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Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Im Dezember 2016 hatte ich mich beim Erasmus- Koordinator der Geoökologie für einen Erasmus- Austausch nach Cork, Irland beworben. Nach der Zusage fand die Kontaktaufnahme mit der Gastuniversität ebenfalls über den Erasmus-Koordinator statt. Das University College Cork führt die Auslandsstudenten mit regelmäßigen Emails durch den Anmeldeprozess, wodurch man kaum etwas verpassen kann.


Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 05/2018

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland

Studium an der Gastuniversität

Die UCC hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Besonders die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vieler Professoren war verblüffend. Bei meiner Kurswahl konnte ich relativ unbeschränkt im Rahmen des Modulhandbuches für 'Visiting Students' wählen. Da ich mir so viele Module wie möglich anrechnen lassen wollte, habe ich meine Kurswahl schon vor dem Auslandsaufenthalt mit dem Prüfungsausschuss der Geoökologie abgesprochen. Für mich ergab sich daraus ein bunter Mix aus vielen Bereichen von Environmental Science über Geography zu Applied Mathematics. Im Modulhandbuch der UCC kann man alle Informationen über benötigte Vorkenntnisse für Module finden, aber meiner Erfahrung nach, war es aber kein Problem einen Kurs zu bekommen, wenn man ihn gerne haben wollte.Im Bereich der Umweltwissenschaften, dem ich zumindest offiziell angehört habe, wird der Fokus besonders auf aquatische Systeme und Management gelegt, wobei sie das Angebot hier in den nächsten Jahren noch stark ausbauen wollen.

Wenn man an praktischer Feldarbeit interessiert ist, empfiehlt es sich möglichst früh die zuständigen Professoren anzuschreiben, weil diese meist schon im September mit der Planung und Reservierung von Plätzen beginnen, auch wenn die Exkursion erst im nächsten Sommer stattfindet. Da man die Kurse für das zweite Semester erst im Dezember wählt, sollte man nicht erst die Zulassung für das Modul abwarten bis man sich beim Professor erkundigt.

Die UCC bietet zahlreiche Clubs und Societies an, die eine Vielzahl von sportlichen sowie sozialen Aktivitäten abdecken. Die UCC fördert sehr stark, dass man auch außerhalb der Uni sozial aktiv ist und auf viele Studenten mit gleichen Interessensgebieten trifft. Am Anfang des Semesters kann man sich bei unbeschränkt vielen Clubs & Societies einschreiben, wo man nachfolgend per Email über weitere Veranstaltungen informiert wird. Besonders den Mountaineering Club kann ich empfehlen, der jeden Sonntag eine Wanderung zu einem Berg in Irland veranstaltet. Die International Society bietet Wochenendreisen zu den größeren Städten Irlands an, die man sich jedoch auch sehr einfach selber organisieren kann. Ebenfalls sehr empfehlen kann ich die Choir Society sowie die Animal Welfare Society. Allgemein sind sowohl Clubs als auch Societies gut geeignet, um viele neue Freunde zu gewinnen.

Während des Semesters hatte ich deutlich mehr für die Uni zu tun als in Deutschland, da man viele Zwischenprüfungen in Form von Essays oder Tests hat, die teilweise viel Vorbereitungszeit benötigen. Das Niveau der Vorlesungen empfand ich als niedriger als in Deutschland. Man sollte versuchen mehr Kurse aus dem 3. oder 4. Jahr zu nehmen, wenn man Neues lernen möchte. Es ist dafür leichter gute Noten zu bekommen und besonders durch das viele Schreiben auf Englisch und die strickten Zitiervorschriften habe ich viel gelernt. Zwei Wochen vor den Endprüfungen gibt es dann keinen Platz mehr in den Bibliotheken, weil sich viele Iren dort komplett einnisten. Die Endklausuren selber laufen anders ab als in Deutschland, da man meist zwei Fragen in der Klausur in Form eines Essays beantworten muss.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Besonders durch die Erasmus- Einführungswochen (insgesamt 2 Wochen vor dem Start der Uni) habe ich erst einmal sehr viele internationale Studenten kennengelernt. Viele Freunde haben mich dadurch von der ersten bis zur letzten Woche in Irland begleitet. Über meine irischen Mitbewohner, sowie meinen Sport und meine Module hatte ich jedoch auch das Glück, Freundschaften mit irischen Studenten zu schließen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Bevor ich nach Irland gegangen bin, dachte ich mein Sprachniveau wäre schon ganz gut, aber während des Jahres habe ich nochmal überraschend viel gelernt. Manche Iren haben doch einen sehr starken Akzent und benutzen einen anderen Wortschatz, wo es sehr Spaß macht sich reinzuhören. Besonders die vielen Essays in der Uni zwingen einen sich wirklich sehr intensiv mit der Sprache auseinander zu setzen.

Wohn-  und Lebenssituation

Die wenigsten irischen Studenten der UCC kommen aus Cork und fast alle leben entweder in selbstgegründeten Wohngemeinschaften oder im Studentenwohnheim. Durch die zahlreichen internationalen Studenten (~1000), von denen Erasmusstudenten ungefähr die Hälfte ausmachen (>500), sind Wohnheimplätze und auch sonstige WG-Zimmer sehr gefragt und schnell vergeben. Wenn man auf der sicheren Seite sein und definitiv einen Wohnheimplatz bekommen möchte für das Wintersemester, sollte man sich ab Anfang März mit der Suche beschäftigen. Ich habe aber auch zahlreiche Erasmusstudenten kennengelernt, die bei Ankunft in Cork noch keine Unterkunft hatten und innerhalb von den ersten Wochen dann noch eine Wohnung gefunden haben. Allgemein sind Wohnheim- und WG-Zimmer meist deutlich teurer als in Potsdam, wofür das Erasmus-Geld wirklich nützlich ist.

Ich habe im Wohnheimkomplex 'Brookfield Village' gewohnt, welches aus zahlreichen kleinen Häusern besteht mit 4er- oder 8er- WGs. Die Häuser sind gleich neben der Uni gelegen, zum Stadtzentrum braucht man etwa 20Gehminuten. Mein Wohnheimzimmer war nicht riesig und auch etwas altmodisch eingerichtet, aber der Platz war ausreichend und die Lage war einfach sehr praktisch. Zudem war der Komplex sehr grün und sehr ruhig gelegen, wodurch ich ihn immer wieder wählen würde. Das Verhältnis aus Iren und internationalen Studenten war ungefähr ausgeglichen in den Häusern. Die meisten Wohnheime haben sehr strenge Regeln, was ich am Anfang unglaublich merkwürdig fand. In meiner Zeit in Irland habe ich aber gemerkt, dass irische Studenten gerne jugendlich eskalieren, weshalb es diese Beschränkungen gibt.

Für Aktivitäten in Cork ist ein Fahrrad hilfreich. Die Wege sind doch meist weitläufiger als man denkt. An den Linksverkehr und die kleinen Steigungen gewöhnt man sich dabei auch sehr schnell. Da der Winter in Cork sehr mild ist, kann man auch das ganze Jahr über fahren. Wenn man jedoch ein Problem mit nasser Kleidung haben sollte, empfiehlt sich eine Regenhose.

Zum Bereisen des Landes gibt es zahlreiche Busunternehmen. Die Natur in Irland, besonders an der Westküste ist sehr berauschend, weshalb man sich definitiv ein wenig Zeit zum Reisen nehmen sollte. Die Lebenshaltungskosten waren für mich (ausgenommen von der Miete) nicht höher. Das Mensaessen ist deutlich teurer, weshalb ich viel mehr selber gekocht habe. Im Supermarkt sind die Preise für Obst, Gemüse und andere Grundnahrungsmittel mit denen in Deutschland vergleichbar.

Studienfach: Geoökologie

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 05/2018

Gastuniversität: University College Cork

Gastland: Irland


Rückblick

Ich kann jedem sehr empfehlen ins Ausland zu gehen, weil es einfach eine Zeit ist, wo man unglaublich viel über sich selbst lernt. Auch wenn ich sowohl viel Positives als auch Negatives an der irischen Lebenskultur gefunden habe, waren es genau die Unterschiede zu meinem bisherigen Leben, die meinen Horizont erweitert haben. Ich bin davon überzeugt, dass man durch einen Auslandsaufenthalt mit einer neue Universität, einer neuen Kultur, neuen Freunden und einer neuen Lebensweise nur gewinnen kann.