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Erasmus+ Erfahrungsbericht - Institut d'études politiques de Grenoble (IEP) - Sciences Po Grenoble

Etwa ein Jahr bevor ich wirklich ins Ausland ging, habe ich mich ernsthaft mit dem Auslandsaufenthalt auseinandergesetzt. Für mich war aufgrund der Sprache und des Landes von vornherein klar, dass ich nach Frankreich gehen wollte. Beim International Day im Herbst 2016 bekam ich nochmal nähere Eindrücke und Infos.


Studienfach: B.Sc. Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Website des Institut d'études politiques de Grenoble (IEP) - Sciences Po Grenoble

Gastland: Frankreich

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Schließlich habe ich mich dann mit meinen drei Präferenzunis, die alle in Frankreich lagen, etwa im November/Dezember beworben. Ungefähr im Februar bekam ich dann die Zusage für Grenoble.
Ich bekam dann etwas später eine Bestätigungsmail meiner Gastuni. Über ein Onlineportal konnte ich relativ einfach meine Bewerbungsunterlagen für die Gastuni hochladen (Studienbescheinigung, Sprachbescheinigungen, etc.), eine postalische Bewerbung musste ich nicht durchführen. Im letzten Jahr dauerte der Prozess ziemlich lange, da die Sciences Po zu der Zeit gerade ihre Website erneuerte. Schließlich bekam ich die offizielle Zusage und Anfang September ging es dann los.

Studium an der Gastuniversität

Was das Studium konkret angeht, war ich fast überrascht wie ähnlich sich das Studentenleben doch zu Deutschland verhält. Alles in allem denke ich schon, dass die Sciences Po etwas verschulter ist, zum Beispiel gab es auch fast immer Anwesenheitspflicht. Aber das Niveau und die Vorlesungs- und Seminargestaltung fand ich sehr ähnlich zu Potsdam. Auch die einzubringenden Leistungen ähnelten sich da. Es gibt in Grenoble die Möglichkeit einen „English Track“ (alles auf Englisch) oder einen „French Track“ (teils Englisch, teils Französisch) zu wählen, je nach dem individuellen Sprachniveau, was es dann auch nachzuweisen gilt. In jedem Falle sind ein Französischkurs und ein Seminar über den französischen Staat verpflichtend. Der Campus ist ziemlich modern und nett in Grenoble, mit einigen Bibliotheken (allerdings nicht so häufig geöffnet wie in Deutschland) und einigen Cafes. Die Raumausstattung war auch ziemlich modern an der Sciences Po, da das Gebäude ziemlich neu ist. Auch wenn wir in der Orientierungswoche tatsächlich zusammen mit den französischen Erstis eingewiesen wurden, blieb der Kontakt zu den französischen Studenten ein wenig auf der Strecke. Wir hatten kaum gemeinsame Seminare oder Vorlesungen, da vieles ausschließlich für Erasmusstudenten angeboten wurde.

Kontakt zu einheimischen und ausländischen Studierenden

Durchs Wohnheim oder die WG einer Freundin kam ich zum Glück trotzdem etwas in Kontakt mit den französischen Studenten. Ich würde grundsätzlich schon durchaus sagen, dass die französischen Studenten (oder Franzosen allgemein) ziemlich offen sind, allerdings ergibt es sich zwangsläufig so, dass die Erasmus Studenten sehr in einer Community sind, außer man will das um jeden Preis vermeiden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Was die Sprache angeht, war ich persönlich ein wenig enttäuscht. Natürlich ist die gängige Sprache unter den Studenten Englisch, aber auch mit französischen Studenten habe ich dann oft Englisch gesprochen, da ich das Gefühl hatte, sie mit meinem abgemühten Französisch sonst zu nerven, beziehungsweise auch weil ein vernünftiges Gespräch sonst etwas schwierig war. Ich bin etwa mit einem B1 Niveau reingegangen, der Fortschritt war vermutlich am Ende überschaubar, allerdings gab es schon spürbare Fortschritte, gerade bei Gesprächen im Alltag. Wenn man es wirklich darauf anlegt, kann man denke ich auch größere Fortschritte machen. Von Seiten der Uni gab es teilweise auch Mails mit Einladungen für Tandempartnerschaften, ich denke dass es auch kein Problem ist so etwas zu bekommen.

Wohn- und Lebenssituation

Was die Lebenssituation in Grenoble angeht, kann ich diesen Ort aus meiner Sicht in jedem Fall empfehlen. Untergebracht war ich in einem sehr spartanischen Wohnheim auf einem Hügel, was zwar eine mangelhafte Ausstattung hatte, aber dafür sauber war, außerdem zahlte ich nur 170€ Miete und die Leute dort waren alle sehr herzlich. Wgs gab es nicht, jeder hatte Einzelzimmer auf einem gemeinsamen Flur und Küch und Bad wurden geteilt. Dieses Wohnheim war nicht meine Erstwahl gewesen. Über die Website der Sciences Po wurde schnell klar, dass man sich frühzeitig bei der „Crous“ für einen Wohnheimplatz bewerben solle, das tat ich auch. Leider war keines meiner Wunschangaben mehr frei, man fragte mich per Mail dann ob ich auch mit diesem Wohnheim einverstanden wäre. Grundsätzlich glaube ich, dass in Grenoble jedem Bewerber ein Wohnheimplatz zusteht. Das Alltagsleben empfand ich als ziemlich angenehm in Grenoble. Es ist eine beschauliche Studentenstadt, in der alles sehr gut per Fahrrad (günstig zu leihen) oder per Tram (15€ Monatsticket) zu erreichen ist. An der Sciences Po fand ich den Empfang sehr herzlich. Es gab eine komplette Orientierungswoche, sowohl mit Informations- als auch mit Freizeitveranstaltungen. So konnte man auch sehr gut Leute kennenlernen und ich fand schnell eine nette Gruppe. Von der Uni gab es auch sehr vielseitige Möglichkeiten sich für Sport – und Freizeitangebote anzumelden, teilweise sogar mit LPs. Dazu biete Grenoble natürlich mit den Bergen auch einige schöne Ausflugsziele, auch nahe gelegene Städte wie Lyon bieten diese Möglichkeit. Insgesamt ist Grenoble eine relativ günstige Stadt, zumindest im Vergleich mit Paris. Ich würde zwar sagen, dass die Lebenshaltungskosten schon etwas höher als in Berlin waren, allerdings auch nicht viel höher.

Studienfach: B.Sc. Politik und Wirtschaft

Aufenthaltsdauer: 09/2017 - 12/2017

Gastuniversität: Website des Institut d'études politiques de Grenoble (IEP) - Sciences Po Grenoble

Gastland: Frankreich


Rückblick

Alles in allem kann ich aus meiner Sicht einen Erasmusaufenthalt in Grenoble sehr empfehlen. Die Stadt ist nicht zu teuer, hat ein sehr schönes Stadtbild und als Studentenstadt in meinen Augen alles, was man so als Student zum Leben braucht. Von der Uni her fand ich, dass sie immer sehr lange gebraucht hat, alles zu organisieren, abgesehen davon war allerdings alles sehr strukturiert und sehr hilfreich erklärt, für Fragen waren die Türen ebenfalls immer offen.

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