Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Über den Mailverteiler der europäischen Medienwissenschaften erfuhr ich von der Möglichkeit, ein Auslandssemester zu machen. Nachdem ich die verfügbaren Kooperationen recherchiert hatte, wählte ich auf der Basis der dort angebotenen Kurse und für mich interessanten Städte drei Optionen aus, die ich in meinem Bewerbungsschreiben darlegte. Mein Favorit war dabei der Studiengang „Communication rédactionelle dediée au multimedia“ an der Universität Paris Nanterre. Die dort angebotenen Kurse zu finden kann anfangs etwas knifflig sein, im Endeffekt kann aber durch ein Such-Tool der jeweilige Studiengang und die exakten Kurse der Module und auch die Zulassungsoption für Erasmus-Studierende erfragt werden. Die Auswahl der Kurse verändert sich dabei nicht, sondern ist für die Master-Semester 1-4 fest vorgegeben. Hier der Link zum konkreten Studienprogramm:https://formations.parisnanterre.fr/fr/catalogue-des-formations/master-lmd-05/information-communication-master-JWQFSQAC/communication-redactionnelle-dediee-au-multimedia-crdm-JXBKOU7T.html. Nach der Zulassung zum Erasmus+-Programm durch den Erasmus-Koordinator meiner Fakultät setze sich sofort das International Office mit mir in Kontakt und bot neben den gut sortierten Online-Informationen auch Webseminare an, die Schritt für Schritt auf dem administrativen Prozess begleiteten. Dieser verläuft einerseits an der Heimat- und der Gastuni. Die Heimatuniversität nominiert die Studierenden, die sich dann jeweils nochmals an der gewünschten Universität bewerben müssen – jedoch nicht auf dem klassischen Weg, sondern meist durch ein extra Formular, das einen vereinfachten Ablauf garantiert. Die Universität Nanterre schrieb mich dazu zwei Monate vor meinem geplanten Start per Mail an und ich musste über ein Online-Formular meine persönlichen und akademischen Daten angeben. Dem beigefügt wird ein Passfoto,eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses, ein entsprechendes Sprachzertifikat und eine Kopie der Sozialversicherungskarte, die im Regelfall für den ganzen europäischen Raum gilt. Nach Beendigung der Bewerbung musste ich außerdem über die Website des Studiengangs die zuständige Koordinatorin (Marta Severo) finden, die auch für Erasmus-Studierende zuständig ist. An sie schickte ich mein „learning agreement before the mobilty“, damit sie es unterzeichnen konnte. Hier war die Kommunikation etwas erschwert, da ich anfangs an eine fachfremde Erasmus-Koordinatorin verwiesen wurde, die mir keine Fragen beantworten oder offizielle Dokumente unterzeichnen konnte. An eine Sache musste ich mich hier relativ schnell gewöhnen: Die Antworten ließen meistens lange auf sich warten und erst zwei Tage nach offiziellem Studienbeginn war überhaupt klar, welche der angebotenen Seminare ich als Erasmus-Studentin belegen konnte – im Endeffekt nämlich alle des Studienganges.


Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/20 - 01/21

Gastuniversität: Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Die erste Hälfte meines Wintersemesters, die ich vor Ort verbringen konnte, lief relativ geordnet ab. Die Kurse waren ähnlich eines Schulstundenplans strukturiert, sprich zwischen ihnen ergaben sich keine Leerläufe, sondern meist nur 15min Pausen. Da meine Seminare größtenteils im selben Gebäude stattfanden, reichte diese Zeit aus. Die Organisation der Kurse an französischen Universitäten teilt sich in sogenannte TDs (travaux dirigés) und TPs (travaux pratiques) auf. Während erstere eher Vorlesungen oder größere Seminare sind, meinen zweitere praktische, teils auch Projektarbeiten. Da ich Teil eines relativ kleinen, praxisorientierteren Masters mit insgesamt 15 Studierenden war, hatte ich vor allem TP-Kurse. Die Gestaltung des Unterrichts läuft dabei dennoch relativ konträr zu deutschen Seminaren, wie ich sie kennengelernt hatte, ab. Überwiegend halten die Dozierenden mit der Hilfe von Power-Point-Vorlagen Vorträge, Fragen können häufig erst am Ende gestellt werden und Diskussionen werden eher weniger initiiert und sind den französischen Studierenden gleichzeitig auch als Unterrichtsform weniger bekannt. Dennoch wird das selbstständige und das Arbeiten in Gruppen extrem gefördert. Besonders merkte ich das durch die wöchentlichen Aufgaben, die ich in jedem Seminar erhielt. Weil die angewandte Prüfungsform eine sogenannte „control continue“ war, gab es keine abschließenden Examen. Viel mehr wurden die Noten aus allen einzelnen Leistungen zusammengerechnet, die über das Semester hinweg gesammelt wurden. Das führte zu einem immensen Workload: Es ging weniger darum, Texte zu lesen, sondern viel mehr um journalistisches Schreiben, das Vorbereiten und Halten detaillierter Präsentationen, das Erstellen von Analysen, Homepages oder Kommunikationskonzepten. Mit insgesamt acht Seminaren, die ich belegte, kann man zur Präsenzzeit also mit einem zusätzlichen Aufwand von im Durchschnitt zwei Stunden pro Woche und Seminar rechnen. Die Anforderungen erschienen mir deshalb quantitativ höher als qualitativ. Hinsichtlich der Qualität fand ich die Inhalte beinahe aller Kurse extrem spannend, weil sehr konkrete Themenfelder angesprochen wurden und auf das spätere Berufsleben vorbereitende Aufgaben gestellt wurden. Gleichzeitig fiel mir auf, dass seitens der Dozierenden eher allgemein gehaltenes Feedback zu den eingereichten Aufgaben kam. Dies spiegelte sich meines Erachtens auch in dem Verhalten der französischen Studierenden wider, die teilweise eher auf das Einhalten von Fristen als auf die Inhalte der Abgaben achteten. Die Bewertung war dennoch relativ streng: Das französische Notensystem hat einen Rahmen bis zu 20 Punkten, wobei 19 oder 20 Punkte so gut wie nie vergeben werden. 16 Punkte können vergleichsweise zum deutschen Notensystem als eine 1,0 gerechnet werden, 10 Punkte bedeuten das nötige Minimum, um den Kurs zu bestehen. Wichtig zu wissen ist auch, dass in der Uni generell Präsenzpflicht herrschte. Im Regelfall muss also bei Fehltagen/stunden ein Attest eingereicht werden, wer häufiger als drei Mal pro Kurs fehlt, fällt durch. Das Studienklima würde ich generell als freundlich bezeichnen, wobei dies stark von den jeweiligen Dozierenden abhing. Waren einige sehr leicht erreichbar, hatten Verständnis für individuelle Problematiken und freuten sich über Anregungen, nahmen andere hingegen wenig Rücksicht auf meine anfänglichen Sprach- oder Orientierungsprobleme. Dennoch war besonders zu Ende des Semesters, als es um die Form einzelner Abgaben ging, beachtlich, welche Dialogbereitschaft sich sowohl mit einzelnen Dozierenden als auch den Studierenden vor allem die Koordinatorin des Studiengangs bewies. Auch wenn hinsichtlich der administrativen Prozesse einiges an Eigenrecherche nötig ist, empfand ich die Betreuung insgesamt als gut. Beispielsweise wurden an Erasmus-Studierende Erinnerungsmails zu Einschreibungsprozessen verschickt oder innerhalb des Unisystems geholfen, richtige Ansprechpartner*innen zu finden. Während des corona-bedingten Übergangs auf Online-Lehre fiel mir auf, wie schnell sich die Dozierenden adaptierten und dass mehr Verständnis für Studierende gezeigt wurde, die beispielsweise technisch bedingte Schwierigkeiten hatten oder extra Unterstützung benötigten.Der Campus Nanterre liegt circa 20min vom Stadtkern Paris‘ entfernt und scheint wie ein kleiner Ausflug in eine etwas entschleunigtere Welt. Der Campus ist tatsächlich ein Studiengelände im klassischen Sinn: Alle Fakultäten, Bibliotheken, Sportgelände, Studienwohnheime und Büros befinden sich dort. Hinsichtlich der technischen Ausstattung kann ich leider aufgrund der äußeren Situation nicht viel sagen, aber sowohl Bibliotheken als auch Computerpools waren trotz Pandemie regelmäßig geöffnet, wenn auch mit beschränkter Besucherzahl. Das Studienklima an der Universität Nanterre zu beschreiben fällt mir etwas schwer: Durch die Corona-bedingte Distanz und das Tragen von Masken kamen außerhalb meiner Kurse keine besonderen Kontakte zustande. Dennoch scheinen die Studierenden untereinander sehr verbunden, freundlich und hilfsbereit zu sein. Vor allem im Umgang mit meinen Studienkolleg*innen konnte ich das merken: Sie fragten regelmäßig nach, ob ich ihre Notizen bräuchte, ob ich Aufgabenstellungen verstanden habe, integrierten mich in gemeinsame Projektarbeiten oder bestärkten mich, wenn ich die Parole ergriff oder eigene Ansätze präsentierte. Besonders unterstütze mich eine andere Studentin, die wahrscheinlich zu Anfang bemerkte, dass ich überfordert war. Sie nahm mich direkt innerhalb der ersten Woche „an die Hand“ und half mir sowohl, mich mit den Uni-Strukturen vertraut zu machen als auch mit der Stadt selbst. Mit ihr hatte ich auch während des ganzen Aufenthalts viel Kontakt und konnte so eine gute Freundin gewinnen. Auch andere einheimische Studierende lernte ich kennen, jedoch eher über Freundeskreise, als an der Universität selbst. Dort hatte ich teilweise das Gefühl, dass es mir durch die Schnelligkeit und unter anderem Akzente in der französischen Sprache schwerfiel, in spannende Unterhaltungen einsteigen zu können. Vor allem Studierende, die bereits selbst im Ausland waren oder mehrere Sprachen beherrschten (die meisten Französ*innen sind nämlich sehr nationalbezogen, was das angeht), konnten meine Situation und auch Sprache gefühlt besser verstehen und auch hier konnte ich intensive, langanhaltende Kontakte knüpfen. Was die vom Erasmus-Team angebotenen Aktivitäten anging, hielt ich mich eher zurück, da ich mich nicht unbedingt wieder in deutschen Bubbles finden wollte (was im Endeffekt durch meine Wohnsituation trotzdem passierte). Dennoch lernte ich über ein Erasmus-Treffen eine italienische Erasmus-Studentin kennen, mit der ich eine gute Freundschaft entwickeln konnte. Auch die für ausländische Studierendende angebotenen Sprachkurse können ein guter Ort sein, um auf Gleichgesinnte aus der ganzen Welt zu treffen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Bereits vor meinem Auslandsaufenthalt hatte ich durch mein Schul-Französisch ein Sprachniveau von C1 erreicht – eigentlich. Tatsächlich merkte ich aber beim Ausfüllen des OSL-Sprachtests, den man im Rahmen des Erasmus-Vertrags ausfüllen muss, dass meine Sprachkenntnisse ganz schön eingerostet waren. Um mich in meinen Kursen besser zurecht zu finden, belegte ich parallel einen Französisch Oral-Kurs an der Universität Nanterre. Diese Kurse sind kostenlos und werden auch als kreative Schreibkurse, rein schriftliche und grammatikalische und als Kurse für Gespräche im Bereich Kultur und Gesellschaft angeboten. In den ersten Wochen hatte ich einige Schwierigkeiten, die Dozierenden zu verstehen. Das lag einerseits an der Mund-Nasen-Bedeckung, andererseits an der Schnelligkeit der Sprache oder verschiedenen Dialekten und Akzenten. Helfen kann dabei aber die Orientierung an den Präsentationen, die parallel an die Tafel geworfen werden. Zudem kann man immer darum bitten, dass langsamer gesprochen wird oder bestimmte Begriffe erklärt werden und sich etwas dadurch beruhigen, dass die Seminare eher vom Monolog der Dozierenden als von vielen Redebeiträgen der Studierenden leben. Bewusst sein muss man sich aber gleichzeitig, dass gewisse Sprachkenntnisse hier nötig sind: Die meisten Französ*innen beherrschen nur wenig oder gar kein Englisch. Nach einigen Wochen des Eingewöhnens fiel es mir immer leichter, meine Dozierenden zu verstehen. Vor allem im Universitäts-Bereich gleichen einige Wörter dem Englischen oder Deutschen und sind deshalb leichter verständlich. Eine größere Herausforderung stellten für mich jedoch manchmal Gespräche mit Kommiliton*innen dar, in denen Umgangssprache oder Abkürzungen verwendet wurden. Auffallend leicht fiel mir hier der Umgang mit Studierenden, die selbst schon im Ausland waren oder mehrere Sprachen beherrschten – denn diese wussten, dass ihre Sprache schwer zu verstehen sein kann und gaben sich Mühe, langsamer und verständlicher zu reden. Der alltägliche Umgang mit Französ*innen, lange Abendgespräche mit meinen Freund*innen und das Halten eigener Präsentationen im Unterricht bestärkten mich nach und nach und ich war überrascht, wie schnell sich das eigene Sprachverständnis adaptieren konnte. Meines Empfindens nach habe ich jetzt ein gutes C1-Level, das aber vor allem im Bereich der Alltagskonversation sehr gestärkt wurde.

Wohn- und Lebenssituation

Über die deutsche Plattform wg-gesucht fand ich mehrere Wohnungsanzeigen, die über Monsieur René Brunner liefen. Bereits in anderen Berichten hatte ich von ihm gelesen, und auch hier in Paris mehrere Erasmus-Studierende getroffen, die bei ihm zur Untermiete wohnten. Monsieur Brunner ist ein sehr freundlicher Mensch, der sich auf die Vermietung an v.a. deutsche Studierende konzentriert hat und den ich als Kontaktperson zur Wohnungssuche sehr empfehlen kann. Die von ihm angebotenen Wohnungen sind meist relativ zentral in Paris, man lebt dort mit anderen Austauschstudierenden oder Praktikant*innen, die relativ rege wechseln. Auf die Konstellation vor Ort hat man also keinen Einfluss, aber besonders ist, dass man sehr selbstbestimmt leben kann – Monsieur Brunner ist nicht vor Ort und die Wohnungen und ihre Räume können nach eigenem Geschmack gestaltet werden. In Paris, wo man als Student häufig „bei jemandem“ wohnt und sich an die Hausregeln anpassen muss, ist das selten. Auf Basis der Anzeige kontaktierte ich Monsieur Brunner, der auch Deutsch spricht, und erkundigte mich nach Gegebenheiten der Wohnung und der Umgebung. Er war sehr aufgeschlossen und hilfsbereit und sicherte mir zu, mir das Zimmer zu reservieren, bis ich mich entschieden hatte. Außerdem gab er mir die Nummer einer Bewohnerin, die ich vorab auch kontaktieren konnte. Die Wohnung selbst liegt im 18ieme Arrondissement, ist mit drei Zimmern knapp 60qm2 groß und das von mir bewohnte Zimmer war 12qm2 groß und hatte ein eigenes Bad. Für monatliche 750 Euro erscheint dies im Vergleich zu Berliner Mieten enorm, ist aber für Pariser Verhältnisse und die Lage normal. Die Wohnräume sind zwar spärlich eingerichtet, jedoch mit allem, was man braucht: Einem kleinen (!) Einzelbett, einem Schreibtisch mit viel Stauraum, einer Kommode/Regal und einem Schrank. Nachdem ich mich für die Wohnung entschieden hatte, ließ ich ihm den nötigen Papierkram zukommen: unterschriebener Mietvertrag, Bürgenschaft, Personalausweis-Kopie, eine Kaution, Kopie des Dauerauftrags. Wichtig zu wissen ist, dass er eine Haftpflichtversicherung fordert, die in meinem Fall bspw. im Rahmen meiner ausländischen Krankenversicherung durch den DAAD abgedeckt war. Für 69 Euro/Monat ist man durch eine Kooperation des DAAD mit der Continental gegen Krankheits-, Unfall- und Privathaftpflichtrisiken abgesichert. Mehr Infos dazu hier: www.daad.de/de/im-ausland-studieren-forschen-lehren/stipendien-finanzierung/daad-versicherungen/versicherung-im-ausland/. Diese Versicherung besteht zusätzlich zu der deutschen Krankenkassenversicherung, die europaweit gilt, aber häufig beispielsweise nicht die Rückkehrkosten im Falle eines Unfalls abdeckt. Ich würde raten, Kontakt mit der eigenen Krankenkasse aufzunehmen, diese hinsichtlich einer zusätzlichen Auslandsversicherung zu fragen und den Preis mit dem des DAAD zu vergleichen. Für die Bankgeschäfte reicht es vollkommen aus, eine Kreditkarte zu haben, ein Pariser Konto muss nicht eröffnet werden. Außerdem wird fast überall, teilweise sogar auf dem Markt, mit Karte gezahlt und Bargeld wird deshalb wenig verwendet. Was die öffentlichen Verkehrsmittel angeht, empfiehlt es sich, einen „Pass Navigo“ zu erstellen. Dies geht über folgende Seite: www.jegeremacartenavigo.fr/souscription/commande_de_carte/presentation. Je nachdem, wie lange man in Paris bleibt und wie häuig man mit der Bahn fährt, kann man dort die verschiedenen Optionen abwägen. Es gibt einen Pass, der auf Studierende ausgerichtet ist und für ein Jahr gilt. Da ich für einen geringeren Zeitraum vor Ort war, wählte ich die Möglichkeit, meine Karte für monatlich circa 60 Euro aufzuladen. Damit war der Transport innerhalb der ganzen Stadt und der Regionen drum herum möglich. Nachdem die Identität online über die Seite bestätigt wird, kann man nach einem Abholpunkt an einer Metro in der Nähe gesucht werden. Dort bekommt man seinen „Pass Navigo“, kann ihn von den Mitarbeitenden direkt aufladen lassen und das dann an den Ticketautomaten jeden Monat selbst wiederholen. Das Pariser Bahnnetz ist relativ gut angeschlossen und leicht verständlich, zur Orientierung hilft die App „RATP“. Wichtig zu wissen: Um von einer Metrolinie zur nächsten zu kommen, müssen häufig unterirdisch lange Wege gegangen werden, die meist nicht barrierefrei sind! Da ich zur Zeit der Corona-Pandemie in Paris war, wirkte sich dies natürlich auf meine Freizeitaktivitäten und Lebensunterhaltungskosten aus. Generell kann ich aber empfehlen, sich ein „Velib-Abo“ zu besorgen, mit der Fahrräder, die überall in der Stadt Aufladestationen haben, ganz einfach genutzt werden können. Auf diese Weise kann man die Stadt gut auf eigene Faust erkunden. Was die Lebensunterhaltungskosten angeht, muss mit deutlich mehr Ausgaben gerechnet werden: Kostete mein normaler Wocheneinkauf in Berlin 20-25 Euro, muss man hier mit circa 40 Euro rechnen. Gut zu wissen ist, dass die Supermarktketten hier stark im Preis variieren: Wer sparen möchte, sollte am besten zu G20, Lidl, LeaderPrice oder Monoprix gehen. Teurer sind Franprix oder Carrefour. Unbedingt zu empfehlen ist der Gang auf einen der vielen Wochenmärkte, wo man für unter 5 Euro eine Wochenladung Gemüse, Obst und Gewürze bekommen kann. Was Weizenprodukte angeht, lohnt sich immer der Besuch beim Boulanger: Die Qualität ist hier fast durchgehend super, Baguettes und Croissants kosten meist 1,20 Euro und aufwendigere Patisserien circa 1,50-2 Euro. Empfehlen kann ich vor allem croissantes aux amandes, die innen eine Mandelfüllung und eine etwas kompaktere Form als übliche Croissant haben. Bei Kaffee in einem klassischen Bistro muss man aufpassen: Ein Milchkaffee oder Cappuccino kann hier schon mal 6-7 Euro kosten. Besser ist es, einen „Cafe alongé“ zu bestellen, ein verlängerter Espresso, und dazu nach einem Kännchen Milch zu fragen. Ansonsten gibt es auch einige specialty-coffee Läden in Paris, bei denen ein Flat White/ Cappuccino mit Milchalternative circa 4-5 Euro kostet.

Studienfach: Europäische Medienwissenschaften

Aufenthaltsdauer: 09/20 - 01/21

Gastuniversität: Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich


Rückblick

Mein Tipp an euch: Am Anfang nicht den Kopf in den Sand stecken! Die ersten Wochen können ganz schön energiezerrend sein – neue, turbulente Umgebung, eine unbekannte Sprache, andere Studienanforderungen. Ich rate allen Studierenden deshalb, gerade in der Anfangszeit besonders auf sich Acht zu geben und bei Problemen offen auf Dozierende, Administration oder andere Studierende zuzugehen. Auch Kontakte über die Erasmus-Community können hilfreich sein, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen möchte. Um sich mit der Sprache vertraut zu machen, hilft es, Radio France zu hören. Empfehlen kann ich den Podcast „Le quart d’heure“ (https://www.radiofrance.com/actualite/le-quart-dheure-le-podcast-dinformation-de-radio-france) , in dem in 15min jeden Wochentag aktuelle gesellschaftspolitische Ereignisse angesprochen werden. Generell wird auch das Ankommen erleichtert, wenn man sich bereits einige Wochen zuvor in französische Medien und Nachrichten einliest und hört. Wer außerdem gerne laufen geht, sollte sich darauf einstellen, dass Paris nicht so viele Grünflächen hat wie beispielsweise Berlin und die meisten Routen über große Straßen und Asphalt führen. Aber auch hier kann man in Wälder wie den boît de vincennces oder de boulougne ausweichen oder am besten morgens an der Seine entlang. Um tatsächlich auch die Stadt kennenzulernen (und weil die Wohngebäude auf dem Universitäts-Campus wirklich ziemlich klein und die Gegend relativ dröge ist), ist ein Zimmer in Paris selbst auf jeden Fall sinnvoller als in Nanterre zu bleiben – das hängt natürlich auch letztendlich von den finanziellen Mitteln ab. Definitiv informieren sollte man sich auch über das sogenannte CAF, eine Art Wohngeld, das die Miete erleichtern kann.

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