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Hochschulpartnerschaft Erfahrungsbericht - Staatliche Universität St. Petersburg


Studienfach: M.Ed. Deutsch und Russisch

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 01/2016

Gastuniversität: Staatliche Universität St. Petersburg

Gastland: Russland

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Im Rahmen der Hochschulpartnerschaften entschied ich mich dazu, ein Auslandssemester an der Staatlichen Universität in St. Petersburg durchzuführen. Für die Bewerbung und Planung des Semesters sollte mindestens ein Jahr vorher begonnen werden. Als erste Anlaufstelle und stetiger Ansprechpartner diente das International Office Potsdam, mit dessen Hilfe die Bewerbungsprozedur problemlos verlief. Auch die erste Kontaktaufnahme zur Gastuniversität erfolgte über das International Office.
Anfänglich können all die zu erledigen Formalitäten (Motivationsschreiben, Sprachtest, HIV-Test, Lungenröntgen, Visum, Beantragung eines Stipendiums, Beantragung eines Urlaubssemester usw.) endlos und zum Teil auch verwirrend wirken. Jedoch legt sich das alles während des Bewerbungsverfahrens. Man sollte einfach nur rechtzeitig anfangen und einen Punkt nach dem anderen abarbeiten.

Studium an der Gastuniversität

Vor meiner Ankunft registrierte ich mich für das Buddy-Programm in St. Petersburg, dadurch hatte ich bereits vor dem Studienantritt Kontakt zu einem russischen Studenten, der mir alle meine Fragen beantworten konnte. Weiterhin holte er mich auch vom Flughafen ab und begleitete mich bei meinem ersten Gang zum International Office. Dort fand die Registrierung statt und ich erhielt alle wichtigen Information bezüglich des Visums, Semestertickets, Sprachtest usw.  
Während meines Aufenthaltes wollte ich vor allem meine Sprachkenntnisse verbessern, sodass ich mich dazu entschied an Sprachkursen für Austauschstudenten teilzunehmen. Zusätzlich zu den Sprachkursen hätte ich noch die Möglichkeit gehabt, mich für Kurse an der Philologischen Fakultät einzuschreiben. Jedoch kam es zu zeitlichen Überschneidungen zwischen den mich interessierenden Seminaren und meinen Sprachkursen, weshalb ich nur Sprachkurse besuchte. Für diese Kurse musste ich einen Einstufungstest absolvieren und  erhielt danach meine Zuordnung zu einer Lerngurppe und den dementsprechenden Stundenplan. Die Unterrichtstunden wurden aufgeteilt in грамматика/письмо, аудирование/разговор, чтение und fanden an 5 Tagen in der Woche statt (Unterricht kann auch am Samstag stattfinden). Inhaltlich wurden sowohl landeskundliche, historische, literarische, kulturelle als auch politische Themen behandelt. Aufgrund des breiten Spektrums an Themen, bereute ich es nicht, mich nur für die Sprachkurse entschieden zu haben. Denn die überaus interessanten Diskussionen, die in unserer Gruppe geführt wurden, stellen eine wahre Bereicherung für mich dar.
Die Qualität der Lehrer kann sich mitunter sehr stark unterscheiden, deshalb sollte man, wenn man unzufrieden oder der Meinung ist, nicht ausreichend Fortschritte zu machen, durchaus zur Administration gehen und um einen Kurswechsel bitten bzw. sollte man die Probleme mit dem Lehrer zeitnah schildern.
Die Benotung der Kurse erfolgt mithilfe von Test, die monatlich durchgeführt werden.
Am Ende des Semesters erhält man ein Formular, auf dem die Lehrer die Note (bzw. Prozentzahl) einträgt, damit gehr man dann zum International Office und erhält nach wenigen Tagen ein Zertifikat von der Universität.
Generell war ich mit den Kursen, der Organisation und  der Betreuung an der Universität sehr zufrieden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Die fünf Monate in St. Petersburg haben mir definitiv geholfen mein Sprachniveau zu verbessern. Dazu beigetragen hat unter anderem mein wirklich toller аудирование-Lehrer und der Kontakt zu russischen Studenten. Diesen erhält man sehr leicht, indem man sich z.B. für das Buddy-Programm anmeldet oder für einen Tandempartner registriert oder an einen der Sprachclubs teilnimmt. (All die Informationen enthält man entweder über die Facebook-Gruppe oder durch E-Mails, die die jeweiligen Koordinatoren am Anfang des Semesters versenden). Zudem wird von der Student Union auch zahlreiche Veranstaltungen angeboten und es gab auch eine Willkommenswoche mit fast täglichen Exkursionen. Dabei hat man sowohl viele ausländische als auch russische Studenten kennengelernt.
Die Tatsache, dass im Wohnheim Kapitanskaya fast nur ausländische Studenten untergebracht sind, erschwert sicherlich die ständige Anwendung der russischen Sprache. Deshalb ist während des Semesters viel Eigeninitiative gefragt, die sich dann am Ende auszahlt und nicht nur eine Verbesserung der Sprache nach sich zieht, sondern auch viele Freundschaften entstehen lässt.

Wohn-  und Lebenssituation

Während meines Auslandsstudiums habe ich im Wohnheim Kapitanskaya 3 gewohnt. Eins Vorweg, russische Wohnheime sind von der Qualität definitiv nicht mit dem europäischen Standard vergleichbar. Wer Luxus sucht, ist hier definitiv fehl am Platz! Die Vorteile dagegen sind, dass die Miete sehr niedrig ist und man schließt natürlich sehr einfach und schnell Kontakte. Und mit tollen Zimmernachbarn bzw. Mitbewohnern lässt es sich sogar recht gut in Kapitanskaya aushalten. ;)
Zudem hat das Wohnheim auch einen recht guten Standort. Es befindet sich auf der Wassiljewskij-Insel direkt am Finnischen Meerbusen. (Besonders im September und Oktober waren tolle Sonnenuntergänge am Meer zu beobachten).
Die philologische Fakultät befindet sich ebenfalls auf der gleichen Insel, daher  ist man relativ zügig (30-40 Minuten) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an der Uni. Die Haltestellen der Busse befinden sich nur wenige Minuten vom Wohnheim entfernt.  Zur Metrostation Primorskaya läuft man dagegen 15 Minuten oder fährt 5 Minuten mit dem Bus.
Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gibt es auch genug. Nur wenige Hundert Meter vom Wohnheim entfernt befinden sich die Einkaufsläden пятёрочка, дикси, перекресток.
Etwas weiter weg, aber leicht mit dem Bus zu erreichen лента. Vor allem empfiehlt es sich лента aufzusuchen, wenn man z.B. Küchenutensilien benötigt. In den meisten Wohnungen befindet sich zwar eine kleine Grundausstattung, die meist von ehemaligen Austauschstudenten zurückgelassen wurde, jedoch kann man nicht immer davon ausgehen.
Auch eine Sperbank befindet sich  direkt gegenüber vom Wohnheim, sodass man nicht viel Zeit aufwenden muss, um Geld abzuheben oder seine Handy aufzuladen. Wer sich sportlich betätigen möchte, hat auch Glück nur drei Minuten von Wohnheim gibt es ein Fitnesscenter, welches von vielen Studenten regelmäßig besucht wurde.

Sonstige  Hinweise

Insbesondere gab es zwei Dinge, die mir die Zeit in St. Petersburg sehr erleichtern haben. Zum einen war das die Teilnahme an den zahlreich organisierten Exkursionen und Veranstaltungen ( z.B. historische und literarische Exkursion St. Petersburgs, Nachtexkursion mit dem Bus und Boot, Besuch der Park- und Schlossanalage in Pawlowsk, Baltika- Biertour, Ёлка-Fest, Picknick am Strand, Spieleabend, Eislaufen, Besuch des Wodka-Museums und noch vieles, vieles mehr). Dadurch habe ich nicht nur sehr schnell Anschluss gefunden, sondern auch unglaublich viel von St. Petersburg gesehen.
Zum anderen kann ich nur jedem darauf hinweisen, sich verschiedene Apps herunterzuladen, vor allem hat mir die App GIS2 sehr bei der Orientierung geholfen.

Studienfach: M.Ed. Deutsch und Russisch

Aufenthaltsdauer: 09/2015 - 01/2016

Gastuniversität: Staatliche Universität St. Petersburg

Gastland: Russland


Rückblick

Auf mein Auslandssemester blicke ich mit sehr vielen positiven Eindrücken zurück. Ich habe nicht nur meine Fremdsprachenkenntnisse verbessert, sondern unglaubliche Erfahrungen gesammelt, viele Leute kennengelernt und neue Einblicke bekommen. Weiterhin konnte ich viel vom Land sehen und durfte in einer der schönsten und interessantesten Städte mit einem unglaublichen kulturellen Angebot für mehrere Monate leben. Alles in allem sind das zahlreiche Erlebnisse, die nicht nur meine Fachkenntnisse erweitert haben, sondern  mich auch persönlich stark geprägt sowie meinen Horizont erweitert haben. Und damit auch eine gute Grundlage für meinen späteren Beruf als Russischlehrerin bieten. Daher kann ich jedem nur empfehlen sich für ein Semester oder Jahr in St. Petersburg zu entscheiden.

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