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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Für das Auslandssemester im Wintersemester 2018/2019 habe ich mich ca. 1 Jahr vorher beworben. Nach der Zusage lief alles weitestgehend reibungslos ab. Die Infoveranstaltungen des International Offices rate ich dringend zu besuchen, da man dort noch viele wichtige Informationen bekommen hat. Die Bewerbung an der Gastuniversität erfolgte etwa Anfang April online und bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Es wurde einem klar und deutlich gezeigt, was man zur Bewerbung alles benötigte. Dabei galt es auch, gewisse Fristen einzuhalten. Viel mehr braucht man zur Vorbereitung nicht sagen. Man konnte sich bei Problemen immer an Frau Kettmann wenden und auch die zuständige Koordinatorin an der Gastuniversität konnte hier schnell und gut weiterhelfen.


Studienfach: Lehramt Französisch, Sek. I&II

Aufenthaltsdauer: 08/18-01/19

Gastuniversität: Université Grenoble Alpes

Gastland: Frankreich

Studium an der Gastuniversität

Die französische Organisation lässt an manchen Stellen sehr zu wünschen übrig. Gerade am Anfang fiel es mir sehr schwer, erst einmal zu überblicken, was von mir erwartet wird. Auch bei der Auswahl der Kurse gab es noch 2 Wochen nach eigentlichem Belegungsschluss ein großes Hin und Her. Einige Kurse wurden beispielsweise gar nicht mehr angeboten und man musste sich daraufhin weitere Kurse  suchen, um auf die zu erreichenden 30 LP zu kommen. Die für die Auslandsstudierenden zuständige Person war zwar immer erreichbar, hatte aber leider teilweise selbst fehlende Informationen und konnte nicht immer direkt weiterhelfen, was den Studienstart etwas erschwerte.
Andererseits gab es, bevor das Studium richtig losging, zwei Einführungswochen mit Sprachkursen. In diesen zwei Wochen wurden von der studentischen Organisation „Integre“ viele Führungen u.a. durch die Stadt, über den Campus oder auch durch die verschiedenen Bibliotheken angeboten. Man hatte außerdem die Möglichkeit an verschiedenen Aktivitäten, wie ein Wochenende in den Bergen oder das Besuchen eines Jump Parks teilzunehmen. Auch die Abende waren mit dem typischen französischen Apéro gut gefüllt. Durch diese Organisation kam man schnell in Kontakt mit anderen Erasmusstudenten und hatte keine Probleme, Anschluss zu finden.
Das Studieren an sich hat dann sehr gut funktioniert und auch Spaß gemacht. Leider hat man aber in den Kursen nur schwer bis gar keinen Kontakt zu den französischen Studierenden aufnehmen können. Die Dozenten hingegen waren den Erasmus Studierenden gegenüber sehr aufgeschlossen und haben große Rücksicht genommen und nachgefragt, ob man alles verstanden hat. Auch in den Prüfungen konnte man teilweise vom Auslandsbonus profitieren.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu den einheimischen Studenten fiel im Vergleich zu anderen ausländischen (Erasmus) Studenten leider sehr gering aus. Allerdings baute man zu den anderen Erasmus Studenten eine so große Bindung auf, sodass es sich am Ende anfühlte, als ob man seine zweite Familie verlässt. Die Unternehmensfreude bei den Erasmusstudenten ist so groß, dass einem auf keinem Fall langweilig wurde und man immer etwas zu tun hatte. Ob es eine größere Unternehmung am Wochenende war (Wandern, Ski fahren etc.) oder ob es ein gemütliches Zusammensitzen am Abend war.

In den Kursen waren die französischen Studenten den Auslandsstudierenden gegenüber aber sehr offen. Auf Grund der Tatsache, dass diese aber natürlich bereits ihren festen Freundeskreis haben, machte man in der Freizeit eher wenig mit ihnen. Zu empfehlen sind daher auf jeden Fall die Sportkurse der Uni, da man dort eher weniger auf Auslandsstudierende trifft und man dort gut Kontakt zu einheimischen Studenten aufnehmen kann.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

 Auf Grund der Tatsache, dass man eher mehr mit anderen Erasmus Studenten zu tun hatte, sprach man mehr Englisch, als Französisch. Dennoch bin ich der Meinung, dass man vor allem im Lese- und Hörverstehen eine enorme Verbesserung erfahren konnte. Auch das Sprechen blieb nicht auf der Strecke. Vor allem in Alltagssituationen wie Einkaufen und Essen gehen, fühlt man sich doch wesentlich sicherer. Als angehende Französischlehrerin würde ich allerdings empfehlen, mindestens 2 Semester im Ausland zu bleiben, um auch wirklich viel von der Sprache mitzunehmen. Außerdem kann ich nur mitgeben, sich wirklich um Kontakt zu Einheimischen zu bemühen, um es im Nachhinein nicht zu bereuen. Der Besuch von Sportveranstaltungen ausgehend von der Uni ist dabei sehr hilfreich

Wohn- und Lebenssituation

Als die Bewerbung an der Gastuniversität abgeschlossen war, hat diese sich auch bemüht, Informationen für eine Unterkunft weiterzuleiten. Man wurde auf die studentischen Wohnheime von Crous aufmerksam gemacht, wo man sich für maximal 3 Wohnheimplätze bewerben kann. Das habe ich auch gemacht und erst einmal eine Absage für alle drei Wohnheime bekommen. Daraufhin beschloss ich, mich über bestimmte Facebook Gruppen über WGs und Studios zu informieren („Colocation, Location, Appart, Logement à Grenoble“, „Grenoble life“). Außerdem gibt es viele weitere Internetseiten (https://www.leboncoin.fr/), wo man Wohnungen recht preiswert finden kann. Nachdem ich eine Wohnung gefunden hatte, hatte sich Crous doch noch (ca. 2 Wochen vor Reiseantritt) bei mir mit einer Zusage für das Studentenwohnheim „Résidence Olympique“ geschickt. Auf Grund von niedrigeren Kosten (255€ / Monat) habe ich mich dafür entschieden und rückblickend bin ich sehr zufrieden mit diesem Wohnheim gewesen. Das Wohnheim liegt etwas außerhalb der Stadt. Man braucht vom Wohnheim zur Uni (von Tür zu Tür) ca. 45 Minuten und in die Stadt etwa 25 Minuten. Die Straßenbahn ist in 5 Gehminuten zu erreichen und der Bus hält direkt vor der Haustür. Ein weiterer Vorteil ist der direkt gegenüberliegende, riesengroße Carrefour, der an ein großes Einkaufszentrum grenzt. Man hat also alles vor der Haustür. Außerdem sind 3 von 4 Häusern komplett renoviert. Man hat sein Zimmer von 9 m2 mit eigenem Balkon und eigenem Bad. Die Küche teilt man sich mit den Zimmern seiner Etage. Sie ist etwas klein, aber auf Grund der vielen Nationalitäten kocht jeder zu unterschiedlichen Zeiten und man kam sich selten in die Quere. Ein wenig schade ist, dass die Gemeinschaft in diesem Wohnheim ein bisschen auf der Strecke bleibt und man wenig Kontakt zu den anderen Studenten hat.
Das Viertel (Village Olympique) hat allerdings nicht den besten Ruf und gilt als gefährlich. Ich habe davon aber nichts mitbekommen.
Durch viele andere Erasmus Studenten konnte man die anderen Wohnheime kennenlernen und ich kann allen das „Berlioz“ (ca. 280€ / Monat) wärmstens ans Herz legen. Es sind dort nicht nur die meisten Erasmus Studenten untergebracht, man ist auch direkt am Campus und in 20 Minuten in der Stadt. Außerdem kennt dort jeder gefühlt jeden und man ist eine richtige Gemeinschaft.
Sofern man ein französisches Bankkonto eröffnet hat (nicht unbedingt nötig), kann ich empfehlen, das CAF zu beantragen. Mit CAF bekommt man alle möglichen Vergünstigungen bei der Miete und auch beim Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Da kostet allerdings auch ohne CAF das Ticket nur 15€ im Monat. Außerdem kann man sich monatsweise ein Fahrrad für 15€ ausleihen.
Was die Lebenserhaltungskosten angeht ist Frankreich ähnlich, wie Deutschland. Bei den Lebensmitteln und Kosmetik muss man aber ein bisschen mehr Geld einplanen. Grenoble ist mit vielen kleinen und zwei großen Supermärkten (Géant Casino nähe Campus und Carrefour) ausgestattet. Außerdem gibt es eine Menge fast food Restaurants und sehr leckere Spezialitätenrestaurants, die dann aber auch etwas teurer sind.
Wer in Grenoble auf der Suche nach Clubs ist, wird eher enttäuscht. Dennoch blieb das Feiern nicht vollends auf der Strecke, da sich die Küchen der Wohnheime gut anbieten, Grenoble aber auch über eine Menge Bars verfügt, die immer gut gefüllt sind und in denen man schöne Abende/ Nächte verbringen konnte.
Neben ein paar (meist) kostenfreien Museen in der Stadt und einer schönen Altstadt hat Grenoble vor allem in der Natur noch einiges mehr zu bieten. Im Winter kann man über eine universitäre Organisation sehr günstig in mehreren Skigebieten Ski fahren (max.1,5 h mit dem Bus entfernt). Im Sommer kann man mit dem Bus günstig in die Berge fahren und von dort aus wunderschöne Wanderrouten mit grandioser Bergkulisse genießen.

Studienfach: Lehramt Französisch, Sek. I&II

Aufenthaltsdauer: 08/18-01/19

Gastuniversität: Université Grenoble Alpes

Gastland: Frankreich


Rückblick

Rückblickend hatte ich eine unglaublich schöne Zeit in Grenoble und kann wirklich jedem empfehlen, sich die Chance eines Auslandssemesters nicht nehmen zu lassen. Auch wenn das Erlernen der Sprache nicht ganz im Vordergrund stand, hat man so viele tolle Menschen aus aller Welt kennenlernen können und meiner Meinung nach, hat mich das Auslandssemester stärker in meiner Persönlichkeit gemacht, da man selten allein in einem fremden Land auf sich selbst gestellt ist.
Die Stadt Grenoble ist eine gute Wahl, da man neben der schönen Altstadt und der Bastille mit Blick über die komplette Stadt einfach eine atemberaubende Natur, sowohl im Sommer als auch im Winter geboten bekommt. Auf Grund dessen kann man auch unglaublich viele Sachen dort erleben, sei es eine Wanderung in den Bergen, ein entspannter Sommertag am See oder im Winter ein paar Tage auf den Pisten. Noch dazu ist Grenoble eine Studentenstadt at its best. Überall wo man hinsieht sieht man einheimische und auch Erasmus Studenten, was einem keine Schwierigkeiten bereitet, Anschluss zu finden.
Ich kann es wirklich jedem empfehlen.

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