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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

In der Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes hatte ich als Studentin des integrierten Studiengangs der Universität Potsdam und der Universität Paris Nanterre große Unterstützung von meiner Koordinatorin Frau Lechner. Aufgrund ihrer Erfahrung der vergangenen Studiengänge brauchten wir nur die vollständigen Bewerbungsunterlagen bei ihr einreichen. Sie hat dann alles Weitere veranlasst.


Studienfach: Deutsch-Französische Rechtswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 08/2019

Gastuniversität:Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in Nanterre hat einige Gemeinsamkeiten zu dem Bekannten aus Potsdam. Die Zeiten der Vorlesungen konnte man auf „ENT“ nachsehen. Die Zugangsdaten und Hinweise des Programms werden einem bei den Einführungsveranstaltungen erklärt. In diesem Portal kann man auch später seine Noten einsehen, sowie die Wahl der Klausuren.

Ich hatte pro Semester vier französische Fächer mit einer Vorlesungszeit von je 3 Stunden pro Woche. Zwei davon waren sogenannte „majeur“, was bedeutet, dass ich in diesen Fächern auch TD’s (travaux dirigées) besuchen musste. Das sind Übungen in einem kleineren Kreis mit 15 bis 20 Studenten mit Anwesenheitspflicht. Die TD’s sind auf dem „Schulprinzip“ aufgebaut. Es werden Noten für die mündliche Mitarbeit, für Vorträge und Präsentationen sowie für Hausaufgaben vergeben. In Bezug auf die Vor- und Nachbereitung, haben die TD’s die meiste Zeit in Anspruch genommen. Zu jeder TD-Stunde wurden Dokumente, die zu lesen und zu bearbeiten waren, bereitgestellt. Die meisten TD-Leiter haben auf uns deutsche Studenten Rücksicht genommen.
Auch in den Vorlesungen haben einige Professoren nachgefragt, ob wir Austausch-Studenten mitkommen und alles verstehen. Sie waren stets offen und hilfsbereit. Direkter Kontakt per E-Mail mit dem Professor ist möglich, teilweise antworten sie auch zeitnah.

In den gewählten TD’s werden vereinzelt „interrogations“ geschrieben, als Vorbereitung auf den „galop d’essai“. Das ist eine Zwischenprüfung, die im letzten Drittel des Semesters geschrieben wird. Die „galops“ dauern zwei Stunden, sollen auf die Abschlussprüfung vorbereiten und werden in die TD-Note eingerechnet.

Die eigentlichen Abschlussprüfungen finden am Ende des Semesters statt und haben eine Dauer von drei Stunden (bei majeur-Vorlesungen) bzw. eine Dauer von anderthalb Stunden (bei mineur-Vorlesungen). Klausurpapier und Schmierpapier werden zur Verfügung gestellt.
Ich schließe mich den Empfehlungen anderer Studenten an, so viele Prüfungen wie möglich mündlich abzulegen. Erfahrungsgemäß wird den ausländischen Studenten eine bessere Note gegeben. Die Vorbereitungs- und Prüfungszeit beträgt jeweils 10 Minuten.
Ich finde es ungünstig, dass in der eigenen Vorbereitungszeit im gleichen Raum die Prüfung eines anderen Studenten stattfindet. Hier fällt es einem sehr schwer sich zu konzentrieren. Nur im Sommer gibt es die Möglichkeit Klausuren zu wiederholen. Die sogenannte „rattrapage“ findet meistens im Juni statt.

Ich brauchte einige Zeit, um mich an das Studienklima und die allgemeinen Bedingungen in Nanterre zu gewöhnen. Insbesondere bleiben mir die kleinen angeschrägten Tische im Vorlesungssaal, nicht ausreichend vorhandene Steckdosen und schlechte sanitäre Anlagen in schlechter Erinnerung. Außerdem haben wir im Winter im Uni-Gebäude oft gefroren.

Zwischen den Vorlesungen und TD’s hat man 10 Minuten Pause. Meist schafft man es in dieser Zeit gerade noch zu dem nächsten Raum, weil der Campus der zweitgrößte in ganz Frankreich ist.

Die Mensa ist wie bei anderen Universitäten zu den Stoßzeiten überfüllt. Die Auswahl an Essen ist sehr groß und man bekommt Wasser zu jeder Zeit kostenlos. Menüs gibt es ab circa 6€. Auf dem gesamten Campus gibt es weitere Möglichkeiten etwas zu essen und man kann in den Gebäuden Snack-Automaten benutzen.
Etwa fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt findet man einen kleinen Bäcker und mehrere Restaurants, bei denen man für einen kleinen Preis gut essen kann.

Auf dem Campus gibt es eine sehr große und gut sortierte Bibliothek, die von Montag bis Samstag zur Verfügung steht. Sie ist sehr weiträumig, bietet aber leider nicht viele Sitzmöglichkeiten an. Viele Fakultäten haben in ihren Gebäuden ebenfalls eine kleinere fachspezifische Bibliothek. Bücher kann man sich für zwei Wochen ausleihen. Sollte man mal die Abgabefrist verpassen, dann muss man kein Bußgeld bezahlen, sondern der Studentenausweis wird für einen gewissen Zeitraum gesperrt und man kann sich keine weiteren Bücher mehr ausleihen. Neben Büchern und Fachzeitschriften kann man sich auch jegliche technischen Geräte ausleihen oder vor Ort benutzen. Drucker stehen nicht nur in den Bibliotheken, sondern auch meistens vor den Vorlesungssälen zur Verfügung.

Für Erasmus-Studenten gibt es ein eigenes Verwaltungsbüro mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Ich empfehle die persönliche Klärung von Fragen vor Ort.
Leider kam es oft zu Verwechslungen zwischen Studenten aus dem Erasmus-Programm und Studenten aus dem integrierten Studiengang.
Problematisch war auch, dass ich in einem integrierten Studiengang bin und nicht komplett im Erasmus-Programm. Somit kam es oft zu Verwechslungen. Zum Beispiel wurden wir zu falschen Einführungs- und Informationsveranstaltungen geschickt, die uns gar nicht betrafen. Oder unsere „inscriptions pédagogiques“ (ein Zettel mit unserer Fächer- und Klausuren-Wahl, den man am Anfang des Semesters ausfüllen musste), wurden in der Zettelwirtschaft falsch einsortiert oder sind verloren gegangen. Aber als „reiner Erasmus-Student“ sollte das kein weiteres Problem sein.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studenten hängt ganz von einem selbst ab. In den TD’s hielt der Kontakt zu den Franzosen meist so lange an, bis man mit seiner Gruppenarbeit fertig war. Jedoch mangelt es nicht an Erasmus-Veranstaltungen, bei denen man gut Kontakt zu anderen ausländischen Studenten knüpfen kann.
Da mein Stundenplan recht intensiv war und ich noch einige andere Vorlesungen nur mit meinen Kommilitonen aus dem integrierten Studiengang hatte, hatte ich nicht viele Gelegenheiten, um Kontakte zu einheimischen oder ausländischen Studenten zu knüpfen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Nach Nanterre kam ich mit einem Sprachniveau von B2/C1 in Französisch. Da wir in Potsdam schon einige französische Vorlesungen hatten, gab es keine große Umgewöhnung an das französische Uni-Leben bezüglich des sprachlichen Verständnisses.
Um mich auf meine mündlichen Prüfungen optimal vorbereiten zu können, entschied ich mich einen mündlichen C1/C2 Französisch-Sprachkurs im ersten Semester zu wählen. Leider kam man da nicht wirklich zum Reden, weil viele Grammatik-Einheiten gemacht wurden, sowie jede Stunde Vorträge, welche in die Abschlussnote zählten. Vielleicht war das nur in meinem Kurs so, denn ich habe leider keinen Vergleich zu anderen Sprachkursen.
Bei der Einschreibung in die Kurse sollte man schnell sein und sich nicht an die vorgeschriebenen Zeiten für seinen Anfangsbuchstaben des Nachnamens halten. Ich hatte mich an meinen vorgeschriebenen Zeitraum gehalten und dann waren die meisten Kurse schon belegt. Nach dem Auslandsaufenthalt kann ich feststellen, dass mein Hör-Verstehen definitiv besser geworden ist. Ich glaube, an meiner Sprach- und Schreibkompetenz hat sich nicht viel verändert.

Wohn- und Lebenssituation

Durch die Besonderheit des integrierten Studiengangs haben wir leider erst sehr spät unserer finalen Zusage für den Austausch bekommen. Deshalb stellte sich die Wohnungssuche als sehr schwierig heraus, weil man last minute erst dem Vermieter eine definitive Zusage geben konnte. Trotzdem empfehle ich so früh wie möglich mit der Suche anzufangen.
Da ich negative Erfahrungsberichte von den Studentenwohnheimen auf dem Campus gelesen hatte, hatte ich mich dort erst gar nicht beworben. Im Allgemeinen hat man in Paris viele Möglichkeiten eine Unterkunft zu finden: sei es in einer privaten Vermietung, in WG’s, in anderen universitären Studentenwohnheimen oder in privaten Studentenwohnungen. Eines ist bei allen gleich: eine hohe Miete für wenig Wohnraum.
Ich habe mich für letzteres entschieden und mich bei „Les Estudines – Nanterre Université“ beworben. Ein neues, modernes Gebäude, welches sich nicht nur in einem neuen Viertel befindet, sondern auch direkt am Bahnhof und somit direkt an der Universität. Da bekommt jeder eine eigene kleine Wohnung mit eigenem Bad und eigener Küche. Außerdem konnte ich den Luxus genießen, dass die Bettwäsche und die Handtücher regelmäßig ausgetauscht wurden und mir ein Wasch- sowie Sportraum jederzeit zur Verfügung standen.

Für meinen Mietvertrag benötigte ich eine offiziell beglaubigte Bürgschaftsurkunde meiner Eltern sowie ein Nachweis, dass man ein Konto bei einer französischen Bank besitzt. Sollte der Vermieter von einem auch eine Hausratsversicherung wollen, dann empfehle ich „étudassur“. Da gibt es verschiedene Versicherungspakete extra für Studenten für einen kleinen Preis und flexibler Laufzeit.

In Frankreich hat man auch als Ausländer das Recht auf Wohngeld von der Caf. Die Höhe der Förderung hängt von der Miete ab. Das kann man alles online beantragen. Jedoch dauert die Bearbeitungszeit von der Verwaltung aus sehr lange und oft werden die gleichen Dokumente mehrmals angefordert. Wichtig ist hier, dass man eine internationale Geburtsurkunde vorlegen kann. Die kann man bei dem Rathaus seines Geburtsortes problemlos vorher beantragen.

Das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln ist ähnlich aufgebaut wie in Berlin. Wenn man jeden Tag mit dem RER fahren muss, dann ist eine Jahreskarte/ Monatskarte sehr zu empfehlen. Da ich nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war, konnte ich mir die Karte sparen und habe mir normale Tickets gekauft. An den Wochenenden kann man für wenig Geld Gebrauch von den „carte jeune“ machen. Das sind preiswerte Tageskarten für europäische Bürger unter 25 Jahren. Wenn man innerhalb der Woche viel unterwegs ist, dann lohnt sich ein „pass navigo“, den man problemlos an allen Stationen aufladen kann.
Die Universität liegt direkt an der Linie des RER A (Zone 3) und innerhalb von weniger als 10 Minuten befindet man sich im Zentrum von Paris.

Für die Caf oder für den Vermieter braucht man wie schon erwähnt, ein französisches Bankkonto. Die meisten Banken bieten speziell für Studenten kostenlose Konten an. Ich habe mich für die „Société Générale“ entschieden, weil die Eröffnung problemlos funktionierte und die Konditionen für mich am besten waren.
Die Bezahlung in Paris läuft fast ausschließlich über die Kreditkarte oder über Schecks. Sowohl die Kreditkarte als auch ein Scheckbuch bekommt man von seiner französischen Bank ausgestellt.

Eine Auslandskrankenversicherung konnte ich über meine heimische Krankenversicherung beantragen. Aber auch der DAAD bietet ein Paket für Austauschstudenten mit verschiedenen Versicherungen an.

Die Lebenshaltungskosten sind im Gegensatz zu Deutschland ein wenig teurer. Man sollte einfach mal die Preise in den umliegenden Supermärkten vergleichen. Bei dem Supermarkt „Casino“ kann ich nur die Mitgliedschaft für die Kundenkarte empfehlen, da man hier bei jedem Einkauf einen 5% Rabatt als Student erhält. Außerdem kann man viele Gutscheine oder andere Rabatt-Codes über die „Casino Max“ App verwenden.
Jeden Samstag und jeden Mittwoch gibt es in Paris einen Markt („Marché Berthier“), bei dem man zu einer bestimmten Uhrzeit jegliches Obst und Gemüse für einen Euro das Kilo bekommt.

Um seine Freizeit zu gestalten, hat man sowohl auf dem Campus, als auch in Paris unendliche Möglichkeiten.
Die Uni bietet ein sehr großes Programm mit sportlichen Aktivitäten an. Möchte man regelmäßig an einem Kurs teilnehmen, dann muss man sich eine Mitgliedschaft für 30€ pro Semester kaufen. Diese gilt jedoch nicht für die Schwimmhalle. Da zahlt man entweder nochmal 30€ für eine Mitgliedschaft, oder zahlt nur den Eintritt von je 3€.
Auch an kulturellen Veranstaltungen fehlt es an der Uni nicht. Ein Blick in den Veranstaltungskalender schadet definitiv nicht.
In Paris ist der Eintritt in viele Museen und andere kulturelle Veranstaltungsstätten oft kostenlos oder ermäßigt für europäische Bürger unter 25 Jahren.
 

Studienfach: Deutsch-Französische Rechtswissenschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2018 - 08/2019

Gastuniversität:Université Paris Nanterre

Gastland: Frankreich


Rückblick

Auch wenn die Verwaltung und Organisation der Uni etwas fragwürdig ist, lernt man aus dieser Erfahrung sehr viel Gelassenheit.
Ich kann nur jedem empfehlen, die ganze Zeit die Ohren aufzuhalten und lieber einmal mehr nachzufragen. Schaut regelmäßig auf ENT und „cours en ligne“ nach, um die aktuellsten News zu bekommen. Oder wendet euch vor Ort an eure Koordinatoren oder an das Erasmus-Büro.
               
Sonstige  Hinweise:
Leider wurde das Ende des ersten Semesters durch die „blocage“ einiger französischer Studenten durcheinander gewürfelt. Jegliche Prüfungen mussten kurzfristig abgesagt werden und wurden auf etwa drei bis vier Wochen später verschoben. Da man nicht voraussagen kann, ob es wieder eine „blocage“ geben wird oder nicht, empfehle ich mit der finalen Heimreise flexibel zu sein. Heimreisen während der vorgeschriebenen Ferien können jedoch problemlos geplant werden.

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