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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Université de La Réunion



Studienfach: MA. Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2018

Gastuniversität: Université de la Réunion

Gastland: Frankreich

Vorbereitung des Auslandaufenthalts

Die Kontaktaufnahme der Université de La Réunion erfolgte über Frau Varatchia, die in Saint-Denis die Verantwortliche für die Erasmus-Studenten ist. Bis ich endlich auf La Réunion war hatte ich bestimmt zehnmal Austausch mit Frau Varatchia, um organisatorisches zu klären. Der Prozess war sehr unstrukturiert geregelt. Geduld ist also gefragt. Mein Learning Agreement habe ich zum Beispiel erst unterschrieben zurückbekommen, als ich schon vor Ort war. Am Ende hat aber trotzdem alles gut geklappt. Um den Flug sollte man sich früh kümmern, da es sonst sehr teuer werden kann. Recht preisgünstig sind Flüge mit French Blue von Paris aus oder mit Condor über Mauritius. Falls man im Anschluss an das Auslandssemester noch reisen möchte, ist zu bedenken, vorab mögliche Impfungen durchzuführen und den Reisepass, wenn nötig, zu verlängern oder zu beantragen.

Studium an der Gastuniversität

Zunächst muss man sich über die Website der Uni die Kurse heraussuchen, die man absolvieren möchte. Alle meine Kurse, die ich gewählt habe, durfte ich auch belegen. In diesem Punkt ist die Uni recht flexibel. Vor Ort hatten wir zunächst zwei oder drei Wochen Zeit, uns die Kurse anzuschauen bevor wir sie belegen mussten. Generell wird man mit den administrativen Angelegenheiten aber allein gelassen. Das Niveau der Uni ist weit entfernt vom europäischen Standard. Abweichungen gibt es je nach Studiengang. Die meisten Leute an der Uni sind sehr nett und hilfsbereit. Erasmus-Studenten gibt es jedes Jahr viele, sodass sich kein Professor wundert, wenn man in den Kursen auftaucht. Die Ausstattung der Uni ist eher schlecht, aber auch das variiert je nach Studiengang. In diesem Jahr hat sich eine Studentenorganisation gegründet, die sich um die Austauschstudenten kümmert. Diese Gruppe hat sich sehr viel Mühe gegeben und einige Ausflüge und Partys organisiert. Herauszuheben ist der SUAPS, die Sportorganisation der Uni. Für wenig Geld kann man über den SUAPS von Tauchen über Fußball bis Yoga sämtliche Sportarten ausprobieren. Ein unschöner Punkt ist, dass die Uni leider aus „Sicherheitsgründen“, fast einem Gefängnis gleicht. Jegliche Partys werden um 22:00 Uhr unterbunden. Ein weiterer Grund, sich vielleicht nicht im Studentenwohnheim einzuquartieren. Trotzdem ist jeder auf seine Kosten gekommen. Die Insel ist ein Paradies und unglaublich abwechslungsreich: wir sind viel gewandert, waren tauchen und haben am Strand unser Wochenende verbracht.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Mit den ausländischen Studierenden kommt man stets schnell in Kontakt, so auch auf La Réunion. Was hier anders ist: auch mit den einheimischen Studierenden ist es überaus einfach in ein Gespräch zu kommen. Es herrscht in der Uni eine sehr lockere, entspannte und offene Stimmung. So kommt es sogar häufiger vor, dass man von einheimischen Studierenden interessiert angesprochen wird.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Mein Französisch hat sich stark verbessert. Zwar spricht man in der Erasmus-Gruppe eher Deutsch oder Englisch, trotzdem hat man viele Möglichkeiten sein Französisch zu verbessern. Der Französischkurs, der von der Uni angeboten wird, ist sehr gut. Zu Beginn des Semesters wird man in drei Niveaustufen aufgeteilt und hat dann zweimal die Woche einen Kurs. Außerdem ist es zu empfehlen, sich eine Freundesgruppe zu suchen, in der nur französisch gesprochen wird. Das hat mir sehr viel gebracht. Auch mit den einheimischen Studenten kommt man schnell in Kontakt.

Wohn- und Lebenssituation

Im Normalfall bekommen zunächst nur die Studenten einen Platz im Studentenwohnheim, die für ein Jahr dort bleiben. Jedoch gibt es viel mehr Plätze und selbst am Ende gab es noch freie Wohnungen. Deswegen lohnt es sich, auch wenn man zunächst eine Absage erhalten hat, mehrfach nachzufragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Ich habe recht schnell eine andere Wohnung gefunden. Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich schnell darum kümmert. Die Erasmus-Studenten haben zwischen 300 € und 550 € für ihre Zimmer bezahlt. Das Studentenwohnheim ist zwar günstig und für vier Monate auch in Ordnung, hat aber auch Nachteile. Man kann keinen Besuch empfangen, teilt sich die Küche mit einer ganzen Etage und ist ein bisschen „eingesperrt“. Auch mit einheimischen Studenten kommt man dort nicht in Kontakt, da es ein eigenes Wohnheim für Austauschstudenten gibt. Die Lebenshaltungskosten sind höher als in Deutschland. Wenn jedoch Obst und Gemüse auf dem Markt gekauft werden und ein bisschen auf die Preise geachtet wird, fällt dies nicht ins Gewicht. Das Freizeitangebot ist riesig. Die Insel ist abwechslungsreich wie ein ganzer Kontinent. Leider ist das Busnetz nicht das Beste. Für diejenigen, die ein Jahr bleiben, lohnt sich vielleicht der Kauf eines Autos. Ansonsten haben wir uns oft ein Auto geliehen. Die „Ol-vas Location“ ist bezüglich des Preises unschlagbar, die Qualität ist dafür aber auch recht bescheiden.

Studienfach: MA. Verwaltungswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2017 - 12/2018

Gastuniversität: Université de la Réunion

Gastland: Frankreich


Rückblick

Müsste ich mich nochmal entscheiden, würde ich erneut mein Auslandssemester auf La Réunion absolvieren. Es ist zwar mühevoller und teurer als ein Auslandssemester in Europa, dafür aber auch exotischer. Die Natur, die Früchte und das Essen, aber auch die kreolische Kultur sind einmalig. So hatte ich die Chance einen ganz neuen Teil der Erde zu erkunden und eine andere Lebensweise kennenzulernen. Zuviel möchte ich gar nicht verraten. Am besten erkundet ihr die Insel selbst, sie ist traumhaft schön!

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