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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Zaragoza


Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universität Zaragoza

Gastland: Spanien

Kommunikation mit der Universität Zaragoza

Zunächst ist einmal zu sagen, dass man, was Unterlagen etc. angeht, mit den spanischen Behörden und so vor allem auch mit der Universität sehr gelassen sein muss. So empfand ich zum Beispiel die erste Kontaktaufnahme etwas mühsam und auch die Beantwortung meiner Fragen im Voraus kam nicht immer wie gewünscht zeitnah oder detailliert. Ich stand auch bestimmt dreimal in dem Büro des Studien-
Auslandsamtes in der Uni Zaragoza, weil ich endlich die Unterschrift für mein Learning- Agreement brauchte und wurde immer auf die nächste Woche verschoben. Anfangs hatte ich deshalb den Eindruck, die Erasmus-Koordination sei sehr schlecht und fühlte mich nicht gut beraten/ aufgehoben.
Dieser Eindruck hat sich aber als falsch herausgestellt!
Man muss lediglich verstehen und wenn nicht zumindest akzeptieren, dass vieles einfach langsamer bzw. anders abläuft und man da auch nicht viel machen, kann als sich dem anzupassen. (Wer sich damit absolut nicht anfreunden kann, sollte Spanien auf jeden Fall nicht als Zielland wählen.) Sicher hat es auch nicht geholfen, dass alle gerade aus den Sommerferien kamen, bzw. ich kurz vor und während den Ferien versucht habe Informationen zu erhalten. Als dann alles ins Rollen kam, war der Koordinator sehr kompetent und ich konnte mich immer mit Fragen an ihn wenden!

Erasmus-Organisationen & Kontakt zu Studenten

An der Universität Zaragoza gibt es zwei Erasmus- Organisationen, welche von (Ex)-Studenten geleitet werden. Sie organisieren Einführungsveranstaltungen, Partys, Ausflüge in und um Zaragoza und Reisen innerhalb Spaniens. Ich selber habe von den Reisen nur einen Ausflug in die Vorpyrenäen mit gemacht, der auf jeden Fall lohnenswert war. Ansonsten denke ich, wer nicht schon viel von Spanien
gesehen hat, findet auf jeden Fall Gefallen an den Reisen (Aussage von anderen Erasmus-Studenten).
Mich hatte es anfangs verwirrt, dass immer verschiedene Veranstaltungen am gleichen Tag stattfinden, bis ich verstanden hatte, dass es zwei verschiedene Organisationen gibt. Wessen Veranstaltungen/ Planung ihr lieber mögt müsst ihr für euch persönlich herausfinden. Da hat jeder seine eigene Präferenz und ich kann dazu auch nicht allzu viel sagen, da ich lediglich den einen Ausflug wahrgenommen habe. Die Partys haben sich nicht viel genommen. Es wurde immer getanzt, getrunken und gelacht. Vor allem am Anfang lohnt es sich aber ein paar Veranstaltungen zu besuchen, um auch gleich in Kontakt mit anderen Erasmus-Studenten zu kommen. Da Zaragoza zwar keine Kleinstadt, aber auch keine Millionenstadt ist und es sehr, sehr viele ausländische Studenten gibt, ist der Kontakt zu anderen internationalen Studenten einfach. Man trifft sie überall und die gesamte Stadt ist sehr international. Etwas schwerer fiel es mir Kontakt zu den spanischen Studenten aufzunehmen. Zwar sind in den Kursen alle nett, aber für Konversationen bzw. solche über den Unialltag hinaus muss auf jeden Fall viel Eigeninitiative gezeigt werden. Meiner Meinung nach ist es, so wie überall, lohnenswert sich ein Hobby zu suchen, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Ich selber habe in der Unimannschaft Handball gespielt und so eigentlich meine einzigen engen spanischen Kontakte geknüpft. Ähnliches haben auch andere Erasmus-Studenten berichtet, aber auch das ist eine Sache, die man nicht pauschalisieren bzw. hervorsehen kann und ich würde es auf keinen Fall als Anlass nehmen, nicht nach Zaragoza zu gehen!

Studium an der Gasthochschule

Mein Eindruck bezogen auf Jura war, dass das Studium inhaltlich eher leichter als in Deutschland ist. Die wirkliche Herausforderung ist die Sprache, da man sich ein komplett neues Fachvokabular aneignen muss und die Spanischvorkenntnisse einen da meistens auch nicht weiter bringen. Es scheint am Anfang viel, ist aber zu schaffen!
Was für mich etwas Neues war, war das etwas schulische am Studium. Es gibt zwar keine Anwesenheitspflicht, aber die Gruppen sind viel kleiner und die Endnote setzt sich aus einem praktischen und einem theoretischen Teil zusammen. Mit den Professoren habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Jeder Professor hat seine eigenen Sprechzeiten zu denen man kommen und um Hilfe bitten kann. Auch in den praktischen Klassen, in denen es hauptsächlich um Mitarbeit geht, waren die Professoren sehr entgegenkommend, haben mich immer unterstützt und sind auch mit der Benotung etwas gnädiger. Wichtig ist es nur Interesse zu zeigen.
Auch das variiert natürlich von Kurs zu Kurs und Studium zu Studium. Die Professoren der Universität Zaragoza sind aber an ausländische Studenten in ihren Klassen gewohnt und das merkt man auch. Der Umgang ist sehr offen und freundlich und ich hatte nie Angst noch einmal nachzufragen oder auch mal zu sagen, dass ich kein Wort verstanden habe. Allgemein ist die Atmosphäre zwischen Studenten und Professoren an der Uni sehr angenehm und ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt.

Sprache

Auch wenn mir meine eigene Einschätzung, sowie der Online- Erasmus-Einstufungstest etwas anderes gesagt haben, habe ich in Spanien sehr schnell realisiert, dass, wenn es drauf ankommt, mein Spanisch höchstens auf einem guten A2 Level steht. Solange ich lediglich im Alltag kommuniziert habe war das auch ausreichend. Es ist aber super wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass das Studieren auf einer anderen Sprache etwas komplett anderes ist als Small-Talk! Klar, ich wusste das auch, war aber trotzdem das ein oder andere Mal mit der Situation überfordert, in der Vorlesung kein einziges Wort zu verstehen und dann practicás ( Hausaufgaben, Vorbereitungen, Aufsätze) in gutem Spanisch formulieren zu müssen. Wer mit einem gefestigten B1-B2 Niveau loslegt, sollte nach ein paar Wochen keine größeren Probleme mehr haben. Ich habe mich aber sehr über mich selbst geärgert, nicht ab dem Moment meiner Zusage Spanischkurse zu besuchen oder wenigstens alleine ein bisschen etwas für die Sprache zu tun. Die Uni Zaragoza bietet während und auch vor dem Semester ermäßigte Intensivkurse an. Ich habe davon den B1 Kurs gemacht, der mit wirklich sehr geholfen hat.
Im Endeffekt hat sich mein Spanisch um Längen verbessert und ich bin auch irgendwann in den Kursen gut mitgekommen. Man darf sich von einer eventuellen anfänglichen Überforderung nicht entmutigen lassen. Würde ich aber in Hinsicht auf mein Erasmus-Semester eine einzige Sache anders machen, wäre es die sprachliche Vorbereitung.

Wohnsituation

Eine Wohnung zu finden ist in Zaragoza überhaupt kein Problem. Ich hatte den Eindruck, dass halb Zaragoza Wohnungen/ Zimmer an Studenten vermietet. Das Angebot ist auch nach Studienbeginn noch groß und die Vermieter kennen sich meistens schon mit Erasmus-Studenten aus. Wer gerne im Voraus eine Unterkunft sicher hat, findet viel mit Beschreibung und Fotos im Internet. Ich habe mir erst vor Ort eine Wohnung gesucht, weil ich gerne die Wohnungen „in echt“ sehen wollte und habe auch noch ein paar Tage vor Studienbeginn ein Zimmer in einer schönen, günstigen Wohnung, 2 Minuten von der Uni bekommen. Wenn ich von bezahlbaren Wohnungen spreche, bezieht sich das auf den Vergleich mit Zimmern in Berlin und Potsdam. Der Preis in Zaragoza liegt bei ca. 160-300 alles inklusive. Mein Tip: Nicht gleich das Erstbeste nehmen, weil es günstig und ganz okay erscheint. Davon gibt es mehr als genug und es lohnt sich ein bisschen herum zu schauen, wenn man die Zeit und Nerven hat. Da zum Studienbeginn sich aber alle auf die ausländischen Studierenden vorbereiten, ist es fast immer möglich die Wohnungen sehr spontan und mehrere an einem Tag zu besichtigen.
Ein allgemeiner Tip von mir ist es, sich gleich von Anfang in die verschiedensten Erasmus- Zaragoza Gruppen auf Facebook einzutragen. Dort wird alles veröffentlicht was mit den Erasmus-Veranstaltungen, freien Wohnungen, Fahrgemeinschaften und dem Erasmus-Leben allgemein zu tun hat.

Studienfach: Rechtswissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universität Zaragoza

Gastland: Spanien


Rückblick

Ich bin ohne große Vorstellungen oder Erwartungen an die Stadt und das Leben hier nach Zaragoza gegangen, da ich die Stadt weder kannte bzw. jemals von hier gehört hatte. Und ich muss sagen, Zaragoza hat mich extrem positiv überrascht! Es ist eine sehr schöne Stadt mit historischem Kern, freundlichen, offenen Menschen und es lohnt sich auf jeden Fall die Stadt genau zu erkunden und seine vielen Angebote wahrzunehmen. Im Großen und Ganzen ist das Leben sehr viel günstiger als in Berlin und Potsdam, was vielleicht für den ein oder anderen auch keine unwesentlich Rolle spielt. Wer überlegt ein Erasmus- Semester zu machen sollte den Gedanken auf keine Fall verwerfen. Zwar hat man immer die Chance im Ausland zu arbeiten oder nach Spanien zu reisen, es wird aber nie die großartige Erfahrung im Ausland zur Uni zu gehen, ersetzen. Ich habe mein Spanisch und meinen internationalen Freundeskreis enorm erweitert. Wer allerdings vorhat zwischen 14.00 und 17.00 geschäftliche Dinge zu erledigen, kann das gleich sein lassen und muss (bis auf einige Ausnahmen) die Siesta genießen.

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