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Erasmus+ an der Universidad Politécnica de Madrid

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Da ich im Bachelor nicht die Möglichkeit wahrgenommen habe mich für einen Auslandsaufenthalt im Ausland zu bewerben und ggf. zu erleben, habe ich die Chance im Masterstudiengang der Universität Potsdam ergriffen. Da ich jedoch relativ spät die Bewerbung abgegeben hatte, spielte ich schon mit dem Gedanken nicht ins Ausland gehen zu können. Nachdem ich aber die Zusage für meinen Erstwunsch Spanien-Madrid erhalten habe, begann ich alle notwendigen Unterlagen und Unterschriften, die ich bis Dato zu holen wusste, zu sammeln. Welche Unterlagen ich letztendlich wirklich brauchte, musste ich der Internetseite (www.upm.es/Estudiantes/Movilidad/Programas_Internacionales/Erasmus) der Gastuniversität entnehmen. Die benötigenden Formulare wurden jedoch knapp 3 Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist veröffentlicht, sodass ich mich beeilen musste die noch fehlenden Unterlagen zu sammeln.
Obwohl es viele Orte gab, in denen ich hätte mein Auslandssemester durchführen können, habe ich mich für Spanien entschieden. Die spanische Sprache hat schon immer einen Eindruck auf mich hinterlassen und so sah ich die Chance mein Spanisch, das ich vorher nur in der Schule und zwei Semester an der Universität hatte, zu verbessern und die Kultur des temperamentvollen Landes zu kennenzulernen. Da ich hörte, dass es am besten ist in Madrid Spanisch zu lernen, habe ich nicht lange überlegt und mich für diese Metropole entschieden. Ich hatte die Wahl zwischen der Universidad Politécnica de Madrid und der Universitat de Lleida.


Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad Politécnica de Madrid

Gastland: Spanien

Studium an der Gastuniversität

Bei meiner Ankunft in Spanien und dem ersten Besuch der Universität bezüglich meiner Kurse etc., half mir sofort eine Mitarbeiterin, die unter anderem für ERASMUS-Studenten zuständig ist. Sie hat mich bezüglich der Kurse aufgeklärt und ich konnte immer mit Problemen zu ihr kommen.
Mein Studiengang in Spanien hieß „El Agua en el Medio Natural: Uso y Gestión.” Dieser Masterstudiengang dauert insgesamt nur zwei Semester und ist so aufgebaut, dass alle Grundlagen über aquatische Ökosysteme, Vorhersageprogramme und Restaurationsmaßnahmen im ersten Semester behandelt werden. Das bedeutete, es gab acht Kurse (pro Kurs 3-4 LP), die insgesamt 30 Leistungspunkte erbrachten. Je nachdem, ob mir der Kurs gefiel oder nicht, konnte ich auch  zu anderen Masterkursen wechseln. Aber der Unterrichtsstoff an sich war sehr interessant, sodass ich alle Kurse beibehielt, die ich anfangs gewählt hatte. Doch es war viel Arbeit und mit meinem anfänglichen Spanisch kaum bis gar nicht zu vereinbaren. Aus diesem Grund musste ich einige Kurse abwählen, was mir dadurch die Möglichkeit auf das Erreichen von 30 LP verbot.
Der erste Tag des Studiums (Mitte September) war eine Einführung der Themen in jedem Kurs, Vorstellung der Dozenten und generelle organisatorische Angelegenheiten. Auch mussten sich natürlich die Studenten vorstellen, was nicht sehr viel Zeit in Anspruch nahm, da wir anfänglich fünf Studenten, inklusive mir, waren (2 Spanier, ein Kolumbianer, eine Chinesin und eine Deutsche). Auch wenn man denkt, das sei vielleicht etwas unpraktisch oder vielleicht negativ, so wie ich es anfangs dachte, war es jedoch im Laufe des Semesters sehr familiär und hilfreich geworden. Auch die Dozenten waren sehr hilfsbereit und hatten immer ein offenes Ohr. Was das Unileben jedoch erschwerte, war die viele Arbeit. Vorträge, Hausarbeiten, Tests und Praktika wurden während des ganzen Semesters immer wieder verlangt.  Und die Klausuren, die auf Mitte bis Ende Januar festgelegt waren, wurden auf einen früheren Termin verschoben, was ein Lernen über Weihnachten und Silvester erforderte. Leider kann ich nicht sagen, wie es gewesen wäre, wenn ich alle acht Kurse absolviert hätte, aber im Endeffekt konnte ich mit meinen fünf Kursen und meinen erreichten Noten mehr als zufrieden sein. Auch wenn die Anrechnung durch die geringen LPs etwas schwierig sein wird.
Die dortige Bibliothek war von 9 bis 20 Uhr in etwa geöffnet (http://www.forestales.upm.es/EUITForestal/Escuela/Servicios_Generales/Biblioteca/NuestraBiblioteca). Ich war nicht so oft da, da wir unter anderem auch viel Gruppenarbeiten absolvieren mussten, wofür  der Gruppenraum (Sala de lectura) am besten für geeignet war.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Reise nach Madrid war mein erster Aufenthalt in Spanien, sodass ich nicht genau wusste wie die Spanier reden oder wie die kulturellen Gewohnheiten sind. Da mein Spanisch anfangs sehr dürftig war, da ich nur Schul- und Uniwissen als Vorkenntnisse hatte, war das anfängliche Verständnis sehr mangelhaft, da die meisten Spanier auch nicht wirklich Englisch sprechen konnten. Darum habe ich mich schnellstmöglich um einen Tandem gekümmert. Da ich keine andere Möglichkeit wusste, habe ich mich in verschiedenen Facebookgruppen bezüglich Tandems angemeldet und öffentliche Nachrichten geschrieben. Ich war überrascht wie viele Deutsch lernen wollten, beziehungsweise es schon konnten und sich unterhalten wollten. Da mein Unterricht ebenfalls ausschließlich in spanischer Sprache stattfand, habe ich dadurch und durch Tandems/Freunde gelernt Spanisch zu sprechen und ebenfalls zu verstehen. Auf diese Weise habe ich auch gute Freunde kennengelernt, zu denen ich weiterhin Kontakt pflege.Allerdings ist es immer noch relativ schwierig, wenn die Spanier unter sich sind und sich in ihrem sehr schnellem Tempo unterhalten.

Wohn- und Lebenssituation

Vor Anreise habe ich mich bemüht ein Zimmer zu finden, dazu ist die Seite „https://www.idealista.com/de/“ sehr hilfreich. Dazu muss ich jedoch sagen, dass man mit Emails bei solcher Wohnungssuche nicht weit kommt. Am besten ist, direkt zum Telefon zu greifen und bei der jeweiligen Wohnung anzurufen. Abgesehen davon ist es sehr viel praktischer schon vor Ort zu sein, da dir schnell ein Besichtigungstermin vorgeschlagen wird.
Ich persönlich hatte nachdem ich bei Idealista geschaut hatte durch andere Erfahrungsberichte ALUNI (Aluni.net/es) entdeckt. Aluni ist eine Art Organisation, die dir dabei hilft ein Zimmer zu finden. Da oft in Spanien Zimmer für ein Jahr angeboten werden, ist ALUNI relativ praktisch, wenn du bereits deinen An- und Abreisetermin weißt. Dort kann angegeben werden, wo du wohnen möchtest, mit wie vielen, von wann bis wann, wo etc. Dann werden dir Zimmer vorgeschlagen und du kannst wählen. Auf diese Weise hatte ich mein Zimmer gefunden, was etwas außerhalb war, aber dafür von den Angeboten relativ preiswert. Da meine Vermieter kein Englisch sprechen konnten, musste ich von Anfang an versuchen mich mit Spanisch zu verständigen. Auch wenn es anfangs sehr schwierig war, hat es doch immer wieder funktioniert. Ich hatte zwei Mitbewohnerinnen der Dominikanischen Republik mit denen ich mich gut verstanden habe, auch wenn ich mit einer meiner Mitbewohnerinnen nur auf Spanisch sprechen konnte, da sie kein Englisch sprach.
Die öffentlichen Verkehrsmittel in Madrid sind etwas schwierig, wenn man außerhalb wohnt. Sofern man direkt in der Nähe vom Plaza del Sol wohnt, hat man es sehr leicht überall zu Fuß hinzukommen. Außerhalb Wohnende haben es da etwas schwieriger. Auch wenn die Metro meiner Meinung nach das beste Verkehrsmittel war, um überall hinzugelangen, ist die Schwachstelle die Fahrzeit. Die Metros fahren zwar alle 5 Minuten, manchmal weniger manchmal mehr, jedoch ist die Fahrzeit nur von 6 bis 1:30 Uhr. Das wird aber wiederum mit Nachtbussen kompensiert. Um zu wissen wie man sich am besten fortbewegt, empfehle ich die App „Moovit“. Bezüglich der Metro sind die Pläne zwar ausreichend, aber in Hinblick auf die Busse ist das meiner Meinung nach die beste App. Da es in Spanien kein integriertes Fahrticket zum Studentenausweis gibt, muss man sich diesbezüglich selber kümmern (http://www.crtm.es/billetes-y-tarifas.aspx). Da es in Spanien ausschließlich auf das Alter ankommt, um Vergünstigungen oder besondere Angebote zu bekommen, sind Studenten unter 26 Jahren im Vorteil. Ein Monatsticket erhält man als unter-26-Jähriger für nur 20 Euro für alle Verkehrsmittel (außer Taxi und Uber), sowie für alle Zonen. Ab 26 muss man mit einer erheblich höheren Summe rechnen. Für den A- Bereich, aber ebenfalls inklusive aller Verkehrsmittel, muss man mit einem Betrag von 54 Euro rechnen.
Zu den Vorüberlegungen gehörten neben der Wohnungssuche und der Bewerbung an der Gastuniversität natürlich auch noch alle anderen Lebensgewohnheiten, wie beispielsweise Krankenversicherung und Bankangelegenheiten. Darüber sollte man sich vorher bei seiner Versicherung/Bank informieren. Aber neben meiner normalen europäischen Versicherungskarte habe ich noch eine Auslandsversicherung abgeschlossen, die von ERASMUS vorgeschlagen wurde. Auch wenn man vielleicht denkt, sowas brauche man nicht, ist es immer besser sich abzusichern, da es sonst wirklich teuer werden kann. Bezüglich der Bankangelegenheiten habe ich mir neben meiner EC-Karte noch eine VISA-Karte besorgt, damit ich kostenfrei im Ausland Geld abheben konnte, da sonst Kosten anfallen könnten. Im Geschäft konnte ich aber mit meiner normalen EC-Karte bezahlen, ohne dass zusätzliche Kosten angefallen sind.
Die Kosten insgesamt in Spanien sind nicht viel mehr gewesen als auch meine Kosten in Deutschland. Nur die Wohnungsunterkunft war sehr viel teurer. Wobei ich das nur mit mir vergleichen kann. Da die Mieten in Potsdam und Berlin auch nicht besonders billig sind, könnte der ein oder andere sagen, dass die Kosten für Wohnungen gleich sind.

Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad Politécnica de Madrid

Gastland: Spanien


Rückblick

Im Großen und Ganzen ist der Aufenthalt in Spanien eine gute Erfahrung für das Leben. Man lernt selbstständiger zu sein und mit Problemen besser umzugehen und diese selbst zu lösen. Man erfährt die Kultur eines anderen Landes und ebenfalls die Besonderheiten, die in Madrid interessant und bemerkenswert sind. Vielleicht lernt der ein oder andere auf diese Weise zu schätzen, was man in der Heimat hat, der andere vielleicht aber auch Interesse später dort sein Leben zu verbringen. Auch bei schlechten Erfahrungen, beispielsweise durch Probleme mit der Sprache, Finden von Freunden oder auch mit der Uniarbeit- im Endeffekt wird sich alles regeln und man kommt doch alleine voran.   

Solange man sich schnellstmöglich darum kümmert, Spanisch sprechen zu können, da Englisch dort nicht häufig gesprochen wird, kann mich sich weitestgehend gut verständigen und leben, auch durch Freunde und Tandems hat man die Möglichkeit seinen Aufenthalt einfacher und noch angenehmer zu gestalten.

 

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