Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich über die Website der Universität Potsdam über das Erasmus+ Programm informiert und mich bis Ende Januar beworben. Dann habe ich über die Sprachbörse der TU einen Intensivkurs Portugiesisch belegt und im darauffolgenden SoSe an der Universität Potsdam einen A2-Kurs absolviert. Dafür muss ein Einstufungstest gemacht werden. Bei jeglichen Schwierigkeiten habe ich unter folgender E-Mail Adresse Kontakt mit meiner Gasthochschule aufgenommen: mobilidadefcsh.unlpt. Andere wichtige Informationen wurden mir stets per Mail zugeschickt.


Studienfach: Lehramt Spanisch und Deutsch (M.Ed.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Universidade NOVA de Lisboa

Gastland: Portugal

Studium an der Gastuniversität

Die Masterkurse finden in Lissabon am Abend statt und dauern 3 reine Zeitstunden. Ich hatte von 18-21 Uhr Unterricht. Zusätzlich habe ich einen Sprachkurs am offiziellen Sprachzentrum der NOVA gemacht, dafür musste ich in meiner ersten Woche online einen Einstufungstest machen. Die Informationen dazu haben wir in der ersten Woche bei der Einführungsveranstaltung bekommen. Der Kurs bringt 6 LP. Generell haben alle meine Kurse in Präsenz mit Maskenpflicht stattgefunden. Bachelorkurse und der Sprachkurs finden 2 Mal die Woche statt, z.B. Dienstag und Donnerstag. Die Masterkurse nur einmal. Ich hatte zum Einen Klausuren und zum Anderen Hausarbeiten als Prüfungsleistung. Im Semester mussten wir viele Texte lesen (auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch) und die Hausarbeiten durfte ich in den Literaturwissenschaften in Absprache mit der Dozentin auf Spanisch schreiben. Die meisten Dozenten arbeiten mit Powerpoints, die sie auch online hochladen. Meistens zählt die Anwesenheit mit in die Endnote rein. Die beste Note ist eine 20. An meinem Campus gab es einen schönen Außenbereich, wo sich alle Studierenden zum Essen und Reden getroffen haben und außerdem eine Bibliothek. Für die Abgabe von Hausarbeiten gibt es eine zeitliche Frist, meistens vor Ablauf des Semesters, also nicht in der vorlesungsfreien Zeit. Man kann nach den Kursen immer mit den Dozierenden sprechen oder in die Sprechstunde gehen. Die Dozierenden waren nahbar und hilfsbereit.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Nach der Einführungsveranstaltung wurden direkt WhatsApp-Gruppen mit anderen internationalen Studierenden erstellt. Der Sprachkurs war auch eine gute Möglichkeit Leute kennenzulernen, da alle ähnliche Schwierigkeiten hatten und wir uns auch gemeinsam zum Lernen und Sprechen üben getroffen haben. Zwischen den einheimischen Studierenden muss man einfach ein wenig schauen, mit wem man gut arbeiten kann. Ich habe einfach Leute angesprochen und so Freunde gefunden. Meine Kurse waren auch sehr klein, also zwischen 1-5 weitere Studierende und wir sind nach dem Unterricht immer noch in eine Bar gegangen, manchmal sogar mit der Dozentin.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Es war auf jeden Fall von Vorteil, vorher die Grundlagen gelernt zu haben und Spanisch hilft auch im Schriftlichen, z.B. beim Lesen der Bücher für den Unterricht. Die Unterrichtssprache war in meinem Fall immer Portugiesisch, aber in der Freizeit sprechen alle Einheimischen mit Vorliebe Englisch (und das auch sehr gut). Ich habe auf jeden Fall Hemmungen vor dem Sprechen abgebaut und kann mich im Alltag verständigen. Gerade wenn man herumreist und in kleinere Orte kommt, ist es doch etwas wert, dass man Portugiesisch gelernt hat und auch für einen selbst, wenn man Gesprächen auf der Straße lauscht und sich der Musik hingibt. Ein Sprachkurs ist empfehlenswert, da man sich im Umgang unter Freunden zwar verständigen kann, aber einen niemand so richtig korrigiert. Wem vor allem grammatikalisch richtiges Sprechen wichtig ist, sollte das in Erwägung ziehen.

Wohn- und Lebenssituation

Ich bin in das alte Zimmer von einem Freund gezogen. 20min mit der Metro vom Zentrum entfernt und mit 2 Portugiesinnen und einer Brasilianerin. Je weiter außerhalb, desto eher lebt man mit Einheimischen. Im Zentrum gibt es eher Erasmus-WGs, was den Vorteil hat, dass man viel zusammen unternimmt. In meiner WG gab es kein wirkliches Zusammenleben, weil meine Mitbewohnerinnen viel gearbeitet haben, aber mit der Brasilianerin konnte ich manchmal sprechen üben und wir haben gemeinsam gekocht. Alle anderen die ich getroffen habe sind einfach ein paar Tage in ein Hostel gegangen und haben vor Ort Wohnungen besichtigt. Die Mietpreise liegen im Durchschnitt bei 400 Euro und die Vermieter*innen sind teilweise sehr streng. Meine Vermieterin wollte über jeden Besuch Bescheid wissen und hat das Haus regelmäßig kontrolliert. Bei manchen meiner Freunde wohnten die Vermieter*innen auch mit im Haus und wollten eine Kostenpauschale bei Besuchern. Öffentliche Verkehrsmittel muss man privat bezahlen. Am besten füllt man einen Antrag für eine Metrocard aus und kann diese dann monatlich aufladen. 30 Euro pro Monat für Lissabon oder 40 Euro, wenn man auch zu den Stränden und ein bisschen ins Umland möchte. Lohnt sich auf jeden Fall! Ich bin oft tagsüber vor der Uni an den Strand gefahren. Ansonsten benutzen alle Uber, da es geteilt oft sogar günstiger als die Metro ist.  Kulturelle Veranstaltungen findet ihr aufgelistet unter www.viralagenda.com/pt/lisboa/lisboa.

Studienfach: Lehramt Spanisch und Deutsch (M.Ed.)

Aufenthaltsdauer: 09/2021 - 01/2022

Gastuniversität: Universidade NOVA de Lisboa

Gastland: Portugal


Rückblick

Es ist im Wintersemester auf jeden Fall kälter als gedacht und die Wohnungen sind nicht gut isoliert. Also unbedingt genügend warme Sachen und auch Regenkleidung einpacken. Im September, Oktober und Januar war es schön sonnig, aber die Monate dazwischen waren teilweise etwas schwerfällig. Lissabon ist eine bunte Stadt mit sehr viel Kultur und aufgeschlossenen Menschen. Gerade über seine Hobbies, z.B. Musik, Klettern, Surfen etc. ist es einfach Gruppen zu finden. Ich habe im Capoeira Unterricht liebe Menschen gefunden. Über die Uni werden auch sehr viele Sportarten angeboten, ich habe z.B. Surfen belegt und die Organisation war sehr gut. Mein Tipp ist vor allem zu Beginn zu so vielen Veranstaltungen wie möglich zu gehen und einfach Leute anzusprechen und sich Gruppen anzuschließen. Lissabons Umgebung ist wunderschön und es lohnt sich, auch die weiter entfernten Strände zu erkunden. Mit der Fähre ist man in 5min auf der anderen Seite und dann gibt es noch das UNESCO Weltkulturerbe Sintra. Lissabon ist sehr vielfältig, auch was brasilianische Einflüsse betrifft. Wer Samba mag, wird neben den Fado Bars auch dafür schöne Orte finden. Ich wünsche euch eine schöne Zeit, Lissabon ist eine wunderbare Stadt, in der es sehr viel zu entdecken gibt!

Portugal

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