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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Universitetet i Bergen


Studienfach: M.Ed. Biologie und Deutsch

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Beweggründe und Bewerbung

Jeder hat persönliche Gründe warum er sich für ein Auslandsaufenthalt erwirbt. Diese gilt es in einem Motivationsschreiben so treffend wie möglich zu formulieren. Bei mir war es die Leidenschaft für das Land Norwegen. Alleine hätte ich mich niemals beworben. Aber eine freundschaftlichen Idee und ein einfach auszufüllendes Formular ermutigten mich. Da ich bereits viel in Norwegen unterwegs war, kam für mich nur Bergen in Frage, weshalb ich mich für keine andere Universität bewarb. Ich war dementsprechend überrascht und verwirrt als ich die Zusage meiner Erasmuskoordinatorin bekam.

Organisation studentischer Angelegenheiten

Aus der Idee wurde Realität und es folgte ein Haufen Papierkram. Denn nach der Zusage folgen viele E-Mails der Universität Bergen mit entsprechenden Fristen und Erinnerungen z.B. das Einreichen der Studienbescheinigung und des Personalausweises. Bei dem Transcript of Records wird es schon komplizierter. Ich habe lediglich meine bereits absolvierten Masterkurse angegeben und schon gab es Unstimmigkeiten mit der Zulassung zu einigen Kursen, weil ich vergessen hatte mein Bachelorzeugnis mit einzureichen. Doch dieses Problem löste sich schnell und auch generell half mir meine Koordinatorin stets bei solch aufkommenden Problemen. Manche erledigen das sicher alleine, aber ich war dankbar für die Hilfe. Als Tipp: Zögert nicht bei Unstimmigkeiten. Nehmt es nicht einfach hin, sondern antwortet auf die E-Mails und erklärt euch so gut es geht.

Organisation von Alltagsangelegenheiten

Wichtige Dinge die für mich außerdem zur Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes zählen sind vor allem die Organisation einer Kreditkarte, einer Auslandskrankenversicherung und die Hin- und Rückflüge sowie eine Unterkunft. Beginnt rechtzeitig genug die Flüge zu buchen. Gerade im Wintersemester bzw. im August ist in Norwegen absolute Urlaubszeit. Auch der Rückflug im Wintersemester liegt genau in der Weihnachtszeit und Direktflüge sind dann einfach teuer. Denkt an eure Kreditkarte. In Norwegen läuft fast gar nichts ohne, daher seid ihr besser beraten diese vorher zu beschaffen. Die Auslandskrankenversicherung ist ein einfach zu lösendes Problem. Aber die Unterkunft in Bergen wird schon schwieriger. Ich kann euch nicht empfehlen in die Studentenwohnheime von Sammen zu ziehen. Es macht vorab den Eindruck als hättet ihr eine Wahl bzgl. der Unterkünfte. Denn auch hier füllt ihr ein Formular mit drei Wunschoptionen aus, aber spart euch die Mühe. Alle internationalen Studenten kommen nach Fantoft. Für einige mag das okay sein, für andere nicht. Es macht auch Sinn den ersten Monat ein Airbnb Apartment zu mieten und dann vor Ort zu Wohnungsbesichtigungen zu gehen. Für die Suche einer Unterkunft empfehle ich euch finn, hyebl oder auch airbnb

Studium an der Gastuniversität

Online-Kursangebot

Das Kursangebot der Universität in Bergen ist online verfügbar und wirklich übersichtlich. Ich wählte viel zu viele Kurse und es gab sehr viele Überschneidungen im Stundenplan. Einsicht über die Kurszeiten hatte ich aber erst als ich vor Ort war. Eine Anpassung der Kurse stellte kein Problem dar.

Intensivkurs Norwegisch

Ich hab mich komplett darauf konzertiert Norwegisch zu lernen. Aus diesem Grund habe ich einen intensiven Norwegisch-Kurs (Code: NOR-U1/2) begonnen. Dieser Kurs wird bei Bestehen mit 30 ECTS verbucht und schließt mit dem Sprachniveau B1 ab. Leider konnte ich aus Krankheitsgründen zwei Wochen nicht an dem Kurs teilnehmen. In diesen 14 Tagen wurden die grammatischen Grundlagen der norwegischen Sprache besprochen. Vieles konnte ich erfolgreich nachholen aber die Norwegisch-Prüfung auf dem Level 2 habe ich mir nicht zugetraut. Mit Rücksprache meiner Norwegisch-Lehrerin wechselte ich mitten im Semester in den Norwegisch-Kurs Level 1 (Code: NOR-U1). In Deutschland undenkbar und dank unserem wunderbaren PULS-System niemals möglich. Den Kurs NOR-U1 konnte ich erfolgreich abschließen und er wurde mit 15 ECTS verbucht. Ich schloss nach nur 4 Monaten mit dem Sprachniveau A2 ab. Für mich eine unglaubliche Leistung, allerdings verbunden mit viel Arbeit und wirklich guten Dozenten. Das ist wirklich sehr besonders in Norwegen, der direkte Kontakt zu den Dozenten. Es steht im Vordergrund wie du persönlich am besten und effektivsten lernst. Das Studienklima ist fabelhaft, es gibt kleine Kurse und dadurch ist alles sehr persönlich. Auch die Ausstattung, es gab ein spezielles Sprachlabor, welches man mit seinem Kurs besucht hat, und was auch zu bestimmten Öffnungszeiten zu Übungszwecken zur Verfügung stand. Die Kursbücher sind eigens vom Kollegium angefertigt. Sogar für den Intensiven Übergang vom Level 1 zu Level 2 gibt es ein eigens angefertigtes Lehrbuch um die Vokabelvielfalt zu festigen. Das hat mich unglaublich begeistert. Leider gibt es zumindest im Sprachenbereich die Ähnlichkeit zum deutschen Bildungssystem. Nur eine bestandene Klausur bringt Punkte.

Bibliothek

Die Ausstattung der Bibliotheken der Universität in Bergen ist wirklich gut. Generell sind alle Bibliotheken sehr gut besucht. Je näher die Prüfungszeiten rücken umso schwieriger wird es einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Öffnungszeiten sind anders als in Deutschland. Die Bibliotheken öffnen früher (7 Uhr) und schließen früher (19 Uhr). Vom studierenden Klima ist es viel gemütlicher als Zuhause. Es ist warm und gesellig in der Bibliothek. Eher wie ein Wohnzimmer.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Kontakt zu ausländischen Studierenden

Nichts ist leichter als das. Erst recht wenn man sich für eine Unterkunft wie Fantoft entscheidet. Durch die ganzen Einführungsveranstaltungen für ausländische Studierende wird das Ganze noch verstärkt. Da es hier keine Probleme gibt, halte ich diesen Punkt kurz.

Kontakte zu einheimischen Studierenden

Nichts ist schwieriger als das. Gerade als Austauschstudent hat man wenige Berührungspunkte mit einheimischen Studierenden. Innerhalb der biologischen Fakultät gibt es gemeinsame Exkursionen, welche nicht unterschieden werden in in- und ausländische Studierende. Dies fördert den Kontakt zu einheimischen Studierenden sehr. Studentische Organisationen sind auch eine wirklich gute Möglichkeit. Aber generell muss man diesen Kontakt wollen und auch suchen. Am besten begegnet man Norwegern beim Sport. Und ich meinte jetzt nicht die von Sammen organisierten Sportangebote. Je weniger ihr ohne Sammen macht, desto näher kommt ihr den Einheimischen. Klingt hart, ist aber so. Einige Beispiele:
•    Wer Klettern/Bouldern mag, wird am besten Mitglied im Bergen Klatreklubb
•    Wer Yoga mag, betreibt am besten Studio-Hopping. Es gibt viele Yogastudios in Bergen. Fast alle bieten eine 2 Wochen Probemitgliedschaft für 30 NOK an.
Probiert euch aus. Meine Empfehlungen sind das bikramyogaberegnund der yogarommet.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Englisch

Alle Norweger sprechen Englisch. Man kann also wenn man möchte auf Norwegisch verzichten und kommt sehr gut zurecht. Da das Umfeld sehr international ist, benutzt man häufig die internationale Sprache. Fast alle Kurse für Austauschstudenten sind in Englisch, sodass man seine sprachlichen Kompetenzen ohnehin schult. Vor Beginn des Austausches macht man den OSL Sprachtest und hinterher einen erneuten. Bei mir persönlich wurde eine Verbesserung mit Hilfe des OSL Sprachtest festgestellt.

Norwegisch

Ich persönlich habe den Austausch lediglich wegen der Norwegisch-Kurse an der Universität Bergen begonnen. Die Sprachförderung in Norwegisch war mir sehr wichtig. Ich würde aber generell empfehlen einen Norwegisch-Kurs zu besuchen. Die Grundlagen der Sprache sind für Deutsche nicht schwer zu lernen. Ich habe offiziell mit einem Sprachniveau A2 abgeschlossen. Das erreicht man mit dem NOR-U1 Kurs für 15 ECTS. Genaueres zu den Kursen habe ich auch im Abschnitt „Intensivkurs Norwegisch“ geschrieben. Für mich ist das ein enormer Sprachzuwachs in lediglich 4 bis 5 Monaten. Inoffiziell habe ich viel mehr gelernt und konnte innerhalb des letzten Monats im mündlichen Bereich komplett auf Englisch verzichten. Das ist ein wirklich schönes Gefühl, denn der Kontakt zu Norwegern wird dadurch intensiver. Norwegisch ist eine Mischung aus Deutsch und Englisch und viele Vokabeln sind daher für Deutsche leicht zu lernen. Aber die norwegische Grammatik möchte man bitte nicht unterschätzen. Meine Empfehlung für die norwegische Grammatik ist das Textbuch zusammen mit dem Arbeitsbuch „Norsk grammatik“ von Kirsti Mac Donald für 770 NOK.

Wohn- und Lebenssituation

Vieles habe ich schon in „Organisation von Alltagsangelegenheiten“ angesprochen. Die Themen: Organisation einer Kreditkarte, einer Auslandskrankenversicherung, die Hin- und Rückflüge sowie eine Unterkunft habe ich dort bereits beschrieben.

Besonderheiten bei Unterbringung/Miete

Es macht durchaus Sinn sich eine eigene Unterkunft zu suchen. Denn die Mieten in Fantoft sind auch nicht mehr „so“ günstig. Die Miete beträgt dort zwischen 3000-4000 NOK dazu kommt aber definitiv noch die Gebühren für Internet ca. 500 NOK und das Monatsticket für die öffentlichen Verkehrsmittel 460 NOK. Zusammengefasst ergibt das Kosten von ca. 4000-5000 NOK. Für das gleiche Geld bekommt man durchaus ein kleines Zimmer im Zentrum und spart sich dann das Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich selbst hatte ein Zimmer im Zentrum für 5000 NOK. Ich brauchte kein Monatsticket und mit einem direkten Vermieter lässt sich eventuell auch verhandeln, ob man den ganzen Monat bezahlen muss, wenn man eigentlich gar nicht mehr da ist. Mit Sammen läuft der Vertrag 6 Monate komme was wolle.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kostet mit Studentenrabatt 460 NOK im Monat.

Bankgeschäfte

Eine Kreditkarte ist Pflicht in Norwegen. Bearbeitungsdauer in Deutschland können durchaus 4 Wochen sein, deshalb beantragt eure eigene Karte rechtzeitig.

Krankenversicherung

Ich hatte eine taggenaue zusätzliche Auslandskrankenversicherung für ca. 130 Euro für das halbe Jahr. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich je jemand danach gefragt hat. Aber wie das so ist mit den Versicherungen. Besser man hat sie vorher oder man hat sie gar nicht. Muss jeder selbst entscheiden.

Lebenshaltungskosten

„Das teuerste in Norwegen sind Lebensmittel.“ Dieser Satz stimmt nur bedingt. Es kommt drauf an wie ihr einkauft. In Deutschland geht man in einen Laden und kauft alles. In Norwegen nicht. In Norwegen macht man Supermarkt-Hopping. Generell sind Rema 1000 und Kiwi die günstigsten Lebensmittelläden. Findet raus in welchen Läden eure Lieblingsprodukte günstig sind und dann kauft sie da. Gutes Brot ist überall teuer. Macht es selber, es ist wirklich nicht schwer. Mein absoluter Geheimtipp toogoodtogo. Hierbei handelt es sich um eine App, die sowohl in Deutschland als auch in Norwegen super funktioniert. Man kauft für die Hälfte des original Preises „Essen was zu gut ist, um es wegzuschmissen“.

Freizeitangebote

Fretex

Verbummelt eure Freizeit unbedingt bei Fretex. Das sind die am besten sortiertesten Second Hand Läden, die ich je betreten habe. Der in der Lars Hilles Gate kann fast täglich besucht werden. Kleidung, Möbel, norwegische Bücher, englische Bücher, und noch viel mehr, könnt ihr ergattern.

Wandern

Einige sportliche Freizeitangebote habe ich bereits bei „Kontakte zu einheimischen Studierenden“ beschrieben. Aber hier vielleicht noch kurz was zum Thema „Wandern“. „Bergen ist umgeben von 7 Bergen.“ Auch ein Satz den man viel zu häufig hört. Aber es stimmt und es lohnt sich alle zu „erklimmen“. Wenn man alleine gehen will, empfehle ich die Tour mit Hilfe dieser Karten zu verfolgen. Man kann aber auch mit vielen internationalen Studierenden zusammen wandern. Auf Facebook werden immer wieder Veranstaltungen dazu zu finden sein.

Trolltunga

Gönnt euch ein Mietauto und fahrt 3 Stunden nach Odda und besteigt die Trolltunga. Ein Erlebnis was man nicht vergisst und auch nicht missen sollte. Überschätzt euch nicht und plant einen gesamten Tag ein. Nicht für die Wanderung, man kann es in 4 Stunden hoch und in 4 Stunden runter schaffen, sondern für euer heiß geliebtes Touristen-Foto. Man muss gerne mal 2-3 Stunden anstehen für ein Foto, je nach Wetterlage. Oder ihr macht einfach nur ein Foto von dem eh viel schöneren Fjord.

Stavanger

Mit dem Bus kommt man innerhalb von 5-6 Stunden nach Stavanger. Das kostet so ca. 700-750 NOK hin und zurück. Diese Stadt ist wirklich wunderschön und hat mindestens genauso viel zu bieten wie Bergen. Feiert im Tou Scene besucht die drei Schwerter im Felsen „Sverd i Fjell“ und macht eine Tour entlang der Küste und besichtige die Stände: Sola Stranden, Ølberg Stranden, Vigdel Stranden und Hellestø Stranden. Auch Tromsø und Reykjavík sind schöne Ausflugsziele, welche von Bergen gut zu erreichen sind Aufgrund der Direktflüge.

Buddy-Programm

Nehmt am Buddy-Programm teil, aber erhofft euch nicht zu viel. Häufig ist ein Norweger mehreren internationalen Studierenden zugeteilt.

BSI-Friluft

Auch hier gilt fast das Gleiche wie beim Buddy-Programm. Nehmt das Angebot war, aber erhofft euch nicht zu viel. Es ist ganz nett Mitglied zu sein, um sich Equipment auszuleihen. Aber bei den eigentlich interessanten Ausflugsangeboten gilt immer „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Problem daran ist nur, dass selbst wenn man 10 min nach Erhalt der Mail sich einschreibt, man keinen Platz bekommt. Ich konnte leider nicht an einer BSI-Friluft Tour teilnehmen. Ich hab es mehrmals versucht, aber ich würde sagen, es ist leichter bei toogoodtogo eine Daily-Pot-Suppe zu bekommen als jemals bei BSI-Friluft einen Tour Platz zu bekommen.

Studienfach: M.Ed. Biologie und Deutsch

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Universitetet i Bergen

Gastland: Norwegen


Rückblick

Es gab keinerlei negative Erfahrungen. Aus kleinen problematischen Situationen konnte man lernen und generell ist es eine einmalige Erfahrung gewesen, die ich nie im Leben missen wollen würde und jedem ans Herz legen kann. Mit Bergen triffst du auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

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