uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Persönlicher Erfahrungsbericht Turin

Als ich mein Studium (polnische und italienische Philologie) angefangen habe, war mir klar, dass ich ein oder zwei Semester im Ausland verbringen will. Nach einem Jahr in Potsdam habe ich mich dazu entschlossen Deutschland für einige Zeit zu verlassen. Zuerst wollte ich nach Warschau gehen, weil Polonistik mein Erstfach ist. Gleichzeitig habe ich erfahren, dass es möglich ist, Polonistik in Italien zu studieren. Wie ist das möglich? Die Universität in Turin arbeitet mit der Slavistik Fakultät der Universität Potsdam zusammen. Lingue straniere e Letterature Moderne heißt diese Fakultät an der Universität Turin. Dieser bietet verschiedene Sprachstudiengänge, unter andrem Polnisch. Für mich war es die beste Lösung, weil ich sowohl Polnisch als auch Italienisch studieren konnte. Als ich schon wusste, wo ich mein Erasmusaufenthalt verbringen würde, musste ich alles schnell vorbereiten. Es war eilig, da ich mich ziemlich spät beworben habe (Anfang Mai). Ich habe daraufhin mich mit der Internet Seite von der Uni Turin vertraut gemacht und da habe ich die Kurse, die mich interessierten, gefunden. Sehr schnell habe ich das Learning Agreement erstellt. Alle notwendigen Informationen habe ich per Mail von den italienischen Professoren bekommen. Von Seite der Uni Potsdam ging alles sehr schnell und ohne Schwierigkeiten, aber von der italienischen Seite aus gab es von Anfang an Verzögerungen. Leider musste ich immer sehr lange auf die Antwort warten. Als ich diese dann aber endlich erhalten habe, war sie leider oft nicht ausreichend.

 


Studienfach: B.A. Polnische und Italienische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2014 - 07/2015

Gastuniversität: Università di Turino

Gastland: Italien

Turin ist sowohl mit dem Zug als auch mit dem Flugzeug erreichbar. Ich habe mich für Flugzeug entschieden. Ich bin von Berlin nach Turin mit dem Zwischenstopp in Rom geflogen. Leider sind direkte Flüge ziemlich teuer. Für meinen Flug habe ich ca. 100€ bezahlt (inklusive Koffer 20kg). Damals wusste ich noch nicht, dass es eine andere Möglichkeit gibt, günstiger nach Turin zu kommen (nach Mailand und weiter mit Zug oder Bus).

Wohnsituation

Für den Anfang habe ich mich entschieden in einem Hotel (Ozanam, Via Foligno 14, 10149 Turin) zu wohnen, welches ich im Internet gefunden habe. Ich wollte nämlich ein Zimmer vor Ort finden. Das Hotel war ziemlich günstig aber es befand sich leider außerhalb des Zentrums und sehr entfernt von der Universität (ca. eine Stunde entfernt). Ich teilte mir ein 2-Bett Zimmer mit einer anderen Person, die vorher nicht kannte. Pro Monat habe ich 300€ bezahlt. Die Küche und das Badezimmer musste man mit Anderen teilen. Dort bin ich die zwei ersten Monate geblieben, anschließend bin ich zu einer Freundin umgezogen, die ich dort kennengelernt habe. Das war eine gute Entscheidung. In dieser Wohnung bin ich bis zum Ende meines Auslandaufenthaltes geblieben. Ich habe 350€ pro Monat bezahlt womit ich sehr zufrieden war, denn das WG-Zimmer war 30 min. von der Universität entfernt.

Studium an der Gastuniversität

Die Fakultät für Sprachen und Literatur bietet die Lernveranstaltungen vor allem in italienischer Sprache an. Die Kurse, die ich besucht habe wurden in Italienisch und Polnisch geführt. Als Erasmusstudent konnte ich selbst wählen, ob ich die Klausuren in der polnischen oder italienischen Sprache schreiben wollte. Das erste Semester war für mich viel schwieriger als das zweite, weil ich erst im Laufe des Studiums das italienische System verstanden habe. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit der Kurswahl. Als Muttersprachlerin ider polnischen Sprache konnte ich nicht viele Kurse besuchen, da das Niveau zu niedrig für mich war. Die Masterkurse waren aber gut geeignet.
Ich empfehle euch die Kurse auf Italienisch zu besuchen. Am Anfang ist das zwar ein bisschen anstrengend, aber letztendlich es lohnt sich. Dadurch lernt man die italienische Sprache wesentlich schneller. Es gibt auch Kurse auf Englisch, aber laut meiner Kommilitonen, die diese besucht haben, waren sie nicht so, gut wie die Italienischen. Die Kurse fanden dreimal pro Woche statt, nicht einmal pro Woche, wie in Deutschland. Aus diesem Grund dauert das Semester kürzer als hier. Das Wintersemester ging bis Januar. Im Februar begann schon das zweite Semester und ging bis Ende April. Im Mai und Juni hatte ich dann die Klausuren.
Die Professoren, die ich hatte, waren sehr nett und zu den Erasmusstudenten positiv eingestellt. Es gab aber ein paar Situationen, die für mich besonders anstrengend waren: sehr seltene Sprechstunden mit den Professoren, Auf E-Mails wird häufig nicht geantwortet, Termine für Klausuren wurden ganz am Ende des Semesters bekannt gegeben, allgemein störte mich oft das Chaos.
Als ich nach Italien gezogen bin, hatte ich schon ein Jahr Italienisch gelernt, was mir sehr geholfen hat. Um ein WG-Zimmer zu besichtigen braucht man schon ein wenig Italienischkenntnisse.
Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass sogar gute Englischkenntnisse in Italien nicht ausreichend sind.
Als Erasmusstudent ist notwendig den Italienisch Kurs zu besuchen. Diese Kurse fangen entweder im Oktober oder im Februar an. Es gibt verschiedene Niveaus (ab A1 bis C1). Am ersten Tag schreibt man einen Einstufungstest, der aus 4 Teilen bestand (Lesen, Schreiben, Hören und Grammatik). Der Kurs fand zweimal pro Woche statt und dauerte 1,5 Stunde. Am Ende schreibt man eine Klausur und bekommt ein Zertifikat.

Lebenssituation

Mein Aufenthalt bestand nicht nur aus lernen. Ich habe auch "la dolce vita" genossen. Wie lebt man in Italien? Auf jeden Fall ganz anders als in Berlin. Vor allem musste ich mich umstellen auf das italienische Chaos, was am Anfang schwierig für mich war. In Turin habe ich die ganze Zeit mit den anderen Erasmusstudenten und Italienern verbracht. Wir sind gemeinsam zu den Vorlesungen gegangen, wir haben gemeinsam in der Mensa den  "primo piatto" gegessen und wir haben gemeinsam am Abend "Aperetivo" gemacht. Nach den Klausuren, als ich mehr Zeit hatte, bin ich mit meinen Freunden durch das Land gereist. Im November habe ich Mailand besichtigt, Im Februar bin ich nach Spanien geflogen, im Sommer habe ich Florenz und Venedig gesehen. Die Reisemöglichkeiten sind eine der wichtigsten Vorteile des Erasmusaufenthalts.

Studienfach: B.A. Polnische und Italienische Philologie

Aufenthaltsdauer: 09/2014 - 07/2015

Gastuniversität: Università di Turino

Gastland: Italien


Rückblick

Da meine Leidenschaft das Reisen ist, bin ich sehr dankbar, dass ich so viele wunderschöne Orte sehen durfte. Ich habe eine wunderschöne Sprache gelernt und sehr viel erlebt. Die Erfahrung, die ich in Italien gesammelt habe, die Freunde fürs Leben, die ich kennengelernt habe, die Orte, die ich gesehen habe, haben mich sehr geprägt. Ich kann jedem einen Erasmusaufenthalt empfehlen, besonders in Italien!

Italien

zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Finanzierung & Stipendien

Hier finden Sie alle Informationen zur Finanzierung Ihres Auslandsaufenthaltes und zu den Stipendien.