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Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Ein Abenteuer? Ein ganz neues Land kennenlernen? Herausfinden, wie Universitäten in anderen Nationen sind? Gerne doch!

Norwegen hatte mich schon immer gereizt, sowohl das Bildungssystem, als auch die Natur und Mentalität. Also wagte ich den Schritt. Ich hatte mich Anfang 2017 beworben. Am meisten hatte ich Angst vor dem Motivationsschreiben. Das Schriftliche ist nicht meine Stärke. Als ich jedoch angefangen hatte, schrieb es sich von selbst. Mir fielen immer mehr Dinge ein, die mich dazu motivierten diesen Schritt zu wagen. Eine Woche nach der Bewerbung bekam ich dann die Antwort: ich hatte den Platz. Und zur Überraschung hatte eine gute Freundin von mir auch einen Platz an der Universitetet i Agder ergattert. Durch die Informationsveranstaltung über das Auslandssemester von der Universität Potsdam hatte man einen sehr guten Überblick über die bevorstehenden Aufgaben. Die Dozenten der Uni waren sehr hilfsbereit und flexibel. Ich dürfte mein Praxissemester früher beginnen, um pünktlich im Januar nach Norwegen zu gehen. Die Kontaktaufnahme mit der Universität in Kristiansand war sehr einfach. Sie haben auf Fragen schnell geantwortet und man wurde stets informiert. Die Termine, Fristen und Unterlagen wurden per Email geschickt. Man wurde immer wieder daran erinnert. Im November konnte man sich für die Wohnheime bewerben und meine Freundin und ich bekamen sogar eine Zweiraumwohnung zusammen, so sehr bemühten sich alle an der Institution. Von der Organisation war ich vor meiner Abreise sehr begeistert. Es gab keine Komplikationen. Den Bafög-Antrag stellte ich bereits im Mai, also ein dreiviertel Jahre vor der Abreise. Wenn man es zeitig genug macht, gibt es keine Probleme. Man war vor dem Antritt ins Auslandssemester über alles informiert worden und war bereit für die spannende Reise.


Studienfach: Education (Lehramt für die Primarstufe mit Schwerpunkt Inklusion)

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Universitetet i Agder

Gastland: Norwegen

Studium an der Gastuniversität 

Die Univerität i Agder ist eine sehr moderne Universität. Sie ist in viele kleine Häuser aufgeteilt und die Natur in der Umgebung ist wundervoll. Sie ist mit einem Buchladen, einer Bibliothek (mit sehr hilfsbereiten Leuten beim Servicepoint) und einer Mensa ausgestattet. Sie ist rund um die Uhr geöffnet. Im Unigebäude gibt es einen kleinen Club, vergleichbar wie unser Nil oder das Pub. Es gibt die Global Lounge, dort kann man mit allen Fragen hingehen und es gibt immer Kekse und Kaffee.
Das Personal an der Uni war sehr hilfsbereit und hat geholfen, wo sie nur konnten. Alle können sehr gutes Englisch sprechen.
Ich war überrascht, dass es mir so leicht fiel den Kursen zu folgen.
Ich habe drei Kurse besucht: Norwegian and comparative education (15LP), International issues in inclusive education (15LP) und Speak norwegian course (0LP). Die beiden Educationkurse waren sehr spannend. Wir haben Schulen besucht und hatten einen guten Einblick in das norwegische Schulsystem. Jedoch sind die Leistungsanforderungen nicht sehr gering. Wir mussten Präsentationen halten und jeweils eine 10-15 seitige Hausarbeit schreiben. Eine gute Sache war es, dass wir in einem Kurs „Hauptsache verständliches“ Englisch schreiben sollten, um zu bestehen.
Es gab zwei verschiedene Norwegischkurse: der eine war für 10 LP und hatte am Ende eine Klausur, er war mehr auf Grammatik und das Schriftliche ausgerichtet. Ich habe den „Spaß“ Kurs belegt. Man hat für diesen keine LP bekommen, jedoch hat man viele tolle Dinge gelernt, so dass man kleine Konversationen führen konnten. Ich kann diesen Kurs nur weiterempfehlen: Jeg heter Josefine. Jeg snakker tysk usw. Und der wichtigste Satz: Jeg trenger ikke en pusse (Ich brauche keine Tüte). Schon nach 2 Wochen vom Kurse konnten wir an der Kasse nur in Norwegisch kommunizieren.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Wir waren über 100 internationale Studierende. Die ersten Tage waren gut durchstrukturiert und wir haben immer in größeren Gruppen etwas zusammen gemacht. Es gibt das Buddy Programm, wo norwegische Studenten jeweils einer Gruppe zugeteilt sind und mit denen etwas unternehmen. Wir waren in einer Gruppe, die leider nicht so aktiv war. Es gab andere Gruppen, die jede Woche etwas anderes gemacht haben (Tacoabend, Filmeabend und Partys). Da muss man wahrscheinlich einfach Glück haben.
Außerdem gab es noch Facebook-Gruppen, wie die Outdoor- und Craftgruppe. Die haben sich öfter getroffen und somit hatte man dann Kontakt zu Einheimischen. Die Outdoorgruppe ging öfter wandern, so sah man viel von der Natur in und um Kristiansand. Die Craftgruppe traf sich öfter in der Universität und strickte zusammen. Ich habe stricken gelernt! Das gehört zu den typischen Hobbies der Norweger, wenn der kalte lange Winter kommt.
Ansonsten gab es öfter Partys, jedoch eher nur unter den internationalen Studierenden. Richtige Norweger habe ich nicht wirklich kennengelernt, was ich wirklich schade fand. Meine Gruppe war an sich schon etwas international: wir waren 6 Deutsche und 2 Österreicherinnen (:D). Mit den anderen hat man sonst mal gequatscht. Alle waren sehr offen, jedoch gab es schnell Grüppchen, wie das überall so ist.
Wir hatten die einmalige Gelegenheit mit Schülerinnen und Schülern einer Schule in Norwegen zusammenzuarbeiten. Sie lernen deutsch und wir haben sie ein paar Stunden unterrichtet. Das ist ein neues Projekt der Uni und der im Umfeld liegenden Schulen. Ich fand, dass das eine meiner schönsten internationalen Erlebnisse war.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich hatte wirklich Angst vor den Vorlesungen und Seminaren. Jedoch konnte man sehr leicht folgen und das wurde im Laufe der vier Monate immer besser. Man war es einfach gewohnt, dass Englisch gesprochen wird. Auch ist man es einfach gewohnt überall in einer anderen Sprache zu kommunizieren, ob Englisch oder Norwegisch. Ich glaube vor dem Aufenthalt hat mir der Test sehr geholfen, und auch ein paar Filme und Serien auf Englisch zu gucken. Im Allgemeinen kann ich nicht sagen, ob ich mich sehr verbessert habe, aber ich bin entspannter, wenn es darum geht auf einer anderen Sprache zu reden.

Wohn-und Lebenssituation

Das Leben in Kristiansand war anders, einfach anders. Zuhause habe ich eine eigene Wohnung, wo alles mir gehört irgendwo in Potsdam. Für mich war der größte Umschwung in eine WG in ein Studentenwohnheim zu ziehen. Ich wohnte in Rolligheden in einer 2er WG (Kosten ca. 390€). Rolligheden ist am weitesten von der Universität und von dem Zentrum entfernt, beides ca. 30 min zu Fuß. Jedoch liegt es nur 5 min vom Meer und einer wunderschönen Kulisse von Felsen entfernt. Ich hatte einen Lieblingsplatz, der genau vor meinem Fenster war. Eine Holzbank auf einem Felsen von dem man das Meer sehen konnte. Die Zimmer waren 12qm groß und die Küche ebenso.

Alles ist eher spartanisch eingerichtet. Somit war der erste Besuch bei Ikea gesichert. Ikea ist ungefähr preislich wie in Deutschland. ACHTUNG: Die Hotdogs bei Ikea sind nicht, wie in Deutschland. Es gibt nur Ketchup und Senf dazu, sonst nichts. Die Wohngegend ist ganz hübsch. Man kann natürlich auch auf dem Campus wohnen, aber das ist um einiges teurer. In der Innenstadt ist auch ein Wohnheim, das habe ich aber nie gesehen. Es gibt in jedem Wohnheim einen Swaproom, dort legen Studierende ihre Teller, Töpfe, Tassen etc. ab, wenn sie sie nicht mehr brauchen und man kann sie sich dann nehmen. Man sollte aber schnell sein. Wir sind mit Auto angereist (12h Fahrt mit Fähre) und konnten daher einiges mitnehmen, was wir hier dann an Kosten gespart haben. Außerdem hatten wir dann ein Auto vor Ort, was wir am zweiten Wochenende gleich genutzt haben. Wir haben einen Roadtrip nach Bergen unternommen. Und kleiner Tipp von mir: nicht im Winter fahren. Man fährt 12 Stunden für eine Strecke, für die man in Deutschland max. 4 bräuchte. Die Kulisse ist dafür aber unbeschreiblich. Der Sprit in Norwegen kostet ca 16 Nok, was umgerechnet 1,60€ sind.

Der ESN organisiert viele Veranstaltungen. Zum Beispiel den International Pub, der ist immer alle 2 Wochen. Jede Woche präsentieren andere Studierende ihre Länder und das kann durchaus witzig sein. Außerdem gibt es noch die Coffee Hour jeden Dienstag, dort gibt es Waffeln, Kaffee und Tee for free. Was man in Norwegen ausnutzen muss. Sonst werden einige Trips angeboten: Skitrip, Trip zum Preikestolen oder eine kleine Kreuzfahrt. Die Ausflüge sind trotzdem sehr preisintensiv, daher sollten man das genügend Kleingeld haben.

Leider gibt es in Kristiansand kein Semesterticket. Daher kann man entweder laufen, ein Fahrrad kaufen oder sich ein Monatsticket nehmen. Ich habe mich in den kalten Monaten für ein Monatsticket entschieden. Davon gibt es zwei Arten: Das eine kostet ca. 42€ und ist nur für Studenten (man kann es nur im Onlineshop erwerben). Mit diesem kann man nur in der Stadt fahren. Dann gibt es noch das andere Ticket, was ca. 49€ kostet. Mit diesem kann man im gesamten Raum von Agder reisen, dies entspricht einen Umkreis von 3h. Wir haben es öfter für Tagesausflüge benutzt. Wenn man nach Oslo reisen möchte, sollten man immer früh buchen und eher die Preise von Bus und Bahn vergleichen. Zu bestimmten Zeiten gibt es gute Schnäppchen, jedoch kann ein Ticket one way auch gut 60€ kosten. Also Augen auf, bei den Verkehrsmitteln! Kristiansand hat auch einen Flughafen, jedoch sind von dort die Flüge immer teurer als von Oslo. Es gibt von Norwegian Airlines und SAS Youth Tickets, die wirklich sehr preiswert sind. Wenn ihr unter 26 Jahre seid, lohnt es sich auf jeden Fall das mal in Betracht zu ziehen. Falls euch jemand besucht: die Busse fahren sonntags nicht vor 12.00 Uhr, das heißt ihr müsst ein Taxi nehmen, um eure Gäste abzuholen. Das ist einigen hier auf die Füße gefallen. Also heißt es: auch hier vergleichen. Das Wort „vergleichen“ habe ich in Norwegen wirklich gelebt, auch beim Einkaufen. Wir hatten das Glück, dass in der Nähe von Rolligheden sich 5 Supermärkte im Umkreis von 10 min befanden. Also hieß es jeden Montag die Sparapp öffnen (Mattibud) und die Angebote vergleichen. So konnten wir relativ kostengünstig überleben. Die billigsten Supermärkte sind REMA und KIWI, jedoch ist EXTRA auch ganz gut, wenn die Angebote stimmen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich es schlimmer erwartet hatte, als es dann war. Natürlich ist alles sehr teuer, aber es hält sich in Grenzen. Käse ist unbezahlbar, also sollte man darauf verzichten. Auch Süßigkeiten und Alkohol waren nicht gerade erschwinglich. Alkohol habe ich selbst mir immer aus Deutschland mitbringen lassen, dort sollte man jedoch auf die Zollbestimmungen achten. Beim Süßen haben wir jedoch eine tolle Nische gefunden. In Norwegen gehören Wraps, Tacos und Nachos zum Nationalessen und sind daher wirklich günstig, auch für deutsche Verhältnisse. Die Nachos aus der Süßigkeitenabteilung kosteten ca. 3€, die jedoch aus der mexikanischen Abteilung dagegen nur 90 Cent. Das Gleiche bei Schokolade. Die Billigste hatte den Preis von 4€. Wenn man jedoch in der Backabeteilung nachschaute, dann gab es dort eine für 70 Cent. So umging man nämlich die hohe Steuer auf Süßigkeiten hier in Norwegen.

Im Restaurant essen sollte man in dem halben Jahr einfach unterlassen, weil es bei 17€ anfängt. Auch McDonalds ist hier wesentlich teurer. Man bezahlt jedoch immer weniger, wenn man es zu Mitnehmen bestellt. Außerdem muss man hier bei einem Besuch im Restaurant kein Trinkgeld geben, das erwarten Norweger nicht.

Klamotten kosten in Norwegen nicht unbedingt mehr als in Deutschland. Bei uns war Wintersale und dadurch machten wir tolle Schnäppchen. Das kommt jedoch immer auf den Wechselkurs an. Ich habe meistens mit der Kreditkarte gezahlt. Ich hatte, glaube ich, den gesamten Aufenthalt 3 Mal Bargeld in der Hand. Du kannst einfach alles mit Kreditkarte zahlen: deinen 1,30€ Kaffee am Automaten in der Mensa, das Essen im Restaurant, jeden Einkauf und dein Busticket. Ich habe die Kreditkarte der DKB benutzt und bin vollkommen zufrieden, weil ich keine Gebühren zahlen musste, wie andere Studenten.

Studienfach: Education (Lehramt für die Primarstufe mit Schwerpunkt Inklusion)

Aufenthaltsdauer: 01/2018 - 06/2018

Gastuniversität: Universitetet i Agder

Gastland: Norwegen


Rückblick

Norwegen war eine sehr schöne Erfahrung. Leider hatten wir einen sehr langen Winter. Erst als es wärmer wurde, hat Kristiansand seinen Charme verprüht. Wir hatten das Glück, dass wir im letzten Monat immer 20 Grad hatten und unsere Zeit am Meer genießen konnten. Was man unbedingt in Kristiansand sehen muss sind: Odderoya, Ravnedalen, Jegersberg, den Strand (egal wo).

 

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