auch vom International Office schnell gelöst wurden. Die Bewerbung an der Northumbria University fand unkompliziert online statt.


Studienfach: War and Conflict Studies

Aufenthaltsdauer: 01/2018-05/2018

Gastuniversität: Northumbria University

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in England unterscheidet sich teilweise sehr von Deutschland und ist vergleichsweise verschult. Es besteht Anwesenheitspflicht (für nicht-Anwesenheit gibt es jedoch keine Strafe, solange man nicht jede Woche fehlt). Überraschenderweise war die Anwesenheit der Studenten dort jedoch sehr viel geringer als in meinem Studienprogramm in Potsdam, wo generell keine Anwesenheitspflicht herrscht. Die Lehrveranstaltungen sind, wie in Deutschland, in Vorlesungen und Seminare eingeteilt, wobei Vorlesungen in der Regel nur eine Stunde dauern. Für die Seminare bereitet man sich ebenfalls mit Texten vor, der Ablauf im Seminar in ähnlich wie in Deutschland.

Die Leistungsbewertung habe ich anfangs als relativ streng wahrgenommen, da mit einem Prozente-System gearbeitet wird. Eine Punktzahl zwischen 70 oder 100 Prozent zu erreichen ist nach Aussage der Dozenten recht schwierig. Eine Punktzahl von 65% ist etwas üblicher (und für viele Dozenten die höchste Note, die sie je vergeben haben) und, obwohl es sich sehr wenig anhört, umgerechnet eine 1,7. Trotz des teilweise verschulten Systems habe ich die Beziehung zwischen Dozent*innen und Studierenden als freundschaftlich wahrgenommen, was vor allem auch daran liegt, dass man sich in England meistens mit Vornamen anspricht – das gilt sowohl in der Universität, als auch in der Arbeitswelt. Die Kommunikation war weiterhin sowohl durch Sprechzeiten im Büro, als auch per E-Mail sehr unkompliziert und man musste nie lange auf Antworten warten. Ich habe mich dementsprechend immer gut betreut gefühlt und Probleme und Fragen wurden schnell gelöst. Die Ausstattung der Universität, vor allem auch der Bibliothek auf dem Northumbria Campus, war sehr gut. Sowohl in den Uni-Gebäuden, als auch der Bibliothek, gab es ausreichend Computer. Weiterhin standen Laptops frei zur Verfügung, welche man unkompliziert nutzen konnte. Die Bibliothek ist vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche geöffnet, sodass man beim Lernen und schreiben von Hausarbeiten nie unter Druck stand, das Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt verlassen zu müssen – vor allem für Studenten, die gerne spät oder nachts arbeiten, ist dies ein großer Vorteil.

Sprachkenntnisse während des Auslandsaufenthalts

Wenn man vorher noch kein fließendes Englisch gesprochen hat, ist das Studium eine Möglichkeit, dies sowohl auf akademischen, als auch auf informellen Level zu erlernen. Für die meisten Kurse müssen Essays geschrieben werden und auch Prüfungen werden in Essayform abgeleistet (zumindest im sozialwissenschaftlichen/geisteswissenschaftlichen Bereich), somit hat man gute Chancen, seine sprachlichen Skills zu verbessern. In der Freizeit in Newcastle die perfekte Gelegenheit, den lokalen Geordie-Dialekt und „Slang“ zu lernen, welchen man in anderen Teilen Englands jedoch kaum versteht. Dadurch kann man seine alltägliche Kommunikation verbessern, jedoch muss man beachten, dass in vielen Teilen Englands, vor allem von der Working Class in den Nördlichen Regionen nie die richtige Grammatik verwendet wird und sich das eigene Englisch dadurch verschlechtern kann, vor allem wenn es Einfluss auf den akademischen Bereich hat.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Kontakte zu anderen Studenten herzustellen, war sehr einfach, vor allem zu anderen Erasmus- oder Internationalen Studenten. Erasmus-Studenten hatten die Möglichkeit, an verschiedenen Ausflügen und Veranstaltungen teilzunehmen. Weiterhin gibt es auf dem Campus der Northumbria University eine Bar, in welcher jeden Donnerstag Karaoke stattfand, und wo Essen und Getränke sehr günstig sind  - dies ist eine Möglichkeit, abgesehen von den Lehrveranstaltungen, auch einheimische Studenten kennenzulernen.

Wohn- und Lebenssituation

Bei der Suche nach einer Unterkunft habe ich mich gegen die Wohnheime auf dem Campus entschieden – diese lassen sich vorher einfach und unkompliziert online reservieren. Der Grund, warum ich selbstständig ein Zimmer gesucht habe, ist, dass ich einige Jahre älter war als typische Erasmus-Studierende und auch einheimische Studierende, welche dort wohnen. Die günstigste Unterkunft kostet 280 Pfund pro Monat, jedoch hat man keine Küche und teilt sich das Bad mit dem ganzen Gang. Man kann Verpflegung dazu buchen, sodass man Frühstück und Abendbrot hat – muss sich dann jedoch mit dem angebotenen Essen abfinden (England ist nicht gerade für seine vielfältige und nahrhafte Küche bekannt). Ich habe mir auch die Unterkünfte in der nächsthöheren Preisklasse angeschaut, die sich auf etwas über 300 Pfund belaufen. In den WGs wohnen bis zu 8 Leute, es gibt eine Küche und ein Bad, es ist alt, grau und ungemütlich, und das WLAN ist nicht gerade perfekt. Weiterhin gibt es keinerlei Geschirr oder andere Küchenutensilien, und die neuen Bewohner müssen alles selbst kaufen – was nach Auszug der Erasmus-Studierenden mit den Sachen passiert, weiß niemand, aber die Wohnungen sind bei jedem neuen Einzug leer. Mein Zimmer, welches nicht auf dem Campus, sondern etwas außerhalb des Zentrums lag, war dagegen fast ein Luxus. Der Wohnstandard in England ist generell extrem gering und keineswegs mit Deutschland zu vergleichen. Newcastle ist jedoch, verglichen mit London, sehr bezahlbar und die Wohnungen sind nicht ganz so heruntergekommen. Ich habe für mein Zimmer 310 Pfund pro Monat bezahlt, hatte drei weitere Mitbewohner, eine große Küche und Wohnbereich, ein großes geteiltes Bad, inklusive Putzkräfte, welche alle zwei Wochen kamen. Will man jedoch das Erasmus-Leben voll auskosten und bei jeder Party dabei sein, sehe ich trotz der Wohnumstände einige Vorteile im Campus Leben – da sollte jeder vorher seine Prioritäten einschätzen.

Um trotz der Lage meiner Wohnung schnell überall hinzukommen, hab ich mir ein Fahrrad zugelegt, um Kosten für öffentlichen Transport zu sparen. Lebt man im Zentrum oder auf dem Campus, braucht man in der Regel mit gar keinen Fahrtkosten zu rechnen, da alles, was man benötigt, zu Fuß zu erreichen ist. Newcastle und die Umgebung geben viele Freizeit- und Ausflugsmöglichkeiten, die einfach mir dem Zug oder Bus zu erreichen sind. Auch in Newcastle selbst finden genügend Veranstaltungen (Konzerte, Märkte, etc.) statt, um in der Freizeit beschäftigt zu bleiben. Außerdem kann man in Newcastle an fast jedem Tag der Woche feiern gehen und die Stadt hat eine Reputation für ihre Trinkkultur, die im Gegensatz zum Rest von England noch ein bisschen besser (schlimmer?) ist.

Studienfach: War and Conflict Studies

Aufenthaltsdauer: 01/2018-05/2018

Gastuniversität: Northumbria University

Gastland: Großbritannien


Fazit

Im Großen und Ganzen, hatte ich, trotz einiger negativer Faktoren, eine sehr gute Zeit während meines Aufenthalts. Newcastle ist die dritte englische Stadt, in der ich gewohnt habe, und weiterhin mein fünfter studienbezogener Auslandsaufenthalt, wodurch mir die genannten Faktoren noch etwas deutlicher aufgefallen sind. Wenn man das erste Mal in England ist, bzw. es sich generell um den ersten Auslandsaufenthalt handelt, sieht man diese Dinge mit hoher Wahrscheinlichkeit anders, und kann alles eher als bereichernde Erfahrung sehen, ohne die negativen Aspekte wahrzunehmen (zumindest aus eigener Erfahrung). In jedem Falle denke ich jedoch, dass England immer einen Aufenthalt Wert ist, um die Kultur kennenzulernen, da sich diese trotz geografischer Nähe sehr von Deutschland und auch anderen europäischen Ländern unterscheidet. Zukünftigen Studenten kann ich empfehlen, sich auf jeden Fall außerhalb des Erasmus-Lebens aufzuhalten, da man sonst viel von der eigentlichen Kultur des Landes verpassen kann. Es gibt immer Möglichkeiten, Kontakte mit den einheimischen Studenten zu knüpfen, sei es über Sportkurse oder Teams an der Universität, oder über Apps und Websites wie MeetUp.

Großbritannien

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