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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ein Auslandssemester fand ich schon längere Zeit interessant und eine Infoveranstaltung des International Office zum Thema Erasmus+ (und möglichen Alternativen) hat bei mir dann das Fass zum überlaufen gebracht und ich musste mich einfach bewerben. Daraufhin ging alles eigentlich recht unkompliziert und, da in Schweden die Semester früher beginnen als in Deutschland, schnell. Es gab 2 Infoveranstaltungen, die vorab eigentlich alle Fragen geklärt haben. Mein Tipp wäre hier sich möglichst schnell um eine Beurlaubung zu kümmern, da der zugehörige Mitarbeiter des AStA nur sehr langsam zu arbeiten scheint und auch kaum zu erreichen ist, so dass man keine Dokumente nachschicken muss, wenn man bereits im Ausland ist.

Die Umeå University hat sich dann auch recht schnell bei mir gemeldet, damit ich die notwendigen Unterlagen bei ihrer zentralen Plattform für alle Bewerbungen bei schwedischen Universitäten einreichen kann (www.universityadmissions.se). Bei Fragen zum Thema Stundenplan und der allgemeinen Lehrsituation in Schweden wurde mir immer sehr schnell und äußerst freundlich geantwortet. Ich fand es besonders praktisch, dass man die notwendigen Dokumente ebenfalls auf Deutsch einreichen konnte.


Studienfach: M.A. Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: Umeå University

Gastland: Schweden

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem ist anders aufgebaut als in Deutschland. Anstatt dass man alle Kurse gleichzeitig belegt und zum Ende eine Prüfungsphase absolviert, werden die Kurse zu einem von 4 über das Semester verteilten Zeitpunkt gestartet und dauern dann, je nach Anzahl der ECTS und der Intensität des Kurses (25% - 100%) zwischen einem Monat und dem gesamten Semester. Dadurch kann man sich recht flexibel einen Stundenplan erstellen. Idealerweise belegt man einen 7.5 ECTS Kurs für jede der Phasen und kommt so insgesamt auf seine 30 Creditpoints. In der Realität muss man dann aber sowieso etwas flexibler sein, zumindest wenn man bestimmte Kurse belegen möchte, die einen dann aber auf 150% bringen können. Meiner Erfahrung nach, lassen aber alle Dozierenden mit sich reden und auch ein vollgepackter Stundenplan ist (zumindest logistisch) kein Problem, denn obligatorische Seminare werden auch immer mit Aufgaben versehen, für Studierende die nicht
anwesend sein können.
Dies liegt auch vor allem daran, wie angenehm das Studienklima in Umeå ist. Alle Dozierenden werden mit Vornamen angesprochen und waren immer gut erreichbar. In Umeå werden Seminare zudem sehr viel über Gruppenarbeiten vorangebracht, was zusätzlich dabei geholfen hat in Kontakt mit anderen Studierenden zu kommen und auch zu vielen Diskussionen im Seminar geführt hat.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Wie gesagt wurde der Kontakt zu anderen Studierenden durch die Unterrichtsform gefördert. Dies hat, zumindest in soziologischen Kursen, auch den Kontakt zu den schwedischen Studierenden erleichtert. Ich habe jedoch auch davon gehört, dass Kurse außerhalb der Soziologie teilweise nur mit ausländischen Studierenden gefüllt waren.
Ansonsten gab es noch das Buddy-Programm, welches ich jeder Person an’s Herz legen kann, die sich für einen Aufenthalt in Umeå interessiert. Ich würde sogar sagen, an dem Buddy Programm teilzunehmen, war eine der besten Entscheidungen, die ich für das Semester getroffen habe. Man trifft wöchentlich (oder je nach Gruppe mehrmals wöchentlich) seine Gruppe die sich aus mehreren schwedischen Studierenden und bis zu 30 international Students zusammensetzt und macht lauter schwedische oder zumindest gesellige Dinge, die mir immer sehr viel Spaß bereitet haben und die einen sehr großen Teil der positiven Erinnerungen ausmachen, auf die ich jetzt zurückblicken darf. Leider scheint aber auch Glück hier ein großer Faktor zu sein, da ich ebenfalls von Gruppen gehört habe, die sich kaum oder gar nicht getroffen haben.
Zudem gibt es alle paar Wochen/Monate größere Events für alle Buddy Groups - das kann eine Party, ein Volleyballturnier oder auch der Besuch einer Elchfarm sein. Diese Events sind meistens kostenlos und auch sehr empfehlenswert.
Manche Studiengänge hatten wohl auch zu Anfang Veranstaltungen zusammen. In der Soziologie gab es, außer einer kleinen Begrüßung für alle international Students, so etwas aber leider nicht.

Wohn- und Lebenssituation

Eine Unterkunft zu finden ist in Umeå als internationaler Studierender recht einfach, da die Universität die Wohnung bei Bedarf stellt. Zu einem Stichtag, der einem bei eingegangener Zahlung per Email mitgeteilt wird, kann man sich dann online ein Studentenwohnheim aussuchen. Das Größte und wohl auch Beliebteste bei ausländischen Studierenden ist dabei wohl Ålidhem. Dort hat man die Korridorparties, einen Club und leider auch die Fahrraddiebe Umeås versammelt (auch wenn man sein Fahrrad in Umeå wohl nirgends unangeschlossen stehen lassen sollte) . Die Wohnungen sind etwas älter und teilweise schlechter ausgestattet (Töpfe etc. müssen bspw. manchmal eigenständig gekauft werden), dafür ist die Miete aber auch niedriger und man hat direkt in der Nähe einen Lidl.
Ich selbst war in Nydala, welches zwar etwas teurer und nicht ganz so nah an einem Einkaufsladen ist (circa 10 Minuten mit dem Rad), dafür aber eine wunderschöne und ruhige Gegend ist, mit dem Nydalasee in der Nähe und einer Sauna für (fast) jeden Gebäudekomplex. Meiner Empfindung nach sind hier auch bei weitem mehr Schweden zu finden, mein Korridor bestand beispielsweise aus 2 Deutschen und 6 Schweden. Hier aber auch noch ein Wort zur schwedischen Geselligkeit: meiner Erfahrung nach, insbesondere im Korridor, sind die Schweden tatsächlich sehr zurückhaltend und gehen im Grunde nie auf einen zu. Essen wird meist für eine Woche oder mehrere, gekocht und anschließend eingefroren und später im Zimmer gegessen. Andererseits wenn man jemanden anspricht, wird einem immer sehr offenherzig geholfen und ich hatte deswegen auch viele witzige und interessante Gespräche mit ein paar meiner Mitbewohner – mit dem Großteil ist man jedoch meistens nie über ein „Hej“ hinausgekommen.
Ansonsten ist Umeå recht klein. Die meisten Leute sind deswegen auch mit dem Fahrrad unterwegs, was ich ebenfalls nur empfehlen kann. Zu Anfang jedes Semesters gibt es deswegen verschiedene Flohmärkte, bei denen man Fahrräder kaufen oder auch leihen kann. Außerdem gibt es verschiedene Facebook Gruppen, auf denen auch viel gehandelt wird. „Umeå Wheels“ hat beispielsweise einen Flohmarkt für Fahrräder organisiert. Diesen kann ich jedoch nicht empfehlen, da hier die Räder teilweise um ein vielfaches teurer waren, als die Räder aus den Facebook Gruppen.
Die Lebenshaltungskosten sind in Umeå recht hoch, aber zu managen. Ich habe bspw. bei meinem ICA immer Produkte gekauft, die im Angebot waren und man lernt schnell, dass gewisse Produkte einfach sehr teuer sind (Käse zum Beispiel). Auch Alkohol kann ein riesiger Kostenfaktor werden, da es diesen nur im staatlichen „Systembolaget“ zu kaufen gibt, welcher nicht gerade durch günstige Preise brilliert. Achtet man auf diese Dinge, lässt es sich aber auch als Student gut in Umeå auskommen.
Bezahlt wird übrigens üblicherweise mit der Karte. Manchmal ist eine Barzahlung auch schlicht nicht möglich, so dass man sich auf jeden Fall eine entsprechende Kreditkarte zulegen sollte. Die DKB bietet beispielsweise das kostenlose Bezahlen und Geldabheben überall in der Welt an.
Eine andere wichtige Sache in Umeå ist IKSU. Ein Ort an dem man allen möglichen Sport machen kann, vom Basketball, übers Schwimmen bis hin zum Klettern. Allerdings ist IKSU auch unglaublich teuer (bei entsprechendem Angebot circa 60€/Monat). Ich würde trotzdem empfehlen über eine Mitgliedschaft nachzudenken, insbesondere wenn man viele Sportarten macht, da viele Studierenden in ihrer Freizeit dort zusammen Kurse belegen oder Gruppensport machen und man gegebenenfalls das ein oder andere verpasst, wenn man selbst keine Mitgliedschaft hat.

Studienfach: M.A. Soziologie

Aufenthaltsdauer: 09/18-01/19

Gastuniversität: Umeå University

Gastland: Schweden


Rückblick und Tipps

Ich hatte eine wunderschöne Zeit in Umeå, mit großartigen Leuten und tollen Erfahrungen. Die wichtigsten Punkte für andere Studierende sind meiner Meinung nach:

-    Meldet euch für das Buddy Programm an

-    Denkt über eine Mitgliedschaft bei IKSU nach

-    Vergleicht Preise von Fahrrädern, aber lasst euch auch nicht zu viel Zeit, da sie sehr begehrt sind.

-    Meldet euch für das Buddy Programm an

-    Besorgt euch eine Kreditkarte

-    Genießt die Natur in Schweden

-    Und... meldet euch für das Buddy Programm an!

 

 

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