uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Erasmus+ Erfahrungsbericht - Institut Catholique de Paris (ICP)


Studienfach: B.A. Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 01/2017 - 05/2017

Gastuniversität: Institut Catholique de Paris

Gastland: Frankreich

Vorbereitung des Auslandsaufenthalts

Die jährliche Frist für die Bewerbung zum Auslandsaufenthalt, in Verbindung mit der Erasmusförderung, ist an der Universität Potsdam Ende Januar, sowohl für das kommende Wintersemester als auch das darauffolgende Sommersemester. Im Zuge dessen habe ich ausreichend Vorbereitungszeit gehabt, da ich erst im darauffolgenden Sommersemester mein Auslandsstudium angetreten habe. Das International Office der Universität Potsdam bietet vor Antritt des Erasmusprogrammes mehrere Informationstreffen an. Diese sind für alle Fragestellungen, von Anerkennung von Studienleistungen über Beurlaubung und Auslandskrankenversicherung, sehr informativ gewesen. Nachdem ich eine Zusage von der Erasmus-Koordinatorin meiner Fakultät für ein Auslandsstudium in Paris erhalten habe, habe ich mich einige Monate später noch einmal direkt online beim Institut Catholique de Paris beworben. Die Bewerbungsmaske ist selbsterklärend und es werden keine anderen Unterlagen gefordert, als welche die bei der ersten internen universitären Bewerbung in Potsdam erforderlich waren. Nachdem ich auch hier eine positive Rückmeldung erhalten habe, habe ich einen regelmäßigen Kontakt mit dem International Office des Institut Catholique de Paris gepflegt. Bei organisatorischen Fragestellungen sind sie stets ansprechbar gewesen.

Studium an der Gastuniversität

Nicht alle Kurse, welche ich auf meinem zu Beginn erstellten Learning Agreement angegeben habe, haben letztendlich auch während des Sommersemesters stattgefunden. Aber während der Einführungswoche wird einem mit Rat und Tat bei Seite gestanden. Im Zuge dessen habe ich sehr gute Alternativen gefunden. Jedoch ist zu beachten, dass sich Kurse überschneiden können, wenn Kurse sowohl im ersten, zweiten und dritten Bachelorjahr besucht werden. Auch kann sich der Stundenplan wöchentlich ändern. Aber durch den Zugriff auf „ICP Formation“ - formation.icp.fr -  hat man ausreichend davor Kenntnis erhalten, um Plannungssicherheit zu besitzen. Ich habe sowohl Kurse auf Englisch als auch auf Französisch besucht, mit dem Ziel mir alle Kurse direkt an der Universität Potsdam erfolgreich anrechnen zulassen. Die Bewertung erfolgt von der Punktskala 1-20, wobei ab 10 Punkten bestanden wird. Erfahrungsgemäß ist ein mindestens Bestehen mehr als machbar. Das Studienklima ist eher vergleichbar mit einem Schulklima. Die Kurse sind sehr klein und die Dozenten kennen ihre Studierende mit dem Vornamen. Dies hat besonders den Einstieg erleichtert, da ich sie auch jederzeit per Mail bei Fragen kontaktieren konnte. Eine Umstellung ist aber die Unterrichtsweise gewesen. Die meisten Kurse bestanden aus Frontalunterricht von zwei bis vier Stunden. Dabei ist es empfohlen, alles genau zu notieren. Bei vier Stunden stellt das eine kleine Herausforderung dar. Im Nachhinein werden keine Präsentationen oder anderweitige Notizen von den Studenten bereitgestellt.
Aufgrund des privaten Status der Universität, besaß sie einen überdurchschnittlich hohen Mitarbeiterpool. Im Zuge dessen halfen immer sofort Mitarbeiter verständnisvoll und kompetent bei Fragestellungen weiter. Der Hauptcampus ist vor wenigen Jahren erst aufwändig saniert werden. Der Campus setzt sich aus traditionellen sowie modernen Elementen zusammen. Das Institut Catholique besitzt mehr als fünf Bibliotheken und viele moderne Aufenthaltsräume mit eigenen Küchen. Bei den Bibliotheken sind die Öffnungszeiten bei einer Zeit von lediglich 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr sehr gewöhnungsbedürftig. Die Ausstattung mit neuen Produkten von Apple stellt eine gute Voraussetzung für das Studium dar. Generell sind auch in Paris alle Bibliotheken am Sonntag als auch zu Feiertagen geschlossen

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Das Institut Catholique de Paris hat zu Beginn des Semesters eine Einführungswoche für alle ausländische Studierende veranstaltet. Auf Grund dessen sind hier die ersten Freundschaften entstanden. Andere Freundschaften sowie Bekanntschaften habe ich vor allem durch mein Wohnheim und den Besuch des französischen Sprachkurses erhalten. Dabei ist das Kennenlernen von ausländischen Studierenden sehr bereichernd gewesen. Im hiesigen Semester sind vor allem Studierende aus den USA, Italien und Taiwan da gewesen. Aber auch Studierende aus Deutschland, Schweiz, Tschechien, Polen, Südkorea und Rumänien habe ich kennengelernt. Durch den Besuch von Kursen als einzige Erasmusstudentin, aufgrund meines Studienganges, habe ich viele einheimische Studierende kennengelernt. Ferner habe ich durch die Teilnahme am internen Handballtraining der Universität viele einheimische Studierende kennengelernt. Dadurch konnte ich direkt meine Sprachkenntnisse vertiefen als auch weniger bekannte touristische Ziele kennenlernen. Vor allem bei Fragen rund um das Studium und anderen Hilfestellungen sind die einheimischen Studierende überdurchschnittlich hilfsbereit gewesen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor dem Auslandsaufenthalt habe ich mehrere Jahre Französisch in der Schule gelernt. Seitdem habe ich kein Französisch mehr gesprochen oder gehört, lediglich gelesen. Ich bin mit einem „schlechten“ B2 Niveau hin und verlasse Paris mit einem „sehr guten“ B2 Niveau. Mittelfristig ist mein Ziel, dass Niveau auf C1 zu erreichen, um die DALF Prüfung ablegen zu können. Ich empfehle vor Beginn zur Auffrischung der Sprachkenntnisse die französischen Sprachkurse der Universität Potsdam wahrzunehmen. Mit soliden Kenntnissen wird hier zu Beginn einiges erleichtert.

Wohn- und Lebenssituation

Das Institut Catholique de Paris bietet mehrere Plätze im Wohnheim „Residence Citeaux Crous“ im 12. Arrondissement an. Dabei kann man sich direkt vorher über die Universität bewerben. Allerdings erhält man die Zusage erst zwei Monate vor Anreise. Deswegen sollte sich auch um Alternativen umgeschaut werden. Mit viel Geduld und Recherche ist es durchaus möglich auch verhältnismäßig billigen Wohnraum zu finden. Ich empfehle eine Monatskarte –  Pass Navigo – zuzulegen. Dabei kauft man sich einmalig eine Karte für fünf Euro, die jeden Monat mit 75 Euro aufgeladen wird. Dafür kann man sehr weitläufig in Paris und Umgebung unterwegs sein. Sonst gibt es auch an vielen Ecken Fahrradstationen, wo sich Fahrräder ausgeliehen werden können. Als Alternative empfehle ich ein Wochenticket von Montag bis Sonntag für 22,80 Euro oder eine 10er Karte für 10,90 Euro. Mit einer Kreditkarte, beispielsweise von der DKB, können problemlos Bankgeschäfte vorgenommen werden. Ein französisches Konto ist erst für die Anmeldung des CAF erforderlich. Dabei stellt sich die Eröffnung eines Auslandskontos als relativ unkompliziert dar. Ich habe zudem neben meiner regulären Reiseversicherung eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Im Internet gibt es dazu genügend Informationsmaterial. Aber auch das DAAD bietet Pakete in Form von Auslandskrankenversicherungen an. Die Lebenshaltungskosten variieren nach dem eigenen Lebensstil. Aber besonders in Bezug auf die höheren Lebenshaltungskosten bei Lebensmittel, empfehle ich dafür um 1/3 bis 2/3 mehr einzuplanen, als es in Deutschland der Fall ist. Dafür sind die Kulturangebote sehr preisgünstig. Die meisten Museen sind für Europäer unter 26 Jahren kostenlos und die meisten Kinos, Theater und Opern besitzen einen sehr freundlichen Studentenrabatt. In Paris kann gut und schnell viel Geld ausgegeben werden, aber auch wenn man auf sein Geld achtet, kann gut in Paris gelebt werden. Auf Grund seiner Geschichte besitzt Paris unglaublich viele Museen und Parks, wo bei jeder Wetterlage ein Teil der Freizeit verbracht werden kann. Zudem besitzt Paris unglaublich viele weniger bekannte, aber nicht umso schlechtere Theater, Kino und Opern. Falls doch mal gearbeitet werden muss, kann ich die Bibliothek Mazarine äußerst empfehlen. Die Jahreskarte hierfür kostet 15 Euro, wobei auch eine einmalige kostenlose Karte für eine Woche beantragt werden kann. Selbst nach fünf Monaten habe ich in Paris noch nicht alles gesehen, aufgrund der Masse an Möglichkeiten und Angeboten. Zukünftigen Studierenden kann ich mit auf den Weg geben, sich in den zahlreichen universitären Initiativen und Gruppen des Institut Catholique de Paris zu engagieren. Der Vorteil einer kleinen privaten katholischen Universität ist der wirklich enge Kontakt der Dozenten mit den Studierenden. Auf ausländische Studierende wird sehr viel Rücksicht genommen. Als besonders bereichernd fand ich, dass im Universitätsleben eine Inklusion von geistig beeinträchtigten Studierende stattfindet. Zudem kann ich die Beantragung des staatlich finanzierten Wohngeldes – CAF – äußerst empfehlen. Jedoch sollte die bürokratische Hürde einem bewusst sein, aber es ist einen Versuch wert. Die Universität bietet auch ein Job Forum an, wo nach Bedarf studentische Jobs vermittelt werden. Ich habe zufällig durch einen Dozenten meiner Universität einen Job als „Nanny“ bei der Familie einer Professorin für Germanistik erhalten, um einmal wöchentlich mit ihren beiden Kindern Deutsch zu sprechen.

Studienfach: B.A. Politik, Verwaltung und Organisation

Aufenthaltsdauer: 01/2017 - 05/2017

Gastuniversität: Institut Catholique de Paris

Gastland: Frankreich


Frankreich

Zurück zur Länderseite

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier