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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Örebro Universitet


Studienfach: B.Sc. Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Örebro Universitet

Gastland: Schweden

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Das Erasmus+ Programm nahm ich durch die Vergabe von Restplätzen wahr. Diese wurden mir durch den International Email-Newsletter der Universität Potsdam zugeschickt. Meine Wahl fiel auf einen Restplatz der Universität Örebro in Schweden, welcher nicht durch meinen eigentlichen Koordinator betreut wurde. Durch Kontakteaufnahme mit dem entsprechenden Koordinator bekam ich dennoch die Möglichkeit diesen Platz einzunehmen. Weiterhin habe ich die Zusage bekommen, trotz fachfremden Studiums in Schweden betriebswirtschaftliche Fächer zu belegen. Die Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität verlief einfach, sie antworteten in der Regel schnell und jede Kontaktperson antwortete stets auf Englisch. Dies war auch während des Studiums der Fall. Alle wesentlichen Informationen und Dokumente entnahm ich der Erasmus-Internetseite der Universität Potsdam, auch war das International Office bei allen Fragen stets erreichbar. Beim Einhalten aller Fristen und Dokumente wurde alles unkompliziert gehalten, lediglich die Auswahl der entsprechenden Module an der Gastuniversität war anfangs etwas umständlich.

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in Schweden unterscheidet sich in der Organisation der Vorlesungen und Prüfungen. Während man in Deutschland meist fünf oder sechs Fächer gleichzeitig belegt und in der Prüfungsphase am Ende des Semesters alle Prüfungen schreibt, belegt man an der Uni in Örebro meist ein Fach, maximal zwei Fächer gleichzeitig. Diese haben eine Dauer von mehreren Wochen und werden mit einer Prüfung abgeschlossen. So konzentrierte man sich auf einzelne Fächer und konnte sich mehr in das belegte Fach einstudieren. Alle Veranstaltungen wurden in Englisch gehalten und waren leicht verständlich. Der Kontakt mir den Dozenten ist aufgrund der kleineren Kursgrößen dort meist persönlicher, auch sollte man alle Mitarbeiter der Universität mit dem Vornamen ansprechen. Eine angenehme Studiums Atmosphäre stellte sich rasch ein. Die Fächer selbst variierten stark in ihrem Anforderungsprofil, überforderten mich aber nie. Die Arbeitsweise war meist gruppenbasiert, das heißt es mussten viele Vorträge vorbereitet und gehalten werden, aber auch Hausarbeiten wurden in Gruppen bearbeitet. Hier zeigt vor allem die Multinationalität der Studenten, da die Vorlesungen meist nur von Austauschstudenten und wenigen Schweden belegt wird. So werden Gruppenarbeiten interessanter und förderten neue Kompetenzen. Es werden viele Gelegenheiten und Räume in der Universität zur Verfügung gestellt, in denen zusammen oder allein gearbeitet werden kann. Die wichtigste Organisation ist, neben der Uni selbst, das „Exchange Student Network“, kurz ESN. Hier arbeiten ehrenamtliche Studenten daran, dass alle Austauschstudenten eine Anlaufstelle für Fragen und Probleme haben. Diese organisieren auch das „Orientation Program“, das den Auftakt in das akademische und außerakademische Leben in Örebro darstellt. Die Teilnahme kann ich dringend empfehlen, da hier viele Kontakte geknüpft werden können und viel über Aufbau und Organisation der Universität gelernt wird. Es werden Vorträge, City- und Unitouren, aber auch etliche Freizeitaktivitäten organisiert. Allgemein beinhaltet der Campus alle wichtigen Gebäude, die während des Studiums gebraucht werden. Bibliothek, Vorlesungsräume, Offices und Computerräume sind leicht erreichbar. Zudem befinden sich vor Ort die meisten Studentenwohnräume, Cafés, einige Essensmöglichkeiten, ein Fitnessstudio, ein Pub und ein Club direkt auf dem Gelände. Einer der größten Vorteile ist das gut gesprochene Englisch aller Mitarbeiter und Einheimischen vor Ort. Man trifft so gut wie nie auf Personen mit denen man nur schlecht kommunizieren kann.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die Kontaktaufnahme mit ausländischen Studierenden fiel durch das Orientierungsprogramm einfach aus. Es wurden Gruppen eingeteilt, mit denen man viele Veranstaltungen besucht, wodurch schnell ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt wurde. Aber auch zwischen den Gruppen entwickelten sich schnell Interaktionen. Nach den ersten drei Wochen lernte man schon viele Menschen kennen, die Atmosphäre innerhalb der ESN Studenten war durchweg positiv. Der Kontakt mit einheimischen Studenten stellte sich schwieriger dar, da die schwedische Kultur tendenziell etwas zurückhaltender ist. Meist musste man Initiative zeigen um in Gespräche zu kommen, jedoch wurde ich immer freundlich behandelt, wobei das erwähnte Englisch mir stets positiv auffiel. Bei aktiver Teilnahme an den Veranstaltungen lernt man viele interessante Menschen kennen. In meiner Zeit in Örebro traf ich viele Studenten, deren Kontakte auch nach dem Semester mir erhalten bleiben werden. Auch fand ich dort gute Freunde, mit denen ich viel Zeit in Schweden verbrachte. Bei kultureller und persönlicher Offenheit erhält man innerhalb eines halben Jahren sehr wertvolle und spannende Erfahrungen, die meine persönlichen Erwartungen übertrafen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da die englische Sprache innerhalb der Austauschstudenten allgegenwärtig ist, gewöhnte ich mich schnell an das Sprechen. Im Schreiben und Lesen verbesserte sich meine Kompetenz vor allem durch die Vorlesungen und Hausarbeiten, durch die Freizeitaktivitäten konnte meine Sprachkompetenz stark verbessert werden. Beim regen Austausch mit englischen Muttersprachlern lernte ich hierbei das Meiste. Ich traf auch auf Personen mit massiven Englisch-Problem, welchen jedoch stets geholfen wurde. Dadurch war ein merklicher Unterschied der Sprache am Ende des Semesters erkennbar, auch wenn es empfohlen ist weniger mit Personen der eigenen Muttersprache zu sprechen. Das Positive war hierbei das erwähnte schwedische Umfeld, welches in jeder Möglichkeit einen guten Austausch in Englisch ermöglichte.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft wurde mit auf Anfrage von der Universität zugewiesen. Dieser Prozess lief einfach ab, auch spezielle Wünsche wurden berücksichtigt. Ich erhielt das Privileg im „Red House“ zu leben. Dies ist eine Art 12 Personen WG, bestehend aus Austauschstudenten, in Form eines eigenen Hauses direkt auf dem Campus. Dadurch entwickelte sich schnell ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe. Die Art des sozialen Umgangs und des kulturellen Austauschs beeindruckte mich, auch wenn einige Umstände, wie eine geteilte Küche, nicht durchweg positiv erschienen. Trotzdem behalte ich mein Wohnheim als gute Erinnerung mit freundschaftlichen Kontakten in Erinnerung. Die Miete musste im Voraus gezahlt werden, weiterhin stand das Housing Office der Universität stets bei Problemen zu Verfügung. Da ich mit dem Auto anreiste befand ich die Nähe eines günstigen Parkplatzes als sehr positiv. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut strukturiert und auch recht günstig, für 2€ bekam man die Möglichkeit 3 Stunden lang die Buslinie der Stadt zu nutzen. Weiterhin ist ein Fahrrad sehr empfehlenswert, um etwas längere Strecken, zum Beispiel zum Einkaufen, überbrücken zu können. Die Nähe zu Stockholm ist auch ein großer Vorteil der Stadt, da mit Zug oder Flixbus die Hauptstadt des Landes leicht erreichbar ist. Das Preisniveau in Schweden ist allgemein etwas höher als in Deutschland, was vor allem beim Lebensmitteleinkauf oder bei Alkohol auffällt. Ich musste also ein wenig mehr auf Preise und Budget achten. Bezahlungen wurden fast nur mit der Kreditkarte durchgeführt, der Besitz einer auslandsfähigen Kreditkarte ist also dringend empfohlen. Für die Freizeit bietet Örebro und Umgebung viele Möglichkeiten. Die Stadt selbst beinhaltet viele Restaurants und Cafés, das Umland ist perfekt geeignet für Wanderungen durch die Natur. Aber auch die Erwähnte Nähe zu Stockholm ist ein großer Vorteil, welches eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, Einkaufsstätten und viele weitere Freizeitmöglichkeiten, wie Bars oder Clubs, besitzt. Durch die Umgebung der ESN Studenten ist man so selten allein und kann viele gemeinsame Trips unternehmen.

Studienfach: B.Sc. Betriebswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Örebro Universitet

Gastland: Schweden


Rückblick

Ich kann auf ein halbes Jahr zurückblicken, das mir für immer in Erinnerung bleiben wird. Ich habe viel Neues gelernt, Freunde gemacht, neue Orte gesehen und Kulturen kennen gelernt. Das Gefühl eines neuen Zuhauses erreichte mich schnell und Menschen und Land wuchs mir schnell ans Herz. Das Gruppengefühl des ESN und die gemeinsamen Erfahrungen lassen das Leben in Deutschland vergleichsweise langweilig wirken. Ob gemeinsame Trips an einen See oder das Zusammenarbeiten mit Japanern, Franzosen und Spaniern für eine Gruppenarbeit: dies alles trug zu meiner Zeit in Örebro bei, welche ich als eine sehr gute Entscheidung beurteilen kann. Einen Auslandsaufenthalt in Örebro kann ich also sehr empfehlen; Land, Stadt und Menschen erschaffen eine einzigartige Atmosphäre, an der ich auch ein persönliches Wachstum erleben konnte. Bei Problemen wird einem immer geholfen, persönliche Streitigkeiten gab es trotz (oder gerade wegen?) kultureller Unterschiede fast nie. Ich kann also von wenig Negativem berichten. Sollte jemand an der Entscheidung zweifeln, in Örebro ein Semester zu studieren: ich habe diese Entscheidung zu keine Sekunde bereut und kann allen Personen, ob gutes oder schlechtes Englisch, diese Erfahrung wärmstens empfehlen.

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