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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Informationen zum Erasmus+ Programm erhielt ich am International Day 2017. Mich interessierte Skandinavien besonders, also holte ich mir Informationen zu Norwegen, Dänemark und Schweden. Nachdem ich mit vielen ehemaligen Erasmusteilnehmern sprach, war mir klar, dass ich das ganze durchziehen möchte und den weiteren Schritt wage. Ich sprach mit vielen Koordinatoren verschiedenster Fakultäten und entschloss mich dann für die Fakultät der Jüdischen Studien und somit auch gleichzeitig für die Universität in Oslo. Das Verfahren bei meinem Koordinator lief sehr unkompliziert und ging auch sonst sehr schnell. Sobald ich die Bestätigung meines Koordinators erhalten hatte, musste ich mich auch schon direkt an der Gastuniversität bewerben. Dies verlief alles online und recht einfach. Eine Rückmeldung kam Anfang Mai zurück. Dann hieß es Kurse wählen. Da das Bildungssystem in Skandinavien etwas anders ist, konnte ich (leider nur) drei Kurse belegen um auf die erforderlichen 30 ECTS- Punkte zu kommen. Es gab sehr viel Auswahl und viele interessante Kurse, aber zum Glück konnte man dann auch noch nach Ankunft Kurse wechseln, falls man sich doch mit etwas nicht sicher wahr. Abschließend musste man sich beim SIO (eine Art Studentenwerk in Oslo, zuständig für Unterkunft, Aktivitäten und sonstiges..) melden, um sich seine Unterkunft zu sichern. Dies lief auch alles online ab und mein Wunschstudentenheim wurde auch bestätigt. Natürlich muss man hier erwähnen, kostengünstig bzw. studentenfreundlich sind die Preise nicht.


Studienfach: Bachelor of Education: Englisch & LER

Aufenthaltsdauer: 08/2018-12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Oslo

Gastland: Norwegen

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der University of Oslo war eine traumhafte Zeit und eine sehr schöne Erfahrung für mich. Solche Universitäten kannte ich bislang nur von Filmen. Es wurde an alles gedacht von A bis Z. Die Räume und Gebäude sind so gesichert, dass man dort nur mit seinem Studentenausweis reinkommt, was einem nochmal ein sehr sicheres Gefühl gibt. Die Seminarräume waren sehr hell und bequem. Auf dem Campus gab es alles, vom Friseur bis zum eigenen kleinen Supermarkt und einem chinesischen Restaurant und viele verschiedene kleine Cafés. Es war schon fast wie eine kleine Stadt für sich. Die Anbindung mit der T-Bane war auch sehr einfach und sowohl vom Zentrum als auch von meinem Studentenwohnheim Kringsja waren es jeweils nur 10-15 Minuten. Es gibt viele Lernräume, Sprachlabore und viele Bibliotheken. Die Hauptbibliothek auf dem Campus in Blindern war riesig und dort zu lernen hat (sogar) Spaß gemacht. Die Bibliothek war auch immer voll aber man fand trotzdem immer einen Platz. In der Bibliothek konnte man sich auch kleine Räume reservieren, die bequemer und mit einem Flachbildfernseher und Kabel ausgestattet waren, um seinen Laptop oder sonstiges anzuschließen. Während der Klausurenphase (ca. drei Wochen) war die Bibliothek sogar bis 00 Uhr offen und tatsächlich blieben auch viele bis zum Schluss und nutzen das Angebot aus. Als neue/r Student/in kann man mit dem Studentenausweis auch bis zu fast 150 Blatt kostenfrei drucken. Also obwohl Oslo eine sehr teure Stadt ist, auch für Studenten, finde ich, gab es sowohl in der Universität als aber auch in der ganzen Stadt viele kostenfreie oder kostengünstige Angebote für die Einwohner. Ich wurde immer betreut und wenn ich Fragen hatte, stand immer jemand zur Verfügung. Man hat sich nie alleine gefühlt und man wurde quasi an der Hand geführt von Beginn bis zum Ende des Semesters. Mit den Professoren pflegte man ein sehr gutes Verhältnis, vor allem weil man sich einfach beim Vornamen genannt hatte. Es war eine sehr lockere und harmonische Atmosphäre in den Seminaren, Vorlesungen und Pausen. Ich habe mich in das skandinavische Studiensystem förmlich verliebt. Ich finde super, dass man pro Semester drei Kurse belegt und sich dann auch ausschließlich nur auf diese drei Kurse konzentriert, als wie bei uns in Deutschland mit meistens zehn bis elf Kursen. Die Studenten dort sind echt locker, fleißig und lernen das ganze Semester über und nicht nur in der Klausurenphase, wie ich das zuvor kannte. Klausuren wurden an einem anderen Standort geschrieben. Von außen sah es aus wie ein Konferenzhotel und viele Hochschulen und Universitäten hatten ihre Bereiche. Die Räume waren riesig und mit der besten Technik ausgestattet. Dort schrieben wir unsere Klausuren, alle online und ganz ohne Zeitdruck, da man genug Zeit hatte.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ich muss sagen, dass es echt sehr schwer war, Kontakt zu Einheimischen innerhalb der Universität herzustellen. Vom ESN (Erasmus Student Network) wurden sehr viele Veranstaltungen angeboten für internationale Studierende und diese waren auch alle toll und es hat sehr Spaß gemacht. Aber man lernte eher mehr internationale Studierende kennen als Einheimische. Ich finde dies aber nicht weiter schlimm, da ich es auch echt schätze, nicht nur die norwegische Kultur sondern auch viele andere Kulturen kennengelernt zu haben, eben durch die ganzen Veranstaltungen vom ESN. Ich denke, bei Erasmus+ kann man lebenslange Freundschaften schließen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich habe drei Kurse belegt, zwei von diesen waren auf Englisch und eines der Kurse war ein Norwegischkurs für internationale Studenten. Laut dem OLS- Test hat sich mein Englisch um eine Stufe verbessert, was mich auch nicht wundert, da ich echt viel auf Englisch lesen und schreiben musste aber auch sonst meistens auf Englisch geredet habe. Ich durfte auch sehr guten Norwegischunterricht genießen und kann jetzt sogar einfache Gespräche auf Norwegisch führen. Der Kurs war echt sehr gut aufgebaut und wenn man fleißig gelernt hat und immer anwesend war, war es kein Problem mitzukommen, da Norwegisch der deutschen und englischen Sprache sehr ähnelt.

Wohn- und Lebenssituation

Für die Unterkunft habe ich mich beworben, nachdem ich mich an der Gastuniversität beworben habe, also so etwa im Mai. Ende Juli kam dann die Bestätigung und der Vertrag, den ich dann nur noch ausfüllen, unterschreiben, einscannen und wieder per Mail verschicken musste. Also alles recht unkompliziert. Gleichzeitig musste man auch eine Kaution in Höhe von ca. 1000,00 € zahlen, welche man dann ca. ein Monat nach Abreise wieder bekommt. Ich entschied mich für ein ausgestattetes Zimmer mit eigenem Bad und eigener Küche. Das ist die teuerste Kategorie mit knapp 600,00 € Miete monatlich. Im Endeffekt denke ich mir, hätte ich mir das Bad auch vielleicht teilen und somit etwas sparen können. Gab es in den Zimmern Probleme wie z. B. mit der Heizung oder sonstigem, kam gleich am nächsten Tag eine zuständige Person und behob das Problem. Ich habe im Studentenwohnheim Kringsja gelebt. Das sind mit der T-Bane (U/S-Bahn in Oslo) ca. 18 Minuten ins Zentrum (ohne umzusteigen). Auch sonst kommt man mit der Metrolinie dort echt überall hin. Etwa 400 Meter vom Studentenwohnheim ist ein sehr großer Park mit einem See, wo man dann (wenn es warm genug ist) auch baden kann oder einfach nur spazieren. Seit Herbst 2018 befindet sich nun auch ein Fitnessstudio auf dem Platz des Studentenwohnheims, ein Lernraum, ein Café/Restaurant, viele Waschräume und ein Supermarkt (KIWI), wo die meisten Studenten einkaufen. Obst und Gemüse kriegt man aber günstiger in Grönland (zu finden auf der selben Metrolinie), da kann man dann auch noch ganz gut sparen. Monatlich gab ich also inklusive Miete (600€) und Lebenshaltungskosten insgesamt ca. 1000€ aus und das war schon die sparsame Variante, denn die Preise sind echt sehr hoch. Das öffentliche Verkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut und man kommt überall ohne Probleme hin und da Oslo auch nicht riesig ist, dauert es auch meistens nie lange bis man sein Ziel erreicht. Etwas komisch fand ich, dass es keine Nachtbusse gibt, bzw. die Möglichkeit nachts nach Hause zu kommen, ist sehr schwer. Allgemein schließen die Läden, Cafés, Restaurants sehr früh, sodass man eigentlich sowieso relativ früh zu Hause ist. Die Monatskarte kostet für Studenten ca. 45€, aber die Fahrt vom und zum Flughafen jeweils immer 7 – 10€, denn da reicht die Monatskarte alleine nicht aus. Mit der Monatskarte kann man aber die Boote von Ruter (BVG von Oslo) benutzen um so auf die Inseln von Oslo fahren.

Es gibt viele Money Exchange Büros aber diese sind eigentlich nicht nötig, da man echt alles mit einer Karte zahlt. Bargeld wird zwar teilweise noch akzeptiert, aber das kann man nicht von jedem Lokal erwarten. Also empfiehlt sich eine Karte, mit der man möglichst wenig oder gar keine Gebühren zahlen muss bei Verwendung. Da sollte man sich auf jeden Fall vor Ankunft die richtige Karte für sich selber zulegen.

Freizeitangebote gibt es viele, alleine die Natur bietet einem sehr viele Angebote. Denn die Norweger sagen: „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Man kann die Natur rund um Oslo erkunden, im Winter Ski fahren und rodeln und im Sommer auf die vielen verschieden Inseln von Oslo und dort baden. Bowling ist auch sehr beliebt in Oslo und es gibt echt coole Bowling-Bars, die dann am Wochenende auch mal länger offen haben.

Zuletzt noch das aller Wichtigste: die Krankenversicherung. Wenn man in Deutschland eine Krankenversicherung hat, ist auf der Rückseite die europäische Krankenversicherung (blau eingefärbt). Man kann diese einfach bei den örtlichen Krankenhäusern oder Praxen vorzeigen, zahlt zuerst die Summe bar und schickt den Beleg dann an seine jeweilige Krankenkasse. Ich schloss zusätzlich aber noch eine Auslandskrankenversicherung ab, die eigentlich aber nicht zwingend nötig war.

Studienfach: Bachelor of Education: Englisch & LER

Aufenthaltsdauer: 08/2018-12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Oslo

Gastland: Norwegen


Rückblick

Was besonders wichtig ist, man sollte die Preise in Oslo oder allgemein Norwegen nicht unterschätzen und wenn man die Zeit, die man dort ist, auch ausnutzen und viel erleben möchte, heißt es im Voraus sparen, sparen, sparen. Und wenn man natürlich in Norwegen ist, will man auch sicherlich mehr von Norwegen sehen als nur Oslo. Die norwegische Fluggesellschaft (flynorwegian) ist (wenn man im Voraus bucht) sehr günstig und man kann echt zu Schnäppchenpreisen Norwegen und auch Schweden und Dänemark erkunden. Ein Must-Do wenn man in Norwegen ist: die Nordlichter!! Es ist wirklich kostengünstiger das von Norwegen aus zu buchen, als wenn man das von Deutschland aus bucht. Der ESN organisiert hierzu aber auch eine Tour, es gibt auch sonst einige Reisen vom ESN, an dem es sich echt lohnt teilzunehmen.

Schlechte Erfahrungen habe ich zum Glück keine machen müssen. Die Einwohner in Oslo sind sehr nett und sonst alles ist auch sehr „hyggelig“ (schön/angenehm). Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Oslo etwas hätte schief laufen können, da echt immer jemand da war. Und wenn es dann doch etwas Wichtigeres gab, konnte man immer noch im International Office (Universität Potsdam) anrufen und man bekam immer die nötige Hilfe. Ich kann jedem, der an einem Auslandssemester in Norwegen interessiert ist, Oslo echt ans Herz legen, da echt alles dabei ist. Man wird aufjedenfall nicht enttäuscht.

Norwegen

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