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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidade de Santiago de Compostela


Studienfach: B.Ed. Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidade de Santiago de Compostela

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Mir war am Anfang meines Studiums bereits klar, dass ich irgendwann einmal einen Auslandsaufenthalt absolvieren möchte. Leider hat sich das irgendwie verlaufen und ich hatte das irgendwann nicht mehr als fest geplant angesehen. Doch dann kam eine E-Mail der Uni Potsdam, dass nachträglich zum Anmeldezeitraum noch Plätze an ein paar Universitäten frei sind. Da dachte ich mir, dass ich mal mein Glück versuchen sollte. Ich klickte mich durch die Möglichkeiten und informierte mich dann im Internet zu den Universitäten. Schließlich bewarb ich mich für drei Möglichkeiten. Nach ein paar Wochen wurde mir ein Studienplatz in Santiago de Compostela (USC) angeboten und ich sagte natürlich sofort zu. Die Gastuniversität in Santiago nahm dann relativ schnell Kontakt zu mir auf und sendete mir die Zugangsdaten zu einem Onlineportal, in dem ich mich registrieren sollte. Außerdem wurde mir der Name meiner Koordinatorin dort mitgeteilt. Die Anmeldung im Onlineportal funktionierte ohne Probleme und die dort gefordert Unterlagen, wie das Learning Agreement und das „Transcript of Records“, fand ich auf der Website des International Office der Universität Potsdam. Die USC forderte außerdem einen Nachweis meines Spanischlevels. Das passende Formular fand ich auf derselben Seite der Uni Potsdam.
Für das Learning Agreement musste man bereits Kurse angeben, die man im Ausland belegen möchte. Daher begab ich mich auf die Internetseite der USC für die spanische Philologie. Leider muss ich sagen, dass diese Seite ein wenig verwirrend gestaltet ist. Ich fand am Anfang lediglich Kurse des letzten Semesters. Es kam auch vor, dass Kursinformationen für das neue Semester nach einigen Wochen plötzlich nicht mehr verfügbar waren. Daher musste ich nach Ankunft noch einmal viele Dinge in meinem Stundenplan ändern.

Studium an der Gastuniversität

Leider hatten sich sehr viele Kurse zeitlich überschnitten. Deshalb war es mir leider auch nicht möglich, einen Sprachkurs im CLM (Centro de Linguas Modernas) zu absolvieren, da die Dozenten der USC recht streng mit der Anwesenheitspflicht sind. Außerdem sollte man unbedingt rechtzeitig einen Termin im Erasmusbüro in der Altstadt machen, denn je näher das Semester rückt, desto voller wird es dort. Man bekommt einen Link zur Terminseite des Büros geschickt. Ich habe auch mitbekommen, dass die Mitarbeiter dort sehr gut Englisch sprechen, weshalb die Verständigung kein Problem darstellen sollte. Leider muss ich sagen, dass ich an der Universität in Santiago kaum Kurse gemacht habe, die vom Inhalt her neu für mich waren, was aber wahrscheinlich einfach am Kursangebot für dieses Semester lag. Der galizische Dialekt war für mich keine so große Herausforderung, aber das kommt meiner Meinung auch auf den jeweiligen Kurs und den Dozenten an. Einige Dozenten kommen, was die Unterstützung im Kurs anbelangt, den Erasmusstudenten auch sehr entgegen und sind bezogen auf Verständnisprobleme sehr geduldig. Das variiert aber leider auch von Dozent zu Dozent sehr stark. Ich hatte beispielsweise einen Kurs zur Morphologie und Phonologie und Phonetik, in dem wir Erasmusstudenten kein Wörterbuch benutzen durften. Einige Wörter waren jedoch sehr schwer und so wurden einige Klausuren ein bisschen schwierig. Was ich auch nicht so gut finde ist die Tatsache, dass die Nachholklausuren erst zum Ende des Sommersemesters im Juni stattfinden. Im Falle des Nichtbestehens von Klausuren ist es also sehr schwierig, diese Leistungen im Nachhinein einzuholen. Ansonsten muss ich sagen, dass viele Studenten, Verwaltungsmitarbeiter und Dozenten sehr entgegenkommend, hilfsbereit und geduldig sind. An irgendjemanden konnte man sich immer wenden, wenn es ein Problem gab. Die Ausstattung von Bibliotheken, Computerpools etc. am Campus Norte (der Campus, den ich besucht habe) würde ich als standardmäßig bezeichnen. Die Bibliothek ist zwar im Vergleich zu einigen Universitäten hier sehr klein, jedoch gibt es an Literatur zumindest das, was für die Kurse benötigt wird. Wenn das nicht zutrifft, gibt es auch noch ausreichend Sekundärliteratur in anderen Bibliotheken der USC zu finden. Die Bibliotheken haben in der Woche generell sehr lange geöffnet, jedoch gibt es nur eine Bibliothek, die auch samstags und sonntags geöffnet hat.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die USC kümmert sich, was die Einbindung in das studentische Leben angeht, sehr gut um die Gaststudenten. Es gibt diverse Erasmusgruppen und auch ein Buddy-Programm. Man findet sehr schnell Anschluss und lernt durch die zahlreichen Partys und Reisen schnell neue Leute kennen. Durch die rege Aktivität der einzelnen Gruppen in den sozialen Netzwerken weiß man immer Bescheid, welche Events anstehen. Der Kontakt zu einheimischen Studierenden ergibt sich durch den täglichen Kontakt in der Uni. Außerdem ist Santiago nicht sehr groß, das heißt man trifft sich oft in der Stadt.

Sprachkompetenz or und nah dem Auslandsaufenthalt

Durch die alltägliche Sprachpraxis habe ich persönlich sehr viel mehr Sicherheit in der Sprache gewonnen. Es war seit jeher so, dass ich, was das Verständnis betrifft, relativ sicher war. Jedoch fehlte mir das Selbstbewusstsein in realen sprachlichen Situationen. Das hat sich sehr gebessert. Bei meinem Sprachtest jetzt im Nachhinein kam heraus, dass ich zwar immer noch beim Niveau B1 liege, ich jedoch in den einzelnen Bereichen erhebliche Verbesserungen verzeichnen konnte.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe bereits sehr früh Ausschau nach einer Wohnung gehalten. Im „Welcome-Guide“, den man durch die Uni per E-Mail zugeschickt bekommt, sind zahlreiche Links für Internetseiten zu finden, die einen bei der Wohnungssuche unterstützen können. Ich habe mich dann relativ spontan für ein WG-Zimmer entschieden, nachdem ich ein bisschen Austausch mit dem Vermieter hatte. Ich muss jedoch sagen, dass es sich auch lohnt, sich bei der Wohnungssuche ein bisschen mehr Zeit zu lassen und vielleicht auch im „Flatmate-Programm“ zu stöbern. Ich muss sagen, dass ich mit meinem Zimmer relativ zufrieden war, jedoch muss man sich definitiv zumindest vom deutschen Standard verabschieden. Ich wohnte ein wenig außerhalb der Altstadt (Zona vieja), ziemlich nahe des Campus Norte. Bei uns in der Wohnung gab es einen Luftentfeuchter und eine Elektroheizung, jedoch war gerade der Januar sehr kalt und durch die schlechte Isolierung der Häuser bleibt die Wärme nicht lange im Zimmer. Dies ist jedoch in der Neustadt (Zona nueva) unterschiedlich. Dort sind viele Wohnungen renoviert und zum Teil sogar neu. Für mich war aber klar, dass ich eine Wohnung nahe meiner Fakultät wählen würde. In Santiago ist alles sehr gut zu Fuß zu erreichen. Sollte man jedoch einmal den Bus wählen, kommt man sehr günstig dabei Weg. Jede Fahrt kostet einen Euro.
Was die Einkaufsmöglichkeiten angeht, hat man in Santiago reichlich davon. Es gibt Zahlreiche Supermärkte in Altstadt und Neustadt. Ich hatte beispielsweise gleich zwei zur Auswahl, die in nur fünf Minuten Fußmarsch zu erreichen waren. Für besonderen Bedarf gibt es ein großes Shoppingcenter namens „As Canselas“, wo man mit dem Bus sehr schnell hinkommt. Vom großen Busbahnhof (Estación de autobuses) aus lassen sich sehr viele Ziele inner- und außerhalb Galiziens für einen schmalen Taler erreichen. Es gibt immer eine Möglichkeit, am Wochenende mal woanders hinzufahren. Santiago hat auch zahlreiche Clubs und Bars, weshalb einem nicht langweilig wird.

Studienfach: B.Ed. Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidade de Santiago de Compostela

Gastland: Spanien


Rückblick

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Erasmusaufenthalt in Santiago de Compostela sehr schön war. Ich habe sehr viel Sprachsicherheit gewonnen und viele interessante Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennengelernt. Ich kann jedem empfehlen, dort den Auslandsausenthalt zu absolvieren, denn man kann in Santiago sehr viel erleben. Dennoch ist die Stadt nicht zu groß, weshalb sie gerade für einen halbjährigen Aufenthalt sehr geeignet ist, weil man sich schnell zurechtfindet und viele neue Leute kennenlernt. Ich habe die Zeit dort sehr genossen und will so schnell wie möglich während der Ferien oder Feiertage wieder einmal dorthin.

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