Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die ersten Informationen zum Erasmus+-Programm, zu den Fristen und Semesterzeiten habe ich zunächst der Internetseite des International Office entnommen. Als es dann soweit wurde, habe ich mich bei meiner Erasmus-Koordinatorin zum genaueren Verlauf erkundigt.
Nach der Bewerbung an der Universität Potsdam mit Motivationsschreiben und Leistungsübersicht und der Nominierung an der Gastuniversität wurde ich vom Bureau des Relations Internationales (BRI) der Uni in Montpellier angeschrieben und aufgefordert, meine Bewerbungsunterlagen in deren Online-Portal hochzuladen. Dazu gehörten, neben einer Kopie des Personalausweises und der Krankenkassenkarte, eine Leistungsübersicht auf Englisch sowie ein Sprachnachweis (in meinem Fall für Französisch B2) und ein Learning Agreement before the mobility.
Ich würde auch jedem raten, sich frühstmöglich für einen Wohnheimplatz zu bewerben, da es relativ schwierig ist, vor Ort zu Semesterbeginn eine halbwegs bezahlbare Wohnung zu finden.


Studienfach: Geschichte, Politik und Gesellschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität: Université de Montpellier I

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Am Beginn des Semesters hat man die Auswahl aus verschiedenen cours magistraux, die travaux dirigés genannten Seminare können von Erasmusstudenten nicht belegt werden. Die belegbaren Kurse unterschieden sich dabei von denen, die vor dem Semester online zu sehen waren, weshalb ich Gebrauch von einem Learning Agreement during the mobility gemacht habe, was ohne Probleme geklappt hat.
Die Kurse in Montpellier waren mit 3 Stunden (mit Pause) deutlich länger als bei uns, was das Französische als Unterrichtssprache nicht gerade erleichtert hat. Während der Vorlesungen wird dabei die ganze Zeit lang mitgeschrieben; Präsentationen werden, wenn überhaupt vorhanden, nicht hochgeladen. Ich würde deshalb jedem empfehlen, seine Kommilitonen nach Mitschriften zu fragen oder sich in einer der studentischen Facebookgruppen zu erkundigen.
Die Prüfungen am Ende des Semesters werden für Erasmusstudenten an der Fakultät für Jura und Politikwissenschaften mündlich durchgeführt, man hat es also etwas leichter als die französischen Kommilitonen. Dabei hat man meistens um die 10 Minuten Vorbereitungszeit, um über ein vom Dozenten vorgegebenes Thema zu sprechen. Ich hatte allerdings auch Prüfungen, bei denen man ohne Vorbereitung über verschiedene Themen reden musste. Die Dozenten wissen natürlich, dass man kein Muttersprachler ist und zeigten allesamt Verständnis, wenn man Probleme beim Sprechen hatte.
Bei Fragen kann man sich immer beim Bureau des Relations Internationales melden, wo man mir bei allen etwaigen Fragen weiterhelfen konnte.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Als Erasmusstudent war es relativ schwierig, mit einheimischen Studenten in Kontakt zu treten. Die meiste Zeit habe ich in Montpellier mit den anderen Erasmusstudenten verbracht, die man dafür umso einfacher über die zahlreichen Willkommensveranstaltungen kennenlernen kann. Da ich im Studentenwohnheim gewohnt habe, trifft man dort eher französische Studenten, mit denen man sich unterhalten kann. Sonst bieten sich auch die Veranstaltungen vom Erasmus Student Network an, um die französischen Freiwilligen kennenzulernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkompetenz hat sich auf jeden Fall verbessert. Ich kann nur empfehlen, einen Sprachkurs an der Gastuni zu belegen und sich mit den anderen Kommilitonen auf Französisch zu unterhalten. Die Kurse, der Alltag und das Lernen für die Prüfungen auf  Französisch tragen ihr Übriges dazu bei. Während ich bei meiner Ankunft noch Probleme hatte, die Leute überhaupt richtig zu verstehen, war es nach den vier Monaten gar kein Problem mehr, mich während der Prüfungen und gegenüber Freunden auf Französisch zu verständigen. Für die Teilnahme an den Kursen wird mindestens das Niveau B1 vorausgesetzt.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe im Wohnheim Voie Domitienne gewohnt, für das ich mich vor Beginn des Semesters beworben hatte. Dabei handelte es sich um ein Zimmer von 10m2 mit eigenem Badezimmer und einer Gemeinschaftsküche auf jeder Etage, was ich für die vier Monate Aufenthalt ausreichend fand. Das Zimmer hat 250€ pro Monat gekostet und die Miete musste jeweils zu Beginn jeden Monats per Kartenzahlung bei der Administration bezahlt werden. Die Cité Universitaire unterschied sich von den meisten Wohnheimen in Deutschland und erinnerte mich mehr an ein Wohnheim aus den USA mit einem eigenen Empfangsbereich, Security und kleinem Fußballfeld in der Mitte. Im Wohnheim waren auch viele andere Erasmusstudenten untergebracht, man war also nie alleine.
Die Lage war relativ zentral, man konnte innerhalb von 20 Minuten die Faculté de Droit und die Innenstadt erreichen und war 10 Minuten zu Fuß von der großen Mensa in St. Éloi entfernt.
Ich würde jedem raten, sich bei der TaM eine Monatskarte zu besorgen, da man mit der Tram eigentlich alles in Montpellier gut erreichen konnte, in der Innenstadt konnte man überallhin zu Fuß.
Um das Wohngeld (Caf) in Frankreich zu beantragen, muss man ein französisches Konto eröffnen, was eigentlich problemlos funktioniert. Empfehlen kann ich die Banque Populaire, die eine Filiale in der Nähe des Wohnheims hatte und Erasmusstudenten 50€ Startguthaben schenkt.
Die Lebenshaltungskosten sind in Frankreich generell etwas höher als in Deutschland, vor allem für Lebensmittel zahlt man etwas mehr.
Montpellier selbst ist eine sehr schöne Stadt, in der man viel sehen und erleben kann. Dadurch, dass es viele Studenten in der Stadt gibt, findet man auch viele Bars und Restaurants in der Altstadt. Die Nähe zum Meer und das mediterrane Klima sind auch nicht zu verachten.

Studienfach: Geschichte, Politik und Gesellschaft

Aufenthaltsdauer: 08/2019 - 12/2019

Gastuniversität: Université de Montpellier I

Gastland: Frankreich


Rückblick

Ich kann einen Erasmusaufenthalt jedem ans Herz legen. Die Möglichkeit, neue Leute und ein anderes Land kennenzulernen, vor allem mit finanzieller Unterstützung durch das Erasmusprogramm, würde ich jedem empfehlen zu nutzen.
In Montpellier würde ich jedem raten, über Facebook die Veranstaltungen von ESN zu verfolgen, so habe ich den Großteil der anderen Auslandsstudenten kennengelernt. Und natürlich die Zeit zu genießen, die geht schneller vorbei, als einem lieb ist!

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