uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitetet i Oslo


Studienfach: Politische Bildung und Deutsch auf Lehramt 

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Oslo

Gastland: Norwegen

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Schon bevor ich überhaupt begonnen hatte zu studieren, wusste ich, dass es irgendwann mal für mich ins Ausland gehen sollte. Der Ort war da erstmal gar nicht so wichtig. Um mich ein wenig über die angebotenen Länder und Städte zu informieren, habe ich am „International Day“ am Standort Griebnitzsee teilgenommen. Dort gab es viele verschiedene Stände mit ehemaligen Studierenden, die über das jeweilige Land informierten.  Nachdem ich mich entschieden hatte, zum Einen innerhalb Europas bleiben zu wollen und zum Anderen an der Uni Englisch sprechen zu wollen, verkleinerte sich meine Auswahlmöglichkeit schnell.  Letztlich fiel meine Wahl dann auf Oslo, weil ich zuvor schon mal in Norwegen gewesen war und bereits wusste, wie schön und vielfältig das Land ist.  

Die Bewerbung bei der Uni Potsdam ist unkompliziert, aber man sollte früh genug damit beginnen, um alle erforderlichen Unterlagen rechtzeitig beisammen zu haben. Es empfiehlt sich auch sehr, vorab mit dem/der jeweiligen Koordinator*in des Wunschlandes zu sprechen.  

Ich hatte Glück, denn ich bekam meinen Wunschplatz in Oslo und ab da flog die Zeit nur so bis zu meiner Abreise! Die University of Oslo (UiO) kontaktierte mich schon im April/Mai mit genauen Anweisungen wie ich weiter vorgehen sollte (Kurse anmelden, Housing etc.). Auch da gilt: Es ist recht übersichtlich, aber man sollte mit der Organisation zeitnah beginnen. Ein besonderer Pluspunkt der UiO ist, dass alle Mitarbeiter*innen sehr zuverlässig sind und man in der Regel bei Fragen innerhalb von 24 h eine Antwort per Mail erhält. 

Studium an der Gastuniversität

Bei den Kursen an der UiO bekommt man in der Regel eine recht hohe Anzahl von ECTS. Ich habe insgesamt drei Kurse belegt und kam damit auf sogar 35 ECTS. Die Kursbelegung ist unkompliziert online möglich (unbedingt auf die Fristen achten!) und als internationaler Student hat man eine hohe Priorität, weshalb man eigentlich alle Kurse besuchen kann, die man sich aussucht. Jeder Kurs hat eine eigene Auflistung von Anforderungen, Lernzielen, Prüfungsterminen etc. Ein Beispiel

Die Leistungsbewertung erfolgt in Buchstaben (A-F) und ich persönlich empfand die Anforderungen der Universität als recht hoch, aber machbar.  Das Studienklima ist angenehm, fordernd und die Dozenten*innen erwarten, dass man sich aktiv an den Kursen beteiligt und gut vorbereitet. Die Seminare sind recht klein und interessant, aber natürlich kommt das wie immer auf den/die Lehrende*n an.  Bei Fragen findet man immer eine/n Ansprechpartner*in mit einem offenen Ohr. Man sollte dabei aber die Öffnungszeiten der Büros beachten, die in der Regel sehr viel früher als in Deutschland schließen.  Die UiO hat verschiedene Bibliotheken, wobei insbesondere die Hauptbibliothek architektonisch spannend ist. Es gibt sehr viele Plätze zum Arbeiten, die auch eifrig genutzt werden. Wer also in der Prüfungsphase in der Bibliothek arbeiten möchte, sollte früh aufstehen, sonst sucht man lange nach einem freien Platz. Computer sind in der Regel genug vorhanden, es ist aber auch immer möglich auf eine der anderen Bibliotheken auf dem Campus auszuweichen. Wer ein Macbook besitzt, kann am Schalter ein Kabel leihen, da die Macbook Charger nicht in die normalen Steckdosen passen.  Generell gilt: Bei Fragen einfach zum Schalter gehen, die Mitarbeiter*innen sind alle sehr hilfsbereit und sprechen (natürlich) perfektes Englisch.  

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Wie jede*r weiß: Die Norweger*innen sind ein verschlossenes Volk?  Ich kann dazu Ja und Nein sagen. Ohne Eigeninitiative kommt nichts zustande, das ist sicher. Aber wenn man die Angebote der Universität nutzt und beispielsweise an einer studentischen Organisation teilnimmt, kommt man schneller in Kontakt mit „echten“ Norwegern*innen. Ich für meinen Fall bin der politischen Gruppe „SAIH“ beigetreten, die sich einmal wöchentlich trifft und sich (kurz zusammengefasst) für Student*innen und Bildung weltweit einsetzt. Es ist aber wohl so, dass die meisten Norweger*innen ein wenig Zeit brauchen aufzutauen und Freundschaften vielleicht auch etwas länger brauchen sich zu festigen. Die meisten, mit denen ich mich unterhalten habe, waren immer hoch erfreut als ich mich bemüht habe, mich auf Norwegisch mit ihnen zu unterhalten. Also nicht verzagen und einfach ansprechen!   

Der Kontakt zu ausländischen Student*innen dagegen ist denkbar einfach, allein schon deshalb, weil er sehr von der UiO unterstützt wird. Insbesondere in den ersten Wochen gibt es die Buddy-Week und viele andere Aktionen, die nur für die internationalen Student*innen organisiert werden. Jede*r bekommt dabei auch eine Buddy-Group und eine/n (in der Regel norwegischen) Buddy zugeteilt, der/die einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich habe die meisten Freunde in diesen ersten Wochen gefunden, wobei sich bei so vielen neuen Menschen schnell herauskristallisiert, mit wem man mehr und mit wem weniger Zeit im Semester verbringen wird. Mein Rat ist es, unbedingt an den angebotenen Veranstaltungen teilzunehmen, offen zu sein und auf die Leute zu zu gehen. Letztendlich ist jede*r neu und freut sich über jede*n, der/die ihn/sie anspricht.  

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Englisch-Kenntnisse vor Oslo waren bereits gut, weil ich als Schülerin schon einige Zeit im Ausland verbracht hatte. Trotzdem war ich natürlich ein wenig „eingerostet“ und brauchte ca. einen Monat, um mich wieder vollständig an das Englisch-Sprechen zu gewöhnen. Was meine Freunde*innen und ich beobachtet haben, war die hohe Konzentration, die wir am Anfang für das Sprechen benötigten und wie diese sich mit der Zeit immer mehr verringerte und es schließlich völlig normal war, Englisch zu sprechen. Ich hatte diese Erfahrung zwar schon gemacht, habe mich aber trotzdem gefreut, als ich wieder anfing in Englisch zu denken und zu träumen. Deutsch habe ich in der Zeit kaum gesprochen, was auch daran lag, dass ich kaum Kontakt zu deutschen Erasmus-Student*innen hatte.  Zusätzlich hatte ich das „Glück“, mich in der ersten Woche mit zwei Engländern, einem Amerikaner und einem Australier anzufreunden. Dadurch waren in unserer Gruppe von Anfang an Muttersprachler, die bei Wortfindungsschwierigkeiten helfen konnten. Ich habe diese Möglichkeit viel genutzt und dadurch mein Vokabular und meine Sprachkompetenz schnell verbessern können.   

Zusätzlich zum Englischen begann ich auch Norwegisch zu lernen. Dafür wählte ich den 15 ECTS Kurs, obwohl ich dadurch insgesamt auf 35 ECTS kam. Für mich persönlich hat es sich gelohnt, trotz des zusätzlichen Aufwandes, weil ich die Sprache so schnell wie möglich lernen wollte. Die meisten ausländischen Student*innen wählen aber den 10 ECTS Kurs, der bereits 4 Wochen vor meinem geendet hat, langsamer vorangeht und am Ende auch nur eine schriftliche Prüfung hat, die weniger streng bewertet wird.  Mein Rat hierbei ist, sich an den eigenen Anspruch zu halten. Im 15 ECTS-Kurs ist in der Regel die Lernbereitschaft sehr hoch, weil hier die Studierenden sitzen, die in Norwegen bleiben werden und dort arbeiten wollen. Dadurch ist die Motivation viel höher und dementsprechend auch der Lernfortschritt. Gleichzeitig sind die Ansprüche der/ des Lehrers*in höher und somit der Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitung auch.  Wenn man also nur mal einen Eindruck von Norwegisch bekommen möchte, ohne größeren Aufwand zu haben, sollte man eher den kleineren Kurs wählen.  Ich sollte nach meinem Kurs jetzt ein Sprachlevel von ca. A2 erreicht haben.

Wohn- und Lebenssituation

Das Gute an der Unterkunftssuche ist, dass die UiO jedem internationalen Studierenden ein möbliertes Einzelzimmer garantiert, vorausgesetzt man bewirbt sich bei SIO innerhalb der Fristen. Das funktioniert alles recht unkompliziert. Bei der Bewerbung entscheidet man sich auch bereits für einen Standort und ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, sich für Kringsjå oder Sogn zu entscheiden, auch wenn die aufgrund ihrer Größe erst unattraktiv erscheinen mögen. Dort wohnen die meisten ausländischen Studierenden, was für den eigenen Anschluss wichtig ist.  Ich habe in Sogn gelebt und war dort sehr zufrieden. Es gibt einen Supermarkt innerhalb des „Studentby“ und man nimmt entweder den Bus in die Stadt bzw. zur Uni oder läuft 10 Minuten zur „T-Bane“ (kommt ca. alle 3-5 Minuten). Der Sognsvann ist mit dem Bus oder zu Fuß auch nur etwa 20 Minuten entfernt und die Gegend dort ist toll für Spaziergänge und für Mutige auch zum Schwimmen. Kringsjå ist direkt am Sognsvann und an der Metro (alle 15 Minuten) gelegen, aber ist für mich persönlich ein wenig zu ab vom Schuss. Anderen hingegen hat Kringsjå besser gefallen, es ist also Geschmackssache.   

Hat man sich also bei SIO beworben, bekommt man im besten Fall zeitnah eine Bestätigung für die eigene Erstwahl der Unterkunft. Leider bekommt man das konkrete Zimmer dann aber erst am Tag der Anreise im Büro von SIO zugeteilt, welches sich auf dem Campus befindet. Falls man den „Meet and Greet“ – Service der UiO zum Anfang des Semesters nutzt, zeigen sie das einem auch.  Die Mitarbeiter*innen von SIO geben einem dann die verschiedenen Wohnungsmöglichkeiten. Je nachdem, für was für eine Wohnung man sich entscheidet, gestaltet sich dann auch der Mietpreis.  Ich habe in einer 4-er WG gewohnt, mit 2 Badezimmern, einer großen Küche und einem eigenen, etwa 11 qm großen Zimmer, wofür ich ca. 430 Euro bezahlt habe. Das Gebäude ist frisch renoviert und deswegen in einem sehr guten Zustand. Freunde von mir haben in den alten Gebäuden zu siebt und mit einem Bad gewohnt und ca. 350 Euro bezahlt.  Es kommt also darauf an, was man bereit ist zu zahlen und was einem persönlich wichtig ist.  Ich war sehr glücklich in meiner WG, was aber vor allem an zwei der insgesamt drei Mitbewohner*innen lag. Inventar war bei uns praktisch kaum vorhanden, in anderen Wohnungen dafür umso mehr. Das ist wohl Glückssache. Man sollte aber darauf achten, dass keine Bettwäsche (Kissen, Decke) vorhanden ist und man, um das Internet zu nutzen, entweder ein LAN-Kabel oder einen Router braucht. Schau aber unbedingt auf dem Dachboden nach, da lassen die vorherigen Mieter*innen oft Sachen, die sie nicht mehr brauchen.  

Leider ist das Klischee vom teuren Norwegen nur allzu wahr. Insbesondere Lebensmittel sind deutlich teurer als in Deutschland, aber auch Karten fürs Kino, das Theater etc. Das Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kostet ca. 400 Kronen im Monat und muss individuell gekauft werden. Meine Tipps wären:  •

  • In Grønland einkaufen und ggf. auch mal essen gehen, zum Beispiel bei Greenland Fruit and Vegetable und bei Punjab Tandoori
  • Die App “Too good to go” nutzen
  • Selber kochen und Mittagessen mit in die Uni nehmen 

Denn selbst die Essensangebote auf dem Campus sind teuer. Empfehlen kann ich aber den Ramen-Ya.

Wer vorhat zu reisen, sollte nicht vergessen früh genug mit der Planung anzufangen! Bei Norwegian Airline kann man mit dem Code „UNDER 25“ Geld sparen und teilt man sich die Kosten mit Mitreisenden für eine Unterkunft kommt man noch verhältnismäßig günstig weg.  

Studienfach: Politische Bildung und Deutsch auf Lehramt 

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Oslo

Gastland: Norwegen


Rückblick

Meine schönste Erfahrung war die Reise nach Tromsø im Oktober, wo wir die Polarlichter sehen konnten und Rentiere in freier Wildbahn getroffen haben. Mein Tipp für Tromsø ist (leider), sich ein Auto zu leihen, um auch an entlegenere Orte zu kommen. Die Landschaft ist wahnsinnig beeindruckend im Norden von Norwegen.   

Meine Tipps für nachfolgende Student*innen, ganz kurz zusammengefasst:  

Ärger dich nicht zu sehr über die Preise!  Wenn dich jemand besuchen kommst, lass dir ggf. Alkohol vom Duty-free mitbringen (und Schokolade! (Alles mit Zucker ist teuer in Norwegen))! Sei offen für alles und jede*n! Nutze die Angebote der UiO! Geh wandern, Skifahren, Schlitten fahren, schwimmen, in Museen, ins Theater… Schau dir die Umgebung um Oslo an! Erkundige Norwegen in allen Himmelsrichtungen! Sei nicht zu perfektionistisch, denn die Zeit wird wahnsinnig schnell vorbeigehen!  

Ich wünsche dir eine tolle Zeit in diesem wunderschönen Land!

Norwegen

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier.