Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich war im Herbstsemester von August 2021 bis Januar 2022 in meinem Auslandssemester in Schweden in der 4. größten Stadt, Örebro. Alles begann mit der Zusage des Erasmus+ Programms, dass ich an der Universität in Örebro angenommen wurde. Anschließend brauchte die Universität noch einige Unterlagen von mir, wie z.B. ein Transcript of Records oder meine voraussichtliche Kurswahl. Dies konnte ich ganz einfach auf der Internetseite der Universität angeben und hochladen. Sehr schön finde ich, dass man in Örebro als Student*in einen Wohnheimplatz zugesichert bekommt. Das heißt, du musst dich nicht um ein eigenes Zimmer kümmern, wie es in vielen anderen Ländern der Fall ist, sondern bekommst auf jeden Fall ein WG-Zimmer in einem Studentenwohnheim. Außerdem kannst du im Voraus angeben, in welches Studentenwohnheim du gehen möchtest.


Studienfach: Lehramt für die Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 01/2022

Gastuniversität:  Örebro University

Gastland:Schweden

Studium an der Gastuniversität

Die allgemeine Kommunikation mit der Universität Örebro war sehr einfach, unkompliziert und man hat immer schnell eine Rückmeldung bekommen. Außerdem werden alle Dozierenden mit Vornamen angesprochen, was den generellen Umgang miteinander angenehmer macht. Das System vom Studium ist in Schweden anders als bei uns. In der Regel hat man pro Semester vier verschiedene Kurse, die jeweils 4 Wochen lang gehen. Jeden Kurs schließt man mit einer Prüfungsleistung ab. Innerhalb der Kurse wird viel aufs Selbststudium und das Lesen von Texten gesetzt. Der Umfang an Texten oder Leistungen, die man in den Kursen erbringen muss, ist von Kurs zu Kurs unterschiedlich. Die BWL-Studierenden z.B. hatten sehr zeitintensive Kurse. Ich als Grundschullehramtsstudentin hatte z.B. Kurse aus dem Fachbereich der Sozialen Arbeit und musste dort viele Hausarbeiten zwischen 5-10 Seiten schreiben und sie präsentieren. Ich finde das System vom Studieren in Schweden sehr gut, da man sich immer auf einen Kurs thematisch konzentrieren kann und somit inhaltlich viel mehr mitnimmt. Ich war auch sehr begeistert von den Gebäuden der Universität und dem Campus im Allgemeinen. Die Gebäude wurden alle sehr durchdacht für Studierende gebaut und sind sehr modern. Besonders die Bibliothek ist sehr schön und es war immer angenehm, dort zu arbeiten.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Als ich in Schweden war, waren wir ca. 130 Auslandsstudierende aus den unterschiedlichsten Ländern. Ich fand die Anzahl perfekt, sie war überschaubar, aber trotzdem nicht zu wenig. Die meisten der Erasmusstudierenden kamen aus Deutschland oder Frankreich. Dadurch kam es leider zustande, dass man sich schnell mit Menschen aus dem eigenen Land zusammengefunden hat, da gefühlt jeder zweite, den man angesprochen hatte, Deutsch sprach. Trotzdem hatte man viel Kontakt auch zu Erasmusstudierenden aus anderen Ländern. Dadurch hat sich vor allem mein Hörverstehen deutlich verbessert. Ich persönlich hatte anfangs Hemmungen, Englisch zu sprechen, die sich allerdings schnell abgelegt haben, da man gezwungen ist, mit den Leuten auf Englisch zu kommunizieren. Und auch wenn dein Englisch nicht so gut ist, sind alle wirklich sehr rücksichts- und verständnisvoll. Im Nachhinein hätte ich häufiger mit Erasmusstudierenden Kontakt aufsuchen sollen, mit denen ich nur Englsich sprechen kann, um auch mein Sprechen zu verbessern, aber man fühlt sich ja häufig in der gewohnten Sprache wohler. Trotzdem kann ich sagen, dass ich zumindest mein Ziel erreicht habe, Hemmungen beim Sprechen abzulegen und auch in der englischen Sprache offen auf die Leute zugehen kann. Mit schwedischen Studierenden hatte ich leider weniger Kontakt. Zwar hatte ich einen Schweden als Mitbewohner, jedoch war er eher in sich gekehrt und distanziert. Durch die Fadder im Orientierungsprogramm oder mögliche Mitbewohner*innnen in deinem Korridor kann man also Kontakt zu Einheimischen aufnehmen und somit das Land durch „Insider“ nochmal besser kennenlernen.

Wohn- und Lebenssituation

Es gibt drei unterschiedliche Optionen: Studentgatan, das Red House oder das Oak. In Studentgatan lebst du mit bis zu 7 anderen Erasmusstudierenden oder Schweden und Schwedinnen in einem Korridor. Ihr teilt euch die Küche und einen kleinen Wohnbereich, aber jeder hat sein eigenes Zimmer mit Bad. Im Red House leben nur Erasmusstudierende in einem eigenen Haus. Jeder hat sein eigenes Zimmer, jedoch werden sich Badezimmer immer mit ca. 2 Leuten geteilt und es gibt eine Gemeinschaftsküche und -wohnbereich. Das Red House ist eine super Möglichkeit, um gleich mit Auslandsstudierenden in Kontakt zu kommen. Zu beachten ist allerdings, dass im Red House meist die Parties der Erasmusstudierenden stattfinden. Dementsprechend muss man sich darüber im Klaren sein, ob man immer Gastgeber sein möchte. Das Oak liegt nicht direkt auf dem Campus, sondern gegenüber von der Uni, einmal über die Straße. Es sind nur 5 Minuten zu Fuß bis zum Campus, allerdings fand ich es trotzdem ein wenig „ab vom Schuss“. Der große Vorteil vom Oak Wohnheim ist allerdings, dass es super modern ist. Es ist sehr schön und edel eingerichtet. Auch ist dein Zimmer gemütlicher als beispielsweise in Studentgatan. Z.B. hat man dort ein viel besseres und bequemeres Bett. Dort leben ca. 10-12 Austauschstudierende zusammen, wo ebenfalls jeder ein eigenes Zimmer hat, sich aber Bad, Küche und Wohnbereich geteilt wird. Ich habe meine Zeit in Örebro in Studentgatan verbracht und für mich war es die perfekte Unterkunftsoption. Zu meinen Freunden in anderen Korridoren habe ich nie länger als 2 Minuten gebraucht. Du hattest also immer Kontakt zu anderen Erasmusstudierenden. Sobald du allerdings mal für dich sein wolltest, hattest du auch Ruhe in deinem Zimmer. Besonders das eigene Badezimmer habe ich als großen Vorteil angesehen. Für das allgemeine Leben in Schweden muss man sich auf kostspielige Verhältnisse einstellen. Im Supermarkt gibt man durchschnittlich für jedes Produkt 1-2€ mehr aus als in Deutschland. Apropos Supermarkt… In Schweden wird tatsächlich ALLES mit Karte gezahlt, also es ist wirklich super wichtig, eine Kreditkarte, die du im Ausland nutzen kannst, zu besitzen. Auch sollte die Karte dazu fähig sein, dass du im Ausland im Internet Dinge bezahlen kannst, da in Schweden vieles über Apps geregelt ist, wo du deine Kreditkarte als Zahlungsoption angibst oder du sonst z.B. auch Probleme bei der Buchung der Trips bekommen könntest. Der Campus ist ungefähr 15 Minuten mit dem Bus von der Stadt entfernt. Eine Busfahrt kostet ca. 2,60€, deshalb sind wir häufiger in die Stadt gelaufen, was ein schöner Spaziergang ist und ungefähr 45 Minuten dauert. Einige hatten sich allerdings auch Fahrräder gekauft und konnten so die Stadt immer leicht erreichen. Dadurch, dass die Universität ein bisschen „abgelegen“ ist, ist es wie ein kleines Dorf vor der Stadt, in dem du lebst. Ich persönlich fand es super angenehm und schön, weil man dadurch immer jemanden zum Quatschen getroffen hat, sobald man rausgegangen ist. Generell bietet die Lage der Universität die Möglichkeit, direkt im Wald spazieren zu gehen. Ein wunderbarer Ausgleich, wenn man mal Zeit für sich braucht und die Eindrücke reflektieren möchte. Oder auch eine schöne Jogging-Strecke. Generell was Sport angeht bietet die Universität Örebro ein Fitnessstudio mit großer Auswahl von verschiedenen Sportarten und -kursen, die man besuchen kann. Ich habe in Schweden die Sportart „Paddeln“ kennen und lieben gelernt. Eine Mischung aus Tennis und Squash, die man zu viert für ca. 5€ pro Person in dem Fitnessstudio auf dem Campus spielen kann. Die Organisation der Universität, insbesondere in der Betreuung der Auslandsstudierenden, ist durch ein Orientierungsprogramm (OP) zu Beginn des Semesters sehr gut. Das OP bietet einem die Möglichkeit andere Erasmusstudierende, das Unileben und die Stadt besser kennenzulernen. Man ist immer in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die von den sogenannten Faddern (Gruppenleiter*innen) betreut werden. Die Fadder organisieren gemeinsame Treffen und Aktionen, um im ständigen Kontakt zu bleiben. Vor allem für mein Ankommen hat mir das OP sehr geholfen, mich wohl- und willkommen zu fühlen. Außerdem gibt es das Erasmus Student Network (ESN), worüber viele Veranstaltungen, Partys oder auch Reisen stattfinden. Beispielsweise gibt es die Chance, mit ESN einen Norwegen- oder Lappland-Trip zu erleben. Alle Reisen sind auf jeden Fall empfehlenswert. Ich konnte leider an keiner Reise teilnehmen, konnte aber auch ohne die Trips viele Eindrücke sammeln und erleben.

Studienfach: Lehramt für die Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2021 - 01/2022

Gastuniversität:  Örebro University

Gastland:Schweden


Rückblick

Für mich war Örebro die perfekte Stadt für ein Auslandssemester. Man hat Einblicke in das Land durch einen Ort bekommen, den man vielleicht vorher noch nicht kannte, was das ganze Erasmussemester meiner Meinung nach spannender gestaltet. Dazu kommt noch, dass Örebro recht zentral im Land liegt und man dadurch schöne Kurztrips in andere Städte oder Regionen des Landes machen kann. Einige der Auslandsstudierenden aus Deutschland sind mit dem Auto angereist. Das hat sich im Nachhinein als riesiger Vorteil herausgestellt, weil sie so nochmal besser und meistens auch kostengünstiger das Land bereisen konnten. Außerdem ist die Reise von Deutschland nach Örebro, sei es mit der Fähre über die Ostsee oder das Überqueren der Öresundbrücke, eine tolle Erfahrung. Ich habe mich schnell in Örebro heimisch gefühlt und freue mich jetzt schon, die Stadt nochmal zu besuchen. Ich würde jedem ein Auslandssemester in Örebro weiterempfehlen und hoffe, dass jeder ebenso tolle und wertvolle Erfahrungen dort erleben kann wie ich es getan habe.

Schweden

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