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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Oviedo


Studienfach: M.Ed. Deutsch und Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Universidad de Oviedo

Gastland: Spanien

Warum Oviedo eine gute Wahl ist

Oviedo ist eine süße Kleinstadt im äußeren Norden Spaniens und ist gerade für Sport- und Outdoorbegeisterte eine sehr gute Wahl. So ist die Stadt von vielen Bergen und sattgrünen Wiesen, die zum Wandern einladen, umgeben. Der Atlantik ist mit seinen schönen Stränden, günstigen Surfmöglichkeiten, etc. in nur 25 Minuten mit dem Bus zu erreichen. In den Wintermonaten fällt in den höheren Berglagen zusätzlich garantiert Schnee (in Oviedo selbst nicht), sodass auch das Wintersportangebot genutzt werden kann. Oviedo hat eine wunderschöne Altstadt mit kleinen verwinkelten Gassen und gemütlichen Plätzen, alten Häuserfassaden und den für die Gegend typischen bunten Holzbalkonen. Es gibt, wie auch überall sonst in Spanien unzählige Cafés und Bars, deren Terrassen auch im Winter bei doch schon recht kalten Temperaturen gefüllt bleiben. In den Sidrerias kommen ab dem späten Nachmittag die Einheimischen zusammen, um genüsslich mit einigen Flaschen sidra, einem Apfelschaumwein, den Feierabend einklingen zu lassen. Hierzu solltet ihr wissen, dass die sidra der ganze Stolz der asturianos ist und so immer gut dazu geeignet ist, Gespräche mit Einheimischen zu beginnen. In der calle Mon gibt es ca. 20 kleine Diskotheken, die am Wochenende (und teilweise auch unter der Woche) immer gut besucht sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich bisher noch recht wenige Touristen nach Oviedo verlaufen. Lasst euch auch nicht von der Tatsache abschrecken, dass es in Asturien relativ viel regnet, denn im Vergleich zu dem Regenwetter, welches wir aus Deutschland her kennen, ist es in Asturien immer noch gut auszuhalten. Prinzipiell ist es, mal abgesehen von den Wintermonaten, sehr mild, sodass vor allem die höheren Temperaturen, die ich aus anderen Gebieten Spaniens kenne, hier nicht auftreten.

Studium an der Gastuniversität

In Spanien ist das Studium etwas anders organisiert als bei uns in Deutschland. Die Studenten machen meist nur einen Einfachbachelor, statt drei Jahren dauerte das Grundstudium, also der grado, vier Jahre. Der master wird dafür nach einem Jahr abgeschlossen. Die Kurse sind für die einheimischen Studierenden pro Jahr fast vollständig vorgegeben und es gibt nur wenige fakultative Kurse zu wählen.
An der Universidad de Oviedo war ich im Master Lengua española y lingüística immatrikuliert, habe aber auch Kurse aus dem vierten Jahr des Grado Lengua española y sus literaturas belegt, da es ja sonst in dem einjährigen Master gar nicht genügend Kurse gab, die ich in Potsdam hätte anrechnen lassen können. Zu beachten ist außerdem, dass gerade im Sommersemester fast keine Kurse angeboten werden, da die einheimischen Studenten des vierten Jahres grado und die des masters an ihren Abschlussarbeiten schreiben, sodass man als Austauschstudent kaum mehr Auswahlmöglichkeiten hat, entsprechende Kurse zur Anrechnung ausfindig zu machen. Die Kurse werden in Spanien generell als Vorlesungen organisiert, sodass man als Student nur mit zuhören und mitschreiben beschäftigt ist. Außerdem waren die Kurse im grado mit 40 bis 60 Teilnehmern, für meinen Geschmack, ziemlich überfüllt. Im master waren wir hingegen immer nur um die 10 Studenten. Gerade nach dem ich im Bachelor bereits ein Jahr in Kolumbien studiert habe und auf die Qualität der Uni Nacional de Colombia nur Lobeshymnen ausrufen kann, war ich von Oviedo anfangs doch eher enttäuscht. Ein bisschen erschrocken war ich auch von der Bibliothek, die über eine sehr kleine Auswahl an Büchern verfügt, die insgesamt auch kurz davor stehen, zu Staub zu zerfallen. W-LAN ist auf dem gesamten Campus Milán eher sporadisch ausgebaut. Auf eine Lehrveranstaltung bekommt ihr normalerweise 6 ECTS, dafür müsst ihr mindestens eine Klausur und oftmals auch noch eine Hausarbeit schreiben oder ganz selten ein Referat halten. Den Lernstoff für die Klausuren empfand ich als sehr umfangreich und die Noten fielen bei mir, wie auch bei anderen Erasmusstudenten eher schlechter aus, als wir es von unseren deutschen Universitäten gewöhnt waren. Die Professoren waren bei mir alle sehr nett und auch verständnisvoll. Es wurden also bei Überschneidungen mehrere Klausurtermine vergeben. Des Weiteren, gibt es am Campus Milán zwar eine Cafeteria, doch ist die Auswahl an Speisen, besonders das Mittagessen betreffend, sehr sporadisch und dann noch sehr teuer. Kaffee und pinchos (belegte Brötchen) bekommt ihr in jedem umliegenden Lokal sehr günstig zu kaufen. Wer aber ein anständiges Mittagessen braucht, wird an diesem Campus ums eigene Kochen nicht herum kommen. Am Campus del Cristo sieht es da schon besser aus, allerdings kostet das Mittagsmenü dann auch ca. 7€. 

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Bevor das eigentliche Studium los geht, organisiert der ESN eine Welcome-Week für alle Austauschstudenten, die natürlich keine Anwesenheit fordert, aber doch recht sinnvoll ist, um erste Kontakte zu knüpfen. In dieser Woche werden erste Ausflüge in die nähere Umgebung, Stadtbesichtigungen und Partys organisiert. Der ESN hat eine Facebookgruppe, der ihr euch unbedingt anschließen solltet, um so evtl. Fragen zu eurem Studium, Wohnungsangebote, etc. erfragen zu können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die spanischen Studenten eher selten auf einen zukommen und ihr euch wirklich aktiv darum kümmern müsst, mit den Einheimischen in Kontakt zu treten. Ich hatte mir gleich zu Anfang eine Tandempartnerin gesucht, mit der ich mich regelmäßig bis zum Ende meines Aufenthaltes getroffen habe und wir auch weiterhin den Kontakt halten werden. 

Wohnsituation

Bei der Zimmersuche in Oviedo braucht ihr euch nicht stressen. Das Angebot an Zimmern ist sehr groß und die Einrichtung der Wohnungen komplett ausreichend. Es ist am Besten per Internet den Vermieter der Zimmer anzuschreiben. Wer sich zuerst meldet, bekommt auch den Zuschlag für das Zimmer. Ich selbst habe mich erst vor Ort mit der Wohnungssuche beschäftigt und drei Nächte im Hostel Mendizabal geschlafen (pro Nacht ca. 20 €), was auch problemlos funktionierte. Generell haben die meisten Studenten mit anderen Erasmusstudenten zusammengewohnt. Die Zimmer in der Nähe vom Milán kosten alle um die 180 € - 220 €, Internet, Strom, Warmwasser kommen dann noch mit ca. 20 € (im Winter etwas mehr) hinzu. In der Altstadt kostet die Miete mit ca. 300 € etwas mehr, am Cristo mit etwa 150-200 € wird es sogar günstiger. Die Vorlesungen gehen normalerweise ganzwöchig immer schon um 9 Uhr los, sodass ich an eurer Stelle in die Nähe des Campus ziehen würde, an dem ihr dann auch studiert. Ein Einzelfahrausweis für den Bus kostet 1,20 €. Hier findet ihr noch zusätzliche Wohnungsangebote.

Studienfach: M.Ed. Deutsch und Spanisch

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 06/2017

Gastuniversität: Universidad de Oviedo

Gastland: Spanien


Rückblick

Generell ist in Oviedo, auch wenn es sich um eine Kleinstadt (vergleichbar mit Potsdam) handelt, alles möglich. Ihr könnt eine ruhige, aktive aber auch partyreiche Erasmuszeit verbringen. Es liegt ganz allein an euch, aber die Stadt ist perfekt für beides. Die Lebenshaltungskosten fallen etwas geringer aus als bei uns in Potsdam, was bei mir vor allem mit den wesentlich günstigeren Mietpreisen zusammenhing. Auch wenn die Universität nicht so modern erscheint, ist die Qualität der Vorlesungen dennoch sehr gut. Ich habe insgesamt zwei Semester an der Uni Ovi studiert und kann sagen, dass es letztlich eine tolle Erfahrung war, in der ich in allen Bereichen des Lebens dazugelernt habe. Nutzt die Chance eines Studienaufenthaltes im Ausland. Oviedo kann ich dabei nur wärmstens weiterempfehlen.    

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