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Die ersten Wochen in Barcelona

Die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt schätzt man in der Regel nerviger ein, als sie wirklich ist. Klar, man muss mehrere Dokumente umherschicken (LA, Bafög etc.), aber nachdem man es überstanden hat, fühlt man sich unbesiegbar. Zumindest, bis man dann in den Zielort reist. In meinem Fall war das Barcelona. Ich ahnte nicht, dass dies meine anstrengendsten 1-2 Monate werden würden. Der Wohnungsmarkt in Barcelona ist die Hölle. Das heißt nicht, dass man keine WG findet, so wie zum Beispiel in Berlin oder Potsdam, sondern, dass es zu viele Betrüger gibt, die einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Man muss in Barcelona echt auf der Hut sein und auch manchmal dreist, weil sonst die anderen deine Gutmütigkeit ausnutzen.
1,5 Monate später, nachdem ich in verdreckten, verschimmelten und überteuerten Zimmern gelebt habe (ja, ich bin 3 Mal umgezogen in den 6 Wochen), fand ich endlich meine Traumwohnung. Im Zentrum, wunderschön, Studenten-WG. Ab da begann mein Erasmus und die schönsten Monate meines Lebens. Tatsächlich wollte ich niemanden vor einem Erasmus-Aufenthalt in Barcelona abschrecken, aber das sind auf jeden Fall Sachen, die wirklich passieren, wenn man so gutmütig und naiv ist, wie ich (oder generell viele). Bei der Wohnungssuche empfehle ich die spanische App ”Badi“. Sie funktioniert genau so wie Tinder. Das heißt du entscheidest per ”swipe“, was dir gefällt und hoffst auf einen Match.


Studienfach: Lehramt Spanisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2018-06/2019

Gastuniversität: Universitat Pompeu Fabra

Gastland: Spanien

Wohn- und Lebenssituation

Mein neues Traumzimmer befand sich genau an den Ramblas, im Raval. Auch wenn ich in einer entspannten Straße lebte, und der Raval (architektonisch) schön ist und direkt im Zentrum liegt, würde ich davon abraten da zu leben. Die Kriminalität ist dort sehr hoch. Das heißt nicht, dass man auf der Straße angeschossen wird, sondern, dass viele Straßendiebe dort ihr Unwesen treiben, weil ebenda, die ganzen Touristen sind. Und generell, kann es auch nervig sein, immer durch touristenüberfüllte Straßen zu schlendern. Zum Wohnen, kann ich folgende ”Zonas“ empfehlen: Marina (eher teuer im Vergleich, jedoch ist man ebenfalls zu Fuß nah am Zentrum), Navas (liegt hinter Marina, aber die Wohnungen sind besser ausgestattet und es ist günstiger), Gràcia (die Hipstergegend, sehr schöne Gegend und tolle Läden), Eixample (teuer aber zentral). Und bestimmt gibt es weitere tolle Gegenden. Barcelona ist generell keine große Stadt im Vergleich zu Berlin. Man kann überall hinlaufen, weswegen man auch nicht mitten im Zentrum wohnen muss. Barcelona ist eine teure Stadt. Beantragt, bevor ihr kommt Bafög. Das wird euch enorm entlasten. Man muss außerdem über die Uni eine Krankenversicherung abschließen, die kostet 30 Euro und ihr werdet darüber informiert und könnt diese schon Online, noch vor der Abreise erwerben.

Studium an der Gastuniversität

Meine Gastuni, die Universitat Pompeu Fabra, ist eine sehr moderne, schöne und zentral gelegene Universität. Außerdem bietet die Universität extra Kurse für internationale Studenten an, was sowohl vorteilhaft ist, als auch Nachteile mit sich bringt. Vorteile sind auf jeden Fall, dass sich die Dozenten sprachlich bemühen, dass alle Studenten sie verstehen. Außerdem sind alle generell sehr rücksichtsvoll mit privaten Problemen, weswegen sie auch mal Erlauben, eine Abgabe später abzugeben. Die Dozenten sind an sich sehr kulant gewesen. Nachteil ist, dass man die ganze Zeit in der sogenannten ”Erasmus-Blase“ verkehrt. Man hat kaum Kontakt zu den einheimischen Studenten, da man schlicht und ergreifend keine Seminare oder Vorlesungen mit ihnen hat. Klar kann man auch Kurse wählen, die keine Erasmus-Kurse sind, aber dann muss man ernsthaft mit ”Code-Switching“ Problemen rechnen. Katalonien ist eine bilinguale Region. Das heißt, die Katalanen sprechen sowohl spanisch, als auch katalanisch. Auch wenn im Vorlesungsverzeichnis versichert wird, dass die Unterrichtssprache Spanisch ist, kommt es automatisch vor, dass der Dozent einen Satz auf spanisch beginnt und auf katalanisch beendet, oder dass Kommilitonen ihre Fragen auf katalanisch stellen. Und um ehrlich zu sein, möchte man nicht immer derjenige sein, der alle drum bittet spanisch zu sprechen. Ansonsten ist die UPF eine echt angenehme Uni.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Um eines braucht man sich keine Sorgen machen: Freunde. Klar ist man immer aufgeregt und hat Bedenken und Angst, ob man überhaupt Freunde findet im Erasmus. Aber ich kann versichern, ihr seid nicht die einzigen, die so denken. Das schönste Überhaupt am Erasmus ist, dass alle Menschen offen und bereit sind, neue Kontakte zu schließen. Des Weiteren gibt es zig ESN-Veranstaltung, die gezielt darauf ausgelegt sind, dass sich die Leute kennenlernen. Ich persönlich habe so tolle Menschen kennengelernt, zu denen ich den Kontakt auf jeden Fall halten werde.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Barcelona ist eine sehr internationale Stadt, das heißt der reine ”Spanischsprachige-Alltag“ ist dort nicht existent. Man redet jeden Tag Englisch und Spanisch. Auch wenn es einem in der ersten Zeit echt kontraproduktiv erscheint, kommt man um das Englische nicht herum. Trotzdem lernst du viel Spanisch, oder verbesserst es, wenn du selbst aufgeschlossen bist, die Sprache zu lernen. Ich ärgerte mich oft, weil ich echt viel Englisch gesprochen habe, aber im Nachhinein stelle ich fest, nicht nur mein Spanisch hat sich extrem verbessert, sondern auch mein Englisch. Außerdem kann ich mich auf Katalanisch verständigen, ohne die Sprache in Kursen gelernt zu haben.  Sprachlich war der Erasmus Aufenthalt ein voller Erfolg.

Studienfach: Lehramt Spanisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2018-06/2019

Gastuniversität: Universitat Pompeu Fabra

Gastland: Spanien


Rückblick

Allein in Barcelona gibt es jeden Tag so viel zu tun, dass es sein kann, dass man während seines Aufenthalts nicht schafft, alles einmal gemacht zu haben. Die Natur ist wunderschön. In Barcelona selbst, aber auch in sehr vielen Teilen Kataloniens kann man in den verschiedensten Natur-Kulissen wandern, Fahrrad fahren, Campen, Schwimmen usw.
Alles in allem, war mein Auslandsjahr in Barcelona, die bis jetzt beste Zeit meines Lebens. Auch wenn manche Punkte, die ich erwähnte, viele abschrecken könnten, muss ich sagen, dass Barcelona eine wundervolle Stadt ist und Spanien ein wundervolles Land. Man kann so viel unternehmen und man lernt so viel.

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