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Erasmus+ Erfahrungsbericht


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Huelva

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

In der Vorbereitung des Auslandsaufenthalts besuchte ich eine Informationsveranstaltung für Psychologiestudierende zum Thema Auslandsaufenthalt und Erasmus+. Vor meiner Bewer-bung konsultierte ich des Weiteren die zur Verfügung stehende Präsentation und Informatio-nen im Psychologie-Moodle. Nach Annahme des Erasmus in Huelva musste ich mich an der Universidad de Huelva bewerben, an der ich durch den Erasmuskoordinator der Psychologie Johannes Lutz nominiert worden war. Die Universidad de Huelva verlangte einen ausgefüll-ten Bewerbungsbogen sowie das Learning Agreement BEFORE. Beide Dokumente ließen sich auf der Internetseite des International Offices der UHU mitsamt weiteren Informationen über die Stadt, die Universität sowie den Ablauf des Erasmus herunterladen. Der Kontakt zur UHU sowie das Einreichen der Bewerbungsunterlagen erfolgte per E-Mail mit Juan José Gómez Boullosa aus dem International Office, der unter der E-Mail-Adresse drinter02@sc.uhu.es zu erreichen ist. Im Vorhinein schickte er uns laufend Informationen, die auch zur Wohnungssuche und Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes nützlich waren.

Studium an der Gastuniversität

Die Bachelor-Studiengänge in Spanien sind, anders als die meisten in Deutschland, auf vier Jahre angelegt. Jedes Jahr werden die gleichen Kurse angeboten, daher unterscheiden sich also die Kurse des Wintersemesters zu denen des Sommersemesters. Jeder Kurs wird in so genannten Turnos mindestens zweimal zu unterschiedlichen Zeiten und teils von anderen Professoren angeboten. Daher man bei der Wahl seiner Kurse nicht nur das Semester beachten, sondern auch in welche Gruppe (Turno) man will.
Jeder Kurs besteht aus theoretischen Stunden, die meist keine Anwesenheit erfordern, und praktischen Stunden mit Anwesenheitspflicht. Meistens macht der praktische Teil etwa 40% der Endnote aus und besteht aus Gruppenarbeiten in und außerhalb des Kurses, Projektarbei-ten und Präsentationen. Obwohl man so natürlich mehr Chancen hat eine gute Note zu erhalten, bedeutet das auch deutlich mehr Arbeitsaufwand als in Deutschland.
Die praktischen Stunden werden an der Universidad de Huelva innerhalb der gleichen Zeiten wie die theoretischen Stunden, jedoch in verkleinerten Gruppen (meist die Hälfte der Kursteilnehmer) gehalten. Der Profe kündigt diese immer im Voraus an. Falls man nicht immer vor hat zu den Theoriestunden zu gehen, sollte man versuchen in die WhatsApp-Gruppen des Kurses oder Turnos aufgenommen zu werden, in der zwar sehr viel geschrieben wird, aber über die auch immer wichtige Fragen oder Informationen geklärt und weitergegeben werden.
Für die Pflichtkurse in der Psychologie erhält man an der UHU 6 Leistungspunkte, für Wahlfächer (optativas) 4LP, die aber auch zeitlich und inhaltlich weniger umfangreich sind.
In Spanien wird die Leistung von 0-10 bewertet, im Prinzip in einem Prozentsystem. Ab 50%, sprich der Note 5 hat man normalerweise einen Kurs bestanden. Da sich die Endnote meist aus vielen Komponenten (Examen, práctica, presencia en el curso…) zusammensetzt, liegt nicht so viel Gewicht auf dem Examen, das im Februar geschrieben wird. Meist muss man dieses und die práctica aber dennoch mit 50% bestehen, um den gesamten Kurs zu bestehen. Die Anforderungen an die Studierenden hängen ganz von dem Professor ab. Gerade vor Klausuren empfiehlt es sich die spanischen Kommilitonen nach Erfahrungswerten und Hilfe zu fragen. Ich persönlich empfand die Klausuren als gut machbar und nicht unbedingt schwerer. Nur die Klausuren von Molero, der Psychobiologie oder Psychopharmakologie unterrichtet, werden sehr streng bewertet (Bestnote: 6,3). Meist bestehen die Klausuren nur aus Multiple Choice-Fragen mit 3 Optionen oder Wahr-/ Falsch- Fragen.
Das Studienklima an der UHU empfand ich als angenehm. Die Professoren sind sehr gewillt dir als Erasmus-Student weiterzuhelfen und entgegenzukommen, und auch die einheimischen Studenten sind hilfsbereit, wenn man ein Problem hat. Möchte man allerdings in engeren Kontakt mit ihnen kommen, sollte man von selbst auf sie zugehen und diesen aufbauen, da sie doch meist unter sich bleiben.
Die Betreuung durch das International Office war im Großen und Ganzen gut. Zu Beginn des Aufenthaltes sollte man an zwei Veranstaltungen teilnehmen. Bei der ersten wurde Huelva sowie die Uni vorgestellt und die Confirmation of Stay wurde unterschrieben. In der zweiten Veranstaltung ging es um die Immatrikulation und die Kurswahl, die Schritt für Schritt erklärt wurde und eigentlich selbsterklärend ist. Die notwendigen Dokumente hierfür findet man auf der Seite des International Office.
Für die Immatrikulation (Matricula) erhielt man dann einen persönlichen Termin, zu dem man den Immatrikulationsbogen sowie eine Kopie des Personalausweises und der Krankenversicherungskarte und das Learning Agreement DURING mitbringen sollte. Man musste immer mit relativ langen Wartezeiten rechnen, da das International Office zu dieser Zeit schier überfüllt war.
Um später an seine Universitätsadresse und seinen Moodle-Account und Passwort zu gelangen, sollte man damals eigentlich nur eine E-Mail an drinter04@sc.uhu.es schreiben. Nachdem ich vergeblich auf eine Antwort gewartet hatte und auch den Computerservice auf dem Campus nicht fand, wendete ich nochmal persönlich ans International Office und erhielt auch diese in fünf Minuten.
Die Ausstattung in den Aularios und die Gebäude der Universität Huelva sind nicht besonders schön oder modern, außer der Campus La Merced. Die meisten Studiengänge werden allerdings am Campus El Carmen unterrichtet.
Jede Fakultät verfügt über eine copisteria, in der man für wenig Geld kopieren und drucken kann. Die copisteria der Facultad de Educación war von 9.00-20.00 durchgängig geöffnet. Zum Drucken musste man die Dateien entweder auf einem USB-Stick mitbringen oder konnte sie im Internet von seinem E-Mail-Account oder dem Moodle runterladen.
Es gibt eine relativ große Bibliothek am Campus El Carmen, in der man scannen kann und es einen Gruppenarbeitsraum und viele Einzelarbeitsplätze gibt. Zur Klausurenzeit sind diese Plätze allerdings immer fast alle besetzt. Die Bibliothek hat ganztätig geöffnet und man kann sich zur Ausleihe am Eingangsschalter mit Personalausweis und Uniausweis registrieren. Es gibt auch Computer, für deren Benutzung man sich allerdings auch vorher anmelden muss.
Die Universität verleiht außerdem Fahrräder für 40€ Miete und 75€ Kaution, die aber sehr schlechte Qualität haben. Da in Huelva außerdem viele Räder geklaut werden und man in diesem Falle seine Kaution verliert, lohnt es sich eher online ein Rad besserer Qualität für 30-40€ zu kaufen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Kontakte zu anderen Erasmus-Studenten zu schließen ist durch die Welcome Week der Uni und des Erasmus Student Networks Huelva (ESN) sehr einfach. Es empfiehlt sich Mitglied des ESN zu werden, da man so Rabatte auf deren Reisen, bei den wöchentlichen Partys und kostenlosen Eintritt in alle Clubs der Stadt erhält.
Der Kontakt zu einheimischen Studierenden ist deutlich erschwert und man muss sich an-strengen enge Freundschaften zu spanischen Studierenden aufzubauen. Es hilft, spanische Mitbewohner zu haben oder in einer festen Gruppe wie einem Sportteam oder dergleichen zu sein.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkenntnisse haben sich durch den Auslandsaufenthalt deutlich verbessert. Ich hatte auch schon vor dem Semester lange Spanisch gelernt, kann jedoch nun flüssig sprechen, obwohl ich davor lange brauchte, um einen Satz zu bilden. Auch fällt es mir viel leichter das gesprochene Spanisch zu verstehen. Ich würde empfehlen vor dem Aufenthalt Spanisch zu lernen, da ansonsten die spanischen Kurse sehr schwierig sind. Der andalusische Akzent macht es sowieso nicht gerade leichter.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft in Huelva wurde mir über die Organisation Housing Huelva vermittelt, die von ehemaligen Erasmus-Studierenden geführt wird, um die Wohnungssuche zu erleichtern. Man kann sich auf deren Webseite bereits vor der Ankunft in Spanien Wohnungen anschauen und online reservieren. Die Kontaktaufnahme mit dem Vermieter und der Abschluss des Vertrags übernimmt Housing Huelva. Jedoch stellte ich fest, dass man sehr gut billigere und ge-nauso schöne Wohnungen finden kann, wenn man direkt im Land und nicht im Vornerein seine Wohnung sucht. Housing Huelva bietet auch vor Semesterbeginn täglich eine Tour mit Wohnungsbesichtigungen an, die sich lohnt. Ansonsten kann man über wg-gesucht.de oder über die FB-Gruppen oder Aushänge in der Uni suchen.
Die Miete in Spanien wird üblicherweise in bar monatlich direkt an den Vermieter oder an Housing Huelva gezahlt. Die Nebenkosten sind je nach Wohnung im Preis inbegriffen oder nicht. Strom ist in Spanien ziemlich teuer. Da die meisten andalusischen Wohnungen keine installierte Heizung haben, sondern nur über kleine elektrische Heizkörper beheizt werden können, fallen die Stromrechnungen im Winter deutlich höher aus.
Möchte man in Spanien reisen, ist das entweder per Flugzeug, Zug, Bus oder Mitfahrgelegen-heit möglich. Die billigsten Verkehrsmittel sind die zwei letztgenannten. Von Huelva aus ist man gut nach Sevilla und den dortigen Flughafen angebunden, nach Faro in Portugal, wo der andere nächstgelegene Flughafen ist, deutlich schlechter. Möchte man mit dem Bus in weiter entfernte Städte reisen, muss man oftmals in Sevilla umsteigen, was lästig, zeitraubend und etwas teurer sein kann. Da bietet es sich eher an eine Mitfahrgelegenheit zu buchen. In Spanien ist die meist benutzte Webseite blablacar.es.
In Huelva gibt es ein Busnetz, für das man sich eine Monatskarte oder eine aufladbare Mag-netkarte holen kann. Ansonsten kostet eine Busfahrt 1,10€. Es gibt mehrere Buslinien, die in einer halben Stunde zum Campus El Carmen fahren.
Für Bankgeschäfte nutzte ich die Kreditkarte der DKB, mit der ich kostenlos an allen Bankautomaten abheben konnte. Mit einer Girokarte musste ich 6€ pro Abhebung zahlen.
Eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung hatte ich nicht. Ich war durch meine deutsche Versicherung mit der europäischen Krankenversicherungskarte abgesichert, musste sie allerdings nie nutzen.
Die Lebenshaltungskosten in Spanien sind geringer, besonders Lebensmittel und das Essen im Restaurant oder in der Tapasbar. Die Miete ist in Huelva auch sehr billig und liegt so zwischen 120-200€.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Huelva

Gastland: Spanien


Rückblick

Ein Erasmusaufenthalt in Huelva würde ich dem empfehlen, der die spanische Kleinstadt nicht scheut. Außerdem ist Huelva im Sommer vermutlich deutlich schöner durch den Strand und angenehmere Temperaturen in den Häusern als im Winter, da die Stadt an sich kulturell und touristisch eigentlich nichts zu bieten hat. Des Weiteren sind die Einheimischen sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man die Chance hat mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Die Nähe zu Portugal bietet an eine andere Kultur und ein anderes Land kennenzulernen. Die Provinz Huelva ist ebenfalls sehenswert durch ihre Berggegenden und -dörfer. In der Gegend werden aufgrund der Meeresnähe viel Fisch und Meeresfrüchte gegessen, die sehr gut sein soll. Für Vegetarier bietet die spanische Küche allerdings generell nicht viel. Die Universidad de Huelva ist sicherlich nicht die beste oder am Meisten ausgestattete Uni-versität Spaniens und daher sind die Kurse nicht so anspruchsvoll wie an anderen spanischen Unis, aber dennoch aufgrund der Sprachbarriere nicht zu unterschätzen. Im Großen und Ganzen war ich zufrieden, auch wenn die Stadt und die Universität teils etwas provinziell wirkten und ich es etwas frustrierend fand, dass der enge Kontakt zu Spaniern so schwierig war. Das kann sicherlich anders sein, wenn man für zwei Semester nach Spanien geht statt für ein halbes Jahr.

           

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