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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Über das Erasmusprogramm habe ich schon seit Beginn meiner Unilaufzeit viel gehört und im Master war es dann endlich Zeit für ein weiteres Auslandsstudium. Das zweite Auslandsabenteuer konnte in Angriff genommen werden. In meinem Bachelor ging die Reise nach Kalifornien, selbst organisiert mit der Hilfe vom IEC online. Diesmal sollte es mich nach Istanbul verschlagen und mit Hilfe des Programmes meiner Heimatuni Potsdam war es eigentlich ein leichtes Unterfangen und wesentlich unkomplizierter und einfacher. Online konnte ich alle nötigen Schritte und Hilfestellungen sowie die Abläufe in Erfahrung bringen und mit der Bewerbung loslegen. Eine wunderbar große Hilfe war dabei die „Checkliste“, die erstens im Ablauf für Transparenz sorgt und zweitens ein selbstständiges Kontrollieren und Vorankommen im Prozess ermöglicht. Da steckt keine Magie dahinter und man sollte sich von dem „bürokratischen Kram“ nicht abschrecken lassen, denn einmal erledigt ist man so gut wie an seiner Wunschuni. Ich entschied mich für die Bahçesehir Universität im Herzen von Istanbul. Nach der Zusicherung eines Studienplatzes ging es daran, die „Learning Agreements“ -was das lästigste an der ganzen Prozedur war, aber wenn das erledigt ist, ist man über dem Berg- auszufüllen. Ein „Residence Permit“ brauchte ich für die Türkei nicht, da ich im Besitz einer sogenannten „Mavi Kart“ bin, die mich rechtlich türkischen Staatsbürgern gleichstellt. Ist dies bei dir nicht der Fall, musst du dich vor Ort um ein „Residence Permit“ kümmern. Um das ganze Abenteuer sorglos zu beginnen, habe ich zusätzlich für den Fall der Fälle eine Auslandsversicherung abgeschlossen und wartete gebannt auf den Abflugtag nach Istanbul. 


Studienfach: M. Ed. Englisch und LER

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 06/2019

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Eingeläutet in das Auslandsstudium an der Bahcesehir Universität wurde mit einer obligatorischen Orientierungswoche. Zu Beginn dieser Orientierungsphase wurden uns „Buddys“ zugeteilt, die uns mit Rat und Tat nicht nur bei der Planung und Gestaltung des Stundenplanes, sondern auch bei außerschulischen Fragen zur Seite standen.
Diese Hilfe war bitter nötig, da es aufgrund der ändernden Kursangebote und somit auch der Learning Agreements neu auszuwählende Seminare und Vorlesungen gab. Mit Hilfe der Buddys und den Erasmuskoordinatoren vor Ort konnte der neue Stundenplan zusammengestellt werden und damit ging eine große Erleichterung einher. Dies hat einige Zeit in Anspruch genommen, da ein neues System eingeführt wurde und dadurch auch die Lehrkräfte und das Personal mit leichter Überforderung konfrontiert wurden. Die Dozenten haben die internationalen Studierenden stets willkommen geheißen und unsere Anwesenheit stets geschätzt. Zu den Sprechzeiten waren sie immer stets hilfsbereit und haben mit an einer Lösung für das Problem, wenn es eins gab, gearbeitet. Die zu erreichenden Credits, Anforderungen und Leistungsbewertungen wurden stets transparent gemacht. Feedbackgespräche waren auch nie ein Problem. Insgesamt war das Studienklima sehr positiv und bereichernd, auch für den weiteren Verlauf meiner Studienlaufbahn. Das technische Equipment der Universität war nicht ganz dem Standard der Universität Potsdam, was der inhaltlichen Aufbereitung jedoch keinen Abbruch getan hat.
Eine Universitätsbibliothek war ebenfalls vorhanden, die zur Prüfüngszeit 24 Stunden geöffnet war.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

In der oben erwähnten Orientierungswoche hatte man auch die Möglichkeit andere Studenten aus aller Herrenländer bei allerlei Aktivitäten kennenzulernen, sodass man schnell sozialen Anschluss hatte. Zu anderen ausländischen Studenten ist der Kontakt mit der Zeit sehr viel weniger geworden. Eine genaue Erklärung habe ich dafür leider nicht, aber dadurch, dass ich einen türkischen Migrationshintergrund habe und der türkischen Sprache mächtig bin, konnte ich schnell Kontakte mit einheimischen Studenten in den Vorlesungen und Seminaren knüpfen, aus denen sogar wundervolle Freundschaften mit wertvollem reziproken Austausch über Kultur, Politik etc. entstanden sind. Zu vielen von ihnen habe ich bis heute noch Kontakt und weitere Reisen nach Istanbul und Berlin sind schon geplant und gebucht. Eine wahre Bereicherung.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da ich English and American Studies studiere, hat sich an meinen Englischkenntnissen nicht viel verändert. Fachbegriffe und –konzepte konnte ich dazugewinnen. Mein Türkisch hat sich enorm verbessert, da viele monolingual waren und ich nicht die Möglichkeit hatte, die mir fehlenden Wörter mit deutschen oder englischen Begriffen zu ersetzen. Mein Wortschatz hat sich dadurch immens vergrößert. Dies hat sich ferner positiv identitätsstiftend auf mich ausgewirkt.

Wohn- und Lebenssituation

Istanbul ist eine Weltmetropole und dementsprechend kostspielig ist die Wohn- und Lebenssituation; auch für Türkeiverhältnisse. Unsere Unterkunft war sehr zentral und mit vielen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, sodass es nicht schwierig und zeitaufwendig war, zur Universität zu kommen. Dies sollte man sich unbedingt in Istanbul ständig vor Augen halten, denn wenn man im Verkehr feststeckt, kann auch ein zwanzigminütiger Weg bis zu zwei Stunden dauern. Deshalb sollte man versuchen, eine Unterkunft nahe der Universität zu bekommen oder sie sollte gut mit der Metro zu erreichen sein, denn so kann man dem Straßenverkehr entgehen. Das geht dann zwar ins Portemonnaie, aber so spart man sich Zeit und Nerven. Verwandte vor Ort haben mir bei der Wohnungssuche geholfen und es hat sich in Form einer WG kristallisiert, denn so konnte ich zentral, aber kostengünstiger Wohnen und hatte auch ein soziales Umfeld.
Trotz der Größe der Stadt, ihrer Besonderheit auf zwei Kontinente ausgestreckt zu sein und ihren rund 15 Millionen Einwohnern kommt man in Istanbul überall mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Dafür braucht man eine sogenannte IstanbulKart, die als aufladbare Fahrkarte fungiert.
Istanbul hat ein immenses Angebot an Freizeitaktivitäten und um allein die Stadt zu erkunden bräuchte man zwei Leben. Neben den ganzen touristischen Unternehmungen habe ich mich dazu entschlossen, einen Tanzkurs zu machen. Schließlich sind drei daraus geworden namentlich Salsa, Bachata und Sirtaki. Auch hier zeigt sich, wie multikulturell die Stadt geprägt ist und dies spiegelt sich auch in den Freizeitaktivitäten wider. Auch hier konnte ich Kontakt zu jungen, dynamischen und einheimischen Menschen knüpfen mit denen ich außerhalb der akademischen Zeit nicht nur tanzen, sondern auch allerlei Erkundungen abseits der Touristenpfade machen konnte.
Die Lebenshaltungskosten sind aufgrund der Popularität der Stadt vergleichbar mit Berlin. Man sollte nicht mit dem Gedanken nach Istanbul aufbrechen, dass der Ort in der Türkei ist uns somit viel günstiger. Wenn man seine Finanzen aber einigermaßen im Blick und unter Kontrolle hat, muss man nicht von der Hand im Mund leben.

Studienfach: M. Ed. Englisch und LER

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 06/2019

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei


Rückblick

Rückblickend kann ich definitiv sagen, dass es eine meiner besten Entscheidungen war nach Istanbul zu gehen. Istanbul ist eine Stadt wie keine andere auf diesem Planeten und wie Philipp Melanchthon schon sagte: „...steht Konstantinopel auf sieben Hügeln, deren ungleiche Höhen die Stadt noch einmal so groß erscheinen lassen, als sie ist - eine der größten Städte der Welt. Eine schöne Mischung von Gärten, Pinien- und Zypressenhainen, Palästen, Moscheen und öffentlichen Gebäuden erheben sich reizvoll und scheinbar symmetrisch eins über das andere, so wie Euer Gnaden es in einem Schrank gesehen haben, der von der Hand des größten Künstlers geziert ist, wo Vasen über Vasen getürmt und mit Blumenkörben, Büchsen, Puppen und Leuchtern vereinigt sind. Dies ist ein seltsamer Vergleich, allein er gibt einen genauen Begriff von der Sache“. Auch Napoleon hat damals schon Istanbuls Potenzial wie folgt zum Ausdruck gebracht: „Wenn es auf der Welt nur ein Land geben würde, dann wäre Istanbul wohl die Hauptstadt“. Ich habe mich in die Stadt, die Hektik, die sie mit sich bringt und die Menschen verliebt. Istanbul hat nicht nur gefordert, sondern auch gefördert, mich an meine Grenzen gebracht, aber mich auch viel über die Welt, andere Kulturen und am meisten über mich selbst gelehrt. Dass ich in der Uni etwas mitnehmen würde, stand außer Frage. Die bezaubernde magische Stadt Istanbul hat mich in seinen Bann gezogen und ist mir eine Heimat geworden. Ich bin an meine Grenzen und über sie hinaus gekommen und bin gewachsen wie ich es woanders nie gewachsen wäre. Ich bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen und ich liebe es. Meine Identitätsfindung/-krise scheint gedämmt zu sein. Ich war noch nie so eins mit mir selbst und bin mit einem Bewusstsein wieder in Berlin bzw. Potsdam wie man es in keinem Seminar, in keiner Vorlesung, in keinem Buch lernen kann. Ich habe es auf diesem Abenteuer Istanbul erfahren und deshalb ein Apell an alle Studierenden da draußen: Zieht los in die ferne weite Welt und erkundet sie, erkundet euch!

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