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Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Von dem Erasmus+ Programm habe ich über Freunde erfahren, die schon ein Erasmus-Semester absolviert hatten und mir empfohlen hatten es auch zu tun. Außerdem, wurde mir im Rahmen meines Studiums für Anglistik und Amerikanistik ans Herz gelegt ein Auslandssemester zu absolvieren. Ich besuchte daraufhin die Informationsveranstaltung zum Erasmus+-Programm und fand, dass der Bewerbungsprozess übersichtlich und nicht zu kompliziert war. Für mich kam, wegen meines Studiums, nur ein englischsprachiges Land in Frage, wobei ich die Wahl zwischen Großbritannien und Irland hatte. Ich habe mich schließlich für Irland entschieden, wo leider, in meinem Fachbereich, nur eine Partner-Universität angeboten wird, die Maynooth University. Ende Februar ließ mich mein Erasmus-Koordinator wissen, dass ich einen Platz an der Maynooth University bekommen habe. Von da an lief alles reibungslos. Die Gastuniversität ließ mich immer per E-Mail wissen, wann ich Unterlagen abzugeben hatte. Außerdem waren sie sehr zuvorkommend und hilfsbereit und haben uns bei der Wohnungssuche viele Tipps gegebent. So gestaltete sich der Bewerbungsprozess bei der Maynooth University sehr einfach und unkompliziert.


Studienfach: Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Maynooth

Gastland: Irland

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem war übersichtlich. Mir wurde per E-Mail ein Link zugeschickt wo und wann ich meine Kurswahl treffen kann. Die Leistungsanforderungen lagen zwischen 5 und 7,5 ECTS. In jeder Lernveranstaltung erklärte der Dozent was für Leistungen zu erbringen sind. Jedoch ist die Leistungserbringung für internationale Studenten, die nur für das Wintersemester an der Universität sind etwas anders als für die restlichen Studenten. Das Semester endet normalerweise Ende Januar, für die internationalen Studenten, die nicht das ganze akademische Jahr da sind, endet es jedoch schon Mitte Dezember. Warum das so ist, wurde mir jedoch nie erklärt. Anstatt die Prüfungen im Januar zu schreiben, mussten wir in den meisten Fällen ein Essay bis Mitte Dezember abgeben. Allgemein war das Studienklima und die Betreuung sehr angenehm. Sowohl die Dozenten, als auch die Verwaltungsmitarbeiter oder die Studentenorganisation waren sehr offen und haben uns mehr als einmal ans Herz gelegt, dass wir uns im Falle von Fragen oder Problemen uns jederzeit an sie wenden können. Die Bibliothek war gut ausgestattet. Außer während der Prüfungszeit hatte ich nie Probleme einen Platz an einem Computer oder woanders zu finden. Die Bibliothek war sogar teilweise bis 2 Uhr nachts geöffnet. Der Campus bietet weitere Möglichkeiten zum Lernen oder zum Mittag- oder Abendessen. Ich würde die Bar der Student Union empfehlen, dort gibt es nicht nur gutes Essen, sondern auch Getränke, wie Bier oder Cider zu einem günstigeren Preis als in anderen Pubs.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Der Kontakt zu anderen internationalen Studenten gestaltete sich sehr einfach. Durch die Orientation Week, die vor Semesterbeginn stattfand und vom International Office organisiert wurde, gab es viele Möglichkeiten andere internationale Studenten kennen zu lernen. Es war zwar auch nicht schwer einheimische Studenten kennen zu lernen, jedoch war es etwas schwieriger diesen Kontakt zu halten. Meiner Meinung nach ist das nicht ungewöhnlich; als internationaler Student kommt man in ein fremdes Land und sucht natürlich als erstes Anschluss. Am schnellsten findet man diesen bei anderen internationalen Studenten, die in der gleichen Situation sind. Einheimische Studenten haben meistens schon ihre Freundeskreise, Familie und Nebenjobs mit denen sie beschäftigt sind. Allerdings, waren alle Iren, die ich getroffen habe, sehr offen und herzlich. Es war nie schwierig eine Unterhaltung zu führen, wenn man sich auf dem Campus getroffen hat. Am leichtesten war es einheimische Studenten kennen zu lernen, wenn man Studentenclubs beitrat. Von denen gibt es viele an der Maynooth University und jeder Club freut sich über neue Mitglieder.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da meine Sprachkompetenz schon vor dem Aufenthalt ein gutes Level hatte, konnte ich keinen großen Unterschied bemerken. Jedoch, fühle ich mich jetzt in meiner Sprache sicherer und empfinde meinen Sprachfluss auch als flüssiger.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich hatte meine Unterkunft erst vergleichsweise sehr spät gefunden und zwar Mitte August, also einen Monat bevor das Semester los ging. Einige der anderen Erasmus-Studenten hatte schon 4 bis 5 Monate zuvor eine Unterkunft gefunden. Ich hatte mein Zimmer in Maynooth über die Facebook-Gruppe gefunden, die uns die Gastuniversität empfohlen hatte. Dort trat ich in Kontakt mit einem Mädchen, das noch ein Zimmer in ihrer Unterkunft übrig hatte und mich für das freie Zimmer an den Vermieter weiter empfohlen hatte. Ich war sehr glücklich über meine Unterkunft, die ich mir mit drei anderen Erasmus-Studenten teilte. Mein Vermieter war der netteste Vermieter, den ich jemals hatte. Er war sehr auf unsere Bedürfnisse bedacht und hat alles mögliche getan, damit wir uns in seinem Haus so wohl wie möglich fühlen.

Meine Unterkunft war 20 Minuten Fußweg von der Universität entfernt. Die Mieten in Irland sind verglichen mit Deutschland etwas teurer. Ich habe für mein 12 m² Zimmer 530€ gezahlt, dazu kamen dann noch Strom- und Gaskosten. Ich habe über das Semester viele Studenten kennen gelernt, die mehr für ihre Unterkunft zahlen mussten, vor allem die Studentenwohnheime fand ich überraschend teuer.

Die Verkehrsanbindung in Maynooth war angenehm, es fuhren regelmäßig Busse und Züge nach Dublin. Von Dublin aus konnte man auch viele andere Städte und Orte in Irland anfahren. Auf Dauer sind die öffentlichen Verkehrsmittel zwar ein bisschen teuer, aber wenn man sich eine Leap Karte holt, zahlt man etwas weniger- auch nicht mehr als 5€ am Tag oder 20€ in der Woche.

Allgemein, war es in Maynooth nicht schwer eine Beschäftigung zu finden. Da die Maynooth University sehr viele Studentenclubs hat, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich bin dem Badmintonclub, dem Trampolinclub, der Disney-Society und der IESN-Society, die regelmäßig Trips in Irland organisiert haben, beigetreten. Außerdem hat die Studenten-Gewerkschaft der Maynooth University wöchentlich Veranstaltungen geplant, wie Quiz- oder Bingo-Nächte, Karaoke-Wettbewerbe, Open-Mic-Nights und viele andere Veranstaltungen.

Studienfach: Anglistik/Amerikanistik

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: University of Maynooth

Gastland: Irland


Rückblick

Ich hatte eine wundervolle Zeit in Irland und kann jedem, der die Maynooth University für ein Auslandssemester in Betracht zieht, diese nur wärmstens empfehlen. Allerdings, rate ich jedem sich rechtzeitig um eine Unterkunft zu kümmern. Maynooth ist die einzige Universitätsstadt in Irland und ist zudem nicht sehr groß, das heißt die verfügbaren Zimmer sind schnell vergriffen. Ich habe viele Studenten kennen gelernt, die außerhalb von Maynooth untergekommen sind und täglich den Bus nehmen mussten. Nun hört sich das nicht allzu schlimm an, aber man muss jedes Mal für den Bus zahlen, was nach einiger Zeit doch sehr teuer ist. Außerdem, fahren sie nicht die ganze Nacht durch, wenn man also unter der Woche in Maynooth abends weggehen möchte, muss man sich entweder um einen Schlafplatz in Maynooth kümmern oder schon um halb 12 nach Hause fahren.

Des Weiteren, empfehle ich auch bei der Wohnungssuche vorsichtig zu sein. Freunde von mir hatten einen Vermieter, der die Miete für das ganze Semester im Voraus verlangt hat und das Haus war für acht Bewohner viel zu klein und zu dreckig; was dazu geführt hat, dass sich alle im Laufe des Semester eine neue Unterkunft gesucht haben.