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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universidad de Granada


Studienfach: B.Ed. Spanisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Granada

Gastland: Spanien

Bewerbung an der Universität

Nach der Nominierung der Heimat-Universität erfolgt eine persönliche Bewerbung an der Universidad de Granada. Diese verläuft online, üblicherweise bekommt man per Mail dafür die Aufforderung. Bei der Bewerbung muss man bereits mögliche Kurse auswählen, die man während des Semesters dann absolvieren will, allerdings war es kein Problem diese dann bei der Immatrikulation, die erst später vor Ort erfolgt, zu wechseln. Man bekommt per E-Mail dann eine Annahme-Bestätigung sowie die Informationen zu den Einführungsveranstaltungen und eine Auflistung der Unterlagen die man mitbringen soll. Diese Informationen kann man auch online auf der Internetseite und im Handbuch mit allen wichtigen Informationen für international Studierende einsehen (auch auf Englisch). Hier findet man auch einige nützliche Infos zu Unicampus, Mensa, Leben in Granada etc.Teilweise waren allerdings die Kontaktdaten auf der Internetseite nicht aktualisiert, z.B. schickte ich mein Learning-Agreement an den ehemaligen Koordinator in Granada und auch meiner Koordinatorin in Potsdam war kein Ansprechpartner bekannt. Vor Ort ließ sich dies allerdings problemlos klären. Alle Informationen zu Immatrikulation, Kurswahl etc. erhält man später auch bei den Veran-staltungen der Einführungswoche in Granada an seiner Fakultät.

Anreise und Wohnungssuche sowie Besonderheiten bei der Unterbringung

Ich entschied mich am 1. September anzureisen, etwa 2 Wochen bevor die Einführungsver-anstaltungen begannen. Das praktischste war es von Berlin (Schönefeld) nach Málaga zu fliegen und von dort aus mit einem Bus nach Granada weiterzufahren. Zwar gibt es auch einen Flughafen in Granada, aber dieser dient v.a. Inlandflügen, man müsste also z.B. in Madrid oder Barcelona den Flieger wechseln. Die Tickets für den Bus von Málaga nach Granada kann man online kaufen es empfiehlt sich mit dem Busunternehmen ALSA direkt vom Flughafen aus bis zur „Estación de Autobuses“ in Granada zu fahren, die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. Von hier aus kann man dann mit den Stadtbussen (Ticketkauf direkt im Bus 1,20€) oder mit dem relativ günstigen Taxi (z.B. für 8€ bis zum Plaza Isabel la Catolica) in die Innenstadt gelangen. Auf lange Sicht empfiehlt sich, für den Fall das man öfter mit dem Bus unterwegs ist, eine Buskarte für 2 Euro Pfand zu kaufen und diese mit Geld aufzuladen (direkt im Bus oder am Kiok möglich), da man mit dieser nur 80 Cent für eine Fahrt bezahlt. Für die erste Woche hatte ich mir ein Hos-tel in der Innenstadt, in direkter Nähe zu meiner Fakultät (Traducción e Interpretación) ge-bucht, generell finden sich sehr günstige Unterkünfte in Granada.    Die Wohnungssuche war einfach, innerhalb einer Woche nach Ankunft hatte ich ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft gefunden die meinen Vorstellungen entsprach. Das Wohnungs-angebot ist in Granada aufgrund der vielen ausländischen sowie einheimischen Studierenden sehr groß (besonders zu Semesterbeginn) und man findet Unterkunft in weiter Preisspanne, bereits ab 160 Euro. Ich suchte sowohl in Plattformen ähnlich wie „WG-Gesucht“ sowie in Facebook-Gruppen, für mein Zimmer in zentraler Lage in einer 4er-Wg bezahlte ich 270 Euro inklusiver aller Nebenkosten. Nachteilig war allerdings, dass ich jeden Monat meine Miete in bar bezahlen musste. Abraten würde ich davon eine Wohnung/ein Zimmer bereits von Deutschland aus zu mieten, da man sich kein Bild davon verschaffen kann, ob die Wohnung an einer etwas ruhigeren Straße liegt (der Verkehr kann in Granada sehr laut werden und auch nachts ist in manchen Gegenden sehr viel los) und man wirklich schnell eine Unterkunft finden kann. Falls man während des Wintersemesters in Granada ist, sollte man unbedingt darauf achten eine richtige Heizung in der Wohnung zu haben, da es sehr kalt wird und die elektronischen Heizkörper viel Strom verbrauchen, welcher in Spanien sehr viel teurer ist als in Deutschland. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Spanier, die keine richtige Heizung haben, gar nicht heizen und den ganzen Winter mit Jacke in der Wohnung verbringen oder eben einfach frieren.

Studium an der Gastuniversität

In der Einführungswoche fand eine allgemeine Infoveranstaltung für alle Austausch-Studenten am Campus Fuentenueva statt, sowie eine spezifische Infoveranstaltung der ei-genen Fakultät. Bei der allgemeinen Infoveranstaltung werden vor allem Informationen, die auch im Onlineflyer zu finden sind vorgestellt, sowie etwas über den Studentenausweis und über den Uni-Sport berichtet. Die Informationen wurden zunächst auf Spanisch und dann noch einmal auf Englisch vorgetragen. Insgesamt fand ich diese Veranstaltung nur begrenzt hilfreich, weil ich das meiste schon vorher im Internet gelesen hatte und die Informationen zu allgemein waren, zum Beispiel wurde nicht genau erklärt wie man sich für den Uni-Sport an-melden kann. Dennoch muss man unbedingt an der Veranstaltung teilnehmen und eine Kopie seines Ausweises mitbringen, da am Ende Unterlagen verteilt werden, die man für die Immatrikulation an der eigenen Fakultät vorweisen muss. Bei der spezifischen Infoveranstaltung an der Fakultät Traducción e Interpretación wurde die Immatrikulation genau erklärt, sowie Termine für diese verteilt (aufgrund der großen Menge an Austauschstudenten kann diese nur mit Termin stattfinden). Man sollte sich bemühen einen Termin für die zweite Vorlesungs-Woche zu bekommen, da man dann bereits jeden Kurs einmal besuchen konnte und ggf. bereits bei diesem Termin einen Kurs wechseln kann ohne auf einen erneuten Termin für Änderungen der Immatrikulation warten zu müssen. Bei dieser Infoveranstaltung kann man auch gleich die Confirmation of Stay unterschreiben lassen.In der Regel beginnen in der Einführungswoche auch die Veranstaltungen und Freizeitangebote der Erasmus-Gemeinschaft und ähnlicher Organisationen, bei denen man viele nette Erasmus-Studenten und Spanier kennen lernen kann.Bei der Kurswahl stieß ich leider auf große Hindernisse, so war etwa vorgeschrieben, dass man maximal fünf Kurse belegen durfte, aber mindestens drei davon mussten an der eigenen Fakultät stattfinden. Dies war insbesondere für mich als Lehramts-Studentin ein Nachteil, da an der Fakultät Traducción e Interpretación vor allem Sprach- und Übersetzungskurse angeboten wurden, die mir nur zum Teil für mein Studium nutzen. Zusätzlich zu den drei ausgewählten Übersetzungskursen wollte ich nun also zwei Literaturkurse an der Fakultät Filosofía y Letras besuchen, die ich mir in der ersten Woche bereits angeschaut hatte. Bei meinem Immatrikulations-Termin wurde mir aber gesagt, es sei nicht möglich diese Kurse zu besuchen, da bereits zu viele Studenten eingeschrieben wäre. In einem der beiden Kurse waren aber nur 8 Studenten, wie ich selbst bezeugen kann. Auf meine Aussage, dass dies nicht sein könne, antwortete man mir, dass die Fakultät Filosofía y Letras generell keine Erasmus-Studenten, die nicht an dieser Fakultät eingeschrieben sind, an den Kursen teilnehmen lässt und es hätte keinen Sinn darüber zu diskutieren. Also musste ich mir, nachdem bereits alle Kurse mindestens dreimal stattgefunden hatten, zwei andere Kurse aussuchen. Schließlich fand ich ein Geschichtsseminar an der Fakultät, bis ich mich in diesen Kurs einschreiben konnte dauerte es aber auch noch einmal eine Woche, da das International Office extrem überfüllt war und man mir eigentlich keinen Termin geben wollte. Mit dem International Office in meiner Fakultät habe ich sehr unterschiedliche Erfahrung gemacht, mal war das Personal sehr freundlich und hilfsbereit, mal wartete ich wochenlang auf Antwort oder wurde wieder weggeschickt. Generell war zu wenig Personal für die Menge an Erasmus-Studenten vor-handen und es mangelte an Organisation und teilweise hatte man das Gefühl, die Uni schien mit den Erasmus-Studenten überfordert zu sein und keine Motivation mehr zu haben. Die Übersetzungskurse die ich besuchte fanden jeweils zweimal die Woche statt und waren von den Anforderungen sehr unterschiedlich, das Studienklima war angenehm und die Leistungsbewertung empfand ich größtenteils als fair.

Kontakte zu  einheimischen und ausländischen Studierenden und Freizeit

Leider fiel es schwer Kontakte zu einheimischen Studierenden aufzubauen, das kann zum einen daran gelegen, dass sich die meisten bereits unter einander kannten und ihre festen Gruppen hatten, zum andern ist es auch leichter zu ausländischen Studierenden eine Bindung aufzubauen, weil sie eine ähnliche Situation erleben und man automatisch eine Verbindung zueinander hat. Für Erasmus-Studenten gibt es eine Vielzahl an Freizeitangebote verschiedener Organisationen. Zum einen gibt es das offizielle ESN-Granada (Erasmus-Student-Network), hier empfiehlt sich der Facebook-Gruppe beizutreten um über aktuelle Veranstaltungen und treffen infor-miert zu sein, die Internetseite ist nicht immer aktuell. ESN bietet zum Beispiel „Internationale Tapas-Essen“, Führungen durch die Stadt und bestimmte Museen, Sprachtandem-Veranstaltungen und Partys in Pubs oder Clubs an. Im Zusammenhang mit ESN steht die Organisation BestLifeExperience, die vor allem Reisen und Ausflüge in andere Städte und Regionen anbietet, z.B. Córdoba, Sierra Nevada, Lissabon oder Marokko.  Generell sind diese Treffen und Veranstaltungen gut um neue Menschen kennen zu lernen und Freunde zu finden, vor allem wenn man am Anfang noch fremd in der Stadt ist. Verstärkt in den ersten Uni-Wochen gibt es eine Vielzahl von Angeboten. Als dritte Organisation ist Emycet zu nennen, auch diese bietet Tages-Exkursionen, Reisen, Partys und gemeinsame Essen an. Ich machte insgesamt sehr gute Erfahrungen, besonders bei Emycet war ich von den freundlichen und motivierten  Begleitern, bzw. Organisatoren begeistert. In Granada gibt es viele Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen, es gibt viele Tapas-Bars, in denen man für 2 Euro ein Getränkt mit kostenloser Tapas bekommt. Rund um die Calle Elvira und die Calle Pedro Antonio de Alarcón befinden sich eine Vielzahl dieser Bars. Auch an Clubs und Discos mangelt es nicht, z.B.: Pub Legend (kostenloser Eintritt), Bar Tantra (kostenloser Eintritt), BoomBoomRoom, Vogue, El Granero und zu guter Letzt El Camborio mit Ausblick auf die Alhambra. Rundum Calle Elvira, im Stadtviertel Albaicin finden sich au-ßerdem viele traditionelle Teterias, die leckeren Tee, Gebäck und Wasserpfeifen anbieten. Auch wer sich für die Kultur des Landes und die Geschichte der Stadt interessiert wird nicht enttäuscht. Man kann sich die Kathedrale, die Alhambra und viele Museen anschauen. Au-ßerdem gibt es den Parque de las Ciencias, der für allem für naturwissenschaftlich Interessierte zu Empfehlen ist. Außerdem werden in verschiedenen Lokalen Flamenco-Shows und Gitarren-Konzerte angeboten und es gibt ein billiges Cine Independiente in der Carrera de la Virgen. Wer es lieber abenteuerlicher hat, der kann in der Sierra Nevada an Reit- oder Wandertouren teilnehmen und im Winter Ski fahren.  

Studienfach: B.Ed. Spanisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2016 - 02/2017

Gastuniversität: Universidad de Granada

Gastland: Spanien


Rückblick

Insgesamt empfehle ich Granada unbedingt für einen Erasmus-Aufenthalt. Die Stadt hat eine gute Größe um sich schnell einzuleben und dennoch ständig Neues zu entdecken. Die Einwohner sind sehr freundlich und hilfsbereit. Granada ist eine traumhafte Stadt und hat alles zu bieten, was man sich nur wünschen kann. In Bezug auf die Universität rate ich dringend, die Kurswahl im Vorhinein sorgfältig abzuklären. Rückblickend empfand ich meinen Erasmus-Aufenthalt als sehr schön und würde sofort wieder nach Granada zurückkehren.

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