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Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Schon vor dem Beginn meines Studiums an der Uni Potsdam stand für mich fest, dass ich ein Semester in Italien studieren will. Denn nach dem Abi war ich bereits für drei Monate in Rom gewesen, wo meine Faszination für Sprache, Land und Kultur Italiens entfacht wurde. Die Informationsveranstaltung von Frau Kettmann (International Office) an der Uni Potsdam habe ich daher nur für weiterführende Informationen genutzt. Im Anschluss habe ich mir Erfahrungsberichte anderer Studierende durchgelesen, die bereits in Italien studiert hatten. Meine Entscheidung ist auf Padova gefallen, weil ich in einer Kleinstadt im Norden Italiens studieren wollte. Im Anschluss folgte dann das Bewerbungsprozedere zwischen der Heimatuni Potsdam (a. International Office mit Frau Kettmann und der Koordinatorin meiner Fakultät Frau Dr. Wagner) und der Gastuni Università degli Studi di Padova. Das Bearbeiten der vielen bürokratischen Abläufe und Formulare ist zwar etwas nervig, aber es muss eben gemacht werden. In dieser Phase standen mir Frau Kettmann und Frau Dr. Wagner unterstützend und zuverlässig zur Seite.


Studienfach: Kulturwissenschaft und italienische Philologie

Aufenthaltsdauer: 10/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Università degli Studi di Padova

Gastland: Italien

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem an der Uni Padova war vollkommen anders als an der Uni Potsdam. Daher fiel es mir in den ersten Wochen schwer, passende Kurse zu finden, die mit den noch zu belegenden Kursen der Uni Potsdam korrespondieren. Das war etwas frustrierend, weil es lange gedauert hat, bis ich das Passende gefunden habe. Denn teilweise habe ich mich auch gegen Kurse entschieden, weil es zu schwierig war, die Inhalte auf Italienisch zu verstehen. In Italien ist es üblich, dass man eine Vorlesung mehrmals die Woche besucht, und daher auch mehr Punkte dafür bekommt – meist 9 ECTS. Mit den Kursen, die ich dann aber letztlich gefunden habe, war ich sehr zufrieden. Da ich für mein Zweitfach italienische Philologie Übersetzungskurse belegen musste, konnte ich einen solchen zweisprachigen Kurs in Padova belegen. Die Unterrichtssprache war also Italienisch und Deutsch. An der Uni Padova ist das Lehrsystem in Seminarstruktur unüblich. Dennoch hatte ich zwei Kurse, die in einer solchen Form aufgebaut waren. Dementsprechend war ein enger Kontakt zu den italienischen Studierenden möglich, z. B. durch gemeinsame Projektarbeiten. Im gemeinsamen Miteinander wurde mir ein hohes Maß an Unterstützung und Solidarität entgegengebracht. Die Uni in Padova ist kein Campus, sondern die einzelnen Fakultäten sind über die Stadt verteilt. Das Gleiche gilt also auch für die Bibliotheken und die sog. aule studi, das sind Räume, in denen man lernen kann. Da nicht alle Bibliotheken bis spät in die Nacht geöffnet haben, sind diese Lernräume eine Alternativmöglichkeit. Bibliotheken, die lange geöffnet haben, sind Biblioteca Ca’Borinmund die Biblioteca civica. Die Prüfungen sind meist mündliche. In meinen Kursen konnte ich auch Hausarbeiten schreiben.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Ich habe mit einer italienischen Studentin, einem italienischen Studenten und einer französischen Studentin zusammengewohnt. Die Sprache, in der wir uns zu Hause unterhalten haben, war überwiegend Italienisch, selten Englisch. Außerdem hat unser Vermieter nebenan gewohnt, den wir oft gesehen haben, und mit dem wir uns oft unterhalten haben. Er hat mir bei Fragen sehr geholfen und mir auch, als ich eine Woche mit Grippe im Bett lag, Hilfe angeboten. Denn seine Frau und sein Sohn sind Mediziner. Ansonsten habe ich zwei Übersetzungskurse belegt, die von Deutsch lernenden Italienern besucht wurden. Da wir in Gruppen Referate vorbereitet haben, bestand auch ein enger Kontakt untereinander. Wie das Potsdamer Zessko (Spracheninstitut) gibt es auch in Padova eine solche Einrichtung. Sie heißt Centro linguistico di Ateneo, kurz CLA. Hier wird eine große Bandbreite an Angeboten gestellt. Ich habe einen italienischen Theaterkurs besucht, der von einem Padovaner Schauspieler und Regisseur geleitet wurde. In einem Kurs zu mittelalterlicher Kunst wurde eine Exkursion nach Assisi angeboten. So bin ich in einer Gruppe von italienischen Studierenden mit den Professorinnen über ein Wochenende nach Umbrien gefahren und habe auch viele neue Wörter und Ausdrücke kennengelernt … und natürlich eine neue Gegend in Italien. In meiner Anfangszeit waren vor allem meine Buddystudentin und die Studentengruppe ESN hilfreiche Netzwerker, um mit anderen Erasmusstudierenden in Kontakt zu kommen. Auf diesem Wege habe ich eine finnische Erasmusstudentin kennengelernt, mit der ich Ausflüge in andere Gegenden Italiens gemacht habe, und so auch einiges Interessantes über eine Kultur und ein Land erfahren, von dem ich vorher so gar nichts wusste. Aber auch der Kontakt zu Einheimischen war mir sehr wichtig, um etwas über Italien zu erfahren, und mein Italienisch zu verbessern. Wer allerdings lieber in internationalem Umfeld mit vielen Kulturen gleichzeitig ist, kann die Angebote und Veranstaltungen von ESN (s. o.) nutzen. Für die ersten Tage des Erasmusaufenthalts sind diese sehr hilfreich, um Gleichgesinnte kennenzulernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mithilfe der eben genannten Rahmenbedingungen war es für mich möglich, täglich Italienisch zu sprechen und meinen Wortschatz ständig zu erweitern. Auch mein Hörverstehen wurde so jeden Tag trainiert. Ich empfehle, immer zu versuchen, auf Italienisch zu kommunizieren. So bauen sich möglicherweise bestehende Hemmschwellen ab und man lernt im Gespräch mit dem Gegenüber neue Wörter und Ausdrücke. Am Ende meines Aufenthalts meinte meine Buddy-Studentin zu mir, dass ich viel flüssiger mit ihr auf Italienisch spreche als am Anfang der Zeit in Padova. Neben dem direkten Kontakt zu den Einheimischen habe ich auch an einem Sprachkurs teilgenommen. Aus meiner Sicht ist das eine nette Ergänzung zum Italienischlernen, aber der direkte Kontakt zu Italienern lässt sich nicht durch einen Sprachkurs ersetzen. Wer also nicht mit Italienern zusammenwohnen sollte, aber die Italienischkenntnisse verbessern will, sollte sich einen Tandempartner suchen. Auch hier hilft das CLA (s. o.) weiter.

Wohn- und Lebenssituation

Mit meiner Unterkunft hatte ich Glück: Ich kannte eine Studentin, die im Sommersemester in Padova studierte und da ich plante, im darauffolgenden Wintersemester in Padova zu studieren, konnte ich ihr Zimmer und ihr Fahrrad übernehmen. Bei meinen ersten Kontakten mit anderen Erasmusstudierenden habe ich mitbekommen, dass die Zimmersuche sehr stressig war. Denn die meisten haben wohl vom Heimatland aus keine Wohnung gefunden und haben dann vor Ort gesucht. Meine Empfehlung ist daher: Vor dem Erasmusaufenthalt in die Stadt fahren und WG-Castings machen oder einige Tage vor dem Erasmusstart in einem B&B schlafen und auf die Suche gehen. Auch Buddy-Studierende können bei der Suche eine große Hilfe sein. Außerdem unbedingt auf facebook die ESN-Gruppe und die Erasmusgruppe des entsprechenden Jahrgangs suchen. Ich empfehle auch, die Erasmusgruppe des vorigen Jahrgangs zu suchen. Dort werden oft Zimmerangebote von Studierenden gepostet, die Padova bald verlassen. Eine weitere facebook-Gruppe heißt „cerco / offro affitti, casa, appartamento a Padova“. Daneben gibt es auch noch die Internetseite „subito“ und das SASSA-Büro, das hilft, Wohnungen zu finden, vor allem Studierendenwohnheime. Mein Vermieter hat neben unserer Vierer-WG auch noch andere Wohnungen, die er an Studierende vermietet. Bei Interesse nach seinen Kontaktdaten gern an das International Office wenden und mich kontaktieren. Ich helfe gern bei der Vermittlung.
Die öffentlichen Verkehrsmittel habe ich innerhalb Padovas sehr selten genutzt. Stattdessen hatte ich ein Fahrrad, mit dem man überall hinkommt, da Padova eine Fahrradstadt wie Potsdam ist. Achtung mit Fahrraddiebstahl! Ein sicheres Schloss wird sehr empfohlen!
Für das Geldabheben im Ausland empfehle ich (wenn nicht schon vorhanden) ein Konto bei einer Bank zu eröffnen, die kostenloses Geldabheben im Ausland ermöglicht. Neben meiner deutschen Krankenversicherung habe ich noch eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die einen Transport ins Heimatland abdeckt. Die Lebenshaltungskosten in Italien sind höher als in Deutschland. Das war mir nicht klar und daher war ich auch sehr froh über die Förderung der EU für meinen Eramusaufenthalt.
Für die Freizeitgestaltung empfehle ich, wenn ihr ein Hobby in Deutschland habt, etwas Vergleichbares in Padova zu suchen. Studieren im Ausland heißt nicht, dass man den ganzen Tag nur studiert. Man sollte auch einen Ausgleich haben und auch reisen, um die vielen Facetten Italiens kennenzulernen, die Sprache einzusetzen und um verschiedene Dialekte zu hören. Außerdem organisiert ESN (s. o.) fast jede Woche eine Veranstaltung.

Studienfach: Kulturwissenschaft und italienische Philologie

Aufenthaltsdauer: 10/2017 - 02/2018

Gastuniversität: Università degli Studi di Padova

Gastland: Italien


Rückblick

Italien ist das Land der Gelassenheit, des gutes Essens und des dolce far niente – und es gibt dort wunderschöne Orte zu bestaunen. Doch ein Erasmussemester besteht nicht aus fünf Monaten Höhenflugs. Gelegentlich funktionieren Pläne auch nicht so wie gedacht. Daher empfehle ich, sich Verbündete zu suchen und Einheimische, die bei Problemen helfen können (z. B. Buddy). Aber abgesehen davon ist ein Semester im Ausland eine tolles Erlebnis, das den Blick weitet: Auf die italienische und die eigene Kultur. Die Erfahrungen lassen einen wertschätzen, was man im eigenen Land hat, aber auch, wozu andere Länder inspirieren. Die Zeit im Ausland ist absolut keine verlorene Zeit, die einen dazu „zwingt“ die Regelstudienzeit zu überschreiten. Vielmehr ist es eine Möglichkeit, die sich in dieser Form nur innerhalb des Studiums realisieren lässt und genutzt werden sollte. Ich kann ein Auslandssemester in Padova nur empfehlen!

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