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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Örebro Universitet


Studienfach: B.Ed. Deutsch und Mathematik für Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 01/2019

Gastuniversität: Örebro Universitet

Gastland: Schweden

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Ich habe mich im Januar 2017 für das Wintersemester 2017 in Örebro beworben. Nachdem ich von Frau Bittersmann, der zuständigen Koordinatorin für die Uni in Örebro die Zusage erhalten habe, musste ich einige Unterlagen ausfüllen und diese an das International Office schicken. Die Uni in Örebro verlangte ein Transcription of Records, was eine Leistungsübersicht ist, nur in Englisch. Somit habe ich alle Kurse, die ich bis zu dem Zeitpunkt belegt habe, auf Englisch übersetzt und bin damit zu Frau Kettmann ins International Office gegangen, damit sie mir diese bestätigt. Im April und im Juni gab es jeweils eine Informationsveranstaltung für Erasmusstudenten. Dort bekamen wir auch die vorläufige Bestätigung des Erasmusgeldes und alle weiteren wichtigen Unterlagen. Auf der Internetseite der Universität in Örebro, welche sehr gut strukturiert ist und es eine extra Seite nur für Erasmusstudenten gibt, musste ich eine Art Bewerbung ausfüllen und diese bis Mitte April mit meinem Transcript of records verschicken. Im Mai habe ich dann eine E-mail erhalten, dass ich offiziell an der Uni angenommen wurde. Ab dort bekam ich regelmäßig E-mails mit meiner Personennummer für Örebro, den Arrival days und so weiter. Da das Wintersemester in Örebro schon Ende August anfängt, war mein Aufbruch nach Schweden nun nicht mehr weit. Im Juni bekam ich eine E-mail von den sogenannten „Fadders“ der Universität (dazu später mehr), in der sich meine Fadder vorstellten und mich auch schon in eine Facebookgruppe einluden, wo alle Erasmusstudenten drin waren. So konnte man, wenn es einen interessiert, schon vorher gucken, mit welchen Menschen man eventuell die nächsten Monate verbringen wird.

Studium an der Gastuniversität

Wie schon erwähnt, fängt das Wintersemester dort schon Ende August an. An der Uni wird ein Orientierungsprogramm angeboten, welches vier Wochen geht und Mitte August anfängt. Dies ist freiwillig und kostet daher ca. 90€, was ich jedoch meiner Meinung total lohnt! Es gab zwei Arrivaldays, an denen man ankommen konnte. In der Uni war ein „Arrivalcamp“ aufgestellt, zu dem man bei seiner Ankunft gehen sollte. Dort hat man alle Informationen zu den ersten Tagen und den Wohnungsschlüssel erhalten. Alle Erasmusstudenten wurden in Gruppen eingeteilt,sodass es  zehn Gruppen mit ca. 15 Personen gab. In jeder Gruppe gab es die sogenannten Fadder, welche entweder Schwedische Studenten, oder auch Erasmusstudenten waren, die schon ein Semester an der Uni verbracht haben. Die Gruppen sollen den neuen Studenten helfen, sich einzugewöhnen und mit gemeinsamen Aktivitäten sollen neue Freundschaften geschlossen werden. Die Fadder stehen dir dabei immer zur Seite, wenn du Hilfe brauchst. Die ersten beiden Wochen waren voll mit verschiedenen Aktivitäten wie Themenpartys, Pubcrawls, Volleyballturniere, die Fahrt zu Ikea, um sich einzurichten, eine Fahrt zu einem Naturreservat usw. Diese Aktivitäten waren natürlich auch alle freiwillig, jedoch konnte man so schnell neue Leute kennenlernen. Das Studiensystem in Schweden ist etwas anders als in Deutschland. Dort sind die Kurse nicht parallel zueinander, sondern werden nacheinander belegt. Ich hatte 4 Kurse und jeder Kurs dauerte 5 Wochen. Am Kursende schreibt man dann eine Klausur oder eine Hausarbeit und dann ist der Kurs abgeschlossen und man fängt den nächsten an. Ich finde das System besser als in Deutschland, da man sich so nur auf ein Fach konzentrieren muss und man gezwungen ist, auch während des Semesters etwas zu tun und nicht erst, wenn die Klausurenphase beginnt. Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kurse dort nicht so anspruchsvoll sind wie in Deutschland. Wenn man zum Beispiel ein Referat halten sollte, waren die Dozenten total begeistert, wenn ein Student diesen ohne einen Zettel vorm Gesicht vorträgt. Trotzdem waren sowohl die Dozenten, als auch die Studenten sehr nett. Ich hatte immer Kurse, in denen Schwedische Studenten mit Erasmusstudenten gemischt waren. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die Sitz- und Lernmöglichkeiten in der Universität. In jedem Haus gab es viele Lernräume oder Sitzmöglichkeiten, wo man sich hinsetzen kann um zu Lernen oder einfach nur um sich zu unterhalten. Außerdem gibt es in jedem Haus eine Art Küche, in der mehrere Kühlschränke und Mikrowellen zu finden sind, damit die Studierenden sich in ihren Pausen ihr mitgebrachtes Essen warm machen können.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Durch das Orientierungsprogramm hatte man es nicht schwer, andere Leute kennenzulernen. Da viele Fadder schwedische Studenten waren, hatte man auch sofort den Kontakt zu den Einheimischen. Durch die Gruppeneinteilung während der Orientierungswochen hatte man genug Möglichkeiten, sowohl die einheimischen, als auch die ausländischen Studierenden kennenzulernen. Allerdings muss ich sagen, falls man vorher schon etwas Schwedisch gelernt hat oder es während des Aufenthalts lernen möchte, sollte man darauf vorbereitet sein, dass die Schweden merken, wenn man ihre Sprache nicht perfekt beherrscht und sie dann sofort auf Englisch weiter sprechen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Englisch war vor dem Aufenthalt ganz okay und es hat sich auf jeden Fall verbessert! Ich konnte vorher schon vieles verstehen und wenns ums Schreiben ging, gab es auch keine Probleme. Nur bei der Spontanität während eines Gesprächs haperte es bei mir etwas. Ich würde sagen, dass sich mein Wortschatz durch die 5 Monate leicht verbessert hat, die Spontanität, einfach auf Englisch zu reden und zu antworten, hat sich jedoch sehr doll verbessert. Leider hatte ich viele deutsche Freunde dort, mit denen ich mich nur auf Deutsch unterhalten habe. Ich denke, wenn dies anders gelaufen wäre, hätte ich meine Sprachkompetenzen stärker verbessern können. Es gab die Möglichkeit, zwei Wochen vor den Arrivaldays anzureisen und einen zweiwöchigen kostenlosen Sprachkurs in Schwedisch an der Uni zu absolvieren, an diesem habe ich jedoch nicht teilgenommen, weil ich Anfang August noch Klausuren hatte.

Wohn- und Lebenssituation

Das gute an der Universität Örebro ist, dass wenn man vom International Office angenommen wurde, man gleichzeitig auch eine Unterkunft hat, sodass man sich die lästige Suche sparen kann. Es gibt vier verschiedene Orte der Unterkünfte, jedoch sind alle in erreichbarer Nähe der Uni. Die am weitesten entfernte Unterkunft ist in Brickebacken, dies sind so ca. 10 Minuten mit dem Bus bis zur Uni. Ich kenne jedoch keinen der dort gewohnt hat, sodass ich nichts weiter dazu sagen kann. Direkt gegenüber des Campus ist Tybble, eine Art „Studentensiedlung“ wo sowohl schwedische, als auch ausländische Studierenden wohnen. Direkt auf dem Campus sind die Unterkünfte im Studentgatan, in denen die Studenten auch gemischt wohnen. In diesen Unterkünften habe ich gewohnt und habe mir meinen Korridor mit fünf Schweden und mit zwei anderen Erasmusstudenten geteilt. In den meisten Häusern in Studentgatan wohnen in jedem Korridor acht Studenten, welche sich eine Küche teilen. Jeder hat ein eigenes Badezimmer. Als letzte Unterkunft gibt es das Red House, welches seinen Namen durch die Farbe des Hauses bekommen hat. Dort haben in meinem Semester nur Erasmusstudenten gewohnt und es gibt eine Küche und zwei Badezimmer. Wenn man schon vorher eine Vorliebe für eine gewisse Unterkunft hat, kann man dies in dem Bewerbungsformular der Uni in Örebro angeben. Was vielleicht noch gesagt werden muss, ist, dass die Miete für den kompletten Aufenthalt, bis zu zwei Wochen vor der Ankunft gezahlt werden muss. Das waren in meinem Semester ca. 1700€. Das hört sich natürlich auf den ersten Blick erstmal viel an, jedoch finde ich es im Nachhinein gut, da man sich während des Aufenthalts keine Sorgen um die Miete machen muss. Mit den öffentlichen Verkehrsmittel bin ich in den ersten Monaten gar nicht gefahren, da das Hauptverkehrsmittel in Schweden das Fahrrad ist. Deswegen ist es sehr wichtig, sich rechtzeitig um ein Fahrrad zu kümmern. Dafür ist die Facebookgruppe „Örebro Buy and Sell“ gut geeignet, wo alte Erasmusstudenten nicht nur ihre Fahrräder, sondern auch ihre anderen Dinge, die man für das Einrichten benötigt, verkaufen. An öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es in Örebro nur Busse. Viele Busse fahren direkt von der Uni in die Stadt. Eine normale Fahrkarte kostet ca. 3€, wenn man sich jedoch die App runterlädt (Einfach im Appstore oder Playstore Örebro eingeben, dann kommt sie schon), bezahlt man nur noch ca. 1,80€ und das Ticket ist 3 Stunden in alle Richtungen gültig. Dieselben Preise gelten, wenn man sich im Zeitungsladen eine Prepaidfahrkarte kauft. Ihr müsst allerdings beachten, dass man im Bus nur mit Kreditkarte zahlen kann. Ich habe mir vorher eine DKB Kreditkarte beantragt, mit der man im Ausland sowohl kostenlos bezahlen, als auch Geld abheben kann. Da Schweden in Euro abrechnet (oder so ähnlich, habe das nicht ganz verstanden), kann man auch mit der Kreditkarte der Sparkasse kostenlos bezahlen. In Schweden ist es gängig, überall mit Kreditkarte zu zahlen. Bitte beachtet jedoch, dass andere Länder, wie zum Beispiel Dänemark, Auslandsgebühren bei jedem Bezahlen erheben. Bei der DKB bekommt man diese jedoch wieder zurück. Wenn man lieber nur mit Bargeld zahlen möchte, gibt es auf dem Campus einen Geldautomaten. Wie die meisten bestimmt schon wissen, ist das Leben in Skandinavien teurer als in Deutschland. Ich kann das auch bestätigen, allerdings finde ich, dass es in Schweden noch einigermaßen geht. In Norwegen und Dänemark ist die Situation definitiv schlimmer. Ca. 500 Meter von der Uni entfernt ist ICA, ein riesen Supermarkt (von der Größe vergleichbar mit Real). Dort bekommt man wirklich alles. Allerdings ist ICA schon etwas teurer. Ich würde den etwas weiter entfernten Laden Willys empfehlen. Mit dem Fahrrad sind es nicht mal 10 Minuten und mit dem Bus noch weniger. Der Laden ist etwas kleiner als ICA (vergleichbar mit Edeka), jedoch auch billiger. Der Alkohol in Schweden ist sehr teuer, den gibt es auch nur in besonderen Läden (Systembolaget) und dieser hat unter der Woche bis 19 Uhr offen und am Samstag nur bis 15 Uhr. Also kauft wenn ihr am Flughafen seid, am Besten schon mal Alkohol im Duty Free Shop. Restaurants und Bars sind auch teurer als in Deutschland, Einkaufsläden wie H&M usw. sind vom Preis her gleich wie in Deutschland. In der Nähe der Uni gibt es ein Naturreservat, wo man bei schönem Wetter hinfahren kann und spazieren gehen kann. Zum Aufwärmen lädt ein Café ein, welches die besten Zimtschnecken anbieten soll. Ansonsten kann man im Svampen (das Wahrzeichen von Örebro) gut Essen (für umgerechnet ca. 10€ all you can eat lunch buffett), genauso wie im Fratellis.

Sonstige  Hinweise

ESN Örebro plant für jedes Semester Reisen für die Erasmusstudenten, welche sich auf jeden Fall lohnen! Es gibt meist drei Reisen; eine nach Norwegen, nach Russland und nach Lappland. Ich habe den Norwegen und Lappland trip mitgemacht und muss echt sagen: Vor allem der Lappland trip hat sich sowas von gelohnt! Bringt dafür aber auf jeden Fall warme Anziehsachen mit.

Studienfach: B.Ed. Deutsch und Mathematik für Primarstufe

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 01/2019

Gastuniversität: Örebro Universitet

Gastland: Schweden


Rückblick

Ich bin so froh, dass ich diese Erfahrungen in einem anderen Land machen durfte und würde es jedem empfehlen! Wenn es die Zeit und das Geld zulässt, werde ich auf jeden Fall im Master nochmal einige Erasmusmonate machen.

Schweden

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