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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Université Paris Ouest Nanterre La Défense


Studienfach: B.Ed. Französisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: Université Paris Ouest Nanterre La Défense

Gastland: Frankreich

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Die Université Paris Nanterre verlangte keine unüblichen Dokumente. Es wurde klar nach bestimmten Unterlagen gefragt. Das Learning Agreement before the mobility kann man relativ halbherzig ausfüllen, da man erst an der Uni genauen Einblick in das System, die Verfügbarkeit von Kursen und den Inhalten (wobei hier auch nicht immer) bekommt. Der Großteil der Aufenthaltsvorbereitung wurde von der Wohnungssuche eingenommen. Da man erst sehr spät Antwort von CROUS de Versailles, dem dortigen Studentenwerk, erhält, ist es ratsam, sich so früh wie möglich auf Wohnungssuche zu begeben. Die Erasmuskoordinatorin Vorort war bis Ende August im Urlaub und somit nicht erreichbar. Weitere Kontaktdaten waren zunächst nicht zu finden. Der Vorschlag für ein Zimmer in Cergy Pontoise kam eine Woche vor Abreise, nachdem eine Kommilitonin, die ebenfalls noch auf Wohnungssuche war, und ich für zwei Wochen ein Airbnb anmieteten. Zuvor setzten wir uns mit Angeboten auf Appartager, La Carte des colocs sowie WG Gesucht (auch hier wird man teilweise fündig) auseinander, wobei das größte Hindernis war, dass wir die Zimmer nicht besichtigen konnten. Wir machten hier auch Erfahrungen mit Betrügern; Insofern sei darauf aufmerksam gemacht, dass man immer nach Ausweisdokumenten o. ä. zur Absicherung nachfragen und auch darauf bestehen sollte.

Studium an der Gastuniversität

Die Einschreibung in die Kurse erfolgte nicht online, sondern handschriftlich. Bürozeiten sowie Ansprechpartner finden sich kaum im Internet, sodass man sich auf einen Ämterlauf in der Universität einstellen konnte. Man bekam schnell den Eindruck, dass die Leute dort oft nicht wissen, wofür sie selbst oder ihre Kollegen zuständig sind. Für die Einschreibungen bei den Sprachkursen (FETE genannt) ist es wichtig, so früh wie möglich da zu sein, da alles nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst“ abläuft. Man bekam zwar zugewiesene Zeiten aufgrund der alphabetischen Reihenfolge der Nachnamen, allerdings sollte man diese ignorieren und zu den frühesten Zeiten kommen, da Kurse bereits gestrichen waren, als Studierende ankamen, deren Nachnamen mit S beginnen. An der Uni erfuhren wir außerdem, dass sich CM (Vorlesungen) und TD (Seminar) nicht getrennt voneinander belegen lassen. Das Studienklima ist allgemein sehr angenehm, wenn man von den bürokratischen Hürden absieht. Die Anforderungen sind unterschiedlich hoch und richten sich nach den jeweiligen Dozenten, die meiner Erfahrung nach sehr positiv darauf reagierten, als ich ihnen erzählte, ich sei Erasmusstudent. Es ergibt wirklich Sinn, die Dozierenden zu Beginn darüber zu informieren, da sie alles nochmals genau erklären, Tipps geben und auch mit sich über zu erbringende Leistungen reden lassen. Am guten Willen der Koordinatoren scheitert die Hilfe auf keinen Fall, als vielmehr daran, dass sie nur ungenügend informiert sind. Häufig erhielten wir leider widersprüchliche Angaben. Die technische Ausstattung der Universität ist was die Druckmöglichkeiten anbelangt sehr schlecht: Es ist teuer zu drucken und dauert auch sehr lange, da nur wenige Geräte zur Verfügung stehen. Die Seminarräume sind alle mit Beamern sowie Festrechnern ausgestattet. Die Bibliothek verfügt über eine gute Sammlung und im System findet man sich recht schnell zurecht. Die Mitarbeiter hier sind auch überaus hilfsbereit und suchen mit, wenn man etwas nicht findet.

Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Nanterasmus organisiert über das ganze Semester hinweg immer wieder Veranstaltungen, bei denen man neue Leute kennenlernen kann. Natürlich ist das vor allem am Anfang sehr hilfreich. Hauptsächlich lernt man hier Studierende aus aller Welt kennen, aber nur wenige Einheimische. Die Uni bietet allerdings mit ihrem umfangreichen Sportangebot, das auch nur 35€ im Semester kostet, gute Möglichkeiten, um sich mit Franzosen anzufreunden. CROUS selbst bot in der Résidence auch ein paar Mal Kennenlernabende an.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich trat den Aufenthalt mit dem Niveau B2 an und kam mit dem Niveau C1 zurück. Vor allem mein Hörverständnis verbesserte sich merklich.

Wohn- und Lebenssituation

In Paris angekommen, erhielt meine Kommilitonin nach Rücksprache mit der Koordinatorin ein Angebot für ein Zimmer in der Résidence de Clichy, die ebenfalls von CROUS verwaltet wird. Dort war es der Sekretärin möglich, auch mir ein Zimmer bereitzustellen, da sie die Begründung sofort verstand, dass Cergy zu weit von der Université Paris Nanterre entfernt wäre. Davon ausgehend, ergibt es wirklich Sinn, direkt in den Wohnheimen von CROUS nachzufragen, ob Zimmer frei sind (Adressen der Wohnheime findet man auf der Website von CROUS), da sich das Studentenwerk selbst anscheinend nicht in der Verantwortung sieht, Anrufe oder Mails zu beantworten. Allgemein erweckt CROUS den Eindruck, seinen Zweck, nämlich Studierenden zu helfen, völlig zu verfehlen – eine Annahme, die sich in den Kommentaren bei Google Maps bestätigt. Zu den Dokumenten, die CROUS anfordert, gehört auch ein Nachweis über den Wohnort der Bürgenden, wobei Ihnen hier eine Stromrechnung o. ä. genügt. Des Weiteren wird nach einer Studienbescheinigung der Gastuniversität, die man bei der ersten Informationsveranstaltung erhält (eine vorläufige bekommt man per Post zugesendet, sobald der Platz an der Uni sicher ist), einem Einkommensnachweis der Bürgen sowie dem RIB verlangt. Letzteres ist eine Art Info zu dem französischen Bankkonto. Auf ihr finden sich u. a. die IBAN und BIC. Das Konto eröffneten wir bei LCL, da uns diese Bank von Kommilitonen empfohlen wurde. Hier lässt sich auch eine Assurance multirisque abschließen, die ebenfalls von CROUS angefordert wird (warum auch immer werden ausländische Versicherungen nicht akzeptiert). Die Kontoführungskosten betrugen 0,08€ monatlich und die Versicherung noch einmal 6,50€ im Monat. Bei der Aktivierung der Kredit-/EC-Karte (carte bleue), muss zunächst Geld von dem Konto abgebucht werden, damit man welches einzahlen kann (ja, auf dem Konto ist anfangs kein Geld, was bedeutet, dass man ins Minus geht). Das Konto ist notwendig, weil auf dieses die Kaution (zwei Monate nach Auszug) und das CAF (Wohnungsgeld) überwiesen wird. Auf CAF hat man prinzipiell Anspruch, wenn man an einer französischen Universität immatrikuliert ist und der Vermieter dort registriert ist (was häufig zutrifft und bei CROUS vollkommen). Das Geld wird ab dem dritten Monat gezahlt (Monat des Antrags und der darauffolgende entfallen). Bei einer Miete von 537€ (Studio: möbliertes Zimmer mit Küchenzeile und Bad) erhielt ich ca. 330€ monatlich. Die Antragsstellung ist wie alles, was in Frankreich mit Bürokratie verbunden ist, an sich einfach, wird aber schnell kompliziert, weil die Bearbeitenden die Dokumente anscheinend immer wieder mal verlieren, um sie dann neu anzufordern. Das Online-System von caf.fr funktionierte auch nicht immer, da es die hochgeladenen Dokumente manchmal löscht. Dafür antwortet der Service innerhalb von 2-3 Tagen auf Mails. Das Zimmer war in einem überaus guten Zustand, da das gesamte Gebäude völlig neu war (ungefähr im Mai 2017 eröffnet). Ein Bett mit Matratze, zwei Tische, zwei Stühle, Handtuch- und Toilettenpapierhalter sind vorhanden. Besonders hervorzuheben ist die Aussicht aus der achten Etage: Ich konnte den Eiffelturm sowie das Finanzviertel La Défense bewundern. Es gab zwei Waschmaschinen sowie zwei Trockner, die jeder nutzen konnte (Waschen 3€, Trocknen 1€). Die Bezahlung funktioniert über die kontaktlose Bezahlung, die mit der Carte d'Izly (Studentenausweis) oder auch einer Kreditkarte möglich war. Ikea befand sich ziemlich weit weg. Man sollte sich also einen Tag mit gutem Wetter für die Fahrt aussuchen. Es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten: Carrefour City, Lidl, E.Leclerc und Casino befinden sich in einer Entfernung von maximal 10 min Fußweg. Ein paar Spätis gibt es auch. Des Weiteren befinden sich in unmittelbarer Nähe ein kleiner Park und ein Sportplatz. Die Metrostation Mairie de Clichy (hier gibt es auch eine Post mit Geldautomat) der Linie 13 ist innerhalb von 10 min zu Fuß zu erreichen und der Bahnhof Clichy Levallois innerhalb von 10-20 min (je nach Verkehr) mit dem Bus. Von dort aus fährt eine Linie direkt zur Uni. Außerdem erreicht man vom Bahnhof aus La Défense oder auch Versailles. Eine weitere Station ist der Gare de Saint-Ouen (10-15 min Fußweg), von dem aus eine Regionalbahn fährt. Direkt am Wohnheim ist eine Bushaltestelle, von der eine Linie fährt, und weitere befindet sich ca. 3 min Fußweg entfernt; Von dort fahren drei Linien. Die Filiale von LCL befindet sich bei dem Rathaus von Clichy, wo man auch weitere Banken und Versicherungen findet. Ein Kopiergeschäft befindet sich auf halbem Weg zur Metro. Des Weiteren bietet die Gegend zahlreiche Friseursalons. Das Ticket ImagineR kostet 35€. Mit ihm erreicht man die gesamte Île-de-France. Man unterschreibt einen Einjahresvertrag, kann diesen aber mit einer Bestätigung der Abreise (wird vom International Office ausgestellt) vor Ablauf kündigen. Die Alternative ist der Pass Navigo für 75€. Diesen muss man selbst immer wieder aufladen. Bei ImagineR wird das Geld monatlich vom französischen Bankkonto eingezogen. Bis das Ticket da ist, vergehen ungefähr 1-2 Wochen. Die Verträge erhält man an den Infoschaltern in den Bahnhöfen. Paris ist nicht gerade günstig, weshalb man für Aktivitäten genügend Geld einplanen sollte. Allerdings hat die Stadt sehr viele kostenlose kulturelle Möglichkeiten zu bieten: Der Eintritt in die staatlichen Museen ist unter 26 Jahren frei. Darunter fallen der Louvre, das Musée d'Orsay, das Chateau de Versailles usw. Günstige Bars und Restaurants finden sich vor allem bei Châtelet Les Halles (California Avenue oder Flam's bspw.) und im Quartier Latin (Le Nouvel Institut usw.). Die Restaurantkette Pizza Pino bietet Studierenden je nach Standort einen Rabatt von 30-50% von Mo-Fr. Man kann also auch für relativ wenig Geld etwas unternehmen, wenn man nur weiß, wo. Möglichkeiten zum Feiern gibt es reichlich. Die Clubs bieten ähnliche Aktionen in Form von Gästelisten wie in Berlin, sodass der Eintritt nicht allzu teuer wird (umsonst oder zwischen 10 und 20€). Jeden Mittwoch ist der Eintritt ins Café Oz (eins ist bei Châtelet) bis 1 Uhr frei.

Studienfach: B.Ed. Französisch und Geschichte

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 01/2018

Gastuniversität: Université Paris Ouest Nanterre La Défense

Gastland: Frankreich


Rückblick

Paris bietet ein überwältigendes kulturelles Angebot, sodass es sich in jedem Fall lohnt, ein Semester hier zu verbringen. Auf der gesamten Île-de-France kann man viel entdecken, so auch das Disneyland, welches mit dem RER zu erreichen ist. (Die neue Show zum 25th Anniversary ist klasse – sollte man gesehen haben.) Des Weiteren lohnt sich mindestens ein Besuch im Château de Versailles und seinen Gärten mit den anderen Schlössern. Die Bürokratie der Universität und von CROUS kann sehr nervenaufreibend sein, weshalb ich prinzipiell dazu raten würde, andere Universitäten für den Aufenthalt in Betracht zu ziehen. Jedoch lernt man, diverse Hürden zu meistern und bei Anträgen immer dran zu bleiben.

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