Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Schon vor Beginn meines Bachelor-Studiums hatte ich mich entschlossen, für ein Semester ins Ausland zu gehen. Die Frage war bloß, welches Land und welche Universität es schließlich sein wird. Für eine Übersicht meiner Optionen hatte ich auf der Internetseite des International Office herumgestöbert, um herauszufinden, welche Unis überhaupt Kurse für mein Studiengang anbieten. Dabei sollte man unbedingt auf die Unterrichtssprache achten, d.h. ob man die nötigen Sprachkenntnisse erfüllt. Nachdem ich mich für meine Wunschziele entschieden hatte, suchte ich die Austauschkoordinatorin meines Fakultäts auf, um Rat und nützliche Tipps zu meiner Bewerbung zu erhalten. Die digitale Bewerbung für die Uni Potsdam und für die Gastuni sowie der Anerkennungsprozess sind zwar ein bürokratischer Aufwand, aber wenn man die Hürde überwunden hat, geht alles von alleine. Außerdem bekommt man in diesem ganzen Prozess tatkräftige Unterstützung und Updates vom International Office, und bei Fragen wird einem immer gern geholfen. Alle Kurse und die jeweils gegebenen Kursbeschreibungen für internationale Studierende befinden sich auf der Internetseite. Die Registrierung der Kurse erfolgt über das Portal Søknadsweb: Hier würde ich unbedingt ans Herz legen, sich so zeitnah wie es geht für die norwegischen Sprachkurse zu bewerben, da sie vor allem bei internationalen Studierende sehr beliebt sind. Die Internetseite der UiB ist sehr gut strukturiert und vor allem würde ich die Checkliste https://www.uib.no/en/student/127987/checklist-new-international-students für die Planung des Aufenthalts empfehlen.


Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 08/20 - 12/20

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in UiB ist vergleichbar mit dem in UP, jedoch haben die Kurse in Bergen mehr Leistungspunkte und dementsprechend mehr Aufwand. Ich habe ein Sprachkurs (NOR-Intro) mit 7,5 LPs sowie einen Kurs mit 10 LPs und 15 LPs belegt. Am Anfang fanden die Veranstaltungen noch in Präsenz statt, aber aufgrund von Covid mussten wir uns schon nach ein paar Wochen auf die digitale Lehre einstellen. Zwischendurch konnten wir wieder in die Uni, aber dies war leider nur temporär. Für meine drei Veranstaltungen hatte ich drei verschiedene Prüfungen: Für den Sprachkurs hatte ich eine mündliche Prüfung in Form eines Gesprächs (Präsenz); für den zweiten Kurs hatte ich einen Monat Zeit, um eine Hausarbeit zu schreiben; und für die letzte Prüfung musste ich innerhalb von 8 Stunden einen Essay schreiben (Online), aber die Prüfungsfragen wurden erst in dieser Zeit bekanntgegeben. Die norwegischen Unis haben das ECTS-System übernommen, weswegen die Bewertung von A-F erfolgt.

Wohn- und Lebenssituation

Aufgrund der kritischen Zeit hatte ich leider kaum Kontakt zu anderen Studierenden, außer zu meinen Flatmates. Wie die meisten Studierenden wohnte ich im Fantoft, das größte Studentenwohnheim in Bergen. Ich war im Fantoft TRE angesiedelt, welches eins der modernsten Gebäude im Fantoft ist. Ich wohnte mit 7 anderen Studierenden in einem Apartment, in dem wir das Wohnzimmer und die Küche miteinander teilten. Normalerweise bewohnen 16 Personen die WG, aber aufgrund der obligatorischen Distanzierung hatte jeder sein eigenes Zimmer mit Bad, worüber ich sehr dankbar war, denn das Zimmer würde für 2 Personen definitiv zu klein sein. Die Küche war TOP ausgestattet und das Wohnzimmer war sehr groß und gemütlich. Man kann sich also nicht beklagen! Bei Bachelor- und 1-Zimmer-Apartments sieht es leider anders aus, dort muss man sich alle Utensilien selbst anschaffen und diese nach seinem Aufenthalt wieder loswerden, da man nichts in seinem Zimmer zurücklassen darf. Die meiste Zeit habe ich mit meinen Flatmates verbracht: Wir haben zusammen gekocht, Filme und Serien angeschaut, Kartenspiele gespielt, sind gewandert und viele von uns waren zusammen reisen. Die Zeit mit ihnen war definitiv mein Highlight des Auslandssemesters. Ursprünglich hatte ich mich für andere Studentenwohnheime beworben, mir wurde aber stattdessen ein Zimmer in Fantoft angeboten. Glück im Unglück würde ich sagen! Das Fantoft liegt zwar nicht direkt im Zentrum, aber mit der Bybanen (Straßenbahn) kommt man in 15-20 Minuten im Stadtzentrum an. Mit der Bybanen fährt man in die entgegengesetzte Richtung direkt zum Flughafen. Im Fantoft hat man sehr viele Beschäftigungsmöglichkeiten, beispielsweise ein Fitnessstudio im Servicecenter, „Club Fantoft“ mit u.a. Billardtischen oder Tischtennisplatten sowie einem separaten Raum für Movie Nights. Aufgrund der Beschränkungen konnten wir diese Möglichkeiten aber leider kaum nutzen. Jeden Mittwoch Abend wurde eine Quiz Night (oder ab und zu Bingo Night) veranstaltet, die sehr sehr viel Spaß gemacht hat, vor allem, wenn man mit seinen Flatmates zusammen spielt. Wie schon erwartet sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland viel höher. Die Lebensmitteln sind zum Teil doppelt oder sogar dreifach so teuer, weswegen ich empfehlen würde, jede Woche einen Einkaufsplan zu erstellen. Bergen hat eine wunderschöne Natur, einschließlich 7 Berge, die ich leider nicht alle besteigen konnte. Wenn euer Aufenthalt, wie in meinem Fall, im Wintersemester stattfindet, würde ich versuchen, alle (oder die meisten) Berge in August und September oder spätestens Ende Oktober zu besteigen, wenn es noch nicht zu kalt ist. Mit der Bybanen kommt man nur grob an den „wichtigsten“ Standpunkten an, und aus diesem Grund würde ich einfach ab und zu einen der vielen Busse nehmen, um zu schauen, wo man hingebracht wird. Vor allem, wenn man —so wie ich— absolut gerne Bilder schießt. Dadurch habe ich viele unbekannte, aber sehr schöne Orte gefunden, die ich sonst niemals entdeckt hätte.

Studienfach: Soziologie

Aufenthaltsdauer: 08/20 - 12/20

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen


Rückblick

Alles in allem war das Auslandssemester eine sehr tolle Erfahrung, obwohl Covid viele Aktivitäten eingeschränkt hat. Ich wünschte nur, dass ich mehr Zeit gehabt hätte, um Bergen und Norwegen im Allgemeinen zu erkundigen.

Nützliche Tipps:

  • Fretex: Second Hand Shop (Kleidung, Haushaltsprodukte, Bücher etc.)

  • Zugfahrt nach Oslo: wundervolle Aussicht (unbedingt früher buchen, um Geld zu sparen!)

  • Einkaufstipps: Brot für 25 NOK bei „Meny“, Meeresfrüchte z.B. Garnelen oder Fisch, Frozen Food

  • Im Zentrum „Global Food Store“: u.a. sehr viel asiatische Produkte für einen guten Preis

  • Kostenlose Fähreverbindungen von Bergen aus nutzen

Norwegen

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