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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Über das Erasmus-Programm war ich bereits vor meiner Bewerbung relativ gut informiert und konnte offene Fragen schnell klären. Da mein Studiengang eine relativ geringe Auswahl an Partneruniversitäten hat, bewarb ich mich über das Institut für Künste und Medien (IKM) beim Erasmuskoordinator Herrn Stillmark für die Universität Porto, da ich wusste, dass es dort einen ähnlichen Medienstudiengang wie die EMW gab. Die erste Bewerbung ging sehr schnell und unkompliziert, ich musste keinerlei Unterlagen einreichen. Einige Wochen später kam die Zusage und nach Rücksprache mit Herrn Stillmark erreichte mich dann ein paar Wochen später die Zusage der Universität Porto. Der Bewerbungsprozess dort war etwas aufwändiger, aber meines Empfindens sehr gut erklärt. Nur bei Änderungen ist der Aufwand groß, da jedes Mal alle Unterschriften eingeholt werden müssen. Zwischendurch gab es ein paar Kommunikationsprobleme, und da alles per E-Mail geklärt wird, kann es etwas länger dauern. Allgemein ist das International Office der humanw. Fakultät (Letras) dort jedoch sehr kulant und hilft gerne weiter. Wie es an anderen Fakultäten ist, kann ich nicht beurteilen.


Studienfach: Europäische Medienwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/18-02/19

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal

Studium an der Gastuniversität

Allgemein ist zu sagen, dass Portugiesen direkt nach der Schule in die Uni gehen, ein Jahr aussetzen oder zwischendurch arbeiten ist sehr selten und ungewöhnlich. Dementsprechend ist das universitäre System auch darauf ausgerichtet, die jungen Portugiesen möglichst schnell und ohne viel Wahlfreiheit durch den Bachelor- und Masterzyklus zu befördern. Die Semesterpläne eines jeden Studierenden stehen zu Beginn des Studiums für 3 Jahre schon komplett fest, es kann nichts ausgetauscht oder in anderen Jahren belegt werden. Es ist auch nicht gewünscht, länger als die vorgesehene Zeit oder mit älter als 23 Jahren zu studieren.
Ich kann natürlich nur für meinen Studiengang und meine Erfahrungen sprechen, aber ich denke, dass es in den meisten Fächern und an den meisten Unis in Portugal so aussieht.
Positiv überrascht war ich von dem Studienklima und der Strukturiertheit einiger meiner Dozierenden. Besonders in meinen zwei Projektseminaren, die die der EMW sehr ähnlich waren, waren die Dozenten im steten Kontakt und Austausch mit den Studierenden und kümmerten sich auch besonders um Erasmus-Studierende, die Probleme mit der Sprache hatten. Es waren zwar offiziell alle Kurse auf Portugiesisch, meiner Ansicht nach auch sehr gut verständlich, jedoch gab es viele Austauschstudierende, die kein bis sehr wenig Portugiesisch beherrschten. In meinem Studiengang gab es sogar Dozierende, die ihre Kurse geteilt haben und einen extra Kurs nur auf Englisch gehalten haben.
Den (Zeit-)aufwand für die gegebenen ECTS-Punkte empfand ich als niedriger in Deutschland, hier hätte ich für das gleiche Seminar etwa ein Drittel bis die Hälfte der Punkte erhalten.
Durch Gruppenarbeiten kam ich schnell in Kontakt mit portugiesischen Studierenden und fühlte mich nicht besonders bevor- oder benachteiligt. Die technische Ausstattung an der FLUP (Fakultät Letras) würde ich als mangelhaft bezeichnen. Einige meiner Kurse fanden jedoch an einer ehemaligen Journalistenschule im Stadtzentrum statt, wo sowohl die Ausstattung als auch die Einrichtung etwas moderner wirkten.
Ich habe das Universitätspersonal stets als freundlich und hilfreich wahrgenommen. Viele sprechen dort Englisch, man sollte es aber nicht als selbstverständlich sehen. Außerdem empfehle ich, immer viel Zeit einzuplanen, wenn es um Verwaltungsangelegenheiten geht.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich habe bereits knapp ein Jahr vor Beginn meines Aufenthalts in Porto begonnen, an der SKB in Berlin Portugiesisch zu lernen. Die Kurse waren nicht besonders intensiv, daher kam ich „nur“ mit A2-Niveau in Portugal an. Ich kam im Alltag gut zurecht und verstand auch in den Seminaren etwa 80% vom Inhalt (das hing jedoch auch von der Aussprache des Dozierenden ab). Vor Ort habe ich dann einen B1-Sprachkurs an der Universität gewählt, wovon leider absolut abraten muss! Nach einem mehrstündigen Online-Einstufungstest, der 30€ kostet, wurde ich einem Kurs zugeteilt, der erst im Oktober oder November anfing. Zu Beginn des Kurses war nicht klar, dass die Prüfung Mitte Februar sein würde,  etwa ein Monat nach Ende der regulären Prüfungszeit. Der Kurs war sehr teuer und qualitativ leider sehr schlecht: In einem Kurs waren 25 Studierende mit sehr unterschiedlichen Sprachniveaus, die Dozentin war schlecht organisiert und wenig strukturiert. Es scheint für die Kurse auch keinen Lehrplan zu geben, da wir ständig zwischen Themen hin und her gepsprungen sind und es keine wirklichen Lernziele gab.
Letztendlich habe ich dann einen weiteren Sprachkurs an einer privaten Sprachschule belegt, der in allen Aspekten wesentlich besser war und ich endlich das Gefühl hatte, sprachlich Fortschritte zu machen. Am Ende dieses Kurses fühlte ich mich wesentlich sicherer und konnte komplexen Gesprächen und Texten gut folgen.

Wohn- und Lebenssituation

Es gibt in Porto verschiedene Möglichkeiten, ein Zimmer zu finden. Wer kein Portugiesisch spricht, für den empfiehlt es sich, in Facebook-Gruppen Ausschau zu halten. Portugiesischsprachige Alternativen sind Plattfomen wie olx.pt (ähnlich ebay Kleinanzeigen). Abraten würde ich von Plattformen wie erasmusu oder uniplaces. Dort werden überteuerte Unterkünfte angeboten, auf deren Preis zusätzlich noch eine Vermittlungsgebühr erhoben wird.
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich vor Ort die Zimmer anschauen, um Überraschungen zu vermeiden. Generell gibt es das Konzept WG für Einheimiche sehr selten und es handelt sich meistens um Erasmus-WGs. Da Porto in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist, findet man ab und zu auch WG-Anzeigen von Expats, die für längere Zeit in Porto leben.
In der Regel werden nur Kaltmieten angegeben und ggf. ein Nebenkosten-Richtwert. Die Nebenkosten werden monatlich abgerechnet, meistens ist es Winter natürlich mehr als im Sommer. Momentan zahlt mal etwa 220-300€ Kaltmiete für ein Zimmer + 50-80€ NK.

Wie in den meisten südlichen Ländern ist die Isolation der Häuser eine absolute Katastrophe, die Fenster sind meistens einfach verglast und es regnet gelegentlich auch mal in die Wohnungen. Oft ist es drinnen kälter als draußen, und selbst wenn man eine Heizung hat, heißt es nicht, dass die Wärme auch drinnen bleibt. Und gerade in Porto wird es in den Wintermonaten auch mal ungemütlich kalt, daher lohnt es sich, auf gute Fenster zu achten.
Porto ist sehr klein und solang man sich zentrumsnah bewegen möchte, empfiehlt es sich, alles zu Fuß zu erledigen. Es fahren auch Busse, die aber besonders zur Rushhour viel Verspätung haben und lange brauchen. Es gibt eine Metro, die bestimmte Bereiche der Stadt abdeckt, z.B. zum Stadtstrand Matosinhos oder zum Bahnhof Campanha. Das System der öffentlichen Verkehrsmittel ist sehr einfach zu benutzen, sobald man das Prinzip ein mal verstanden hat.
Die Lebenshaltungskosten in Porto liegen meiner Meinung nach unter dem Berliner Durchschnitt, aber natürlich hängt es sehr davon ab, was man in seiner Freizeit macht. Ich habe regelmäßig auf dem Wochenmarkt eingekauft und habe dort wesentlich günstigere, aber auch frischere und qualitativ hochwertigere Lebensmittel bekommen, als in den Supermärkten. Grundnahrungsmittel sind günstiger, alles „exotische“ wiederum wesentlich teurer als in Detuschland. Kosmetika sind in Portugal generell teuer und es gibt wenig Auswahl, daher sollte man alles mitbringen, was man so benötigt. Ein Kaffee kostet je nach Lage 60-80 Cent, im Touristenzentrum dann auch mal 1,50€, Gebäck liegt meist zwischen 80 Cent und 1,50€.
Mahlzeiten sind vergleichsweise teuer, eine Hauptmahlzeit kostet durchschnittlich 8-10€, manchmal gibt es etwas günstigere Mittagsangebote. Außerdem bekommt man fast überall Suppen für 1,50-2€.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaft

Aufenthaltsdauer: 09/18-02/19

Gastuniversität: Universidade do Porto

Gastland: Portugal


Rückblick

Da Porto die zweitgrößte Stadt des Landes ist, ist das Freizeitangebot groß und man findet überall Infos auf Englisch. Es gibt tolle Museen, einige davon sind kostenfrei, eine wunderschöne Altstadt, Parks und natürlich den Douro-Fluss, der ins Meer mündet.

Viele Veranstaltungen lassen sich auf Facebook finden oder auch an Pinnwänden in Cafés oder Bioläden. Natürlich veranstaltet auch der ESN und die Uni Porto Veranstaltungen für Austauschstudierende. Sicherlich ist Porto nicht mit Berlin zu Vergleichen, hat aber durch seine überschauliche Größe einen ganz besonderen Charme und steht der portugiesischen Hauptstadt in seiner Lebensqualität in nichts nach!

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