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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Als Student der Jüdischen Studien wollte ich unbedingt einmal die Erfahrung machen, für längere Zeit in Israel zu leben und zu studieren, um so Land und Leute besser kennen zu lernen und mein Hebräisch aufzubessern. Ich sah die öffentlich aushängenden Werbeplakate für ein ein oder zwei Semester dauerndes Studium an den Universitäten Tel Aviv und Jerusalem, welche eine Hochschulpartnerschaft mit der Universität Potsdam haben. Ich entschloss mich daher, eine Bewerbung für ein Auslandssemester an der Tel Aviv University einzureichen, da ich von diversen früheren Besuchen schon vorher wusste, dass mir das Lebensgefühl in Tel Aviv sehr gut entsprechen würde. Ich schrieb also daraufhin ein Motivations– und Bewerbungsschreiben auf Englisch, woraufhin ich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch des International Office Potsdam erhielt, bei dem ich wiederum auf Englisch veranschaulichen sollte, wie ich mir mein Auslandssemester vor Ort vorstellen würde und warum genau das für meinen akademischen Werdegang erforderlich wäre. Das Gespräch verlief sehr erfolgreich und so wurde ich von der Universität Potsdam nominiert. Alle meine auf Englisch verfassten Bewerbungsunterlagen wurden daraufhin an die Universität Tel Aviv weitergeleitet und diese sandte mir die Studienzusage daraufhin per Mail zu. Als Vorbereitung nahm ich an einigen Informationsveranstaltungen des International Office teil, wo ich mich mit Studierenden unterhielt, die ebenfalls ein oder zwei Semester in Tel Aviv waren. Von vielen Leuten wurde mir von den sehr hohen Lebenshaltungskosten in Israel berichtet. Ich fing daraufhin an, so viel Geld wie möglich zu sparen, bewarb mich auf ein PROMOS-Stipendium und versuchte, Auslands-BaföG zu beantragen.


Studienfach: Philosophie / Jüdische Studien

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 04/2019

Gastuniversität:Tel Aviv University

Gastland: Israel

Leben und Alltag in Israel

 Ich schloss eine Studierenden - Auslandskrankenversicherung mit der HanseMerkur ab, die nach meiner Recherche am günstigsten und unkompliziertesten war. Ein bis zwei Monate vor meiner Abreise fing ich langsam an, mich um eine Unterkunft zu kümmern, was sich als unfassbar nervtötend und kompliziert herausstellte. Die Wohnsituation in Tel Aviv ist unglaublich angespannt, was mit Preisen einhergeht, die Berliner Verhältnisse um das Doppelte bis Dreifache übersteigen. Ein WG-Zimmer zu finden, welches ich über das gesamte Semester hinweg hätte bewohnen können, war mir leider nicht möglich, weswegen ich mich erstmal für einen Monat in einem Zimmer einquartierte, welches ich über eine der diversen Facebook-Gruppen (Long/Short term Sublet Tel Aviv, Secret Tel Aviv, Shared Apartments for rent Tel Aviv etc.) aufstöbern konnte.
Vor Ort angekommen nahm ich mir vor offiziellem Uni-Start erstmal ein paar Tage Zeit, um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln und mich um die substanziellen Organisationspunkte zu kümmern. Beispielsweise habe ich einen Handyvertrag mit HOT Mobile abgeschlossen, der zu sehr günstigen Konditionen (viel günstiger als in Deutschland) mir das Telefonieren und mobile Surfen vor Ort ermöglichte. Weil ich schon vorher wusste, dass der öffentliche Nahverkehr nur aus nicht allzu pünktlichen Bussen besteht, habe ich mir mein Fahrrad aus Berlin mitgenommen, mit dem ich die ganze Zeit durch das ziemlich fahrradfreundliche Tel Aviv fuhr. Wenn man von Berlin aus mit EasyJet fliegt, dann kostet die Fahrradmitnahme um die 50 €, was mir sinnvoller erschien, als mir vor Ort für viel Geld ein Fahrrad zu kaufen oder mich auf das nervige Bussystem zu verlassen.

Studium an der Gastuniversität

Eine Woche vor offiziellem Semesterstart organisierte das International Office Tel Aviv einen Einführungstag für alle internationalen Studierenden, an dem sie uns alle wichtigen Informationen zu den Gepflogenheiten und Abläufen an der Uni Tel Aviv (TAU) gaben und eine Campusbegehung organisierten. Man könnte vielleicht sagen, dass die organisatorischen Abläufe nicht ganz so reibungslos waren wie man sie vielleicht gewohnt ist als Studierender einer deutschen Hochschule, jedoch waren alle MitarbeiterInnen des International Office immer unglaublich zuvorkommend und hilfsbereit und konnten alle Unklarheiten oder Schwierigkeiten, beispielsweise mit dem Stundenplan, bereinigen. Die TAU ist im Vergleich zur Uni Potsdam um einiges größer und man merkt sofort, dass es sich hierbei um eine halb-private Lehranstalt handelt, da die Lehrmittel, Bibliotheken und Forschungszentren auf dem Campus einen sehr hohen Maßstab aufweisen. Der Campus ist sehr kompakt und alle Fakultäten liegen nah beieinander, wodurch ein sehr schönes und lebendiges Campusleben zustande kommt. Vor Semesterstart musste man sich anhand des eigens für internationale Studierende vorgegebenen Vorlesungsverzeichnisses seine Kurse zusammenstellen. Die Abwicklung und
Organisation übernahm auch hier wieder das International Office. Der gesamte Kurskatalog bestand aus Kursen in englischer Sprache. Wenn man aufgrund bereits vorhandener sehr gut ausgeprägter Hebräischkenntnisse Kurse auf Hebräisch besuchen wollte, konnte man das gesondert beantragen. Man sollte sich bewusst sein, dass man nur eine limitierte Anzahl und Auswahl an Kursen belegen kann, die nicht zwangsläufig auf die eigenen Forschungsschwerpunkte zugeschnitten sind. Das generelle Studienklima ist sehr viel offener und interaktiver als man es zum Teil von deutschen Hochschulen her kennt. Mündliche Mitarbeit in den Seminaren sowie die Darstellung der eigenen Meinung war sehr häufig zu beobachten und wird durch die Dozierenden aktiv gefördert. Wenn es um die Kontaktaufnahme zu einheimischen Studierenden geht, dann gilt hier wahrscheinlich genau dasselbe wie in allen anderen Ländern, in denen man gewöhnlich das ERASMUS-Programm nutzt: Viel Eigeninitiative ist gefordert. Die Menschen vor Ort haben natürlich ihren ganz normalen Alltag und sind in ihre routinierten Abläufe und Freundeskreise eingebunden, weswegen sie nicht unbedingt auf von außerhalb kommende Studierende warten. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, zu den häufig stattfindenden Veranstaltungen, Partys und Themenabenden zu gehen, bei denen man immer sehr viel in Kontakt mit neuen Leuten kommt. Ansonsten ist die International Community auch sehr groß an der Uni, sodass man zwangsläufig immer viel mit anderen Austauschstudierenden in Kontakt kommt. An der TAU gilt eine strenge Anwesenheitspflicht, sodass man nach dreimaligem Fernbleiben bereits sanktioniert wird. Dafür ist die Benotung der Kurse um einiges freundlicher und leichter als an deutschen Universitäten, sodass man sehr gute Chancen hat, mit erstklassigen Noten abzuschließen. Von Seiten der Uni werden auch verschiedene Hebräischkurse (genannt Ulpan) auf unterschiedlichen Niveaus und auch Fortgeschrittenen-Arabischkurse angeboten, die viel weniger kosten, als an privaten Tel Aviver Sprachschulen. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Sprachkurse viermal pro Woche stattfinden und zwar um 08:30 Uhr, was für den einen oder anderen vielleicht zur Belastung werden könnte.

Studienfach: Philosophie / Jüdische Studien

Aufenthaltsdauer: 09/2018 - 04/2019

Gastuniversität:Tel Aviv University

Gastland: Israel


Rückblick

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Auslandssemester an der Universität Tel Aviv enorm viel gebracht hat und ich auf sehr vielen Ebenen extrem viel gelernt habe - sich einen Alltag in einem anderen Land aufzubauen, die sehr vielschichtige und komplexe Kultur Israels zu verstehen und sich die vielen tiefen Ambivalenzen, die dieses Land ausmachen, noch klarer vor Augen zu führen. Auch Dank des PROMOS-Stipendiums hatte ich zusätzlichen finanziellen Spielraum, um diese einmalige Erfahrung in vollen Zügen zu genießen. Deshalb würde ich allen sehr ans Herz legen, sich auf dieses Stipendium zu bewerben.

Israel

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