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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Rijksuniversiteit Groningen


Studienfach: B.Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Rijksuniversiteit Groningen

Gastland: Niederlande

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Erste Informationen zum Erasmus+ Programm habe ich auf den Internetseiten und Informationsveranstaltungen des International Office der Uni Potsdam bekommen. Die erste Kommunikation fand über den ERASMUS-Koordinator der Uni Potsdam statt. Im April bekam ich dann die erste E-Mail von der Fakultät in Groningen.Für die Uni Potsdam musste ich ein Motivationsschreiben, ein Auszug meiner aktuellen Noten und abgeben. An die Gastuni musste ich nur das Learning Agreement before mobility schicken.

Studium an der Gastuniversität

Die Rijksuniversiteit Groningen (RUG) ist perfekt ausgestattet mit der neusten Technik und das Studiensystem ist auf dem höchsten Niveau. Die Anforderungen und Leistungsbewertung sind dementsprechend auch relativ hoch. Man muss sehr viele Articles bzw. Buchkapitel lesen und allein mit Vorlesungsfolien lernen reicht definitiv nicht aus. Teilweise werden aber die Vorlesungen aufgezeichnet, was sehr hilfreich ist. Desweiten muss man in manchen Kursen auch wöchentliche Assignments abgeben. Da es dort ein anderes Notensystem gibt, nämlich von 1-10 (mit 5,5 besteht man), ist die Umrechnung auch sehr streng. Man bekommt dort eher selten sehr gute Noten (9 oder 10). Das bedeutet, dass es sehr schwer ist eine 1 zu bekommen. Es gibt zwei Klausurenphasen in einem Semester, was meiner Meinung nach den Stress reduziert.
Das Studienklima ist sehr angenehm. In der Bibliothek im Stadtzentrum lässt es sich gut lernen. Man muss nur in den Klausurenphase mit einer Warteschlange vor dem Eingang rechnen. Es gibt aber auch noch am Zernike Campus, der Fakultätsbibliothek oder im einen der zahlreichen Cafes die Möglichkeit nachzuarbeiten oder mit Gruppen zu studieren. Genug Computer und Drucker gibt es auf jeden Fall. Das System ist sehr ähnlich wie an der Uni Potsdam. Man bekommt seine Student ID und bezahlt mit dieser. Aufladen lässt sie sich an bestimmten Stationen oder über das Internet.
Hier in Groningen habe ich zum ersten mal erfahren, was überhaupt ein echtes Studentenleben ist. Ich habe mich vom ersten Tag an super wohl gefühlt. Dadurch, dass jeder 4. Einwohner Student ist, findet man super leicht Anschluss. Ich habe insgesamt drei Einführungswochen mitgemacht. Die Kei Week für alle neuen Studenten in Groningen findet schon Mitte August statt. Man muss sich dafür über das Internet für einen kleinen Geldbetrag anmelden. Das Programm war echt toll. Es gab z.B. einen Sports Day, einen Culture Day, eine Comedy Night, Konzerte, Festivals usw. Die Woche eignet sich perfekt, um niederländische Studenten kennenzulernen.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Die zweite Einführungswoche war die ESN-Week. Das ESN-Comitee organisiert generell das ganze Jahr über Veranstaltungen. Ich habe in meiner ESN-Gruppe Freunde für das Leben gefunden. Die Woche war ähnlich organisiert wie die Kein-Week, nur etwas kleiner, was aber auch angenehm war. Hier lernt man eher internationale Studenten kennen.
Die letzte Einführung war die Fakultätseinführung. Dort haben wir viele wichtige Informationen bekommen und es gab eine Bibliotheksführung und eine Schnitzeljagd durch die Stadt.
Zu Beginn des Semesters gab es außerdem noch eine Welcoming Ceremony.
Es gibt unzählige Facebook und Whatsapp Gruppen mit neuen und alten Studenten in Groningen in denen man schon einmal vor Anreise Kontakte knüpfen kann.
Durch das breite Sportangebot vom ACLO Sportzentrum habe ich zusätzlich viele neue Studenten kennengelernt. Ich gehe später genauer darauf ein. Leider habe ich nicht viel Kontakt zu den einheimischen gehabt aber es gibt nun mal auch sehr viele Internationals, wodurch es schwerer ist die Dutchies kennenzulernen.
Ich habe einen Dutch Sprachkurs an der RUG für 200 Euro belegt. Mir wurde gesagt ich könne es später bei der Uni Potsdam einreichen und würde eventuell das Geld wieder bekommen. Es lohnt sich auf jeden Fall einen Dutch Kurs für deutschsprachige Studenten zu machen. Man bekommt danach ein A2 Zertifikat und es ist eine gute Möglichkeit neue Leute kennenzulernen.
Es gibt auch ein Buddy-Programm, was mir aber persönlich nicht geholfen hat.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenzen haben sich immens verbessert. Ich denke das lag vor allem daran, dass man gezwungen ist Englisch zu sprechen und seinen Scham mit der Zeit verliert und gegen Stolz und mehr Selbstbewusstsein eintauscht. Durch den Niederländisch Kurs habe ich die Grundlagen der Sprache gelernt.

Wohn- und Lebenssituation

Ich würde jedem empfehlen relativ früh anzufangen nach Wohnungen zu suchen. Ich habe meine WG über eine Facebook-Gruppe schon im April gefunden. Über SSH kann man sich aber auch für ein Studentenwohnheimplatz bewerben. Auch Kamernet ist eine Möglichkeit einen Wohnplatz zu finden. Hat das Semester erst mal begonnen, ist es fast unmöglich ein WG-Zimmer zu finden. Ich habe persönlich und auch von Freunden die Erfahrung mitbekommen, dass es in Groningen eher kein typisches WG-Leben gibt. Man ist eher für sich. Deswegen würde ich Studenten, die eher die Kommunikation suchen empfehlen in einem Studentenwohnheim zu wohnen. Aber auch nur, wenn man mit Gemeinschaftsküchen und Bädern einverstanden ist.
Die Miete ist schon eher gehoben. Ich habe für ein WG-Zimmer 450 Euro im Monat bezahlt. Man bewegt sich durch Groningen hauptsächlich mit dem Fahrrad, auch Fietsen genannt. Die Stadt ist relativ klein und deswegen ist man überall in weniger als 15 Minuten. Die meisten Fahrräder sind, wie vieles andere in der Stadt (bzw. in den WG’s), reparaturbedürftig. Man hört öfters das Motto „It’s fixable“. Also lasst euer Fahrrad am besten in eins der unzähligen Fahrradläden checken. Möglichkeiten Fahrräder zu kaufen sind: Fahrradmärkte, Facebook-Gruppen, Fahrradläden oder ein Fahrrad mieten. Aber aufgepasst: Das einzige gefährliche in Groningen sind die Fahrraddiebe. Also immer schön dein Fahrrad anschließen, am besten mit zwei Schlössern.
Es lohnt sich auch eine OV-Chipcard für Bus und Bahn zu kaufen. Es gibt ein gutes Busnetz in Groningen. Oft gibt es bei Kaufhäusern wie HEMA Rabatte.
Es gibt auch eine Central Trainstation von der man mit dem Zug zu anderen Städten in den Niederlanden fahren kann. Hier lohnt es sich bei den Facebook-Gruppen nach Gruppentickets zu suchen, das sie viel günstiger als die überteuerten Einzeltickets sind.
Für einige Dinge, z.B. wenn man ein Gruppenticket für die Bahn kaufen will, braucht man einen Dutch Bankaccount. Ich habe mir für ein halbes Jahr aber keinen gemacht. Meine Krankenversicherung gilt auch in den Niederlanden, weswegen ich mir hier auch keine Gedanken machen musste. Ein Arztbesuch in Groningen ist ein wenig umständlicher als in Deutschland, deswegen versucht entweder nicht krank zu werden, fahrt nach Deutschland oder lest euch vorher im Internet das Prozedere durch.
Die Lebenserhaltungskosten sind etwas gehobener als in Deutschland. Neben der Miete muss man bedenken, dass man mehr für den Einkauf im Supermarkt ausgibt und generell auch viel für Aktivitäten, Partys, Lehrbücher und Reisen. Dennoch ist die finanzielle Unterstützung durch das Erasmus+ Programm mehr als hilfreich.
Freizeitangebote gibt es in Groningen im Überfluss. Die Stadt an sich ist schnell erkundet. Empfehlenswert ist eine Besteigung des Martiniturms, das Groninger Museum und die Prinzengärten.
Wie schon erwähnt bietet das Aclo Sportzentrum für nur 60 Euro pro Jahr ein breites Angebot an Sportarten von Segeln, Rudern, Climbing zu den üblichen Team Sportarten wie Fußball, Basketball zu Poledance, Yoga, Kampfsport, Schwimmen und vieles mehr. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Auch die Mitgliedschaft bei ESN bietet unzählige Veranstaltungen wie z.B. International Dinner, Partys und Tagesausflüge in andere Städte.

Tipps

Restaurants/Bars/Cafes

  • Crossanterie Pigalle (Frühstück)
  • Mr. Mofongo
  • Drie Gezuisters
  • Moro
  • Het Concerthuis
  • Aussie Pub (jeden Montag Impro Comedy)
  • DOT
  • Huiz Maas
  • Katzencafe
  • Markt (3 x pro Woche)
  • Free Cafe (kostenloses Essen; 2 x in Groningen)

Sehenswürdigkeiten/Aktivitäten

  • Noorderplantsoen Park
  • Martinitower
  • Groninger Museum
  • Prinzengärten
  • Reitdiephafen
  • Escape Hunt
  • DOT Cinema
  • Pathe Cinema
  • Cue Action (Billard)

Studienfach: B.Sc. Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Rijksuniversiteit Groningen

Gastland: Niederlande


Rückblick

Es gab keinerlei negative Erfahrungen. Aus kleinen problematischen Situationen konnte man lernen und generell ist es eine einmalige Erfahrung gewesen, die ich nie im Leben missen wollen würde und jedem ans Herz legen kann. Mit Groningen triffst du auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich wünsche dir ganz tolle Erlebnisse und ein unvergessliches Erasmussemester!

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