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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitetet i Bergen


Studienfach: Politik, Verwaltung, Organisation 

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen

Der Bewerbungsprozess für ein Erasmus+ Auslandsaufenthalt an der Universität Potsdam verlief sehr einfach und strukturiert. Ich habe das Glück in einem Studiengang und in einer Studienordnung zu studieren, welche sowohl die Bewerbung, als auch den Anerkennungsprozess nach dem Aufenthalt sehr vereinfacht hat. Es ist zwar ein wenig bürokratischer Aufwand zu betreiben, um alle Formulare und benötigten Blätter zu organisieren, sobald diese allerdings zusammengetragen sind, erledigt sich der Rest fast von allein und es heißt warten auf eine Zu- bzw. Absage. Nach der Nominierungsphase, in welcher die Studierenden für Ihre Wunschländer ausgewählt werden, erfolgte einige Wochen später die erste Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität. Auch an der eigentlichen Gastuniversität ist ein Bewerbungsverfahren zu absolvieren, in welchem viele der bereits von der Uni Potsdam geforderten Formulare nochmals angefordert werden, zusätzlich wurden natürlich Ausweiskopien und ähnliches verlangt. Die Kontaktaufnahme mit der Universität Bergen erfolgte initial per Mail, anschließend wurde alles weiter über diverse und gut aufgebaute Online-Portale erledigt. Allerdings begann anschließend erst der schwierige/schöne Part: die Auswahl der Wunschkurse an der Gastuni. Doch dazu komme ich etwas später nochmal detaillierter.  Wie bereits erwähnt musste ich grundlegende Dokumente, wie beispielsweise Ausweiskopien in das Online-Portal laden, zusätzlich noch ein Nachweis meiner bisher belegten Kurse an der Uni Potsdam. Alles weitere wurde über ein Formular im Bewerbungsprozess an der Gastuni abgefragt. Die Module an der Universität Bergen sind etwas anders aufgebaut. als die an der Uni Potsdam. So gibt es 100er und 200er Level im Bachelor, also in etwa so wie Einführungsvorlesungen und vertiefende bzw. anspruchsvollere Vorlesungen, letztere meist begleitet von einem Seminar. Master Kurse sind im 300er Level angesiedelt. Auch sind die zu erreichenden ECTS-Punkte etwas höher. So habe ich für meine 100er Level Vorlesung, welche mit einer zeitgleich begrenzten Hausarbeit abgeschlossen wurde, 15 ECTS-Punkte bekommen. Für die 200er Level Vorlesung, welcher mit einer 6 stündigen Prüfung abgeschlossen wurde, habe ich 10 ECTS-Punkte bekommen. Alle Vorlesungen, die ich besucht habe wurden auf Englisch gehalten. Generell ist das Angebot an englischsprachigen Modulen sehr groß. Persönlich waren die Prüfungen für mich nicht sonderlich anspruchsvoll. Dies allerdings auch nur, da ich themenspezifisches Vorwissen, basierend auf privatem Interesse mitbrachte und die englische Sprache für mich keine Herausforderung darstellte. Dies kann aber je nach Sprachniveau und Vorwissen anders eingeschätzt werden. Die Vorlesungen wurden über ein neues Online-Tool, ähnlich wie dem hiesigen Moodle organisiert. Das Studienklima war an der Universität Bergen nie wirklich ein Punkt über den ich viel nachgedacht habe. Die Stimmung unter den Studierenden war stets angenehm und höflich. Probleme mit anderen Studierenden, Lehrkräften oder anderen Personen hatte ich persönlich nie. Auch war mir bekannt, dass es an der Gastuniversität, ähnlich wie an der Uni Potsdam ein Buddy-Programm für internationale Studierende gab. Diese habe ich allerdings nicht in Anspruch genommen. Ein Grund dafür war meine Wohnsituation, welche ich später nochmal ausführlich erläutern werde. Die Module wurden nicht durch die ProfessorInnen selbst betreut und verwaltet, sondern von sogenannten ‘Student Administrators’. Generell stand allen internationalen Studierenden das International Office im so genannten Student Center offen, als auch fakultätsspezifische Student Center. Auch war der Umgang mit den ProfessorInnen sehr angenehm und persönlich. Eine Sache, die man in Norwegen und speziell an der Universität Bergen braucht, ist ein Laptop oder Tablet. Da die gesamte Studienorganisation, als auch die Abschlussprüfungen der Module online durchgeführt werden. Können Studierende diese Technik nicht eigenständig stellen, ist es möglich sich für das Semester oder auch nur für die Modulprüfung einen Laptop kostenfrei von der Universität zu leihen. Trotzdem ich diesen Service selbst nicht angenommen habe, schätze ich ihn sehr, da er zum Abbau sozialer und materieller Ungleich- und Ungerechtigkeiten beiträgt. Auch sind in den Bibliotheken, die meist von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr Abends geöffnet waren, Computerpools vorhanden, welche sich mit seinem Studienaccount nutzen lassen. 

Kontakte zu einheimischen Studierenden habe ich und viele andere internationale Studierende nur schwer knüpfen können. Dies lag zu einem gewissen Teil an der Wohnsituation vieler internationaler Studierender im Studierendenwohnheim und zum anderen an der Eigenart vieler NorwegerInnen. Die ersten einheimischen Studierenden habe ich auf einer Hausparty von internationalen FreundInnen kennengelernt, welche sich außerhalb des Studierendenwohnheims eine WG gesucht haben. Im Studienalltag beschränkte sich der Kontakt auf kurze Smalltalks in der Bibliothek oder in gemeinsamen Vorlesungen. Der Kontakt zu ausländischen Studierenden war hingegen einfacher bzw. fast nicht zu vermeiden. Im Studierendenwohnheim lebten zu 90% Erasmus+ Studierende und auch die WGs in welchen man lebte, waren ausschließlich mit ausländischen Studierenden belegt. Vor dem Aufenthalt absolvierte ich einen Englisch-Sprachkurs an der Uni Potsdam im Rahmen des Studium+ Moduls und konnte diese mit einem C1-Niveau Zertifikat abschließen. Der Erasmus+ OLS bescheinigte mir allerdings ein C2-Niveau. Selbstverständlich verbessern sich Aussprache und Wortschatz nach einem längeren Auslandsaufenthalt. Besonders,  wenn man die Fremdsprache täglich spricht und sich mit MuttersprachlerInnen austauscht. Dies konnte ich auch bei mir feststellen und wertschätzen. Zusätzlich zu meinem Englischkenntnissen habe ich auch einen Norwegisch-Sprachkurs belegt, welcher mir die absoluten Basics der norwegischen Sprache beibrachte.  Der Vorteil eines Auslandsaufenthaltes in Bergen ist, dass man weit vor dem Aufenthalt einen Wohnplatz im Studierendenwohnheim garantiert bekommt. Diese Garantie beschränkt sich meist auf ein Doppelzimmer in einer 16er-WG. Dies kann auf den ersten Blick abschreckend wirken, hat sich im Nachhinein aber als etwas sehr Positives erwiesen. Bis auf meinen Mitbewohner, welcher eine leichte Form von Autismus aufwies und mit welchem ich während meines gesamten Aufenthalt kein Wort gewechselt habe, waren die restlichen 14 MitbewohnerInnen sehr aufgeschlossen, nett und wurden schnell zu meinem festen Freundeskreis in Bergen. Für das Bett im Doppelzimmer in einem 2016 neu gebauten Gebäude habe ich monatlich 310€ gezahlt. Ausgestattet war die Wohnung mit einer großen und modernen Kochinsel. Somit war es also kein Problem auch einmal 15 Leute auf einmal zu versorgen. Auch die Zimmer und der Gemeinschaftsraum waren sehr sauber und modern eingerichtet.  Der Vorteil einer vergleichsweisen kleinen Stadt wie Bergen ist der öffentliche Verkehr. So gibt es nur eine einzige Tram, welche vom Flughafen bis in das Stadtzentrum fährt. Dazu kommen etliche Busverbindungen in die entfernteren Gegenden. Generell ist Bergen aber auch leicht fußläufig zu erkunden. Ein Semesterticket kostet umgerechnet ca. 220€ und ist nicht im Studienausweis enthalten. Zahlungsmittel war vorrangig die Kreditkarte. Ich habe kein Konto in Bergen eröffnet und konnte ohne Probleme mit meiner DKB Kreditkarte bezahlen. Die NorwegerInnen zahlen fast alles mit Karte. So ist es auch keine Seltenheit auf dem Weihnachtsmarkt an der Bude mit PayWaive zu bezahlen oder in einer Imbissbude die Kreditkarte zu benutzen. Selbstverständlich ist es allerdings auch möglich mit Bargeld zu zahlen. Aufgrund der Unbequemlichkeiten der lokalen Währung, kann das Portemonnaie am Ende des Tages allerdings sehr schnell sehr schwer werden.  Eine Krankenversicherung ist theoretisch durch die europäische Krankenversicherungskarte nicht notwendig, in Norwegen ist jedoch eine zusätzliche private Versicherung für die Aufenthaltsdauer sehr zu empfehlen. Ich persönlich habe für meinen Zeitraum online eine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, welche ca. 180€ gekostet hat. Bei den vielen Wanderungen und Klettertrips auf Bergen und in Fjorden ist die essentiell und sehr zu empfehlen.  Die Lebenshaltungskosten in Norwegen sind generell sehr hoch und für Menschen aus Deutschland erstmal ein Schock. Im Schnitt sind monatlich mit Miete, Lebensmitteln, Alkohol und Aktivitäten ca. 800€-900€ draufgegangen. Das kriegt man selbstverständlich auch günstiger hin, kann bei einem Konsumverhalten wie zu Hause aber auch schnell drüber hinausgehen. Speziell der erste Monat ist mit allen Einmal-Anschaffungen sehr teuer. Freizeitangebote sind in Bergen schnell gefunden. Nicht unbedingt mit tollen IndoorAktivitäten, aber mit der unglaublichen Natur. Wandern gehen und die 7 Berge Bergens erklimmen, mal eine Wanderung zum Fjord machen und drin schwimmen oder einfach mal mit einem Zelt soweit wie die Beine tragen sind kein Problem und absolut zu empfehlen. Dazu kommen unzählige Museen und schöne Gassen in der Innenstadt. Auch sind Sehenswürdigkeiten wie die berühmte Trolltunga Felszunge ein paar Bus- und Fährenstunden entfernt und nach ca. 30 km Wanderung zu erreichen.  

Studienfach: Politik, Verwaltung, Organisation 

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 12/2018

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen


Im Allgemeinen war Norwegen und speziell Bergen trotz hoher Lebenshaltungskosten eine unglaublich schöne Erfahrung. Für naturverliebte Menschen, die kein Problem damit haben, auch mal Nass und dreckig zu werden, ist dieses Land optimal. Auch die Wohnumgebung und die Dichte an internationalen Studierenden trägt dazu bei, dass Tage wie Monate schwinden und man den nächsten Urlaub definitiv wieder ins Land der Fjorde und Felsen möchte.  

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