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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitat Autónoma de Barcelona


Studienfach: M.A. Kommunikation, Variation und Mehrsprachigkeit

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Universitat Autónoma de Barcelona

Gastland: Spanien

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

De Bewerbung und die Kontaktaufnahme mit der Universitat Autonóme de Barcelona (UAB) getsaltet sich als ziemlich einfach. Man bekommt eine Mail, wenn man nominiert wurde, und dann einfach den Schritten folgen. Ich musste nicht mal ein Bewerbungsschreiben schicken. Die Webseite ist auf Katalanisch, falls du aber keines sprichst, auch auf Spanisch und Englisch zu lesen. Du kannst nach Bachelor- bzw. Masterstudiengängen suchen und dann den Studiengang anklicken, in dem du studieren möchtest/ der deinem am nächsten ist, und dort findest du dann eigentlich auch alle Kurse usw., zumindest bei den Philologien. Auf Mailkontakt kann man sich nicht immer zu 100% verlassen. Deswegen: Am besten hingehen und persönlich vorsprechen oder bei Unterschriften zur Gestió Acadèmica gehen und die regeln das für dich. Mach es dir am besten nicht schwerer, als es ist. Das Learning Agreement lässt du dir unterschreiben, wenn du vor Ort bist. Du wirst wahrscheinlich sowieso noch Kurse ändern (wenn nicht sogar alle). Besuch am besten die erste Woche richtig viele Kure, auch wenn sich da Sachen überschneiden, und schau, wen du cool findest, was dich interessiert. Schau, dass du am Freitag frei hast. Donnerstag gehen viele Studis aus und es ist der perfekte Tag, um neue Leute kennenzulernen.

Studium an der Gastuniversität

Die Uni ist etwas außerhalb. Das schreckt viele ab, wenn man sich aber gut organisiert, sollte es kein Problem sein. Nimm dir ein Buch oder Musik mit und fertig. Der Campus ist auf den ersten Blick hässlich, aber dann doch eigentlich ganz schön, gerade im Sommer. Auf der Placa Cívica befindet sich ein Café, wo die Studis ab 10h morgens anfangen, Bier zu trinken und Karten zu spielen. Teilweise finden auf der Placa Cívica auch kleine Open Airs statt. Die Uni ist sehr, sehr links. Es gibt viele feministische und sozialistische Wandplakate und Graffitis. Die Menschen sind jung, aber sehr entspannt. Viele wohnen noch zu Hause oder in der Vila, dem Wohnkomplex der Uni auf dem Berg. Generell ist es nicht so einfach, mit den Studis in Kontakt zu kommen, da sich schon Freundeskreise gebildet haben, dazu weiteres in Punkt 3). Generell ist es um einiges verschulter als das System in Potsdam. Kleine Klassen, viel Frontalunterricht, keine wirklichen modernen Lehrmethoden. Häufig Hausarbeit und/oder Klausur. In den letzten Wochen viel Unistress. Gute Noten sind zu erreichen, es kommt aber (wie überall) immer auf Fach und vor allem Lehrkraft an. Generell genießt die Uni einen sehr guten Ruf und viele Studierende sind zufrieden. Ich war relativ entsetzt von den Lehrmethoden und auch teilweise von den Räumen, in denen man weder Steckdosen noch ordentliche Belüftungen bzw. Gardinen zum Schutz vor Hitze vorfand. Im Sommer gibt es Räume, die sich extrem aufheizen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich habe sowohl katalanische als auch internationale Freunde gehabt. Ich finde, man sollte sich generell nicht zu sehr darauf versteifen, die ultimative originale 100% Katalonien-Erfahrung zu machen. Wer nett ist, ist nett. Im Erasmus ist es einfach zugegebenermaßen sehr schwierig, an die Einheimischen heranzukommen, deswegen ist es keine Schande, mit den Erasmus-Leuten auszugehen. Generell ist die Erasmus-Community sehr offen und aufgeschlossen und man lernt sehr schnell neue Menschen kennen, gerade durchs Feierngehen, wenn es dir denn Spaß macht. Ich habe beim Feierngehen einen Katalanen kennengelernt, wir sind ins Gespräch gekommen und haben dann angefangen, uns regelmäßig zu treffen. Er ist einer meiner besten Freunde in diesen sechs Monaten geworden und wir haben unglaublich viele interessante Dinge gemacht. Zudem habe ich seinen katalanischen Freundeskreis kennen gelernt. Sonst habe ich viel mit Europäern gemacht: Deutschen, Italienern, Belgiern, Franzosen, etc. Alle haben mein Leben unglaublich bereichert und ich zähle sie zu einem Teil meines Lebens, ganz gleich wo sie wohnen. Leute von „dort“ kennenzulernen, ist natürlich umso leichter, je besser dein Spanisch bzw. Katalanisch ist. Ich habe vorher schon fließend Spanisch gesprochen (habe vor der Uni ein halbes Jahr in Spanien gelebt, dann im BA Spanisch und Deutsch studiert und war ein Semester in Santiago de Compostela) und habe im WiSe an der HU einen Katalanisch-Kurs gemacht. Dieser ist für dich kostenlos und ich empfehle dir zu 100%, einen zu machen. Sobald du Katalanisch sprichst bzw. ein wenig die Floskeln kennst (Bon dia, Adéu, Moltes gràcies, Merci, etc.), sind dir die Leute gleich aufgeschlossener. Ich habe dann einen weiteren Katalanisch.Kurs am Servei de Llengües gemacht (B1, kostet zwar 100€, wurde mir aber von der UP zurückerstattet) und eine katalanische Tandempartnerin von der Uni gestellt bekommen. Lern die Sprache! Nur so lernst du die Katalanen kennen!

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Wie gerade eben schon beschrieben, war mein Spanisch-Niveau auf einem sehr hohen Niveau (C2), was sich ungefähr gehalten hat. Ich habe viel Englisch gesprochen, da viele Erasmus-Leute gar kein Spanisch konnten, mich hat es aber nicht gestört, da ich mit meinem Spanisch-Niveau schon zufrieden war. Mit meinen katalanischen Freunden habe ich viel Spanisch gesprochen und ein wenig Katalanisch. Als sich die Freundeskreise dann mischten, fast nur noch Englisch. Alle meine Kurse waren auf Spanisch, das hat denke ich schon etwas gebracht. Zudem habe ich 30 Seiten Hausarbeit auf Spanisch geschrieben. Ich denke, dass das mein (akademisches) Spanischniveau weitergebracht hat.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe 530€ im Monat für mein Zimmer gezahlt. Die Wohnungssituation ist schrecklich in Barcelona, wirklich! Such am besten auf idealista oder pisocompartido. Such dir am Anfang ein AirBnB für fünf bis zehn Tage und schaue dich dann um. Die Erasmus-Studis werden ausgenommen, da die Leute wissen, dass sie quasi jeden Preis zahlen. Ich hatte ein schönes, aber kleines, Zimmer in Gràcia (dem m.E. besten Bezirk mit einem unglaublichen katalanischen Charme, viele Studis, Künstler, Alternative) mit Balkon und einer modernen Küche und einem modernen Bad, aber den Preis ist es nicht wert. Ich kenne Leute, die über Connections für das gleiche 350€ bezahlt haben. Deswegen: Frag am besten auf Facebook oder über Freunde, ob irgendjemand Verbindungen nach Barcelona hat. Wenn du im Sommer gehst, ist das Zimmer nicht so wichtig, man ist sowieso viel draußen, pass einfach auf, dass du nicht so viel bezahlst. Generell ist das Leben in Barcelona sehr teuer, ich habe vorher gearbeitet und gespart und konnte es mir deswegen leisten.

Studienfach: M.A. Kommunikation, Variation und Mehrsprachigkeit

Aufenthaltsdauer: 02/2017 - 07/2017

Gastuniversität: Universitat Autónoma de Barcelona

Gastland: Spanien


Rückblick

Barcelona hat einen unheimlichen Charme und ich habe mich in diese Stadt vom ersten Tag an verliebt. Es gibt so viele Angebote an Kultur, Essen, Nachtleben, alternativem Lifestyle, dass man in einem halben Jahr gar nicht alles entdecken kann. Es lohnt sich, sich von den touristischen Orten und dem Strand fernzuhalten und in die unendlichen Häuserschluchten dieser katalanischen Metropole einzutauchen, um Märchen zu erleben, die man selbst nicht glauben würde. Die Einwohner dieser Stadt sind somit das Verrückteste und gleichzeitig Liebenswürdigste, was ich jemals erlebt habe. Gerade der Park Ciutadella als Stadtpark und grüne Lunge der Stadt ist das Zentrum von Gauklern, Sonnenanbetern und Partypeople. Barcelona ist ungefährlich, obwohl viel geklaut wird und ich auch einmal mit einem Messer bedroht wurde, aber ich bin immer zu 100% sicher gewesen und hatte nie Angst. Wenn man ängstlich durch die Stadt läuft, merken das die Menschen, und man zieht Gefahr an! Für mich war es immer das Schönste, mit meinen Freunden durch die Straßen des Gòtic zu laufen, zu quatschen und Bier zu trinken, sich von Platz zu Platz schlagend, in Gespräche über alles und nichts verwickelt. Diese Stadt hat mich verändert und ich werde immer wieder zu ihr zurückkehren.

 

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