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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Technische Hochschule Blekinge


Studienfach: M.Sc. IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 01/2018

Gastuniversität: Technische Hochschule Blekinge

Gastland: Schweden

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Auf dem Auslandsabend des HPI, auf dem die verfügbaren Partnerhochschulen vorgestellt wurden, habe ich erste Informationen zum Austauschprogramm nach Karlskrona erhalten. Die Internetseiten des HPIund der BTHinformieren weiter zu Ablauf und Anforderungen. Nach der erfolgreichen Bewerbung an der Heimatuniversität und der Nominierung an der BTH durch den Austauschkoordinator Prof. Naumann erfolgt noch die Bewerbung an der Hochschule in Schweden. Dazu müssen die Bewerbungsunterlagen per Mail an das Internati-onal Office in Karlskrona geschickt werden. Diese unterscheiden sich nur unwesentlich von den Anforderungen, die das HPI an die Bewerbung stellt. Eine Absage ist dabei relativ unwahrscheinlich. Außerdem muss das Learning Agreement vorbereitet werden, mit dem die Kurse an der Gastuniversität gewählt werden und die Anerkennung an der Heimatuniversität gesichert wird. Die für Gaststudierenden offenen Kurse sind auf der Website der BTH zu finden. Die meisten Kurse werden jedes Jahr angeboten.

Studium an der Gastuniversität

An der BTH ist das Semester in zwei Lernperioden geteilt, in denen jeweils 15 ECTS-Punkte belegt werden. Daher gibt es auch zwei Klausurphasen: Die letzte Oktober- und zweite Janu-arwoche. In dieser Phase werden auch alle Klausuren geschrieben. Die meisten Lehrveran-staltungen haben aber Projektabgaben, benotete Hausaufgaben oder Zwischenprüfungen, sodass nicht die gesamte Note von einer Klausur abhängt. Die Anforderungen sind moderat und die Leistungsbewertung insgesamt fair. Im Master-Level sind viele Lehrveranstaltungen als Seminare angelegt mit relativ wenig Vorlesungen, dafür mehr Eigenarbeit zur Vor- und Nachbereitung und den erwähnten Hausaufgaben. Dort ist auch Teamwork geplant, da viel Wert auf gruppenorientierte Praxisarbeit gelegt wird. In der Universität gibt es mehrere Poolräume und eine Bibliothek mit sehr vielen Arbeitsplät-zen und ca. 10 Gruppenarbeitsräumen. Auf den Fluren sind ebenfalls Arbeitsmöglichkeiten vorhanden. Außerdem kann man auch in der Mensa arbeiten (sofern Platz ist) und gleichzeitig den Meerblick genießen. Die Gebäude sind modern und immer geöffnet. Die Eintrittskontrolle erfolgt über die Studentenkarte, die alle neuen Studenten am Anfang des Semesters an der Rezeption erstellen lassen. Die Bibliothek ist am Wochenende geschlossen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Über die Einführungswoche zu Beginn des Semesters und die Angebote des ESN BTH, die von anderen Studierenden organisiert werden, können sich die Austauschstudenten unterei-nander kennen lernen. Obwohl diese Termine meist nur in den ersten Wochen formal ange-kündigt werden, hat es sich ergeben, dass eine große Gruppe der Erasmus-Studierenden sich mindestens einmal in der Woche auch außerhalb der Uni traf. Kontakt zu einheimischen Studierenden ist schwieriger aufzunehmen, da Schweden etwas zurückhaltender sind, was Bekanntschaften angeht. Über die Studierendenvereinigung „Rosenboms Nation“ haben wir aber sehr aufgeschlossene Schweden kennen gelernt, die uns bei unseren Alltagsproblemen helfen konnten und auch sehr interes-siert am Leben in unseren Ländern waren.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die Teilnehmer des Erasmus-Programmes werden vor dem Auslandsaufenthalt verpflichtet einen Sprachtest in Unterrichts- oder Landessprache zu machen. Dieser Test wird dann zu statistischen Zwecken nach dem Aufenthalt wiederholt. Da an der BTH alle für ausländische Studierende offene Kurse auf Englisch unterrichtet werden, habe ich den Test auf Englisch absolviert. In Schweden habe ich einen Sprachkurs in Schwedisch für Anfänger besucht, der die Sprache von Beginn an lehrt. Allgemein hatte ich keine sprachlichen Probleme. Meine Sprachkompetenz in Englisch hat sich nicht groß verändert. Mit dem Schwedisch aus dem Sprachkurs, Englisch und etwas Kombinationsgabe versteht man die meiste schriftliche und das wichtigste mündliche Kommunikation.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe in einem Zimmer des größten Vermieters in Karlskrona gewohnt. Für die 9m² habe ich ca. 300 Euro monatlich bezahlt – der Meerblick war inklusive. Auf der Website meldet man sich möglichst frühzeitig an. Sobald Zimmer verfügbar sind (meist erst ab Juni/Juli) kann man sich auf maximal fünf Zimmer parallel bewer-ben. Die Bewerbungen werden nach „First come, first served“ bearbeitet. Da die neuen Zimmer meist zwischen sieben und acht Uhr morgens eingestellt werden, lohnt sich frühes Aufstehen. Da Wohnraum in Karlskrona aufgrund der Insellage begrenzt ist, empfiehlt es sich frühzeitig nach Unterkünften zu suchen. Bedingt empfehlenswert sind außer den Anlagen von Karlskronahem auch das alte Gefängnis (Vita Briggen) und ein geankertes Fährschiff (MS Hansa) – beide nur für sehr kontaktfreudige Menschen geeignet, die auch mal über hygienische Mängel hinwegsehen können. Kriterium bei der Zimmerwahl neben Zimmergröße und Miete sollte unbedingt auch die Entfernung zur Universität und Innenstadt sein. Die Stadtbusse fahren zum Teil nicht die Nacht durch. Bezahlung und Bankgeschäfte werden in Schweden fast ausschließlich online oder per Kreditkarte ausgeführt. Bei der Bank sollten Informationen zu Auslandsüberweisungen und Fremdwährungsgebühren eingeholt werden, um Überraschungen zu vermeiden. Über die europäische Gesundheitskarte ist man auch in Schweden krankenversichert. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Hier sind meist auch eine Unfallversicherung und mehr Leistungen wie Krankenrücktransporte enthalten. Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind ca. 150% der deutschen. Über den ESN BTH werden gerade in der Anfangsphase des Semesters viele Angebote für die Austauschstudenten organisiert. An der BTH gibt es auch eine Art Hochschulsport, über den relativ günstig an verschiedenen Sportkursen teilgenommen werden kann (auch gut, um Kontakte zu Schweden zu knüpfen!).

Studienfach: M.Sc. IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 01/2018

Gastuniversität: Technische Hochschule Blekinge

Gastland: Schweden


Rückblick

Das Auslandssemester in Karlskrona kann mit guter Organisation im Vergleich zum stressigen Unialltag in Deutschland sehr entspannt werden. Neben dem Studium steht in dieser Zeit das Kennenlernen eines fremden Landes und seiner Einwohner, den anderen Europäern und natürlich die Möglichkeit ein bisschen Urlaub zu machen im Vordergrund. Sehr zu empfehlen ist die Fahrt nach Lappland vor Weihnachten, an der fast alle Austauschstudenten aus Karlskrona teilnehmen. Der gleiche Anbieter organisiert auch Mini-Kreuzfahrten von Stockholm nach St. Petersburg, die auch sehr zu empfehlen sind. Austauschstudenten sind bei der Studentenvereinigung „Rosenboms Nation“ gerne gesehen, die wöchentlich eine Studentenbar in der Kunsthalle Karlskrona veranstalten. Über die Universität können Fahrräder für eine Kaution von 300 SEK ausgeliehen werden. Das Auslandssemester in Karlskrona ist hervorragend organisiert und die Gasthochschule genügt höchsten Anforderungen. Schweden ist ein sehr freundliches und zuvorkommendes Land (auch wenn es im Winter relativ dunkel wird) und Karlskrona eine sehr internationale und offene Stadt. Durch die Lage auf Inseln direkt am Meer gibt es viele ruhige Orte, die das Auslandssemester auch ein bisschen zum Urlaubssemester machen können.

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