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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Zaragoza


Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Universidad de Zaragoza

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Über die Liste von Partnerhochschulen meiner Fakultät bin ich ziemlich schnell auf die Universidad de Zaragoza gestoßen, auf die dann auch meine Wahl als erste Priorität gefallen ist. Nachdem die Bewerbung in Deutschland abgeschlossen war, ging eigentlich in der Vorbereitung alles relativ einfach – die Uni Zaragoza hat ein Online-Formular zur Registrierung für Erasmus Studenten, welches man vor der Ankunft ausfüllen muss, aber sonst wird alles andere dann vor Ort geregelt, wie z.B. Kurse belegen, Stundenplan erstellen, etc. Allerdings würde ich auf jeden Fall empfehlen, sich nicht zu sehr auf die im Voraus für das Learning Agreement ausgesuchten Kurse zu versteifen, da es bei mir z.B. so war, dass ich alle Kurse nochmal wechseln musste, weil sie entweder nicht oder zu anderen Uhrzeiten stattfanden wie davor angekündigt. Wie auch in Deutschland hat jede Fakultät der Uni Zaragoza eine eigene Internetseite, auf der man die Kurse für das akademische Jahr einsehen kann. Zumindest die Informationen, die für Erasmus Studenten relevant sind, werden meistens auch im Internet auf Englisch zur Verfügung gestellt. Das Wintersemester geht meistens von Anfang September bis Ende Januar / Anfang Februar und das Sommersemester von Mitte Februar bis Ende Juni.
Die Uni Zaragoza hat drei Standpunkte, zwei zentral in der Stadt gelegene (Campus San Francisco, Campus Gran Vía) und einen etwas außerhalb hauptsächlich für die Naturwissenschaften (Campus Río Ebro). Insgesamt ist es so, dass einige Fakultäten (Wirtschaft) ein paar Kurse auf Englisch anbieten, andere, wie z.B. meine (Jura) wiederum überhaupt nicht. Darüber sollte man sich vorher auf jeden Fall informieren, aber ich denke, dass kann man auch relativ schnell auf der Website rausfinden.

Studium an der Gastuniversität

Nach Anfang des Semesters hat man dann noch gute zwei Wochen Zeit um sich die verschiedenen Kurse anzuschauen und auszuprobieren, bevor man sich dann endgültig festlegt. Das ist auch ganz sinnvoll, weil es manchmal sein kann, dass man z.B. einen bestimmten Professor nicht so gut versteht, o.ä. Die meisten Professoren können kein Englisch und verlangen, dass Erasmus Studenten ihre Prüfungen am Ende des Semesters auf Spanisch machen. Manche ersetzen diese Prüfungen für Austauschstudenten auch durch eine Hausarbeit, mit deren Abgabe und regelmäßiger Anwesenheit in den Vorlesungen man das Fach dann schon bestanden hat. Das kann man aber alles mit den Professoren am Anfang des Semesters besprechen und dann wie gesagt noch entsprechend Kurse wechseln. Das Uni-System ist meinem Eindruck nach in Spanien viel „verschulter“ als in Deutschland, d.h. es kommt darauf an zu den Vorlesungen zu gehen und sich so viel wie möglich zu notieren, was der Professor sagt. Insgesamt ist die Anzahl der Vorlesungen pro Fach auch viel höher – meistens zwischen vier und sechs Stunden pro Woche. Zumindest an der juristischen Fakultät ist es so, dass man, egal um welches Fach es sich handelt (z.B. auch Rechtsgeschichte oder Rechtsphilosophie), vier Vorlesungsstunden und zwei praktische Stunden pro Woche hat, wobei bei den „Prácticas“ Anwesenheitspflicht herrscht. Man kann sich allerdings bei den meisten Fächern aussuchen, ob man diese vormittags oder nachmittags besuchen möchte – die letzten Vorlesungen gehen von 19 bis 21 Uhr.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich würde allen zukünftigen Erasmus Studenten an der Uni Zaragoza empfehlen sich beim Buddy Pair Programm anzumelden um vor allem in den ersten Wochen ein bisschen Hilfe zu haben um sich an der Uni und in der Stadt zurecht zu finden. Das Programm wird sowohl vom Erasmus Student Network (ESN), als auch von AEGEE, den beiden rivalisierenden Erasmus Organisationen, angeboten. Natürlich klappt das nicht bei allen so gut, weil es auch sein kann, dass sich der Buddy nicht zurückmeldet, etc. aber mir persönlich hat mein Buddy vor allem am Anfang sehr geholfen. Ich wurde z.B. von ihm direkt an der Busstation abgeholt und er hatte mir schon eine Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel besorgt. Wo ich gerade beim Thema öffentliche Verkehrsmittel bin, kann ich noch kurz sagen, dass man diese in Zaragoza eigentlich so gut wie nie brauchen wird, weil alles gut zu Fuß oder per Fahrrad zu erreichen ist (vor allem wenn man in den Zonen Casco, Gran Vía, Zona Universitaria, Plaza San Francisco, etc. wohnt).

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

In meinem Fall kann ich vom sprachlichen Aspekt her nicht viel über Verbesserungen oder Schwierigkeiten sagen, da ich vor dem Semester schon ziemlich gut Spanisch konnte. Das ist aber auf keinen Fall notwendig, viele der anderen Erasmus Studenten konnten gar kein bis wenig Spanisch und haben das dann während dem Semester verbessert, auch wenn man sagen muss, dass zwischen den Austauschstudenten natürlich viel Englisch gesprochen wird. Es gibt aber viele Möglichkeiten, sowohl über die Uni, als auch über die Erasmus Organisation ESN oder auf privatem Weg (z.B. über Facebook Gruppen) Tandem Partner zu finden, mit denen man Spanisch üben kann. In der Uni ist es insgesamt ziemlich leicht spanische Studenten kennenzulernen, ich wurde immer sehr freundlich aufgenommen, auch wenn ich manchmal die einzige Erasmus Studentin in einer „Klasse“ war. Auch in der Vorbereitung auf die Prüfungen waren meine spanischen Kommilitonen sehr hilfsbereit und haben mir geholfen meine Mitschriften aus den Vorlesungen aufzustocken.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungs- oder WG-Suche ist nicht mit Deutschland vergleichbar. Natürlich ist es möglich im Voraus schon ein Zimmer per Zaragoza Flatshare oder sowas in der Art zu mieten, aber die meistens Erasmus Studenten kommen einfach Anfang September in Zaragoza an, schlafen ein paar Nächte im Hostel, wo sie andere Austauschstudenten kennenlernen, mit denen sie dann zusammen eine WG suchen. Es gibt auf jeden Fall viele leerstehende Wohnungen in Zaragoza, sodass es kein Problem sein sollte, innerhalb von ein paar Tagen etwas zu finden. Meistens ruft man die Vermieter dann kurz per Telefon an und macht (manchmal noch für den gleichen Tag) einen Besichtigungstermin aus und kann mit ein bisschen Glück am Tag darauf schon einziehen. Besonders hoch sind die Mieten für ein Zimmer auch nicht, ich würde sagen im Durchschnitt je nach Lage zwischen 200 und 300 Euro. Jetzt ein bisschen was zu Zaragoza an sich: die Stadt ist relativ klein und nicht besonders touristisch, was sie aber dadurch für mich besonders reizvoll macht. Sie liegt im nördlichen Spanien, ziemlich genau in der Mitte zwischen Madrid und Barcelona (jeweils ca. 3,5 Stunden mit dem Bus). Das Wetter ist nicht gekennzeichnet durch die durchgehende Hitze und Trockenheit, die man sich unter dem typischen andalusischen Wetter vorstellt. Vielmehr ist es windig! Es gibt in Spanien ein eigenes Wort für den Wind in Zaragoza – „el cierzo“. Auch wenn es im Winter nicht so wahnsinnig warm ist, schien so gut wie durchgehend die Sonne bei blauem Himmel. Ich habe während meinem Erasmus Semester geschätzt nur fünf graue Regentage in Zaragoza erlebt. Es gibt viele Möglichkeiten und Angebote um abends wegzugehen, eigentlich jeden Tag in der Woche, wenn man möchte, so wie auch viele Tapas Bars. Donnerstags ist ein berühmter Tapas Abend in einer bestimmten Zone der Stadt, der „Juepincho“ genannt wird, an dem es besonders günstige Preise für Essen & Trinken gibt, der dadurch natürlich vor allem Studenten anlockt. Insgesamt gibt es in Zaragoza wirklich viele Studenten, dank der beiden Unis der Stadt.

Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Universidad de Zaragoza

Gastland: Spanien


Rückblick

Alles in allem kann ich jedem nur empfehlen für das Erasmus Semester nach Zaragoza zu gehen, ich kenne niemanden der sich nicht wohlgefühlt hätte. Erasmus an sich war wirklich eine einzigartige Erfahrung, ich habe so viele neue Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und Eindrücke gesammelt, dass ich bestimmt noch lange Zeit in der Zukunft von all diesen Erlebnissen zehren werde.

 

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