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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Murcia


Studienfach: B.A. Kulturwissenschaft und Französische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidad de Murcia

Gastland: Spanien

Vorbereitung und Ablauf des Auslandsaufenthalts                                                            

Bereits ganz zu Beginn meines Studiums hatte ich vom Erasmus-Programm erfahren und schnell entschieden: Auch ich möchte ein Semester im Ausland studieren. Ich entschied schnell, dass es für mich nach Spanien gehen soll, die Sprache wollte ich schon lange lernen, die passenden Kurse werden an der Universität Potsdam angeboten und so legte ich im 2. Semester los. Spanien interessierte mich als südeuropäisches Land mit bekanntlich viel Sonne, netten Menschen und guter Küche und mit der Sprache öffnen sich noch weite Teile Süd- und Mittelamerikas für spätere Praktika oder Reiseziele. Für Romanistikstudenten ist ein Auslandssemester zwar häufig normal, leider aber keine Pflicht. Allerdings war die Bewerbung in Form eines einfachen Formulares sehr einfach. Es genügte sich über die Frist zu informieren, all diese Informationen findet man auf der Homepage der Universität. Die Seite des Fachbereichs listet die Partnerhochschulen auf, dann muss man sich nur noch Erst-, Zweit, und Drittwahl überlegen. Ich wählte Murcia als Erstwahl, da ich meine Chancen in Spanien angenommen zu werden, als Studentin der Französischen Philologie geringer einschätzte und nicht die typischen Lieblingsorte auflisten wollte. Diese Entscheidung habe ich nie bereut, ich war froh in einem eher unbekannteren und kleineren Ort zu sein.
Meine Bewerbung schickte ich zu Beginn der Bewerbungsfrist direkt los, Ende Januar kam die Zusage für meine Erstwahl für das Wintersemester. Es folgten zwei Infoveranstaltungen, die meist noch einige Fragen und Bedenken ausräumen können und ein Berg an Bürokratie, den es zu bewältigen gilt. So viel es erscheinen mag, es wird einem weitergeholfen und die Mühe lohnt sich. Es ist sinnvoll, sich von der/m Koordinator/in am eigenen Institut beraten zu lassen, sie kennen meistens die dortigen Ansprechpartner und können hilfreiche Tipps geben.
Die finanzielle Unterstützung, die zu 80% vor Abreise und 20% nach Rückkehr gezählt wird, erhielt ich pünktlich.
Ich kontaktiere meinen Tutor bereits im Mai, da ich einige organisatorische Fragen hatte, und erhielt zuverlässig immer eine Antwort, wenn ich auch oft weiterverwiesen wurde. Diese Betreuung lief auch vor Ort weiterhin gut. Nach der Ankunft gab es eine große Informationsveranstaltung, dort erhielt man Studentenausweis und andere wichtige Dokumente. Ich durfte alle mich interessierenden Kurse anschauen und hatte eine ausreichend lange Frist zum Entscheiden, auch am Ende verlief alles reibungslos.

Studium an der Gastuniversität

Das spanische System unterscheidet sich stark vom deutschen. Der Bachelor dauert vier Jahre, der Master nur ein Jahr. Außerdem funktioniert ein Studienjahrgang wie eine Klasse. Der Stundenplan ist zu einem großen Teil vorgegeben und die Studenten verhalten sich dementsprechend wie in einer Klassengemeinschaft, was ich seit der 10. Klasse nicht mehr kannte. Ich schrieb mich an der Facultad de Letras ein, man kann in Spanien keine 2-Fach-Bachelor machen, so wie ich es an meiner Heimatuniversität mache, deshalb entschied ich mich für diese Fakultät. Ich besuchte 4 Kurse aus dem Grado (Bachelor) Estudios Franceses und einen aus dem Grado Historia del Arte. Die Veranstaltungen werden nicht in Vorlesungen und Seminare unterschieden, es lief wie Frontalunterricht ab, was bei mir das Gefühl der Schule verstärkte. Ich hatte drei Kurse, die mir gut gefallen haben, die anderen beiden haben mir von der Art des Unterrichts nicht sehr zugesagt. Generell fiel mir auf, dass wenig Mitdenken während der Veranstaltungen gefragt war, es fanden keine Diskussionen statt und Anmerkungen von Seiten der Studenten waren eher selten. Von meiner Universität bin ich viele Diskussionen, Referate und insgesamt mehr Abwechslung gewöhnt, dies habe ich somit sehr zu schätzen gelernt. Ich hatte das Glück, sehr freundliche und offene Professoren zu haben, die stetig bereit waren, mir zu helfen. Es gibt an der Universität in Murcia viele Erasmusstudenten, alle sind das Prozedere gewohnt und ich hatte nie Probleme.
Die Klausuren am Ende waren recht schwer, das Niveau war hierbei höher, als ich während des Semesters den Eindruck hatte. Ich hatte einen Kurs, bei dem der Leistungsnachweis aus drei Klausuren mit offenen Fragen während des Semesters und einem Referat bestand, bei den restlichen vier Veranstaltungen waren die Klausuren mit multiple choice und höchstens knappen Sätzen, diese Art des Leistungsnachweis halte ich häufig für weniger sinnvoll. Die Bewertungen erfolgten jedoch fair und auch durchsichtig. Ich habe alle Kurse über der Mindestanforderung bestanden und 30 ECTS erreicht, allerdings weiß ich von vielen ausländischen Studenten, bei denen dies nicht der Fall war und auch bei den spanischen Studenten schien es die Regel zu sein, mal durch einen Kurs durchzufallen.
Das Klima an meiner Gastuniversität hat mir sehr gut gefallen. Auf dem Campus mitten im Stadtzentrum sitzen immer Studenten unter Palmen, auch wenn es etwas kühler wird. Ein freundlicher Umgang ist völlig normal, gerade am Anfang, als ich noch etwas verloren auf dem Campus herumirrte, wurde mir mehrmals Hilfe angeboten, auch die Mitarbeiter in der sogenannten Consejeria geben immer überaus freundlich Auskunft und bemühen sich, weiterzuhelfen.
Die Universität ist meiner Meinung nach gut ausgestattet, ich war am alten Campus und zufrieden mit den Räumen und der Technik. Die Computerräume und die Bibliothek sind den ganzen Tag geöffnet und immer zugänglich, ich hatte auch nie Probleme, einen Platz zu finden. Am neuen Campus Espinardo, der riesengroß und etwas außerhalb ist, ist alles topmodern, auch darüber habe ich nur Gutes gehört.

Kontakte zu ausländischen und einheimischen Studierenden

Als Erasmusstudent/in landet man ganz automatisch von Beginn an in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Am Anfang musste ich zum Sprachtest, wo direkt die ersten Kontakte zu anderen Erasmusstudenten zu Stande kamen und schon waren die ersten Nummern ausgetauscht und Verabredungen getroffen. In Murcia war die Erasmusgemeinschaft sehr aktiv, es gibt eine Bar, die vom Erasmus Student Network organisiert wird, diese ist häufig ein Treffpunkt und ein Ort, um neue Leute kennen zu lernen. ESN organisiert vielseitige Veranstaltungen, ob Reisen, Dinner, Partys oder auch Nachmittage mit Behinderten. Auch in diesem Zusammenhang trifft man immer wieder neue ausländische Studenten, bis zum Ende habe ich immer wieder neue Gesichter entdeckt. Ich habe diese internationalen Gruppen als sehr positiv empfunden, alle gehen in der Regel sehr offen und freundlich aufeinander zu, es entstehen immer neue Konstellationen, alle Türen stehen in der Regel offen und es wird durcheinander eingeladen, internationale Dinners veranstaltet, Clichés und Vorurteile untersucht und bestätigt oder widerlegt, alles in einer guten Atmosphäre. Die Reisen waren immer Höhepunkte, aber auch Unternehmungen in der Stadt und Umgebung wurden immer häufiger. Ich habe vor allem viel Energie, große Unternehmungslust und Interesse bei fast allen wahrgenommen. Wo man in der Heimat monatelang einen Ausflug planen muss, wurde er in Spanien einfach auf das nächste Wochenende gelegt und es tauchten dann auch tatsächlich alle morgens um zehn am Bus auf. Die Lockerheit und Lebensfreude schien von den Spaniern auf alle ausländischen Studierenden übertragen zu werden, man wurde in diesem positiven Schwung einfach mitgerissen und ich habe dies sehr genossen.
Obwohl die Kontaktaufnahme zu internationalen Studierenden deutlich einfacher war, gab es auch guten Kontakt zu Einheimischen. In den Kursen waren einige interessiert und hilfsbereit, im Studiengang Estudios Franceses hatten viele ebenfalls einen Auslandsaufenthalt hinter sich und wussten, wie man gerade zu Beginn noch etwas Hilfe braucht. Trotzdem befinden sich alle in Ihrem familiären und alltäglichen Umfeld und suchen weniger Kontakt als die anderen ausländischen Studierenden. Viele Studierende der Universidad de Murcia leben in Dörfern außerhalb oder kehren zumindest am Wochenende immer sofort zu ihren Familien in der Region zurück, deshalb besteht weniger die Chance zu häufigen Treffen. Allerdings gibt es doch auch einige, die in der Stadt wohnen und sogar gezielt den Kontakt suchen, indem sie sich internationale WG-Mitbewohner suchen oder anderweitig den Kontakt herstellen. Eine gute Möglichkeit bietet hierfür der wöchentlich stattfindende Tandemabend, der auch von ESN organisiert wird. Dort treffen sich jeden Montag internationale und einheimische Studierende und tauschen sich in verschiedenen Sprachen aus.
Auch ich hatte großes Glück und von Beginn an über eine andere WG Kontakt zu Einheimischen. Die Menschen sind sehr liebenswert und zeigen gerne ihre Heimat, gleich am ersten Wochenende zeigten sie uns einen Strand in einem Naturschutzgebiet, der ansonsten schwer zu erreichen ist, über den gesamten Zeitraum war so ein guter Kontakt hergestellt und anteilsmäßig waren so viele Spanier im Freundeskreis wie Italiener, Franzosen oder Niederländer, die neben Deutschen die Mehrheit der Erasmusstudenten stellen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meinem Auslandsaufenthalt hatte ich zwei Semester lang Spanisch als Schlüsselkompetenz belegt. Ich fing im zweiten Semester damit an, da die Voraussetzung zur Platzvergabe in Spanien ein B1-Niveau verlangte. Die UNICERT-Kurse waren sehr intensiv, mit sechs Wochenstunden und Hausaufgaben ging es schnell voran, nach dem dritten Semester hatte ich das B1-Niveau durch die Klausur bestätigt. Mit Muttersprachlerinnen als Dozentinnen und hochmotivierten Kursmitgliedern machten mir die Kurse persönlich auch viel Spaß, zudem fiel mir die Sprache nicht allzu schwer, da ich mit sehr guten Französischkenntnissen sehr viele Verbindungen herstellen konnte und gerade beim Verstehen schnell Fortschritte machte. Allerdings ist ein UNICERT-Kurs doch etwas ganz anderes als die Verständigung in Spanien. Wo Grammatik und Vokabeln irgendwo im Kopf zwar vorhanden waren, mangelte es in den ersten Wochen am Sprechen. Doch ich kam sehr schnell hinein, nicht zuletzt durch den Sprachkurs in den zwei Wochen vor Unibeginn. Woche für Woche festigte und vergrößerte sich ein Alltagswortschatz, das Sätze bilden ging immer schneller, auch andere Zeitformen wurden immer sicherer. Ich habe mit den Einheimischen immer konsequent Spanisch gesprochen, auch wenn in Gruppen oft Englisch vorherrschte, zudem sprachen wir in meiner Wohngemeinschaft Spanisch. Mit vielen Freunden war die Verständigung zumindest zu zweit auch auf Spanisch, außerdem suchte ich über Radio und Fernsehen mein Hörverstehen zu schulen.
Insgesamt kann ich sagen, dass mein Spanisch extrem von diesem Auslandssemester profitiert hat, das war mein großes Ziel und ich kann jedem zum Sprachen lernen nur empfehlen, jede Möglichkeit zu nutzen ins Ausland zu gehen. Da ich vorher bereits Auslandserfahrung hatte, war mir dies bewusst und ich wusste, was mich erwartet. Meine Hemmschwelle zu sprechen sank schnell und viele sagten mir, dass ich bald große Fortschritte gemacht hatte. Dazu braucht es allerdings eine gewisse Bereitschaft, denn beim Erasmus kann man dem Spanisch lernen auch gut entfliehen, da in internationalen Gruppen und auch mit Spaniern die Verständigung auf Englisch möglich ist. Bei vielen sah ich, dass sie sich scheuten, Spanisch zu sprechen und immer auf Englisch zurückgriffen, weshalb die Fortschritte deutlich geringer ausfielen. Auch die internationalen Wohngemeinschaften, in denen die Meisten unterkommen, tragen oft nicht zum Lernprozess bei. Meine Empfehlung ist deshalb, wenn man ins Ausland möchte, um die Sprache gut zu lernen, sich eine Wohnung mit Einheimischen zu teilen und den Kontakt zur Sprache selbst herzustellen.

Wohn-  und Lebenssituation

Etwa einen Monat vor Abreise fing ich an, intensiver nach Unterkünften zu suchen. Bereits vorher hatte ich durch andere Studierende und Recherchen erfahren, dass der Wohnungsmarkt in Murcia um einiges entspannter für Suchende ist, als in den meisten deutschen Universitätsstädten. Es gibt Wohnraum und ich habe von niemandem gehört, der länger als eine Woche intensiv suchte. Viele flogen nach Murcia und suchten vor Ort vom Hostel aus, auch dort lernten sich viele schon kennen und suchten dann auch gemeinsam. Ich hatte das große Glück, dass ich ohne Vorauszahlung ein Zimmer in meiner Wohnung sozusagen reservieren konnte. Ich kam dann am 31. August und sah mir die Wohnung an und blieb sofort da. Das ist natürlich kein üblicher Weg, ich war einigermaßen früh dran und meine spanische Mitbewohnerin hatte ein positives Gefühl und glaubte daran, dass ich bleiben würde. Sie hätte allerdings auch leicht noch jemanden Anfang September gefunden. Ich zahlte dann Kaution und erste Miete nach Anreise. Inklusive Nebenkosten kam ich monatlich auf etwas über 200 Euro.
Meine Wohnung war im Viertel Vistabella gelegen, nahe des Flusses und in einer schönen und ruhigen Gegend. Der Fußweg ins Stadtzentrum war trotzdem kurz, knappe 10 Minuten zur Plaza de Toros, der Campus La Merced in 12 Minuten erreichbar, die Kathedrale in 15. Die Wohnung ist hell und hat auf beiden Seiten Balkone. Die Wäsche wird über die Leine vor den Balkon gehängt, viele Mietshäuser haben außerdem Dachterrassen. In der Regel sind die Wohnungen mit allem Nötigen ausgestattet, gefliest und leider gibt es nur äußerst selten richtige Heizung. Die Meisten nutzen im Winter die Klimaanlage mit warmer Luft oder kleine Elektro- oder Gasöfen, die nicht mit Zentralheizung zu vergleichen sind. Deshalb sollte man trotz südlichem Klima dicke Sochen, Hausschuhe und Fließpullover nicht zu Hause lassen, dann lässt es sich aushalten.
Supermärkte sind von überall nie weiter als 10 Minuten Fußweg, sonst kann man immer noch auf die kleinen Shops zurückgreifen, die an jeder Ecke das Nötigste verkaufen und im allgemeinen von Asiaten betrieben werden, weshalb sie nur Chinos genannt werden.
Auf Busse oder die Tranvia musste ich sehr wenig zurückgreifen, da sich mein Alltag komplett im Stadtzentrum abspielte. Zum Campus Espinardo oder zur Privatuniversität UCAM fährt die Straßenbahn Tranvia direkt, die nächste Station war von mir allerdings 20 Minuten Fußweg entfernt, falls man diese Anbindung nah haben möchte, sollte man in den Norden des Zentrums ziehen. Busse habe ich nur genutzt, um Ausflüge in die Region zu unternehmen, verschiedene Strände sind mit durchschnittlicher Fahrzeit von einer Stunde für 10 Euro Hin- und Rückfahrt zu erreichen, in die umliegenden Berge und Dörfer kommt man oft noch schneller und günstiger. Um sich ganz frei und flexibel zu bewegen, ist ein Auto natürlich sehr praktisch, diese kann man auch mieten, was allerdings ziemlich teuer ist. Meist haben wir gerade in größeren Gruppen dann doch einfach auf den Bus zurückgegriffen.
Murcia ist nicht sehr touristisch, was mir sehr angenehm war. Es gibt eine ausreichend gute Infrastruktur, es gibt im Zentrum alles, was man braucht, zahlreiche Bars, Restaurants, Clubs und alles zu erschwinglichen Preisen. An Fitnessstudios und Sportangebot mangelt es nicht, die Stadt bietet einige Museen und Aussichtspunkte, die man besichtigen kann, Langeweile kommt garantiert nicht auf. Die Stadt liegt in einem Kessel und ist von Bergen umgeben, die zu wunderschönen Wanderungen einladen. In der Region sind außerdem mit Lorca, Cartagena und Alicante lohnenswerte touristische Anlaufpunkte gelegen. Die Küste lockt mit verschiedenen Stränden und dem warmen Klima, sowohl das Mar Menor, als auch das offene Mittelmeer sind geeignet zum Baden und zu Strandspaziergängen.
Insgesamt war das Leben deutlich günstiger als in Deutschland, zusätzlich zur Miete von ca. 200 Euro monatlich kamen ungefähr 300-400 Euro monatlich, darin alle Lebensmittel, Ausgehen, Ausflüge und Reisen mit eingerechnet.
Ich war über die Technikerkasse versichert, war allerdings kein einziges Mal in ärztlicher Behandlung.
Mit einer Postbank Sparcard kann man von den meisten Geldautomaten zehn mal pro Jahr kalenderfrei abheben, ansonsten funktioniert in allen Geschäften und Supermärkten auch eine EC-Karte. Ich bin somit auch ohne Kreditkarte durchgekommen, diese braucht man allerdings bei Zug- oder Flugbuchungen oder Autovermietung.

Studienfach: B.A. Kulturwissenschaft und Französische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 01/2017

Gastuniversität: Universidad de Murcia

Gastland: Spanien


Rückblick

Mit meinem Auslandssemester war ich insgesamt hoch zufrieden. Spanien war für mich die richtige Wahl, genau so wie Murcia als Stadt. Auch wenn es kein typischer touristischer Anlaufpunkt ist, vermisste ich nichts, sowohl an kulturellem als auch an sonstigem Freizeitangebot mangelte es nicht. Der Süden Spaniens ist von Sonne verwöhnt, dies schlägt sich in den Gemütern der Menschen nieder, die einem stets lächelnd begegnen. Es ist auch eine traditionsreiche Region und es gibt viele interessante Bräuche zu entdecken, genau wie eine vielfältige, bunte, mediterrane Küche. Die Familienverbände sind meinem Eindruck nach noch deutlich stärker als hierzulande, sie treffen sich oft und helfen einander, diese Großzügigkeit findet sich aber auch genau so in freundschaftlichen Beziehungen und Gastfreundschaft. Auch wer nicht viel hat, lädt gerne ein, trotz Krise wird im Allgemeinen sehr viel ausgegangen. Überhaupt findet das Leben in Spanien zum großen Teil auf der Straße (en la calle) statt und auch der andere Rhythmus ist keineswegs eine Erfindung. Wo in Deutschland um 21:30 die Schotten dicht machen, geht es in Spanien erst los. Die Siesta von ca. 14 - 17 Uhr legt am Nachmittag fast alles lahm, dafür ist es nie so voll im Stadtzentrum wie am Wochenende um drei Uhr nachts. Ich hatte nie Angst oder fühlte mich bedrängt, auch Streitereien unter Nachtschwärmern nahm ich nicht wahr. Das Deutschlandbild ist im Allgemeinen von Respekt gekennzeichnet, im Ausland besteht der Eindruck, dass Deutschland ein perfekt funktionierendes Land ist, in dem jeder fleißig ist und Arbeit hat. Besonders in der jungen Generation hat sich jedoch das Bild des strengen und pünktlichen Deutschen etwas zugunsten eines offenen und ebenso zum Spaß fähigen Zeitgenossen gewandelt. Doch nicht nur das Klima und die andere Mentalität haben mir gut getan und gut gefallen, vor allem die Begegnungen und Erlebnisse stehen für mich rückblickend an erster Stelle. Meine Erfahrungen mit den Menschen, ob Einheimische oder ausländische Studierende, waren fast durchweg positiv, das hatte ich so doch nicht erwartet. Eine gelassene, immer gute Atmosphäre bot die Grundlage für meine ständig gute Laune, alle wollten das Beste aus ihrer Zeit machen und nutzten sie. Ich fühlte mich vom ersten Tag an wohl, hatte Energie und Motivation und war auch bereit, den Herausforderungen entgegenzutreten. Man ist als Erasmusstudent wirklich gut aufgefangen, auch wenn mal ein Problem auftaucht, ist man damit selten allein und kann es in der Regel recht schnell lösen. Auch wenn ich zum persönlichen Schluss kam, dass meine Universität in Deutschland mir besser gefällt, bin ich sehr froh über die Erfahrung im Ausland zu studieren. Es bleiben nun zahlreiche schöne Erinnerungen und Freunde, die in ganz Europa und sogar darüber hinaus verteilt sind und die ich hoffentlich besuchen und empfangen werde. Ich kann ein Auslandssemester nur empfehlen, für mich war es eine wunderschöne und unvergessliche Zeit.

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