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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitat de València

Schon zu Beginn meines Studiums war ich mir sicher, dass ich während des Bachelors mit dem Erasmus+ Programm für mindestens ein Semester ins Ausland gehen möchte. Da ich mich zunächst an das Unileben an der Uni Potsdam gewöhnen und viele Kurse abschließen wollte, wartete ich bis zu meinem fünften Semester mit dem Auslandsaufenthalt. Dafür bewarb ich mich bereits ein knappes Jahr zuvor (im dritten Semester) und griff dafür auf die online einsehbaren, sehr hilfreichen Informationen der International Office-Seite der Uni Potsdam zurück. In den folgenden zwei Infoveranstaltungen wurde uns klar und verständlich vermittelt, welche Unterlagen wir einzureichen hatten, sowie inwiefern bereits vor Ankunft der Kontakt zur Gastuni gesucht werden sollte. Ich schickte also schon früh mein ausgefülltes Learning Agreement before Mobility per Mail an die Uni Valencia. Jedoch bekam ich darauf nie eine Rückmeldung. Erst als ich dort ankam und direkt im Sekretariat nachfragte, wurde mir das Dokument von meinem zuständigen Koordinator unterschrieben.   


Studienfach: B.Ed. Spanisch und LER

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 07/2018

Gastuniversität: Universitat de València

Gastland: Spanien

 

Studium an der Gastuniversität

Das Studieren an der Universidad de Valencia habe ich genossen, obwohl (oder eventuell auch weil) sowohl Aufwand als auch Anspruch tatsächlich deutlich unter dem Niveau lagen, an das ich in Potsdam gewöhnt war. Ich habe durchaus etwas an inhaltlichem Wissen mitnehmen können. Jedoch erschien mir das System deutlich verschulter und die häufig auftretende Strukturierung eines Kurses, dass während des Semesters keine Leistungen erbracht werden müssen, die Anwesenheit nicht kontrolliert und nur am Ende die Klausur geschrieben wird, als weniger effektiv als das forderndere System vieler bereits von mir belegter Kurse an der Uni Potsdam. Eine Ausnahme stellten Literaturseminare dar, welche durchaus viel Arbeit in Anspruch nahmen und deren sprachliches Niveau mich teilweise überforderte. Trotzdem genoss ich die Zeit an der Uni sehr, da die Studierenden sowie Mitarbeiter sehr hilfsbereit waren und ich durch den eher geringen Aufwand Zeit für beispielsweise einen C1-Spanischsprachkurs hatte. Auch die technische Ausstattung sowie die Bibliothek der Fakultät waren sehr ausgebaut und hilfreich.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Was ich etwas bedauere ist, dass ich nur sehr seltenen und oberflächlichen Kontakt zu meinen spanischen Kommilitonen hatte. Sie schienen größtenteils gern unter sich zu bleiben und nicht besonders in Kontakt mit Erasmusstudenten zu stehen. Jedoch fand ich dadurch umso mehr Freunde aus ganz Europa (und teilweise auch aus anderen Teilen der Welt), die selbst durch das Erasmusprogramm in Valencia waren. Unter den Erasmusstudenten in Valencia erschienen mir Italiener am häufigsten vertreten, gefolgt von deutschen und französischen Studierenden. Man merkt sehr stark, dass es eine Stadt voller Erasmusstudenten ist: Mehrmals die Woche gab es Erasmusparties in Bars oder Clubs und es existieren zahlreiche Erasmusorganisationen (zum Beispiel „Happy Erasmus“ www.erasmusvalencia.com) mit ständig wechselnden Angeboten für Parties über Tagesausflüge bis hin zu größeren Reisen. Von diesen Angeboten habe ich sehr profitiert und habe beispielsweise an einer viertägigen Andalusienfahrt sowie einer neuntägigen Marokkoreise teilgenommen. Vor allem durch solche Unternehmungen war es für mich ein Leichtes, interessante Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Was mich wirklich sehr freut, ist, dass mein Sprachniveau gestiegen ist. Zu Beginn meines Erasmusaufenthalts hatte ich laut des OLS Onlinesprachtests ein Niveau von B2, jetzt ein Niveau von C1. Gerade im alltäglichen Gebrauch habe ich gemerkt, dass mir das Sprechen deutlich leichter fällt als zuvor und ich weniger über Vokabeln sowie Grammatik nachdenken muss. Außerdem sehe ich es als einen eher positiven Aspekt an, dass ich in Valencia trotz der großen Zahl an dort wohnenden und studierenden Deutschen mit ihnen nicht viel in Kontakt stand und somit nicht viel Deutsch geredet habe. Stattdessen habe ich sehr viel Zeit mit italienischen sowie französischen Studenten verbracht, deren Niveau des Spanischen größtenteils meinem ähnelte und unsere Gespräche dadurch nicht nur eine schöne persönliche Bereicherung, sondern auch eine gute sprachliche Übung darstellten. Des Weiteren muss ich die regionale Sprache, das Valenciano oder auch Valencià, erwähnen. Vor meiner Ankunft war ich etwas in Sorge, die Einheimischen würden (wie ich die Erfahrung zuvor in Barcelona in Bezug auf das Katalanische machte) nur von dieser vom Spanischen durchaus abweichenden Sprache Gebrauch machen. Und einige Emails der Uni, sowie die Straßenschilder und Ubahnansagen, sind ausschließlich auf Valenciano. Jedoch erschien mir die spanische Sprache trotzdem (im Vergleich zu meiner Erfahrung in Katalonien) nach wie vor verbreiteter und ich hatte somit keine Probleme, mich zu verständigen.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft in Valencia suchte und fand ich bereits zwei Monate vor meiner Ankunft. Ich postete mein Anliegen in eine Facebookgruppe ( www.facebook.com/groups/695203843908023/ ), bekam innerhalb kürzester Zeit viel mehr Angebote, als ich erwartet hatte und stieß so auf die Seite  amigoflats.com/en/. Dort fand ich schnell eine Wohnung nahe der Uni, deren Lage sowie das Rundgangvideo meinen Vorstellungen entsprachen und reservierte mir eines der Zimmer. Ich wohnte zusammen mit drei anderen Erasmusstudentinnen, zwei Französinnen und einer Ungarin, mit denen ich mich glücklicherweise auf Anhieb blendend verstand. Auch der Kontakt zu den Vermietern war gut, durch eine Whatsapp Gruppe konnten wir jederzeit kommunizieren und bei Problemen nach Rat fragen. Ich zahlte 275 Euro monatlich (inklusive aller Nebenkosten), was für die valenzianischen Verhältnisse sogar schon etwas kostspieliger ist, da ich ein großes Bett sowie Airconditioning in meinem Zimmer hatte. Die Mietpreise in Valencia sind wirklich erschwinglich, schon für 200 Euro monatlich kann man ein nettes Zimmer in guter Lage finden. Sehr angenehm an der Stadt empfand ich außerdem ihre nicht zu geringe, aber trotzdem noch überschaubare Größe, welche es möglich macht, das System der Stadt und der einzelnen Bezirke schnell zu verstehen. Eine wirklich unschlagbar gute und dadurch sehr viel genutzte Möglichkeit sich fortzubewegen stellt Valenbisi dar. Dabei handelt es sich um einen Fahrradservice, vom dem es wirklich in der ganzen Stadt verteilt Ausleihstationen gibt. Eine Mitgliedschaft für ein Jahr kostet gerade mal 30 Euro! Der einzige kleine Haken ist, dass die Zeit von 30 Minuten nicht überschritten werden sollte, sonst muss man draufzahlen. Jedoch handelt es sich dabei nur um einen sehr geringen Betrag und man kann das Fahrrad jederzeit an einer Station zurückgeben und sofort wieder ausleihen, und die halbe Stunde beginnt von Neuem. Dieser Service in Verbindung mit den extrem gut ausgebauten Fahrradwegen macht Valencia in meinen Augen zu einer Beispielstadt, was die Fahrradnutzung angeht!

Studienfach: B.Ed. Spanisch und LER

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 07/2018

Gastuniversität: Universitat de València

Gastland: Spanien


Rückblick

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mehr als glücklich über meine Wahl von Valencia für meinen Erasmusaufenthalt bin! Eine Stadt mit einer extrem hohen Lebensqualität, und vor allem für Studenten aufgrund der niedrigen Lebenserhaltungskosten sowie der großen Menge an möglichen Aktivitäten absolut perfekt! Ich stelle wohl einen guten Beweis dar: Aus meinem geplanten Erasmussemester habe ich nach gerade mal zwei Monaten Aufenthalt in dieser tollen Stadt zwei gemacht, was glücklicherweise kein Problem und vor allem mit wenig formalem Aufwand verbunden war. Und auch wenn ich versuche, möglichst allzu kitschige Sätze zu vermeiden, muss ich abschließend sagen: Die Erfahrungen, die ich dank des Erasmusprogramms während der letzten zehn Monate in Valencia gemacht habe, sind mit nichts von mir zuvor Erlebtem zu vergleichen, und ich bin mehr als froh darüber, diese Möglichkeit gehabt zu haben! Sowohl in Bezug auf meine Unilaufbahn als auch in persönlicher Hinsicht hat mich diese Erfahrung immens bereichert.

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